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Das Naturrecht vor dem Naturrecht

  • Fester Einband
  • 260 Seiten
Die Frühe Neuzeit hat in den Geschichts- und Kulturwissenschaften ein eigenes Profil gewonnen. Die Buchreihe Frühe Neuzeit dient d... Weiterlesen
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Beschreibung

Die Frühe Neuzeit hat in den Geschichts- und Kulturwissenschaften ein eigenes Profil gewonnen. Die Buchreihe Frühe Neuzeit dient der Grundlagenforschung in Gestalt von Editionen, Monographien und Sammelbänden. Sie strebt nicht die großräumige Überschau an, die vorschnelle Synthese oder prätentiöse Konstruktion, sondern nimmt den Umweg über die Arbeit am Detail und die Erkundung verschütteter Traditionszusammenhänge. Ein besonderer Akzent liegt auf Untersuchungen, welche die Grenzen der Fachdisziplin überschreiten.

Die Geschichte des modernen politischen Denkens ist zum großen Teil die Geschichte des Naturrechts, das dem neuzeitlichen Staat seine erste rationale Begründung lieferte. Dennoch ist das Naturrecht viel älter und geht auf die Antike zurück. Wie sah es im 16. Jahrhundert aus, bevor es zur offiziellen Staatstheorie wurde? Die Vorstellung zweier feindlicher konfessioneller Lager - protestantisches Naturrecht von Melanchthon versus katholisches Naturrecht der Schule von Salamanca - verkennt den topologischen Charakter des frühneuzeitlichen Wissens. Eher als nach Konfessionen läßt sich das Naturrecht im 16. Jahrhundert nach Disziplinen rekonstruieren, die durch besondere Fragestellungen und Methoden gekennzeichnet sind. Alle Varianten dieser Naturrechtslehre teilen ein gemeinsames Gedankengut. Sowohl von Theologen als auch von Philosophen und Juristen wird das ius naturae als eine Reihe von angeborenen Geboten verstanden, die mit dem Dekalog und den Grundregeln der Ethik identisch sind, von Gott in die Herzen der Menschen geschrieben wurden und, obwohl getrübt, auch nach dem Sündenfall wirken. Unterschiede treten erst dann auf, wenn die formalen Eigenschaften dieser Gebote festzulegen sind: Sind sie angeborene Ideen oder sollen sie als ein inhaltsloses Vermögen verstanden werden? Indem sie auf diese Fragen antwortete, konnte die humanistische Jurisprudenz durch eine langwierige Diskussion diesselbe Gliederung entwickeln, die vom modernen Naturrecht im 17. Jahrhundert verwendet wurde. Dennoch blieb das Naturrecht des 16. Jahrhunderts weit entfernt von der modernen politischen Wissenschaft

Produktinformationen

Titel: Das Naturrecht vor dem Naturrecht
Untertitel: Zur Geschichte des >ius naturae< im 16. Jahrhundert
Autor:
EAN: 9783484365520
ISBN: 978-3-484-36552-0
Format: Fester Einband
Herausgeber: De Gruyter
Genre: Allgemeines & Lexika
Anzahl Seiten: 260
Gewicht: 543g
Größe: H230mm x B155mm x T20mm
Jahr: 1999
Auflage: Reprint 2012