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Religion und Politik in Tibet

  • Taschenbuch
  • 240 Seiten
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Beschreibung

Religion und Politik sind nicht zwei getrennte Bereiche menschlichen Handelns, sondern voneinander abhängige Aspekte gesellschaftlicher Kommunikationsprozesse, denn Herrschaft und politisches Handeln erfahren durch Religion Legitimierung, und umgekehrt prägen sich politische Interessen in religiösen Ideen und im Kultus aus. Religionen wollen das Wesen hinter den Erscheinungen der Welt im Kult sichtbar machen und im symbolischen Ausdruck sowie durch systematisierte Lehren deuten, und diese Symbole und Deutungen haben Einfluß auf die individuellen und gesellschaftlichen Lebensformen. Durch gesellschaftliche Gestaltungsprozesse wird Religion in politische Praxis umgesetzt und nicht selten auch instrumentalisiert. Erst seit der europäischen und amerikanischen Neuzeit geht Macht "vom Volke" aus, zuvor war sie immer und in allen Kulturen in eine religiöse Sphäre eingebunden und strahlte von dort auf die menschlichen Repräsentanten aus, auf Könige, Bischöfe, Priester, Lamas usw. Inwieweit auch der tibetische Buddhismus in diesem Weltbild wurzelt, untersucht der vorliegende Band, der erstmals 1999 erschien und hier in einer Neuausgabe als Taschenbuch vorgelegt wird. Deutlich wird der Widerspruch von Anspruch und Wirklichkeit, der jeder politischen Geschichte, auch der tibetischen, innewohnt. Dieser Widerspruch aber treibt zu immer neuen Gestaltungen politischer Prozesse, zu Reformen und Neubildungen, durch die Kreativität freigesetzt wird. Dies geschieht nach den Maßgaben eines kulturellen Grundmusters, das in Tibet durch das tantrische Weltbild und die buddhistische Philosophie gegeben ist. Erst durch die Kenntnis dieser Traditionen wird es möglich, das Land, seine Kultur und Religion und auch seine besondere politische Situation angemessen zu begreifen. Ein aufklärendes Buch von einem der besten Kenner des tibetischen Buddhismus über ein weltweit aktuelles, ja brennendes Thema: über Tibet, seine Religion und seine politische Situation innerhalb des chinesischen Vielvölkerstaats. Der Autor: Michael von Brück, geboren 1949, Dr. theol., Professor für Religionswissenschaft und Leiter des interfakultären Studiengangs Religionswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

»MIt profunder Kenntnis stellt einer der besten westlichen Kenner des tibetischen Buddhismus dar, aus welchen Wurzeln sich diese Religion speist, welche Geschichte sie hat, wie Religion und Politik zusammenhä;ngen, welchem Kulturwandel dieses Verhä;ltnis in den letzten Jahrzehnten unterworfen war, welche Konflikte innerhalb des tibetischen Buddhismus eine Rolle spielen und worin seine spirituellen, theologischen und sozialen Inhalte bestehen. Eine solide und umsichtige Information.«



Autorentext
Prof. Dr. Michael von Brück, geb. 1949, seit 1991 Professor für Religionswissenschaft und Leiter des interfakultären Studiengangs Religionswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Dozentur und Studium in Indien, Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Gremien weltweit. Forschungsschwerpunkte und Publikationen: Hinduismus, Buddhismus, interreligiöser Dialog.

Produktinformationen

Titel: Religion und Politik in Tibet
Untertitel: Verlag der Weltreligionen Taschenbuch 10
Autor:
EAN: 9783458720102
ISBN: 978-3-458-72010-2
Format: Taschenbuch
Herausgeber: Insel
Genre: Weitere Religionen
Anzahl Seiten: 240
Gewicht: 217g
Größe: H180mm x B110mm x T20mm
Jahr: 2008
Land: DE