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Das Schatten-Prinzip

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Leseprobe
Nach C.G. Jung ist der Schatten das gesamte Unbewusste. Er ist das Wesen, das wir lieber nicht wären, letztendlich aber doch werde... Weiterlesen
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Beschreibung

Nach C.G. Jung ist der Schatten das gesamte Unbewusste. Er ist das Wesen, das wir lieber nicht wären, letztendlich aber doch werden müssen, um zur Ganzheit zu gelangen. Insofern empfinden wir den Schatten, bzw. unsere »dunkle Seite«, äußerst zwiespältig: Er stößt uns ab und fasziniert zugleich. Arbeit mit dem Schatten dient der Bewusstwerdung und ist im wahren Sinn des Wortes Lichtarbeit. Ruediger Dahlke zeigt in seinem aktuellen Buch, wie wir den eigenen Schatten aufspüren und konfrontieren, um ihn schließlich annehmen und integrieren zu können. Wer sich auf die hier vorgestellte Schattenarbeit einlässt, wird offener, freundlicher und toleranter - sich selbst und anderen gegenüber.

Eine faszinierende Reise in das Schattenreich der Seele Nach C.G. Jung ist der Schatten das gesamte Unbewusste. Er ist das Wesen, das wir lieber nicht wären, letztendlich aber doch werden müssen, um zur Ganzheit zu gelangen. Insofern empfinden wir den Schatten, bzw. unsere "dunkle Seite", äußerst zwiespältig: Er stößt uns ab und fasziniert zugleich. Arbeit mit dem Schatten dient der Bewusstwerdung und ist im wahren Sinn des Wortes Lichtarbeit. Ruediger Dahlke zeigt in seinem aktuellen Buch, wie wir den eigenen Schatten aufspüren und konfrontieren, um ihn schließlich annehmen und integrieren zu können. Wer sich auf die hier vorgestellte Schattenarbeit einlässt, wird offener, freundlicher und toleranter - sich selbst und anderen gegenüber.

Der Autor zeigt in diesem Buch, wie wir in den unterschiedlichen Begegnungs- und Erlebniswelten den Schatten aufspüren können."

Autorentext
Dr. med. Ruediger Dahlke arbeitet seit 40 Jahren als Arzt, Autor und Seminarleiter. Mit Büchern von »Krankheit als Weg« bis »Krankheit als Symbol« begründete er seine ganzheitliche Psychosomatik, die bis in mythische und spirituelle Dimensionen reicht. Die Buch-Trilogie »Die Schicksalsgesetze«, »Das Schatten-Prinzip« und »Die Lebensprinzipien« bildet die philosophische und praktische Grundlage seiner Arbeit. Ruediger Dahlke nutzt seine Seminare und Vorträge, um die Welt der Seelenbilder zu beleben und zu eigenverantwortlichen Lebensstrategien anzuregen.

Sein Ziel, ein Feld ansteckender Gesundheit aufzubauen, spiegelt sich in Büchern wie »Peace Food« und »Die Hollywood-Therapie« wieder, aber auch in der Verwirklichung des Seminarzentrums TamanGa in der Südsteiermark.

Klappentext

Eine faszinierende Reise in das Schattenreich der Seele

Nach C.G. Jung ist der Schatten das gesamte Unbewusste. Er ist das Wesen, das wir lieber nicht wären, letztendlich aber doch werden müssen, um zur Ganzheit zu gelangen. Insofern empfinden wir den Schatten, bzw. unsere »dunkle Seite«, äußerst zwiespältig: Er stößt uns ab und fasziniert zugleich. Arbeit mit dem Schatten dient der Bewusstwerdung und ist im wahren Sinn des Wortes Lichtarbeit.

Ruediger Dahlke zeigt in seinem aktuellen Buch, wie wir den eigenen Schatten aufspüren und konfrontieren, um ihn schließlich annehmen und integrieren zu können. Wer sich auf die hier vorgestellte Schattenarbeit einlässt, wird offener, freundlicher und toleranter - sich selbst und anderen gegenüber.





