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Beschreibung
Eliza ist Tanzlehrerin und träumt von der Eröffnung einer eigenen Tanzschule in dem baufälligen Haus, das sie von ihrer Oma geerbt hat. Um es in Eigenregie zu renovieren, kehrt sie in ihren Heimatort zurück. Dort begegnet sie in der Gemeinde dem angehenden Kir...Eliza ist Tanzlehrerin und träumt von der Eröffnung einer eigenen Tanzschule in dem baufälligen Haus, das sie von ihrer Oma geerbt hat. Um es in Eigenregie zu renovieren, kehrt sie in ihren Heimatort zurück. Dort begegnet sie in der Gemeinde dem angehenden Kirchenmusiker Tobias. Es funkt sofort zwischen den beiden. Noch während sie sich näher kennenlernen, trifft Eliza unverhofft ihre erste Liebe Samu wieder. Er hat gerade seinen Debütroman veröffentlicht, wirkt glücklich und selbstbewusst und scheint im Gegensatz zu damals mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Eliza erkennt ihn kaum wieder. Als ihr Traum zu scheitern droht, ist es Samu, der sie an den unerschütterlichen Glauben und Optimismus erinnert, mit dem sie ihn damals über Wasser gehalten hat, als sein Leben ein einziges Chaos war. Und plötzlich fragt sie sich, ob es ein Fehler war, ihn zu verlassen.
Autorentext
Melissa C. Feurer hat nie aufgehört, Jugendbücher zu lieben, mittlerweile aber auch das erwachsenere Genre (Faithful) New Adult für sich entdeckt. Mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt sie im fränkischen Seenland, und weil sie nicht besonders entscheidungsfreudig ist, hat sie kurzerhand gleich ihre beiden Traumjobs ergriffen: Lehrerin und Autorin. www.melissa-c-feurer.de Instagram: melissa.c.hill.feurer Facebook: Melissa C. Feurer
Leseprobe
Eliza »Du gibst nie auf, oder?« Isa klammert sich an die Armlehnen ihres Rollstuhls, damit meine verzweifelten Versuche, die lächerlichen drei Stufen zu bezwingen, sie nicht auf den Boden befördern. »Ich hab's gleich«, presse ich zwischen den Zähnen hervor. »Und die Treppe muss sowieso als Allererstes weg. Da kommt eine Rampe hin.« Endlich gelingt es mir, Isa samt Rollstuhl die letzte Stufe hinauf und durch die Haustür zu manövrieren. Die Luft, die uns entgegenschlägt, riecht muffig und abgestanden. Kein Wunder, das Haus war lange unbewohnt. Im Kopf versuche ich, die Zeitspanne zu überschlagen. Oma war sieben Jahre lang im Pflegeheim, ehe sie vorletztes Jahr gestorben ist. Aber das Erdgeschoss hat früher den Laden beherbergt und den gibt es schon seit gut zwanzig Jahren nicht mehr. Staub war also zu erwarten. Nichts, was man nicht durch Putzen loswerden könnte. »Äh ... Eliza?« Isa dreht sich mit fragendem Blick zu mir um. »Ich dachte, das hier soll eine Tanzschule werden.« »Soll es auch«, erwidere ich, während ich nach dem Lichtschalter im Flur taste. Es klickt, doch nichts geschieht. Also kein Licht. Dabei müsste eigentlich Strom da sein. Egal, ein wenig Helligkeit fällt durch die offene Tür hinter uns. Genug, um uns umzusehen. »Wozu brauchst du dann eine Rampe vor der Tür? Wie viele Leute mit Rollstuhl werden hier schon hinkommen?« Sie klingt nicht ungeduldig, aber ein bisschen resigniert. Als hätten wir diese Diskussion schon tausendmal geführt. Oder als würde ich mich genau so verhalten, wie sie es befürchtet hat, und sie müsse jetzt die rational denkende große Schwester raushängen lassen. »Na ... viele!«, entgegne ich. »Weil ich entsprechende Kurse anbieten werde. Außerdem wirst du mich ja wohl auch ab und zu besuchen. Die Treppe kommt weg.« Beherzt greife ich nach den Türklinken der Flügeltür zum ehemaligen Laden. Eine neuerliche Staubwolke lässt mich husten. Aber immerhin gibt es hier dank der Fenster, durch die ich das winzige Stück Garten hinter dem Haus erspähen kann, etwas mehr Licht. Es sind hübsche, raumhohe Sprossenfenster, die allerdings schon bessere Zeiten gesehen haben. Obwohl es ein sonniger Spätsommertag ist, fällt nur wenig Sonnenlicht durch die verschmutzten Scheiben. »Die kann man putzen«, verkünde ich widerborstig, als hätte Isa irgendwas gesagt. Ihr Schweigen war einfach so unfassbar laut, dass ich das Gefühl hatte, mich verteidigen zu müssen. Mich und meine zukünftige Tanzschule. Ich lasse Isa stehen. Hier