

Beschreibung
Ausgehend von einer Trauerfeier für sogenannte »Sternenkinder« wird der anthropologische Entwurf Helmuth Plessners als Grundlage eines relationalen Personalitätskonzepts interpretiert. Ergänzt wird diese Perspektive durch die Konzeptionen Hartmut Rosas und Tho...Ausgehend von einer Trauerfeier für sogenannte »Sternenkinder« wird der anthropologische Entwurf Helmuth Plessners als Grundlage eines relationalen Personalitätskonzepts interpretiert. Ergänzt wird diese Perspektive durch die Konzeptionen Hartmut Rosas und Thomas Fuchs', die die menschliche Leiblichkeit zu einem zentralen Phänomen des Personseins und des humanen Weltumgangs erheben. In theologischer Perspektive wird der Umgang mit dem Tod anhand der Ansätze Tillichs, Jüngels, Pannenbergs und Ebelings beleuchtet, bevor anhand der hermeneutischen Einsichten Hans Blumenbergs und Vladimir Jankélévitchs die metaphorische Sprache als ein wesentlicher Faktor im Umgang mit der Bewältigung der Todesproblematik ausgewiesen wird. Erweitert werden diese Perspektiven durch eine ritualtheoretische Reflexion. [Name and Memory: Anthropological and Theological Perspectives on Personality and Death] Starting with a funeral service for so-called »angel babies« (Sternenkinder) this study uses Helmuth Plessner's anthropological concept as the interpretative category for a relational concept of personality. This perspective is supplemented by the intellectual concepts of Hartmut Rosa and Thomas Fuchs who both elevate human corporeality to a central interpretative phenomenon of being a person and dealing with the human world. From a theological perspective, coming to terms with the phenomenon of death is examined based on the approaches of Paul Tillich, Eberhardt Jüngel, Wolfhart Pannenberg, and Gerhard Ebeling. Following a close reading of the respective concepts it emerges in discussion with the hermeneutical concepts of Hans Blumenberg and Vladimir Jankélévitch that metaphorical language represents an essential factor in dealing with the problem of death. This perspective is broadened by a reflection anchored in ritual theory.
Autorentext
Anna Elisabeth Scholz, Dr. theol., Jahrgang 1982, wurde in Kassel zur Erzieherin ausgebildet und studierte danach Evangelische Theologie in Berlin und Marburg. Sie war Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hans-von-Soden-Institut Marburg und ist Pfarrerin im Kirchenkreis Marburg. Anna Scholz ist Mitglied der Schleiermacher-Gesellschaft und Vorstandsmitglied der Jägervereinigung Marburg.
Zusammenfassung
Ausgehend von einer Trauerfeier für sogenannte "Sternenkinder" wird der anthropologische Entwurf Helmuth Plessners als Grundlage eines relationalen Personalitätskonzepts interpretiert. Ergänzt wird diese Perspektive durch die Konzeptionen Hartmut Rosas und Thomas Fuchs', die die menschliche Leiblichkeit zu einem zentralen Phänomen des Personseins und des humanen Weltumgangs erheben. In theologischer Perspektive wird der Umgang mit dem Tod anhand der Ansätze Tillichs, Jüngels, Pannenbergs und Ebelings beleuchtet, bevor anhand der hermeneutischen Einsichten Hans Blumenbergs und Vladimir Jankélévitchs die metaphorische Sprache als ein wesentlicher Faktor im Umgang mit der Bewältigung der Todesproblematik ausgewiesen wird. Erweitert werden diese Perspektiven durch eine ritualtheoretische Reflexion.[Name and Memory: Anthropological and Theological Perspectives on Personality and Death]Starting with a funeral service for so-called "angel babies" (Sternenkinder) this study uses Helmuth Plessner's anthropological concept as the interpretative category for a relational concept of personality. This perspective is supplemented by the intellectual concepts of Hartmut Rosa and Thomas Fuchs who both elevate human corporeality to a central interpretative phenomenon of being a person and dealing with the human world. From a theological perspective, coming to terms with the phenomenon of death is examined based on the approaches of Paul Tillich, Eberhardt Jüngel, Wolfhart Pannenberg, and Gerhard Ebeling. Following a close reading of the respective concepts it emerges in discussion with the hermeneutical concepts of Hans Blumenberg and Vladimir Jankélévitch that metaphorical language represents an essential factor in dealing with the problem of death. This perspective is broadened by a reflection anchored in ritual theory.