Zusammenfassung
Eine faszinierende Reise in das Schattenreich der Seele

Nach C.G. Jung ist der Schatten das gesamte Unbewusste. Er ist das Wesen, das wir lieber nicht wären, letztendlich aber doch werden müssen, um zur Ganzheit zu gelangen. Insofern empfinden wir den Schatten, bzw. unsere »dunkle Seite«, äußerst zwiespältig: Er stößt uns ab und fasziniert zugleich. Arbeit mit dem Schatten dient der Bewusstwerdung und ist im wahren Sinn des Wortes Lichtarbeit.

Ruediger Dahlke zeigt in seinem aktuellen Buch, wie wir den eigenen Schatten aufspüren und konfrontieren, um ihn schließlich annehmen und integrieren zu können. Wer sich auf die hier vorgestellte Schattenarbeit einlässt, wird offener, freundlicher und toleranter sich selbst und anderen gegenüber.





Leseprobe
Aus eigener Anschauung lernen
Die Ausshnung mit dem eigenen Schattenreich ist das hchste und tiefste Ziel zugleich, das sich ein Mensch stecken kann - und als Ziel fr ein Buch sehr hoch gegriffen. Somit handelt es sich hier auch nicht um ein Lese-Buch im herkmmlichen Sinn, sondern mehr um eine Schattenreise mit praktischen ungsstationen. Es w deshalb wundervoll und wichtig zugleich,
- von Anfang an und parallel zur Lektre ein Schattentagebuch zu fhren. Darin wn sowohl die Ergebnisse der Zwischenfragen und Tests festzuhalten als auch die in den ungen und Meditationen gesammelten Erfahrungen. Wenn Sie dies wirklich tun, werden Sie staunen, wie wichtig Ihnen dieses eigene Schattenbuch wird und wie es ganz nebenbei die Essenz Ihrer persnlichen Schattengeschichte sammelt.
- Die beiliegende CD liefert weitere praktische Einstiegsmglichkeiten in die Seelen-Bilder-Welt. Die angewandte Technik der gefhrten Meditation ist sehr einfach und beeindruckend bewusstseinserweiternd. Sie mssten nur die jeweilige innere Reise an der jeweils im Buch angegebenen Stelle absolvieren. Damit ergibt sich eine ideale Ergung des Schattentagebuches. Wend das Buch Ihnen hilft, mit allen detektivischen Tricks und Raffinessen dem Schatten auf die Schliche zu kommen - im Sinne einer so berhmten Sprnase wie Sherlock
Holmes -, erfllen die Reisen der CD die Rolle eines Dr. Watson, des weniger cleveren, aber dafr intuitiveren und seelenerfahrenen Detektivgehilfen, der seinen Beitrag vom Herzen und aus dem Bauch heraus liefert. ? Die im Buch verstreuten Anregungen, sich bestimmte (Kino-) Filme zu Hause auf DVD anzuschauen, bringen ere Schatten-Licht-Bilder mit ins Spiel und verbinden sie in anschlienden ungen mit den inneren Seelen-Bilder-Welten zu einem Ganzen, das viel mehr ist als die Summe seiner Teile.
Die Reise in die eigene Schattenwelt findet also im Idealfall auf mehreren Ebenen statt: der des Lesens und Verstehens, der des Erlebens bei den im Buch gestellten Fragen, vorgeschlagenen ungen, Ritualen, CD- und Film-Meditationen und bei ihrer aller Verbindung im Schattentagebuch. Letzteres wird auf diese Weise zum eigenen Buch der Schatten. Am besten w es, wenn mit der Zeit bereits das Lesen innere Bilder heraufbeschwren wrde, die sich auf den Gedanken-Bilder-Ausflgen der beigefgten CD noch vertiefen knnten.
