

Beschreibung
Über Chancen und Barrieren in der Inklusion wird viel gesprochen. Aber wie nehmen psychisch erkrankte Menschen ihre individuelle Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung, Beziehungen und im Gemeinschaftsleben wahr? Die innovative Perspektive dieser Forschungsarbei...Über Chancen und Barrieren in der Inklusion wird viel gesprochen. Aber wie nehmen psychisch erkrankte Menschen ihre individuelle Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung, Beziehungen und im Gemeinschaftsleben wahr? Die innovative Perspektive dieser Forschungsarbeit zeigt, was das Erleben von Teilhabe für Ausgrenzungsrisiken und Inklusionsaufgaben bedeutet. Psychisch erkrankte Menschen, die psychosoziale Angebote nutzen, wurden in diesem Forschungsprojekt zu ihrem Erleben von Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung, Beziehungen und Gemeinschaftsleben befragt. Die Autorin gelangt in ihrer Analyse zu aufschlussreichen Einschätzungen über das sozialpsychiatrische Versorgungssystem und entwickelt konkrete Aufgabenstellungen und Perspektiven für eine verbesserte Inklusion.
Autorentext
Yvonne Kahl ist klinisch-therapeutische Sozialarbeiterin (M. A.) und hat mit der vorliegenden Arbeit an der Universität Siegen im Fach Erziehungswissenschaft promoviert. Sie arbeitete mehrere Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Katholischen Hochschule NRW und war seit 2014 im Sozialpsychiatrischen Zentrum Köln-Lindenthal für die Förderung inklusiver Strukturen im Gemeinwesen zuständig. Im März 2016 hat sie eine Tätigkeit beim Landschaftsverband Rheinland aufgenommen, wo sie im Fachbereich »Planung, Qualitäts- und Innovationsmanagement « die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung im LVR-Klinikverbund unterstützt.
Inhalt
1 Einführung 9 Teil I: Theoretischer Hintergrund zum Thema Inklusion und Teilhabe psychisch erkrankter Menschen 2 Die UN-Behindertenrechtskonvention 14 2.1 Rahmenbedingungen und Verfahren der UN-BRK 15 2.2 Inhalte der UN-BRK: Die Rolle von Politik und fachlicher Unterstützung bei der Umsetzung der Rechte von Menschen mit psychischen Erkrankungen 18 3 Inklusion und Exklusion Chancen der Teilhabe in der kapitalistischen Gesellschaft 25 3.1 Begriffsdefinition: Inklusion und Teilhabe 27 3.1.1 Zum Begriff Inklusion 27 3.1.2 Zum Begriff Teilhabe 33 3.2 Konsequenzen des sozialen Wandels der Moderne für Teilhabemöglichkeiten des Einzelnen 38 3.2.1 Individualisierung im Kapitalismus: Ursprünge und Folgen 39 3.2.2 Die Überflüssigen Exklusion innerhalb der Gesellschaft 46 3.2.3 Zonen der Integration der Castel'sche Blick 49 Exkurs: Zur Nutzbarkeit der Systemtheorie für die Beschreibung von Inklusion psychisch erkrankter Menschen 56 3.3 Zusammenfassung: Herausforderungen der Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen 58 4 Psychische Erkrankungen im gesellschaftlichen Kontext 62 4.1 Epidemiologie: Psychische Erkrankungen in Deutschland 63 4.2 Behinderung als Ergebnis der Interaktion von Mensch und Umwelt 66 4.2.1 Psychische Erkrankungen aus medizinischer Perspektive 67 4.2.2 Die ICF und der Prozess der Funktionsfähigkeit und Behinderung 71 4.2.3 Zum Behinderungsverständnis der Disability Studies 77 4.3 Zusammenfassung: Mögliche Zusammenhänge zwischen Behinderungsverständnis und Epidemiologie psychischer Erkrankungen 85 5 Das Für und Wider der Sozialpsychiatrie im Kontext von Inklusion und Teilhabe 89 5.1 Die Regelungen zur Rehabilitation als Grundlage sozialpsychiatrischen Handelns 90 5.1.1 Rehabilitation im SGB IX 92 5.1.2 Rehabilitation in der UN-Behindertenrechtskonvention 96 5.1.3 Die Rolle des SGB IX und des Artikels 26 der UN-BRK bei der Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen 97 5.2 Das sozialpsychiatrische Hilfesystem 101 5.2.1 Ein kurzer Blick auf die Psychiatrie-Enquete 102 5.2.2 Begriffsverständnis, Ziele und Leitlinien der Sozialpsychiatrie 103 5.2.3 Inklusion als Ökonomisierung eine andere Perspektive auf die Sozialpsychiatrie 106 5.2.4 Gemeindepsychiatrie vs. Psychiatriegemeinde Zur Kritik an der ambulanten Versorgung psychisch Kranker 109 5.3 Zusammenfassung: