

Beschreibung
»Kühn ist das Mühn / herrlich der Lohn...« so schrieb 1808 der alte Goethe über amouröse Abenteuer. Im Jahre 2017 sieht der Single-Markt in Deutschland anders aus: »Hölle-Hölle-Hölle« (W. Petry), aber auch eine Spur Inferno. In Stefan Wimmers drittem Buch dre...»Kühn ist das Mühn / herrlich der Lohn...« so schrieb 1808 der alte Goethe über amouröse Abenteuer. Im Jahre 2017 sieht der Single-Markt in Deutschland anders aus: »Hölle-Hölle-Hölle« (W. Petry), aber auch eine Spur Inferno.
In Stefan Wimmers drittem Buch dreht sich mal wieder alles um die Tücken und Fallstricke bei der Partnerwahl und um den zunehmenden geistigen Zerfall einer ganzen Gesellschaft.
Der Hexenmeister der Gender-Komödie ist wieder da! Nach »Der König von Mexiko« und den »120 Tagen von Tulúm«....
Alle von Wimmers Werken signiert und super-schnell erhältlich über: auslieferung@blond-verlag.de
Autorentext
Stefan Wimmer ist ein Münchner Schriftsteller und Journalist. Seine Bücher »Die 120 Tage von Tulúm«, »Der König von Mexiko«, »Das große Bilderbuch der Vulkanvaginas« und »Die 12 Leidensstationen nach Pasing« sind inzwischen Klassiker der Comedy. 2010 erhielt Wimmer den Deutschen Radiopreis. Wimmers Werke schnell und signiert (!) bestellen: auslieferung@blond-verlag.de
Klappentext
'Kühn ist das Mühn / herrlich der Lohn...' - so schrieb 1808 der alte Goethe über amouröse Abenteuer. Im Jahre 2017 sieht der Single-Markt in Deutschland anders aus: 'Hölle-Hölle-Hölle' (W. Petry), aber auch eine Spur Inferno.
In Stefan Wimmers drittem Buch dreht sich mal wieder alles um die Tücken und Fallstricke bei der Partnerwahl - und um den zunehmenden geistigen Zerfall einer ganzen Gesellschaft.
Der Hexenmeister der Gender-Komödie ist wieder da! Nach 'Der König von Mexiko' und den '120 Tagen von Tulúm'....
Alle von Wimmers Werken signiert und super-schnell erhältlich über: auslieferung@blond-verlag.de
Leseprobe
Don Diego und seine Vasallen
2013 war das Jahr, in dem ich beim Heinzel-Verlag arbeitete, einem Yellow-Press-Magnaten in München Hasenbergl. Ich war dort tätig bei einem Männer-Magazin namens »Don Diego«, das ursprünglich einmal seinen Sitz im noblen Altschwabing gehabt hatte, in der Ära des Sparzwangs jedoch inzwischen in ein randseitiges Hochhaus-Ghetto verlegt worden war, das nur über ein Röhrensystem namens U-Bahn erreicht werden konnte. Die Fahrten in dieses Hochhaus-Ghetto waren an sich schon ein kleines Abenteuer: Öfters hatte ich erlebt, wie in der U-Bahn Gläubige nach Mekka beteten. Ich hatte erlebt, wie Mongolen-Familien über mehrere Sitzreihen hinweg meterlange Dämmfolien aufploppen ließen, um sich an den Geräuschen zu erfreuen, ich hatte erlebt, wie türkische Gangs mit Baseballschlägern an den Sitzen entlangschredderten, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Kurz und gut: Ich hatte Szenarien gesehen, wie man sie sonst nur aus ganz harten US-Thrillern kannte wenn gezeigt werden sollte, dass der Film in einer Gegend spielte, in der jede Hoffnung verloren war und es nur noch ums nackte Überleben ging. Und so ähnlich war es denn auch: Ich hatte keinerlei Jobperspektive und musste aus Geldmangel bei der Stange bleiben.
Schon acht Jahre zuvor war ich mal in einem ähnlichen Job bei der Komet Media Group angestellt gewesen, dem direkten Konkurrenz-Unternehmen des Heinzel-Verlags, und seit damals hatte sich viel geändert: Mein alter Chef liebte knallenge Boss-Anzüge und rief mehrmals am Tag »Supi!« und »Mega!«, wenn er einen Promi fürs Heft gewonnen hatte, mein neuer Chef hatte einen Hang zur österreichischen Melancholie und jammerte immer nur: »I konn diesen Job ned ausstääh', i hob des alles satt jede Minuten, die i in diesem Guantanamo zubring', macht mi ferdig!« Mein alter Chef hetzte immer mit Tschakka-Armbewegungen durch den Gang, sprang und jubelte, wenn ihm eine Vision durch den Kopf schoss, mein neuer schleppte sich gorilla-artig durch den Flur, mit hängender Jeans, die er des öfteren mit der Faust aus seiner Arschfalte hochhieven musste. Bei meinem alten Chef konnte ich um 18 Uhr Feierabend machen, beim neuen musste ich so lange Überstunden schieben, dass mir vor Stress die Fingernägel zerkrümelten. Es war also Ansichtssache, ob die Zeiten früher oder heute besser waren.