Kurz gesagt geht es darum, den eigenen Schatten aufzuspren, sich mit ihm auseinanderzusetzen und zu konfrontieren - und ihn schlieich anzunehmen, im Sinne von ihn lieben zu lernen. Da Sie hier also mehr ein Programm als ein Buch und streckenweise sogar Therapie vor sich haben, werden Sie auch nicht auf streng logisch ausgerichtete Pfade geschickt. Sie werden vielmehr erleben, dass sich Theorie und Praxis auf dem Schattenweg absichtlich immer mehr vermischen. Das Buch eignet sich daher weniger zum raschen Durchlesen. Es bringt mehr Gewinn, wenn Sie es immer wieder einmal zur Hand nehmen, um sich mittels Theorie und Praxis bisher Unbewusstes bewusst zu machen und Licht in das Schattenreich zu bringen. Sie haben dafr viel Zeit, ein ganzes Leben lang - mit oder ohne Buch, mit oder ohne Therapie.
Das Buch knnte gut auf dem Nachttisch bereitliegen. Wenn der Schatten der Nacht sich ber uns senkt, ist die Zeit gnstig fr die freiwillige Schattenbegegnung, die zunehmend mehr Licht und damit auch mehr Freude ins Leben bringen wird. Immer mehr wird es sogar Spamachen, Stck fr Stck eigenes Dunkel zu durchlichten und dabei bewusster und weiter, offener und freundlicher zu werden - den anderen, aber vor allem auch sich selbst gegenber. Die Schattenreise ist mit Sicherheit die spannendste Abenteuerreise, die wir uns vornehmen knnen, und dieses Buch mag Ihnen dazu als Reisefhrer dienen, unter der Devise: Dies ber alles: sei dir selber treu.1
Was ist eigentlich mit Schatten gemeint?
Der Schatten ist das angstmachende Unbekannte. So dunkel er auch oft gemalt wird, birgt er doch Zugang zu allem Licht in einem selbst, das jede Form von Bewusstwerdung und erst recht Erleuchtung braucht. Schatten ist damit der eigentliche Schlssel zum Leben, obwohl er meist als das Finstere, Bse diffamiert wird. Letzteres ist er natrlich auch, aber eben nicht nur. Fr C. G. Jung, den Vater der Schatten-Psychotherapie, ist der Schatten einfach das gesamte Unbewusste. Grundslich sind alle Symptome - ob krperlich, seelisch oder geistig oder aus dem Sozialbereich - Ausdruck von Schatten.
Das Schreiben dieses Schattenbuches hat mir deutlich gemacht, wie sehr das Gros meiner Bcher mit diesem Thema zu tun hat. Eigentlich war ich knapp dreig Jahre lang nichts anderes als ein Schattentherapeut und habe selbst einiges an Schattentherapie durchlebt. Aber auch ich scheine das Thema noch immer nicht abschliend durchgearbeitet zu haben, wie dieses Buch zeigt. Die Schattenthemen begleiten mich, und Sie als mein Publikum machen es mir oft bewusst, wofr ich Ihnen an dieser Stelle danken mchte. Gibt es zum Beispiel bei einem Vortrag einen gron Bchertisch, denken viele und sagen einige: Der kriegt den Hals auch nicht voll. Gibt es keinen, sagen dieselben: Jetzt ist er sich zum Bcherverkauf schon zu schade. Oder: Wahrscheinlich hat er ja genug verdient. Andere aber sagen und denken angesichts der vielen Bcher: Der ist aber fleig, und sie bewundern die Arbeit und sprechen mich darauf an. Gibt es keinen Bchertisch, neigen diese Menschen zu Gedanken wie: Scheint wirklich bescheiden zu sein, zeigt seine Bcher nicht mal her. Fr Letztere ist die eigene Kreativitund Bescheidenheit ihr Schattenthema, und sie wollen sie entwickeln. Bei den Erstgenannten liegen ihr eigenes Geldproblem und ihre eigene Geschstchtigkeit im Schatten. Fr sie habe ich das Buch Die Psychologie des Geldes geschrieben. Beide Gruppen haben mit mir zu tun!
