

Beschreibung
Umfassendes Wissen und praxisnahe Unterstützung für Familien und Fachkräfte hörbeeinträchtigter Kinder GEMEINSAM AUF DEM WEG bietet Ihnen fundiertes Wissen und wertvolle Einblicke in alle Aspekte kindlicher Hörbeeinträchtigungen von der Diagnose über die techn...Umfassendes Wissen und praxisnahe Unterstützung für Familien und Fachkräfte hörbeeinträchtigter Kinder GEMEINSAM AUF DEM WEG bietet Ihnen fundiertes Wissen und wertvolle Einblicke in alle Aspekte kindlicher Hörbeeinträchtigungen von der Diagnose über die technische Versorgung bis zur Förderung der Hör-, Sprach- und Gesamtentwicklung Ihres Kindes. Es verbindet theoretisches Hintergrundwissen mit praktischen Anregungen für den Alltag, die leicht umsetzbar sind. Farbig hervorgehobene Kapitel geben Ihnen vertiefende Informationen zu zentralen Entwicklungsschritten und relevanten Fachthemen. Der Natürlich Hörgerichtete Ansatz steht im Mittelpunkt der praxisnahen Beispiele. Dieser Ansatz orientiert sich an der Sprachentwicklung hörender Kinder und betrachtet das Kind in seiner gesamten Entwicklung. Zahlreiche konkrete Fallbeispiele zeigen, wie Familien und Fachkräfte erfolgreich zusammenarbeiten können, um die Hör- und Sprachentwicklung im Alltag bestmöglich zu fördern. Das Besondere an diesem Buch ist der Perspektivenwechsel der drei Autorinnen: eine Audiopädagogin, eine Mutter eines gehörlosen Sohnes und eine Musik- und Bewegungspädagogin teilen ihre Expertisen und persönlichen Erfahrungen. Ihre Beiträge sind durch Symbole gekennzeichnet und ermöglichen einen tiefen Einblick in die Herausforderungen und Chancen einer gelungenen Hör- und Sprachförderung. Ein unverzichtbarer Begleiter für alle, die Kinder mit Hörbeeinträchtigungen auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben unterstützen möchten.
Autorentext
Nach ihrem Studium der rhythmisch-musikalischen Erziehung bzw. Musik- und Bewegungspädagogik an den Musikuniversitäten Wien und Salzburg arbeitet sie als Musik- und Bewegungspädagogin in der Frühförderung am Landeszentrum für Hör- und Sehbildung in Salzburg. Nach ihrer Dissertation zum Thema Musikwahrnehmung bei Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit und der Erlangung der Berufsberechtigung für Musiktherapie entwickelte sich ihr Arbeitsfeld in Richtung Hörrehabilitation für und mit allen Altersstufen. Heute ist sie Hochschulprofessorin an der Pädagogischen Hochschule Salzburg und vermittelt ihren Studierenden unter anderem die Bedeutung des aktiven Hörens.
Leseprobe
Wieviel Musik steckt in einem Bilderbuch? Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass viele Kinderlieder von Tieren handeln: Wenn der Elefant in die Disco geht Der Kuckuck und der Esel Alle meine Entchen Wo die großen Elefanten spazieren gehen So tappt der Bär den Berg hinauf Old Mac Donald had a Farm Alle Vöglein sind schon da Zwei kleine Wölfe gehen des Nachts Kommt der Igel zu der Katze Auf einem Baum ein Kuckuck saß Kleinkinderlieder handeln oft von der Natur, vom Wetter, vom Tages- und Jahresverlauf und natürlich von Tieren. Gerade Kleinkinder haben ein relativ konstantes Bedürfnis nach einfacher Welterklärung, nach Vermittlung von körperlichgeistigen Grundfähigkeiten, die für Kinder sehr unterschiedlichen Generationen gleich sind. (...) Sie haben Bedürfnis nach Unterhaltung und Spiel, aber auch nach Trost und heiler Welt', die zunächst einmal mithilft, ein Grundvertrauen bei den Kindern zu schaffen (Abel-Struth 1977, zitiert nach Vahle 1992, S. 162). Bei Liedern für Kinder ist ganz oft auch noch die Bewegung mit dabei. Warum das so ist, haben wir bereits im Kapitel Ideen für die stimmlich-musikalische Begleitung von Bewegung im Alltag besprochen: Das Kind erfasst seine Umwelt mit allen Sinnen. Im Besonderen erfasst es durch die Bewegung auch den Sprachrhythmus deutlicher, z. B. bei Hopp, hopp, hopp Pferdchen lauf Galopp'. Später versteht es dadurch intuitiv, was Silbentrennung bedeutet. Und dies wiederum hilft dem Kind beim Lesen- und Schreibenlernen. Sie merken also nichts, was wir in der Sprachentwicklung über Generationen intuitiv mit den Kindern tun, ist Zufall. Alles hat seine Funktion. Und weil Tiere sich sehr unterschiedlich bewegen und auch sehr unterschiedliche Laute von sich geben, haben wir eine Vielzahl von rhythmisch-melodischen Variationen zur Verfügung, die wir den Kindern dabei spielerisch vermitteln. Nicht nur in Kinderliedern kommen viele Tiere vor. Auch in den ersten Bilderbüchern spielen Tiere neben Fahrzeugen eine große Rolle. Aus der Sicht der Sprachentwicklung sind die Tierlaute besonders interessant. Wenn wir einen Tierlaut nachahmen möchten, so tun wir das häufig mithilfe von Klangwörtern, das heißt, wir krähen nicht IH-I-IH-IIIIHH (oder so ähnlich), sondern sagen Kikeriki. Wussten Sie, dass der englische Hahn aber keineswegs Kikeriki sagt? Und dass, obwohl auch der englische Hahn sein IH-I-IH-IIIIHH früh am Morgen übers Land kräht? Wenn englische Eltern einen Hahn krähen lassen wollen, so sagen sie Cock-a-Doodle-doo und französisch sprechende Menschen sagen Cocorico! Cocorico! In der Türkei wiederum sagen die Leute Ü-Ü-RÜ-ÜÜÜ. Warum ist das so? In der türkischen Sprache kommt das ü besonders oft vor nämlich mit 1,79 Prozent Häufigkeit, damit fast dreimal öfter als in der deutschen Standardsprache (Piontek 2011). Bei Klangwörtern vermischt sich also das Nachahmen eines (Tier-)Lautes mit dem in der jeweiligen Landessprache typischerweise vorkommenden Lautmaterial.
