

Beschreibung
Richard David Prechts wunderbarer Liebesroman In einer Kölner Straßenbahn erobert Georg das Herz einer Unbekannten Rosalie. Schon bald zieht es die beiden jungen Liebenden aus dem Westen nach Berlin, wo nach Wende und Wiedervereinigung für einen kurzen Moment ...Richard David Prechts wunderbarer Liebesroman
In einer Kölner Straßenbahn erobert Georg das Herz einer Unbekannten Rosalie. Schon bald zieht es die beiden jungen Liebenden aus dem Westen nach Berlin, wo nach Wende und Wiedervereinigung für einen kurzen Moment alles möglich scheint. Während weit oben im All ein letzter sowjetischer Kosmonaut in der letzten sowjetischen Raumkapsel seine Bahnen zieht, erkunden Georg und Rosalie die Stadt wie einen fremden Planeten und lassen sich treiben. Doch die Schwerelosigkeit währt nicht ewig, und schon bald müssen sich die beiden Sternenzähler der neuen Zeit stellen. Ein humorvoll erzähltes, zärtliches Buch über Liebe, Freiheit und Aufbruch.
Autorentext
Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seit seinem sensationellen Erfolg mit »Wer bin ich und wenn ja, wie viele?« waren alle seine Bücher zu philosophischen oder gesellschaftspolitischen Themen große Bestseller und wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung »Precht« im ZDF und diskutiert zusammen mit Markus Lanz im Nr.1-Podcast »LANZ & PRECHT« im wöchentlichen Rhythmus gesellschaftliche, politische und philosophische Entwicklungen.
Klappentext
Richard David Prechts wunderbarer Liebesroman
In einer Kölner Straßenbahn erobert Georg das Herz einer Unbekannten - Rosalie. Schon bald zieht es die beiden jungen Liebenden aus dem Westen nach Berlin, wo nach Wende und Wiedervereinigung für einen kurzen Moment alles möglich scheint. Während weit oben im All ein letzter sowjetischer Kosmonaut in der letzten sowjetischen Raumkapsel seine Bahnen zieht, erkunden Georg und Rosalie die Stadt wie einen fremden Planeten und lassen sich treiben. Doch die Schwerelosigkeit währt nicht ewig, und schon bald müssen sich die beiden Sternenzähler der neuen Zeit stellen.Ein humorvoll erzähltes, zärtliches Buch über Liebe, Freiheit und Aufbruch.
Zusammenfassung
Richard David Prechts wunderbarer Liebesroman
In einer Kölner Straßenbahn erobert Georg das Herz einer Unbekannten Rosalie. Schon bald zieht es die beiden jungen Liebenden aus dem Westen nach Berlin, wo nach Wende und Wiedervereinigung für einen kurzen Moment alles möglich scheint. Während weit oben im All ein letzter sowjetischer Kosmonaut in der letzten sowjetischen Raumkapsel seine Bahnen zieht, erkunden Georg und Rosalie die Stadt wie einen fremden Planeten und lassen sich treiben. Doch die Schwerelosigkeit währt nicht ewig, und schon bald müssen sich die beiden Sternenzähler der neuen Zeit stellen. Ein humorvoll erzähltes, zärtliches Buch über Liebe, Freiheit und Aufbruch.
Leseprobe
tlich des Aralsees, am westlichen Rand der Hungersteppe, etwa vierhundert Kilometer sdwestlich von Baikonur, liegt Tjuratam. Die Sommer sind heiund trocken, die Winter kalt und trocken und strmisch. Hier, inmitten der endlosen Einde Kasachstans, befindet sich das Kosmodrom Baikonur, das gre Forschungs-, Entwicklungs- und Startzentrum der Welt. Dieser Standort des Weltraumbahnhofs der Sowjetunion war lange Zeit ein wohlgehtetes Geheimnis.
Das Stchen Tjuratam war einst eine Eisenbahnstation auf der Strecke Taschkent-Aralsk-Orenburg, doch dann kamen die Ingenieure und ihre Arbeiter und sperrten das Gebiet mit einem vierfachen Grtel ab, errichteten Industriekombinate und Montagehallen und eine eigene Fabrik fr die Herstellung von flssigem Sauerstoff. Die alte Eisenbahnstation ist nun eine riesige Verschiebestelle und zugleich Hauptbahnhof der Stadt Leninsk. Etwa zehn bis zwlf lange Gterzge versorgen Tag fr Tag zehntausende Menschen in den kleinen verfallenenen Baracken der 50er Jahre, den stolzen graublauen Silos der 60er und 70er. Hochgeschossige Wohngebe, Schulen und Verwaltungsbauten; irdische Zeichen himmlischen Strebens, ragen die Termitenbauten des Sowjetmenschen in die kalte kasachische Wstennacht.