Neben vergleichsweise harmlosen Symptomen und Fehlleistungen als Ausdruck von Schattenthemen wie Geiz oder Schchternheit kennen wir alle drastische Beispiele fr den Einbruch des Schattens in das tiche Leben, die erschrecken, weil sie so unerwartet und gewaltsam sind. Dazu eine typische Geschichte: Von dem immer freundlichen und treusorgenden Familienvater, Herrn B., der sich nie etwas hatte zuschulden kommen lassen, sind alle gewohnt, dass er fr seine Familie eigene Interessen zurckstellt. Als ausgesprochen hilfsbereit gegenber den Verwandten und Nachbarn bekannt, dient er nicht selten als Vorbild. Alle sind voll des Lobes. Er ist das gute Beispiel, ein Vorzeigepapa, der sich fr seine Familie, Freunde und Kollegen aufopfert. Bittet man ihn um einen Gefallen, kann man so gut wie sicher sein, dass er ihn erfllen wird. Braucht man Hilfe, steht er einem zur Seite. Doch eines Tages und fr jeden vllig unerwartet, ft er aus der Rolle. Er wird fr einen kurzen Moment zu jemandem, den bisher niemand kannte: zu einem Gewalttr, der seiner Frau ein Brotmesser in den Leib rammt und auch den Sohn in mrderischer Absicht verfolgt. So unerwartet, wie er hereingebrochen ist, vergeht der Spuk. Nun sinkt Herr B. gleichsam in sich zusammen und lt sich als Hchen Elend von der Polizei widerstandslos in Gewahrsam nehmen. Als einen gebrochenen Mann wird ihn eine Journalistin beschreiben, die sich vergeblich bemht, das Unerkliche in Worte zu fassen. Eine Minute der Schattenherrschaft hat Jahrzehnte brgerlich geordneten Lebens ausgelscht. Aus dem guten Vater ist von einem Moment zum anderen fr alle der bse Schattenmann geworden. Aus gutem Grund vergisst unsere Welt solche Schattenmer rasch, verbannt sie so schnell es geht aus dem normalen Alltag und sperrt sie in Gefnisse oder geschlossene Anstalten.
Fr solche krassen Schattendurchbrche wird heute meist das Wort Amok benutzt, das malaiischen Unsprungs ist und wrtlich bersetzt in blinder Wut tten bedeutet. Interessanterweise hat man in Asien, zum Beispiel in Bali, frher Amokle nicht einmal bestraft. Man ging davon aus, dass der Betreffende aur sich und folglich auch nicht verantwortlich sei. In gewisser Weise ist dies sogar eine moderne Sichtweise, wie die Betrachtung der Spaltpersnlichkeiten noch zeigen wird (ab Seite 191). Wenn der Schatten sehr lange sehr konsequent unterdrckt wird, kann er vllig wesensfremd, wie gar nicht zu dem betreffenden Menschen gehrig, wirken.
Folgende Krankengeschichte gibt ein weiteres Beispiel fr das Hereinbrechen des Schattens: Ein junger Patient, Vater zweier kleiner Kinder, bekommt die Diagnose Hodenkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Die zte prognostizieren, dass ihm hchstens noch ein Jahr bleibe. Verzweifelt sucht der Mann nach Auswegen: Wenn er jetzt wie verrckt arbeiten wrde, wie viel knnte er von dem Kredit fr die gerade bezogene Doppelhaushte noch abzahlen? Wie knnte er seine Familie zuslich absichern? Er findet keine Lsung. Mein in einem langen Gespr unterbreitetes Angebot, den Kampf um sein eigenes Leben aufzunehmen, hat es schwer gegen den von den Autoritn der Schulmedizin verbreiteten Pessimismus. Die Lsung, die der Patient dann findet, kommt auch fr mich vllig unerwartet: Da er die Familie nicht mehr versorgen und sich selbst nicht mehr retten knne, werde er sich nun den alten Traum einer Weltreise noch erfllen, den er geopfert habe, als seine Frau mit dem ersten Kind schwanger geworden sei. Einen kleinen Teil des noch vorhandenen Geldes verwende er fr sich, den Groeil lasse er seiner Familie. An seinem Ende, wenn die von den Schulmedizinern angekndigte Schwe ber ihn komme, werde er sich einen Platz zum Sterben suchen. Statt Psychotherapie, das hei innere Seelenreise, will er nun von mir Tipps fr die ere Reise. Er lt Betroffenheit und Entsetzen in seiner Umgebung zurck. Sie habe ihren Mann