

Beschreibung
Postkoloniale, feministische und partizipative Perspektiven inspirieren Forschungs-, Lehr- und Lernpraktiken, die sich kritisch mit Machtverhältnissen und Exklusionsmechanismen auseinandersetzen, einsozialisierte Rollen und Positionalitäten hinterfragen und d...Postkoloniale, feministische und partizipative Perspektiven inspirieren Forschungs-, Lehr- und Lernpraktiken, die sich kritisch mit Machtverhältnissen und Exklusionsmechanismen auseinandersetzen, einsozialisierte Rollen und Positionalitäten hinterfragen und die Verantwortungsübernahme von Akteur*innen der akademischen Wissensproduktion einfordern.
Diese Potentiale speziell für Hochschullehrende und Lehrinteressierte aufgreifend rückt der Sammelband akademische Lehre ins Zentrum postkolonialer, feministischer und partizipativer Betrachtungen. Er bietet fundierte Reflektionen darüber, was eine so inspirierte Hochschullehre ausmacht, wie sie sich im Wissenschaftsalltag verwirklichen lässt und welche Herausforderungen bzw. Chancen sich daraus für Lehrende und Studierende ergeben.
Das breite Erfahrungsspektrum der Autor*innen ermöglicht vielfältige konzeptionelle und praxisnahe Einblicke in postkolonial, feministisch und partizipativ inspirierte Hochschullehre, die im Kontext verschiedener institutioneller, fachlicher und regionaler Einbettungen diskutiert wird. Der Sammelband ist damit von hoher Relevanz für angehende und erfahrene Hochschullehrende, die Impulse für ihre Lehrpraxis suchen.
Autorentext
Dipl.-Wirtsch.Geogr. Cornelia Bading forscht im Fachbereich Geographie an der Mathematisch-Geographischen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Ihre Schwerpunkte sind Gesundheitsgeographie und Pragmatismus, Grounded Theory und qualitative Methoden sowie die Auseinandersetzung mit Möglichkeiten einer partizipativeren Gestaltung akademischer Wissensproduktion in Forschung und Lehre.
Dr. phil. Petra Panenka ist Sozial-/Kulturanthropologin und Bildungswissenschaftlerin im Fachbereich Sozial-/Kulturwissenschaften an der Hochschule Fulda. Sie forscht zu soziokulturellem Wandel, Mensch-Umwelt-Beziehungen und Skilled Practice sowie zu Scholarship of Learning an Teaching und Anthropologie der Bildung mit Fokus auf dekolonial und partizipativ orientiertem Lehren und Lernen. In der qualitativen Sozialforschung bilden Ethnographie und Grounded Theory ihre Schwerpunkte.
Klappentext
Der Sammelband ist ein Lehrbuch für Dozentinnen, die sich mit postkolonialen, feministischen und/oder partizipativen Ansätzen in der Lehre beschäftigen oder vorhaben, dies zu tun. Das Buch ist dabei v.a. für Lehrende aus Kultur- und Sozialwissenschaften interessant, insbesondere jedoch für diejenigen der Humangeographie, Soziologie und Ethnologie. Die Beiträge geben Impulse für die Gestaltung einer von postkolonialen, feministischen und/oder partizipativen Ansätzen inspirierten akademischen Lehre sowohl an Universitäten als auch an Hochschulen. Auch für außeruniversitäre Berufsgruppen, beispielsweise Fachkräfte in der Entwicklungszusammenarbeit, bietet es Anregungen. Dies ist dann der Fall, wenn Projekte oder -komponenten umgesetzt werden, bei denen als Förder- und Erfolgskriterien Inklusion, Gleichstellung oder Teilhabe marginalisierter Gruppen beachtet werden müssen.
Postkoloniale, feministische und partizipative Ansätze sind längst fester Bestandteil der Humangeographie, Soziologie, Ethnologie sowie weiterer Kultur- und Sozialwissenschaften. In den letzten Dekaden prägten sie damit nicht nur inhaltliche Fachdebatten. Durch sie änderte sich der Blick auf Forschung selbst: Sie stehen für eine kritische Auseinandersetzung mit der akademischen Wissensproduktion sowie für ein Hinterfragen von Rollen und Positionalitäten der Forscherinnen im Besonderen. Indem sie aufzeigen, dass Wissen situiert und stets Resultat bestehender Machtverhältnisse ist, befeuerten sie zudem Debatten über u.a. die Verantwortung von Wissenschaft und Wissenschaftler*innen (z.B. Jazeel/McFarlane 2010), die Ausgestaltung von Projekten des Globalen Nordens in und mit dem Globalen Süden (z.B. Husseini de Araújo/Kersting 2012) sowie über die (Un-)Möglichkeiten einer stärkeren Teilhabe von marginalisierten Gruppen an der akademischen Wissensproduktion (z. B. Nind 2011).
Der Sammelband zielt auf einen Austausch über die Bedeutung von postkolonialen, feministischen und partizipativen Perspektiven für die Universität als Ort der Lehre und die Gestaltung der Lehrpraxis. Wissenschaftlerinnen verschiedener Disziplinen (u.a. Geographie, Soziologie, Ethnologie, Literatur-, Kultur-, Gesundheitswissenschaften) sind eingeladen, dazu Beiträge mit theoretisch-konzeptionellen, method(olog)ischen Fokussen einzureichen und/oder einschlägige Lehrerfahrungen zu diskutieren. Auch gemeinsame Reflexionen von Dozierenden und Studierenden über Lehrprojekte, die dezidiert postkoloniale, feministische und/oder partizipative Perspektiven erschließen, sind willkommen. Beispiele aus gelungener Lehrpraxis sind hierfür ebenso wertvoll wie Reflexionen zu gescheiterten Veranstaltungen. Der Sammelband versteht sich daher auch als Impulsgeber für Dozierende, die postkoloniale, feministische und partizipative Ansätze stärker in ihre Zusammenarbeit mit Studierenden einbinden möchten.
*Die Herausgeberinnen**Cornelia Bading , Promovendin in Wirtschaftsgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, forscht zu Gesundheitsgeographie, Qualitative Methoden (insb. Grounded Theory) und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Geographie.
Petra Panenka , Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Fulda und Promovendin in Bildungswissenschaften und Humangeographie sowie Sozialpsychologie. Sie forscht zu Soziokulturellem Wandel, Praxistheorien und Anthropologie der Bildung sowie qualitativer Sozialforschung.
Inhalt