Im elften Stock wt sich Sergej Krikaljow in seiner blasskarierten Bettwhe. Es geht ihm gut, weil er schon mal im All war und noch am Leben ist und weil er heute wieder in den Kosmos fliegen wird, auch wenn er die Nacht zuvor ein bisschen unregelmg atmet in seiner kleinen Wohnung, was Elena, seine Frau, ein wenig strt, aber sie versteht es.
Scharren. Kratzen.
Krikaljow schnauft, und Elena im rosa Nachthemd geht zum Fenster und macht es auf. Kurze Ruhe.
Dann wieder das Kratzen: Sandflughhner, die nichts in den Kosmos zieht. Immer wieder kommen sie in der Morgenderung auf das Blechdach zurck und lassen sich von der schrstehenden Sonne wen.
Sie schlie das Fenster und ffnet den Mund:
"Es ist Zeit, Serjoscha."
Im Sommer bewachen violettblaue Stiefmtterchen die Beete. "Studentinnen der Arbeiterfakult, wie Genosse Ilja gesagt hat, aber jetzt ist Winter, und Krikaljow hat nicht einmal einen Blick fr den Park, wo kalt und riesig ein Mann steht, breitbeinig auf der grnen Wiese vor den Hochhern, als wolle er den vielen Wassersprinklern ringsum zeigen, wie man einen Rasen nt. Darunter steht: Jurij Gagarin. Sowjetbrger und Kommunist. Krikaljow fragt sich nicht, ob irgendwo viele tausend Meilen entfernt ein anderer kalter Riese mit einer Unterschrift steht: Neil Armstrong. US-Brger und Kapitalist. Er denkt an Elena, dass sie sich eine neue Kche wnscht und dass er sie fast ein halbes Jahr nicht sehen wird, weshalb es ein schwerer Abschied war, so wie schon beim letzten Mal. Aber er diskutiert nicht ber seinen Beruf, auch nicht mit Elena. Es ist ein langer Weg zu den Startanlagen in der Mitte des Geles, achtunddreig Kilometer nrdlich des Hauptbahnhofs. Es ist ein lerer Weg durch die Schleusen und Kammern, durch Umkleidekabinen und anderes bis an Bord der Rakete. Und es ist ein noch viel lerer Weg der Mission SOJUS TM 12 zur Raumstation MIR, die alte Stammbesatzung abzulsen. Kollege Arzebarskij steht schon da, mde und blass, man knnte ihn unmglich mit einem der Kosmonauten verwechseln, die in den Schulbchern leln. Auch diese Englerin ist da, die heute das erste Mal mitkommt, selbst wenn Elena tobt. Als wenn sie sich dadurch abhalten lien, die bleibt sowieso nur eine Woche. Nicht mal an derselben Tube wrde sie lutschen, und auch die Aunbordarbeiten zur Reparatur der Antenne oder des Annrungssystems KURS am QUANT-Modul blieben streng einsam.
Stunden spr sitzen sie zu dritt in der Sojus-Kapsel, erst nebeln die dichten Atmosphnschichten, dann berfliegen sie einen der breiten sibirischen Strme. Krikaljow unterscheidet deutlich die kleinen, von der Morgensonne beschienenen waldigen Inseln und die Ufer, und der Brechreiz ist nahezu unertrich, wie schon beim letzten Mal. Nur nicht in die Kapsel kotzen. Auch der Druck auf die Augen wst weiter, Arzebarskijs Gesicht ist nur noch Teig. In zwei Tagen, vier Myriaden Kilometer ber der freien Erde, werden sie es eingeholt haben, dieses winzige schnelle Licht im Sternenmeer. Krikaljow trinkt kalten Tee, wartet ab, wartet weiter, bis Arzebarskij nicht mehr hinter seinem Rcken in das winzige Klo pinkelt, denkt nicht an Arzebarskij, denkt auch nicht an die Englerin, lieber an Elena, an ihr rosa Nachthemd, und blickt, sein Gesicht ist bleich wie Kreide, in die unendliche Freiheit.
Mit dem Himmel ft es an, dem hellen Grau, das ber der Stra liegt. Zu erwen sind: die herkmmliche Ne des Herbstes, der dichte vierspurige Verkehr zwischen den verchromten Hern der Banken und Versicherungen, die gro Betonbrcke ber die Stra mit den Bahngleisen in der Mitte und schlieich vereinzelt dunkle Punkte, die gefrorene, stillgestellte Unruhe der Menschen an einer Stranbahnhaltestelle.
Es war nichts Feierliches in diesem Tag, eher etwas Schwermtiges, der dritte Oktober hatte kein gutes Wetter beschert. Georg war frh aufgestanden an diesem Morgen, so wie jeden Morgen, aber ein Morgen wie jeder andere w…