offenbar nie wirklich gekannt, meint die erschtterte Frau, die ihn zu mir geschickt hatte. Er sei bisher nie rcksichtslos und egoistisch gewesen. Aber sie erinnert sich, wie gern er einst mit ihr auf Weltreise gehen wollte und wie sie es wegen der Schwangerschaft aufgegeben hatten. Stattdessen hatten sie geheiratet und gleich noch ein Kind bekommen, und er hatte sofort zu arbeiten begonnen, statt zu studieren. Im Gespr wird deutlich, wie willkommen ihr die Schwangerschaft gewesen war und wie ungelegen ihm. Ihr hatte sie erspart, ihre gste vor der Welt zu berwinden und die Unsicherheit der Lebenssituation weiter zu ertragen. Dass er sie, ihrem gren
Wunsch entsprechend, heiraten wrde, hatte sie gewusst oder jedenfalls gehofft. Ihm aber hatte das erste Kind wohl die Freiheit und den Traum von der gron weiten Welt und einem Studium weit weg von zu Hause genommen.
Beide Geschichten haben etwas gemeinsam. Im Amoklauf wie in der Krebserkrankung bricht Schatten in das Leben ein und verert es radikal. Im Gegensatz zur ersten Geschichte, die ebenso hoffnungs- wie erklngslos im Gefnis endet, findet die zweite jedoch einen unerwarteten Ausgang. Nach einem halben Jahr wird der junge Mann nicht schwer, wie von den zten vorausgesagt, sondern er kann gut weiterreisen. Nach einem Jahr ist er lst an jenem zum Sterben ausgewten Platz in Indien, aber wend ihm das Geld ausgeht, bleibt seine Lebenskraft erhalten. Er schl sich durch und kommt nach fast zwei Jahren ohne Anzeichen von Krebs zurck. Spr nimmt ihn seine Frau sogar wieder auf.
Heute wrde ich sagen, dass der junge Mann ein gutes Stck Schattenarbeit in Eigenregie geleistet und einen Teil von sich gelebt hat, der zuvor unterdrckt gewesen war. Sein Krebs war ein Ausbruch dunklen Schattens, sein Aufbruch ein Durchbruch lichten Schattens. Beides aber war Schatten, weil unbewusst. Kaum gab der Patient dem Schatten freiwillig Energie, konnte der Schatten dem Leben so viel Kraft und Dynamik schenken und sogar - nebenbei und ohne Therapie - den Krebs besiegen. Dies hatte der junge Mann keineswegs erwartet. Er war nicht mehr derselbe, als der er abgereist war. Seine Frau hatte recht: Den Teil, der ihn alles abbrechen und kurzentschlossen aufbrechen lie hatte sie nie gekannt. Wahrscheinlich hatte er selbst ihn bis dahin kaum gekannt. Die Aussichtslosigkeit der Krebsdiagnose gab ihm die Kraft, sich zu diesem in den Schatten verbannten Traum neuerlich zu bekennen. Bei der Rckkehr war dieser Teil zum Leben gekommen und integriert worden, und er
machte sein Leben reicher und runder fr ihn und seine Familie. In dieser neuen Kraft fing er auch (s)ein Studium an.
Schattentagebuch: Neige ich dazu, im Urlaub immer an dieselben Orte zu reisen, oder zieht es mich in unbekanntes Neuland? Was knnte ich mir fr meine Ferien vornehmen? Gibt es in meinem Leben Umzge, oder neige ich dazu zu bleiben, wo ich immer war?
Bitte notieren Sie dazu Ihre Gedanken.
Beide Beispiele zeigen, dass der Schatten unsichtbar und aus dem Unbewussten wirkt. Doch kann er dabei zum Wegweiser werden fr das, was uns zur Ganzheit fehlt. Das macht ihn wertvoll und zu unserem gren Schatz. Zwar kennen wir unseren Schatten per Definition nicht, aber dennoch ist die Schattenreise - wie die zweite Geschichte andeutet - verlockend und voller wunderbarer Mglichkeiten. Wenn wir uns in ein neues, unbekanntes Land trauen, wird es uns viel mehr inspirieren und mehr bringen als die immer gleiche Reise an denselben Ort.