Inhalt
INHALT I Einleitung 13 1. Perinataler Tod und Personalitat: Problemstellung 13 2. Personalitat und Tod: Problemgeschichtliche Tendenzen 16 2.1 Personalitat 16 2.2 Tod 25 3. Konzeption der Arbeit 37 II Helmuth Plessners Anthropologie zwischen Naturphilosophie und Lebenshermeneutik 41 1. Philosophische Anthropologie am Beginn des 20. Jahrhunderts 41 2. Die Stufen des Organischen und der Mensch 49 2.1 Doppelaspektivitat statt Dualismus: Plessners Kritik an Descartes 51 2.2 Die menschliche Lebensform als exzentrische Positionalitat 59 2.3 Die Mitwelt als Lebenssphare des Menschen 61 2.4 Die anthropologischen Grundgesetze 65 2.5 Personalitat als Sozialitat: Die Mitwelt als Ort personaler Relation 70 3. Die Deutung des Todes in Plessners Entwurf 72 3.1 Zeit, Tod, Ewigkeit 74 3.2 Heideggers »Sein zum Tode« und Plessners Kritik 80 3.3 Plessners Todesdeutung als Brucke zur Theologie 85 III Der Tod in der Theologie der Nachkriegszeit 91 1. Motivlagen und Stoßrichtungen 92 2. Paul Tillich: Der Mut zum Sein im Zeitalter der Angst 99 3. Wolfhart Pannenberg: Der gottoffene Mensch auf dem Weg zur Vollendung 117 4. Eberhard Jungel: Versammlung, Verewigung, Offenbarung 128 5. Gerhard Ebeling: Versohnung durch den Tod des Todes 136 6. Menschsein zwischen Endlichkeit und Ewigkeit 147 IV Anthropologische Perspektiven auf Personalitat und Tod in der Gegenwart: Leib, Raum, Resonanz, Sprache 163 1. Anthropologie, Medizin und Phanomenologie: Thomas Fuchs 166 1.1 Phanomenologie als antireduktionistische Methode 167 1.2 Der Leib als Zentrum der Person: Die Reformulierung des Doppelaspekts 177 1.3 Die Raumanalyse: Richtungsraum, Stimmungsraum, personaler Raum 191 1.4 Fazit: Personalitat als Leib im Raum 208 2. Soziologie und Philosophie: Hartmut Rosa, Vladimir Jankelevitch, Hans Blumenberg 212 2.1 Rosa: Resonanz, Unverfugbarkeit und das Problem des Todes 214 2.2 Jankelevitch: Das Wissen des Nichtwissens und der unerzahlbare Augenblick 234 2.3 Blumenberg: Metapher und Unbegriffliches 239 2.4 Resumee und Ubergang: Das Leben, der Tod und die Sprache des Trostes 254 V Theologische Perspektiven der Gegenwart 267 1. Der Deutungshorizont religiosen Erlebens: Ulrich Barth 267 2. Religion und Bildtheorie: Malte Dominik Kruger 273 VI Fazit 279 1. Metaphern und Symbole im Umgang mit dem Tod 279 1.1 Ewigkeit als Zeitmetapher 280 1.2 Jenseits als Raummetapher 284 2. Der Name als Trost die tote Person in der Zeit 288 3. Bilder und Monumente als Zeichen der Erinnerung die tote Person im Raum 290 4. Schluss: Trauerrituale als Ausdruck symbolischer Verkorperung der Person in Raum und Zeit 293 Literatur 303