Eines jedoch war heute eindeutig besser: Bei meinem jetzigen Job saß ich einem Kollegen gegenüber, der ein ziemlich cooler Hund war: Timmi acht Jahre jünger als ich , immer die gleiche Schiebermütze auf dem Eierkopf, immer einen Witz auf den Lippen. Timmi hatte fröhliche Augen, konnte hinklotzen und gut schreiben, außerdem war er schnell und zuverlässig. Das einzige, was ich nicht verstand, war: Aus irgendeinem sonderbaren Grund hatte er eine Fetisch-Beziehung zu Technik-Schnickschnack in Fachkreisen »Gadgets« genannt , den er immer mit modischen Ausdrücken umschrieb: »Okeeey...«, sagte er beispielsweise am Telefon, »ich hab guuute Notizen für Sie! Wir machen jetzt 'n Sommer-Gadgets-Special, acht Seiten, richtig groß, mit vielen heißen Hinguckern und Aufregern! Dafür brauchen wir warme, emotionale Produkte haben Sie da nicht irgendwas...? Aber Vorsicht: keine schwulen Sachen! Was, Apple hat 'nen neuen iSolator? Hahahaha, wie geil ist das denn!«
Außer Timmi arbeiteten in unserer Zeitschrift noch Bertram, der Autoredakteur ein Mann, von dem man nur wusste, dass er eine Scheidung hinter sich hatte, viel Unterhalt zahlen musste und für seine Autotests seitdem kurvige, gefährliche Pass-Straßen bevorzugte am liebsten Pisten im Kosovo und in Mazedonien , und dann war da noch Natty und Babs, die die Foto-Abteilung betreuten, sowie unser unmittelbarer Vorgesetzter Thierry der Stellvertreter des Chefs , ein widriger Langweiler, der in einem kleinen Verschlag am Anfang des Büros saß und unser aller Tun überwachte.
Doch der Grund, warum ich diese Geschichte schreibe, war jemand anderes, jemand sensationell anderes! Voilà, ein Tusch für Lavinia, die Art Directorin, Vorhang auf und Applaus! Denn hier kommt sie auch schon, immer pechschwarz gekleidet, immer supersexy, vom Zehennagel bis zum Bob! Doch während ich schwarze Outfits trug, weil ich mit jedem Tag existentialistischer wurde, kleidete sich Lavinia in diese Roben, weil sie wie eine durchtriebene, perverse Zofe wirken wollte, was ihr auch ganz gut gelang. Lavinia war Süd-Schweizerin und stammte aus irgendeinem lichtlosen Tal in der Nähe von Bellinzona den Namen hatte ich vergessen, wahrscheinlich Val dei Perversi , und genauso verschattet und mysteriös war denn auch ihre ganze Psyche. Sie hatte riesige getuschte Puppen-Augen, einen mit Lipgloss beschichteten Mund und ein Lächeln süß wie Limonade. Dazu trug sie bizarre Manga-Klamotten: hohe Kimono-Schühchen, die mit Leder bezogen waren, Tüllkleider mit langen Schleppen, Strümpfe mit exzentrischen Mustern, Samt-Bustiers, Tangas und Schals, und wenn sie an einem vorbeistelzte wie gerade jetzt , roch es zuerst nach einer riesigen Parfümwolke, und dann nach Mastdarm und Verdammnis. Ich sog den abgründigen Geruch ein, Lavinia rief irgendetwas in Richtung des Chef-Büros, rauschte an uns vorbei, ignorierte Thierry, grüßte Natty, nickte Timmi herablassend zu und hatte für mich nur einen sonderbaren Augenaufschlag übrig ganz klar, denn ich hatte ihr gestern Abend eine Mail geschickt, vordergründig, um sie zu bitten, mir bei einer Reportage zu helfen, in Wirklichkeit jedoch, um sie zu einem Drink einzuladen harrharrharrharr (teuflisches Gelächter) , und dieser sonderbare Augenaufschlag ließ hoffen, dass mein Plan aufging.
Timmi hielt in der Arbeit inne und sah Lavinia nach. Vor meiner Zeit beim Heinzel-Verlag hatte er nach einer Firmenparty mal was mit Lavinia gehabt, und das machte ihn umso faszinierender.
»Schon n' verrücktes Huhn, diese Lavinia!«, sagte Timmi und schüttelte den Kopf. »War echt 'n heißes Ding, aber mir einfach zu gefährlich, einfach zu riskant!«
»So?«, murmelte ich leise. »Mich würde das nicht abschrecken...«
Timmi lachte knapp auf, so als hätte ich nicht die allergeringste Ahnung, wovon ich sprach.
»Hast du nicht mal erzählt, dass man mit Lavinia alles machen kann?«, fragte ich und machte ein betont unbeteiligtes Gesicht.
»Klar!«, nickte Timmi. »Aber wer will das schon! Da kommste ja über k…