Von Teufeln, Dnen und inneren Schweinehunden
Der Schatten hat von den Menschen im Laufe der Geschichte viele Namen bekommen, tiefgrndige und oberflliche. Davon unabhig hat er seine zentrale und beherrschende Rolle im Leben immer bewahrt, selbst dann, als man wenig von ihm wissen wollte wie in unserer modernen Zeit. Im Mittelalter nannte man ihn den inneren Dn und ging davon aus, mit dem Teufel zu ringen, wenn man sich ihm widmete. Wer sagte, der Teufel habe ihn geritten, glaubte, unter Schatteneinfluss geraten zu sein.

Die Begegnung mit den eigenen Dnen ist Kirchenleuten vertraut, denn sie mussten so viel Wesentliches, so viele natrliche Triebe unterdrcken. Die Triebe aber trieben sie, und das Unterdrckte drckte auf ihr Gemt. Je mehr sie diese Dnen von sich getrennt sahen, desto leichter konnten sie sich der Verantwortung fr ihre dunkle Seite entziehen. Also schoben sie die Triebe lieber dem Teufel in die Schuhe, als selbst Verantwortung dafr zu bernehmen.
Die Verteufelung von anderen, das Abschieben aller mglichen Schuld oder Verantwortung auf andere nennen Psychologen Projektion (lat. proicere = hinauswerfen, nach vorn werfen, hinwerfen). Sie fhrt aber zu keiner Lsung, sondern macht das abgewehrte, weggeschobene Thema im Gegenteil immer ster und schlieich lebensbestimmend. So bekommt der Teufel als klassische Schattengestalt immer dann eine beherrschende Rolle in einem individuellen Leben oder in einer Epoche, wenn ihm besonders viel Lebenswichtiges zugeschoben und dem Leben entzogen wird. Projektion ist also der direkte Weg zur Schattenbildung.
Wie sehr selbst in den Schatten gedrte Liebe zum Problem wird, zeigt das Christentum, die Religion der Liebe. Dessen Priester, denen irdisch krperliche Aspekte der Liebe verboten und nur die himmlischen erlaubt sind, strzten diesbezglich zu allen Zeiten in die Niederungen des Schattens. In der Inquisition erlebte die Liebe ihre pervertierteste Form in Gestalt eines klerikalen Sadismus, der im Kampf gegen die Attraktion des Weiblichen, die Heilkre der weisen Frauen und die alte Religion der Fruchtbarkeit, den Foltertod von ein bis neun Millionen Menschen, vor allem Frauen, heraufbeschworen hat. Das Hauptverbrechen dieser Hexen bestand darin, attraktiv zu sein und heilen sowie die Fruchtbarkeit regeln zu knnen. Doch in Wahrheit geschah nichts anderes, als dass der mliche Pol in Gestalt des mlichen Klerus den eigenen weiblichen Schatten in Gestalt der angeklagten Frauen niedermachte - statt im Sinne C. G. Jungs die Anima zu integrieren und weiter und offener zu werden fr die eigene weibliche Seite des Mitgefhls und der Sinnlichkeit, der Fruchtbarkeit und des Heil(en)s. Die perverse Logik der Projektion wurde wohl nirgendwo so erschreckend deutlich.
Der Klerus konnte sich nicht vorstellen, dass allein der Anblick einer Frau gengte, um einen gottgefigen Priester anzumachen; sie musste mit dem Teufel im Bunde sein. Wenn man sie also in ebenso geilen wie sadistischen Folterorgien zu Tode que, rettete man auch ihre Seele vor dem Teufel. Aurdem war das Zlibat natrlich leichter zu ertragen, wenn man alle attraktiven Frauen der Umgebung umbringen lie dabei noch neunzig Prozent von deren Besitz einsteckte und die Denunzianten mit den