Möglichkeiten und Grenzen der Sozialpsychiatrie bei der Stärkung von Inklusion und Teilhabe 113 Teil II: Eine empirische Untersuchung zum Inklusions- und Teilhabeerleben von Menschen mit psychischen Erkrankungen 6 Forschungsbedarfe zum Thema Inklusion und Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen 118 7 Zielsetzungen und Fragestellungen 124 8 Zielgruppe der Untersuchung 127 8.1 Kriterien zur Studienteilnahme 127 8.2 Zugang zu den Studienteilnehmern 129 9 Untersuchungsanlage und methodisches Vorgehen 131 9.1 Datenschutz 131 9.2 Forschungsdesign 131 9.3 Datenerhebung und -aufbereitung des Projektes 132 9.3.1 Qualitative Untersuchung 132 9.3.2 Quantitative Untersuchung 134 9.3.2.1 Zur Struktur des Fragebogens 135 9.3.2.2 Zur Durchführung der Fragebogenerhebung 136 9.4 Datenauswertung 137 9.4.1 Qualitative Untersuchung 137 9.4.2 Quantitative Untersuchung 139 10 Einschränkungen der Studie 141 11 Empirische Untersuchung I: Qualitative Studie 144 11.1 Zusammensetzung der Stichprobe 144 11.2 Darstellung und Diskussion der Ergebnisse 145 11.2.1 Lebensbereich Arbeit und Beschäftigung 146 11.2.1.1 Bedeutung des Bereichs Arbeit und Beschäftigung 146 11.2.1.2 Erfahrungen: Beeinträchtigungen und Belastungen im Bereich Arbeit und Beschäftigung 147 11.2.1.3 Erfahrungen: Chancen und Entlastungen im Bereich Arbeit und Beschäftigung 150 11.2.1.4 Diskussion der Ergebnisse: Lebensbereich Arbeit und Beschäftigung 152 11.2.2 Lebensbereich interpersonelle Interaktionen und Beziehungen 158 11.2.2.1 Bedeutung des Bereichs interpersonelle Interaktionen und Beziehungen 158 11.2.2.2 Erfahrungen: Beeinträchtigungen und Belastungen im Bereich interpersonelle Interaktionen und Beziehungen 159 11.2.2.3 Erfahrungen: Chancen und Entlastungen im Bereich interpersonelle Interaktionen und Beziehungen 163 11.2.2.4 Diskussion der Ergebnisse: Lebensbereich interpersonelle Interaktionen und Beziehungen 166 11.2.3 Lebensbereich Gemeinschaftsleben 173 11.2.3.1 Bedeutung des Bereichs Gemeinschaftsleben 173 11.2.3.2 Erfahrungen: Beeinträchtigungen und Belastungen im Bereich Gemeinschaftsleben 173 11.2.3.3 Erfahrungen: Chancen und Entlastungen im Bereich Gemeinschaftsleben 177 11.2.3.4 Diskussion der Ergebnisse: Lebensbereich Gemeinschaftsleben 179 11.3 Zusammenfassung: Teilhabechancen und -barrieren im Leben von psychisch erkrankten Menschen 186 12 Empirische Untersuchung II: Quantitative Studie 192 12.1 Zusammensetzung der Stichprobe 192 12.2 Darstellung und Diskussion der Ergebnisse 194 12.2.1 Ergebnisdarstellung: Subjektive Einschätzung der Teilhabesituation 195 12.2.2 Ergebnisdarstellung: Veränderungswünsche bezüglich der eigenen Teilhabesituation 204 12.2.3 Diskussion der Ergebnisse: Lebensbereich Freizeitgestaltung und soziale Kontakte 208 12.2.3.1 Inwiefern unterstützen Angebote der Psychiatrie bei der Teilhabe an Freizeitaktivitäten? 210 12.2.3.2 Inwiefern ist eine selbstständige Teilhabe an Freizeitaktivitäten möglich? 212 12.2.3.3 Inwiefern ist eine zufriedenstellende Teilhabe an Freizeitaktivitäten gegeben? 215 12.2.3.4 Inwiefern bestehen gleichberechtigte Chancen auf Teilhabe an Freizeitaktivitäten? 218 12.2.3.5 Inwiefern beeinträchtigt die eingeschränkte Funktionsfähigkeit die Teilhabe an Freizeitaktivitäten? 220 12.2.3.6 Inwiefern ist eine zufriedenstellende Teilhabe im Bereich interpersonelle Interaktionen und soziale Beziehungen gegeben? 223 12.2.3.7 Inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen der Teilhabe im Bereich interpersonelle Interaktionen und soziale Beziehungen und der Teilhabe an Freizeitaktivitäten? 225 12.3 Zusammenfassung: Hinderungs- und Förderfaktoren zur Teilhabe an Freizeitaktivitäten und sozialen Beziehungen 227 13 Fazit: Zukünftige Perspektiven für die Sozialpsychiatrie im Kontext der Zielsetzung Inklusion 231 13.1 Die Bedeutung der UN-BRK für die Lebenslagen psychisch Erkrankter 231 13.2 Auswirkungen der Individualisierung auf Teilhabechancen 238 13.3 Schlussbemerkungen: Chancen der Inklusionsdebatte 40 Jahre nach der Psychiatrie-Enquete 240 Literaturverzeichnis 244 Tabellenverzeichnis 256 Abbildungsverzeichnis 257