kommt sie auch alleine zurecht und sie hasst es, wenn man ihr mit Dingen zu helfen versucht, die sie selbst kann. Ich durchquere den Raum und mühe mich eine ganze Weile damit ab, die alten Fenster zu öffnen. Eines klemmt komplett; vermutlich hat sich der Rahmen verzogen oder so. Ich kenne mich da nicht wirklich aus. Aber die anderen beiden schwingen nach ein wenig Rütteln und gutem Zureden knarzend auf. Nun flutet das Sonnenlicht regelrecht herein. Wegen des wildwachsenden Efeus im Garten scheint es fast einen grünen Schimmer zu haben. Erwartungsvoll drehe ich mich um, um den Raum in diesem ultimativ lebendigen Licht zu betrachten. Der Anblick ist nicht ganz so glorreich, wie ich es mir erhofft hatte. Der alte Parkettboden mit dem schönen Muster ist von einer dicken Staubschicht bedeckt man sieht meine Fußabdrücke und Isas Reifenspuren. Die Tapete wellt sich an einigen Stellen, der alte Verkaufstresen ist zusammengebrochen und nun weiß ich auch, warum der Lichtschalter nicht funktioniert, obwohl ich schon vor zwei Wochen telefonisch einen Stromliefervertrag abgeschlossen habe: Sowohl hier als auch im Flur hinter der Flügeltür hängen nur lose Kabel von der Decke. Isa rollt neben mich und lässt ebenfalls den Blick schweifen. »Wir sollten das Haus verkaufen.« »Was?« Entsetzt drehe ich mich zu ihr um. »Auf keinen Fall! Also ... natürlich kannst du deinen Anteil verkaufen. An mich. Ich bezahle dich aus, sobald ich ... Irgendwann. Es wird ein bisschen dauern, fürchte ich. Aber ich geb es nicht her.« »Eliza.« Isas Tonfall ist jetzt eindeutig ungeduldig. »Hier hilft renovieren nicht mehr. Das Haus gehört abgerissen.« »Ich werde Omas Haus auf gar keinen Fall abreißen lassen! Es wird eine Tanzschule. Und mein Zuhause. Siehst du nicht, wie perfekt es dafür ist?« Isa schüttelt den Kopf, dass ihr Pferdeschwanz nur so wippt. Meine Schwester und ich sehen uns ähnlich mit dem haselnussbraunen Haar und den ebenso braunen Augen. Sie anzuschauen, ist immer ein bisschen, wie in den Spiegel zu blicken. Nur dass ich bestimmt nie so kritisch dreinschaue wie sie jetzt gerade. »Das Haus hat unendlich viel Potenzial«, beharre ich. »Allein die Lage! Mitten im Ort, fast von überall in Falkenstein fußläufig erreichbar. Gut, die Parkmöglichkeiten sind ein bisschen « »... unvorhanden«, ergänzt Isa. »... suboptimal«, korrigiere ich. »Aber die Aufteilung! Oben die Wohnung, unten der Laden. Ich muss nur eine einzige Wand rausreißen, und schon habe ich meinen Tanzsaal!« »Du kannst Wände rausreißen?«, fragt Isa. »Bisher noch nicht. Aber ich kann es ja lernen. Und keine Sorge, für die Elektrik und solchen Kram hole ich mir natürlich Hilfe. Davon verstehe ich nichts.« »Eliza, du verstehst von all dem nichts! Du hast noch nie auch nur eine Wand gestrichen!« »Das stimmt nicht!«, protestiere ich. »Ich hab beim Auszug mein ganzes WG-Zimmer gestrichen.« »Du hättest gar nicht ausziehen sollen. Es wird Jahrhunderte dauern, bis du hier einziehen kannst! Nicht, dass ich dich nicht gerne wieder zu Hause habe, aber ...« Ihr Blick wird weicher. »Bist du sicher, dass du dir das antun willst? Das Pendeln zur Arbeit, die Renovierung Du müsstest schon kündigen, wenn du das hier alles im Alleingang schaffen willst.« »Ich kann nicht kündigen. Irgendwoher muss das Geld für die Renovierung ja kommen.« Ich fahre mit der Schuhsohle über den Boden, um eine kleine Stelle Parkett freizulegen. Na bitte, das sieht richtig toll aus! Abschleifen, ölen oder was auch immer man damit eben macht, und es ist wie neu. »Aber dein Chef ist ätzend!«, meldet sich Isa wieder zu Wort. »Du hättest dir eine neue Stelle statt einer neuen Wohnung suchen sollen! Jetzt sitzt du fest, mit einer Bruchbude von einem Haus und einem Job, den du hasst!« Ich lasse das Parkett Parkett sein, jedenfalls fürs Erste. »Ich hasse meinen Job überhaupt nicht. Ich bin gerne Tanzlehrerin. Und sobald ich meine eigene Tanzschule eröffne, muss ich auch nicht mehr für Herrn Liebknecht arbeiten. Eine Win-win-Situation.« Energisch laufe ich noch ein paar Schritte in den Raum hinein. »Ein Kronleuchter«, verkünde ich, als ich in der Mitte angekommen bin. »Du meinst Armleuchter.« »Was?«, frage ich irri…