restlichen zehn Prozent sowohl kderte als auch abspeiste. Dagegen erscheint die aktuelle Missbrauchsorgie geradezu harmlos, aber auch sie ist Ausdruck des verdrten Schattens einer menschlichen Liebe, die im Zlibat kaum eine Chance erh. Zur hchsten Form in Gestalt der gttlichen Liebe reicht es bei vielen menschlichen Priestern offenbar nicht, und so fallen sie immer wieder zurck auf krperliche, sexuelle Ebenen und dort auf die unerlstesten und perversesten Varianten. Jedoch ist Liebe tatslich gefordert und besonders von Priestern, den Vertretern des Gottes der Liebe auf Erden, aber sie he nicht so krperlich handgreiflich sein sollen wie in den abscheulichen Inquisitionsverfahren und nicht so unappetitlich wie bei modernen Missbrauchsfen. Andererseits wrde man es sich zu leicht machen, auf die Kirche und ihre Priester zu projizieren. Wo viel Licht ist, ist eben auch viel Schatten. Das zeigt die Geschichte des Christentums von ihrem Anfang an. Anders gesagt, wo viel Schatten ist, muss auch viel Licht sein, etwa in Gestalt all der Priester, die sich gar nichts zuschulden kommen lien und heute gleich mit beschimpft und verunglimpft werden.
Wie schwer ehrliche Schattentherapie der Kirche heute ft, kann uns zeigen, wie schwer sie allgemein ist. Wie erlsend aber w sie auch, wenn nach einem radikalen Reinemachen die Energie der Klng und Erneuerung Raum bek und frischen Wind und neue Kraft in alte Mauern und Hirne tragen wrde. Wie viel Energie knnte eine ehrliche Bitte um Verzeihung und der erkle Wille zur Wiedergutmachung, von hchster Stelle geert, freisetzen! Tatslich w die Kirche, die immerhin der letzte Hort der Werte unserer Kultur ist, zur Schattentherapie aufgerufen und zu der damit einhergehenden Lerung von Grund auf. Es w die Chance, ein in jeder Hinsicht unhaltbares Gelbde wie das Zlibat, das - bei besten Absichten - so viel Schatten beziehungsweise Unheil heraufbeschworen hat, zu reformieren, zumal es mit Christus und seiner wundervollen Lehre der Liebe nur insofern zu tun hat, als es deren dunkelsten Schatten heraufbeschworen hat.
Christus wusste im rigen, was er tat, als er seine Kirche auf Petrus baute, der ihn schon in der ersten Nacht dreimal verraten wrde, um die eigene Haut zu retten.2 Was der Meister in Kauf nahm, darf uns heutige Christen beunruhigen, aber das Wissen um das ganze Muster und den gron Plan knnte auch wieder Ruhe einkehren lassen, nach grndlicher Lerung und Schattenkonfrontation. Ohne es so konkret formulieren zu knnen, spren und fordern diese Notwendigkeit heute viele Millionen katholischer Christen. Verglichen mit diesem Thema, das so viel Resonanz in vielen von uns auslst, sind andere Themen leichter zu nehmen. Aber wo immer der Schatten ins Spiel kommt, wird es schnell hart und unangenehm, besonders dort, wo es fr einen persnlich wichtig ist.
Selbst als Dn hatte der Schatten aber auch bessere Zeiten. In der griechischen Antike stand Daimonion fr das Gttliche, und Sokrates bezeichnete so den hchsten gttlichen Teil der Seele, vergleichbar mit heutigen Ausdrcken wie Gewissen und innerer Stimme, denen wir gehorchen sollten.