Inhalt
Inhaltsverzeichnis Vorwort von Gisela Batliner 11 Über dieses Buch 12 Über uns die Autorinnen dieses Buches 13 Was Sie noch wissen sollten 15 Lautsprache versus Gebärdensprache 15 1 Willkommen in der Familie 19 1.1 Da stimmt etwas nicht die Diagnose einer Hörbeeinträchtigung ist ein Prozess 19 1.2 Die komplexe Welt des Säuglings 20 1.3 Die komplexe Welt der Erwachsenen 21 1.4 Dialog von Anfang an warum ist er so wichtig? 23 1.5 Musik von Anfang an die Welt der Töne 24 2 Den Hörsinn aufwecken 31 2.1 Frühe Diagnose 31 2.2 Späte Diagnose 31 2.3 Kurze Erläuterungen zu möglichen Ursachen von Schwerhörigkeit 33 2.4 Technische Versorgung 34 2.5 Wege und Chancen um die Hör- und Sprachentwicklung erfolgreich zu starten 39 2.6 Wie sich Sprache entwickelt 40 2.7 Musik, Bewegung und Sprache im Dialog 41 3 Gemeinsam durch den Alltag 47 3.1 Philosophie des ganzheitlichen Ansatzes 47 Themenvertiefung: Spielformen im Laufe der kindlichen Entwicklung 49 3.2 Die Rolle der Eltern im Besonderen 51 3.3 Gemeinsam machen wir uns auf den Weg 52 4 Praxisbeispiele zur Hör- und Sprachentwicklung 57 4.1 Natürliche Interaktion mit dem Baby Praxisbeispiel 1 57 Themenvertiefung: Frühkindliche Zweisprachigkeit/Mehrsprachigkeit 61 Mehrsprachigkeit und Musik 62 Erfahrungswelt Familie zum Praxisbeispiel 1 63 Themenvertiefung: Auditive Wahrnehmung 66 4.2 Den Hörsinn aufwecken Praxisbeispiel 2 68 Erfahrungswelt Familie zum Praxisbeispiel 2 72 Ideen für die stimmlich-musikalische Begleitung von Bewegung im Alltag 74 4.3 Vom Begreifen zum Begriff Praxisbeispiel 3 77 Themenvertiefung: Auditive Diskrimination 78 Erfahrungswelt Familie zum Praxisbeispiel 3 82 Themenvertiefung: Gedanken zum Kindergartenbesuch 85 Wieviel Musik steckt in einem Bilderbuch? 87 4.4 Spielerisch die Kommunikation anregen Praxisbeispiel 4 90 Themenvertiefung: Auditive Figur-/Hintergrundwahrnehmung 93 Erfahrungswelt Familie zum Praxisbeispiel 4 95 Themenvertiefung: Auditive Merkfähigkeit 96 Von Spiel- und Bewegungsliedern, Gedichten und Reimen 102 4.5 Mit Musik in den Dialog kommen Praxisbeispiel 5 105 Themenvertiefung: Mehrfachbeeinträchtigung 110 4.6 Miteinander sprechen, aufeinander zugehen Praxisbeispiel 6 111 Themenvertiefung: Korrektives Feedback (korrigierte Wiederholung) 112 Themenvertiefung: Auditive Sequenzierung 116 Themenvertiefung: Metalinguistische Bewusstheit 117 Themenvertiefung: Sprachentwicklung und Bewegung 119 Erfahrungswelt Familie zum Praxisbeispiel 6 119 4.7 Ein (Bilder-)Buch auf vielfältige Weise nutzen Praxisbeispiel 7a 124 Themenvertiefung: Early Literacy 129 Erfahrungswelt Familie zum Praxisbeispiel 7a 132 Themenvertiefung: Fragesätze 134 Themenvertiefung: Fantasie und Wirklichkeit 138 4.8 Der Übergang vom Sprechen zur Schrift Praxisbeispiel 7b 144 Themenvertiefung: Stufenmodell Schreiben Lesen 149 Erfahrun…