

Beschreibung
Wie haben evangelische Christen in der Zeit des Nationalsozialismus ihre ablehnende Haltung gegen das Regime zum Ausdruck gebracht? Anhand konkreter Beispiele werden widerständige Handlungen von der partiellen Unzufriedenheit bis hin zur Verweigerung oder zur ...Wie haben evangelische Christen in der Zeit des Nationalsozialismus ihre ablehnende Haltung gegen das Regime zum Ausdruck gebracht? Anhand konkreter Beispiele werden widerständige Handlungen von der partiellen Unzufriedenheit bis hin zur Verweigerung oder zur Beteiligung am Umsturzversuch dargestellt. Neben bekannten Personen wie Dietrich Bonhoeffer, Martin Niemöller oder Elisabeth Schmitz werden auch bisher für den christlichen Widerstand kaum beachtete Gruppen wie die religiösen Sozialisten, die christlichen Mitglieder des Nationalkomitees Freies Deutschland oder Kriegsdienstverweigerer ins Blickfeld gerückt. Das Handeln der wenigen Widerständigen wird in die politische Entwicklung und das Verhalten des Mehrheitsprotestantismus eingeordnet. Christian Resistance!? Protestant Church and National Socialism How did Protestant Christians express their opposition against the regime in the times of National Socialism? This book presents concrete examples of acts of resistance reaching from a partial discontent to total rejection and participation in the attempted coup. Alongside known persons like Dietrich Bonhoeffer, Martin Niemöller, or Elisabeth Schmitz, the focus is also put on groups of Christian resistance that have been barely noticed so far as for example the religious socialists, the Christian members of the National Committee for a Free Germany, or the conscientious objectors. The actions of the few dissidents are seen before the background of the political development and the behavior of the Protestant majority.
Inhalt
INHALT Zur Einfuhrung 13 A. Protestanten in der Weimarer Republik 18 1. Die Protestanten und die Republik 20 2. Die evangelische Kirche in der Weimarer Republik 22 3. NSDAP und Christentum 22 4. Antisemitismus in der Weimarer Republik 23 5. Die Protestanten und die Judenfrage 25 6. Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus 26 7. Evangelische Pfarrer und Theologen im Abwehrverein 27 8. Emil Felden 29 9. Otto Baumgarten 30 10. Eduard Lamparter 31 11. Die Liberalen 32 12. Die Religiosen Sozialisten 33 13. Dialektische Theologie 35 14. Luther-Renaissance 36 15. Neues kirchliches Selbstbewusstsein 36 16. Vaterlandische Kundgebung 37 17. Protestantismus und Nationalsozialismus nach 1930 38 18. Rosenbergs »Mythus« 39 19. Volkstumstheologie 40 20. Evangelische Befurworter des Nationalsozialismus 42 21. Weltanschauliche Auseinandersetzung 42 22. Walter Kunneth 43 23. Christliche Welt 44 24. Der Fall Dehn 44 25. Die Deutschen Christen 45 26. »Die Kirche und das dritte Reich« 46 27. Gertrud Herrmann 46 28. Die Kritik Paul Tillichs 48 29. Die Kritik des Lutheraners Hermann Sasse 48 30. Die Warnungen Karl-Heinz Beckers 49 31. Altonaer Bekenntnis 50 32. Uber den Parteien 51 B. 1933/34: Gleichschaltung Euphorie und Ernuchterung Einspruch 52 I. Gleichschaltung 53 II. Euphorie und Ernuchterung 57 1. Ein scheinbar christlicher Staat 58 2. Glaubensbewegung Deutsche Christen 60 3. Propaganda-Wahlkampf fur die Deutschen Christen durch die NSDAP 61 4. Verweigerte Solidaritat 63 5. Braune Synode und Arierparagraph 64 6. Der Sportpalastskandal 65 7. Reichsbischofsdiktatur und Bekennende Kirche 66 III. Einspruch 68 1. Verfolgung der Religiosen Sozialisten 69 2. Verfolgung und Duldung: Liberale Theologen 71 3. Die Jungreformatorische Bewegung 73 4. Oppositionelle Alternative bei der Kirchenwahl 1933 74 5. Die Zeitschrift »Junge Kirche« 77 6. Karl Barth und die Anfange einer kirchlichen Opposition 79 7. Niemoller grundet den Pfarrernotbund 81 8. Dietrich Bonhoeffer: Kirchliche Solidaritat mit den Opfern 84 9. Formen unangepassten Verhaltens 84 10. »Flusterwitze«: Aus »Reibi« wird »Bleibi« 85 11. Der Ulmer Bekenntnisgottesdienst 87 12. Die Barmer Reichsbekenntnissynode und ihre Theologische Erklarung 88 13. Die zweite Reichsbekenntnissynode 90 14. Die Arretierung der Landesbischofe Meiser und