In der antiken Sage mssen die Helden des Mythos in die Unterwelt hinabsteigen wie etwa Herakles, der auf dem Weg noch mit dem Hllenhund Cerberus ringt. Letzterer ist heute als innerer Schweinehund besser bekannt und ein guter Vertrauter aller Abhigen und Schtigen. Wer genau hinschaut, findet ihn auch in sich. Er lt uns einerseits Dinge tun, die wir eigentlich gar nicht tun wollen. Andererseits hindert er uns, zu tun, was wir wollen und sollen und etwa als gesund erachten. Diesen inneren Schweinehund betrachten wir am liebsten als einen Fremden, mit dem uns nichts verbindet. Auf ihn schieben wir unser Versagen. Zum Beispiel bekommt er Schuld, wenn wir es nicht schaffen, joggen zu gehen, und auch dies ist Projektion: das Abschieben von Verantwortung. In Wahrheit ist natrlich der innere Schweinehund - nomen est omen - ein Teil von uns, ein typischer Schattenaspekt. Wir haben nur wenig Kontakt zu diesem anderen Willen und fhlen uns bis zu einem gewissen Grad fremdbestimmt, wie es fr Suchtverhalten typisch ist. Wann immer wir jemand anders Schuld geben, ist Projektion und damit wieder das Schattenthema im Spiel.
Der Kampf menschlicher Helden mit diesem tierischen oder dunklen Gegenpol ist eine klassische Auseinandersetzung mit dem Schatten, die die Mythen der Vlker durchzieht. Siegfried hat sie mit dem Drachen Fafner stellvertretend fr viele junge Helden ausgefochten. Die Heldensagen und Mythen erzen uns, wie mutige Recken das Land und sich selbst von bsen Scheusalen befreien, unter denen alles Leben zu ersticken droht. Sie wachsen ber sich selbst hinaus und besiegen mit dem Drachen den eigenen Schatten. Danach knnen sie selbst und kann auch ihr Land wieder aufleben. Die Helden stehen hier stellvertretend fr uns alle, die wir bei diesem Kampf mit dem Schattendrachen so viel zu gewinnen haben. Wir mssen ihn finden, ihn stellen und vor allem uns ihm stellen. Damit ist er schon so gut wie besiegt. In der chinesischen Symbolik ist der Drache von Anfang an ein Glckssymbol. In unserer Kultur mssen wir ihn erst dazu machen. Dies ist mglich, wenn wir ihn besiegen, indem wir uns mit dem eigenen Dunkel, der Schattenwelt, konfrontieren und sie so zu einem bewussten Teil von uns wird. Siegfried badet zum Zeichen dafr im Drachenblut, das ihn berall, wo es seine Haut benetzt, immun gegen die dunklen Kre des Verderbens macht.
Bereits in der esten Menschheitssage erkennen wir dieses Motiv wieder: Der babylonische Held Gilgamesch gewinnt durch den Kampf mit seinem dunklen Bruder Enkidu in diesem spr seinen ststen Verbndeten - ein weiterer Hinweis darauf, welche gron Geschenke im Schattenreich auf uns warten.
Wie viel Ehrlichkeit und Echtheit fr diesen Kampf mit dem Schatten notwendig sind, mag ein anderer Mythos aus dem Zweistromland verraten. In diesem muss die Himmelsgttin Innana den Abstieg zu ihrer dunklen Gegenspielerin, der Gttin der Unterwelt, nackt und ohne ihre Wrdenzeichen antreten. Das hei, sie hat bei der Konfrontation mit der eigenen dunklen Seite jede ihrer Masken abzulegen.

Produktinformationen

Titel: Das Schatten-Prinzip
Untertitel: Die Aussöhnung mit unserer verborgenen Seite - Mit Übungs-CD
Autor:
EAN: 9783442338818
ISBN: 978-3-442-33881-8
Format: Fester Einband
Herausgeber: Arkana HC
Genre: Esoterik
Anzahl Seiten: 320
Gewicht: 559g
Größe: H222mm x B147mm x T31mm
Jahr: 2010
Auflage: 7. A.
Land: DE