Wurm 90 15. Okumene: Zwischen Einmischung und Kooperation 91 C. 1935 bis 1939: Konsolidierung Zwischen Zufriedenheit und Desillusionierung Protest 95 I. Konsolidierung 95 II. Zwischen Zufriedenheit und Desillusionierung 99 1. Mehrheitsverhaltnisse in der evangelischen Kirche 100 2. Die Saarabstimmung 102 3. Staatliche Finanzaufsicht uber die Kirche 102 4. Die Zwangsintegration evangelischer Frauenverbande 103 5. Das Reichsministerium fur die kirchlichen Angelegenheiten 104 6. Nurnberger Gesetze 105 7. Handlanger der NS-Rassenpolitik: Ariernachweise 105 8. Mitarbeit in den Kirchenausschussen 107 9. Propaganda-Feldzug Entkonfessionalisierung 108 10. Nazifizierung der Theologischen Fakultaten: das Beispiel Jena 109 11. Der Wittenberger Bund 110 12. Der Anschluss Osterreichs 111 13. Treueeid auf Hitler 112 14. Novemberpogrom 1938 113 15. Godesberger Erklarung 114 16. Das Institut zur Erforschung und Beseitigung des judischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben 115 III. Protest 117 1. Protest gegen die Finanzabteilungen 117 2. Furbitte fur verfolgte Bekenntnischristen 118 3. Die Denkschrift von Marga Meusel 119 4. Nein zu den staatlichen Kirchenausschussen 121 5. Verstoße gegen die Beflaggungsvorschriften 122 6. Kritik am Winterhilfswerk 123 7. Verweigerung bei der Reichstagswahl 1936 123 8. Evangelische Frauenhilfe und NS-Frauenschaft 124 9. Denkschrift der Vorlaufigen Kirchenleitung 125 10. Eine mutige Denkschrift 127 11. Illegale Theologenausbildung 129 12. Widerstand gegen die Kirchenwahl 1937 130 13. Offentliche Bekanntgabe von Kirchenaustritten 132 14. Bekenntnisschule contra Gemeinschaftsschule 133 15. Kampf um den Religionsunterricht 134 16. Verstoße gegen den Kollektenerlass 135 17. Der Fall Niemoller 135 18. Widerspruch gegen Alfred Rosenberg 136 19. Verweigerung des Pfarrereides auf Hitler 137 20. Verweigerung: Reichstagswahl und Volksabstimmung 139 21. Buro Pfarrer Gruber 140 22. Kirche und Welt 142 23. Predigten gegen das Novemberpogrom 144 24. Gebetsliturgie der Zweiten Vorlaufigen Kirchenleitung 146 25. Verweigerung im Alltag 147 26. Gegen die Umwandlung konfessioneller Kindergarten 147 D. 1939 bis 1942: Aggression Einwilligung Widerspruch 149 I. Aggression 149 II. Einwilligung 155 1. Die evangelische Kirche und der 1. September 1939 156 2. Heimkehr ins Reich 157 3. Die Beschlagnahmung von diakonischen Einrichtungen 159 4. Die Auflosung kirchlicher Schulen 160 5. Die Kirchen und die eroberten Gebiete des Reiches 161 6. Evangelische Wehrmachtsseelsorge 164 7. Der Geistliche Vertrauensrat 165 8. Die Stunde der Vikarinnen? 167 9. Evangelische Kirche und Zwangsarbeit 167 III. Widerspruch 170 1. Protest gegen Auflosung kirchlicher Kindergarten 171 2. Protest gegen die Einstellung der Gemeindeblatter 172 3. Stimmen gegen die Euthanasie-Verbrechen 173 4. Protest gegen die Entrechtung der Kirchen 175 5. Eintreten fur Homosexuelle in Lobetal 176 6. Protest gegen den Judenstern 177 7. Kriegsdienstverweigerung 180 8. Evangelische Kriegsdienstverweigerer 182 9. Proteste gegen die Deportationen 184 E. 1943 bis 1945: Radikalisierung Verstummen Subversion 187 I. Radikalisierung 188 II. Verstummen 192 1. Der NS-Staat und die Kirchen 193 2. Das Reichskirchenministerium 194 3. Geistlicher Vertrauensrat und Kirchenkanzlei 195 4. Bekennende Kirche und Lutherrat 197 5. Das kirchliche Einigungswerk 199 6. Landeskirchen 200 7. Kirchliches Leben 202 8. Zerstorungen 204 9. Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der Kirche 205 10. Das Ende der ostlichen Kirchenprovinzen 205 III. Subversion 207 1. Mit Flugblattern gegen den Krieg 208 2. Das Attentat vom 20. Juli 1944 210 3. Zivile Widerstandsgruppen 212 4. Bedeutung des christlichen Glaubens 215 5. Widerspruch kirchlicher Gruppen 216 6. »Im scharfsten Widerspruch zu dem Wort Gottes« 218 7. Kurt Gersteins Bericht uber das Massenmorden 218 8. Zeugnisse zivilen Mutes Solidaritat mit verfolgten Juden 220 9. Verschworung und aktiver Widerstand 223 10. Weltanschauliche Dissidenz 227 11. Nationalkomitee Freies Deutschland 229 F. Die Rezeption des christlichen Widerstands nach 1945 231 1. Erste Phase: Martyrisierung 232…