Willkommen, schön sind Sie da!
Logo Ex Libris

Das Nachleben der schlesischen Piasten

  • Fester Einband
  • 460 Seiten
Im Jahr 1675 starb in Schlesien die letzte Teillinie der Piasten aus. In der Erinnerungs kultur jedoch lebte das vom polnischen Kö... Weiterlesen
20%
90.00 CHF 72.00
Auslieferung erfolgt in der Regel innert 4 bis 5 Werktagen.

Beschreibung

Im Jahr 1675 starb in Schlesien die letzte Teillinie der Piasten aus. In der Erinnerungs kultur jedoch lebte das vom polnischen Königshaus abstammende, seit langem allerdings im deutschen Kulturkreis beheimatete Fürstengeschlecht noch Jahrhunderte fort. Habsburger und Hohenzollern, Vertreter von Adel, Geistlichkeit und Bürgertum, Anhänger des deutschen und des polnischen Nationalismus sie alle suchten die dynastische Vergangenheit des Landes für die Interessen ihrer Gegenwart umzudeuten. Kenntnisreich und auf breiter Quellenbasis wird das Nachleben der schle sischen Piasten, das für die deutsch-polnische Konfliktgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert hohe Symbolkraft besaß, erstmals bis in die neueste Zeit nachgezeichnet.

Autorentext

Maximilian Eiden arbeitet als Kulturreferent am Schlesischen Museum in Görlitz.



Klappentext

Die schlesischen Herzöge aus dem Haus der Piasten gingen im Hochmittelalter aus der polnischen Königsfamilie hervor. Sie herrschten jahrhundertelang in zahlreichen kleinen Fürstentümern Schlesiens. 1675 starb der letzte Piast, ein deutschsprachiger Protestant und Vasall des Kaisers in Wien. Die Tradition des Fürstenhauses wurde seitdem von dynastischen, bürgerlichen und staatlichen Akteuren vielfach umgestaltet und aktualisiert. Das Buch untersucht einen Kernbereich der schlesischen Erinnerungskultur erstmals zusammenhängend. Es zeigt, wie die Vergangenheit der Region für die Interessen der jeweiligen Gegenwart umgedeutet wurde.



Inhalt

I. Von der Tradition zur Erinnerungskultur. Einführung in Gegenstand, Fragestellung und Methodik 1. Gegenstand und Leitfragen 2. Widersprüchliche Assoziationen "an den Sarkophagen der Piasten" . 3. Landestradition und ihre nationalistische Umformung als Prüfstein für eine transnationale Gedächtnisgeschichte - Das Gedächtnis der schlesischen Piasten als Untersuchungsgegenstand - "Gedächtnisgeschichte" als adäquater Zugang zur Beziehungsgeschichte im deutsch-polnischen Spannungsfeld. - Der methodische Rahmen für die Untersuchung der Gedächtnisgeschichte der schlesischen Piasten. - Aufbau der Arbeit. II. Grundlagen bis zum Aussterben des Fürstenhauses im Jahr 1675 . 1. Grundzüge der Geschichte der Piastendynastie in Schlesien 2. Familiengeschichte und Politik der Liegnitz-Brieger Piasten von der Reformation bis 1675 3. Selbstverständnis und Repräsentation der Liegnitz-Brieger Piasten seit der Mitte des 16. Jahrhunderts - Das Bildprogramm des Brieger Schlosstors (um 1553) - Darstellungen der Abkunft vom legendären Piastus und den polnischen Königen: Die Adelsrepublik Polen-Litauen als Vorbild für ständische und konfessionelle Freiheit - Genealogische Traktate und literarisches Fürstenlob: Reichsorientierung und Prestigestreben. - Gefährdung und Ende der Dynastie im Spiegel von Publizistik, Dichtung und Trauerschrifttum . - Das Liegnitzer Mausoleum als Apotheose der Dynastie (1679) 4. Zwei Fürstengestalten als Eckpfeiler vormodernen Landesbewusstseins: Zum Kult der hl. Hedwig und zum Mythos um den Abwehrkampf Heinrichs II. gegen die Mongolen VI Inhalt III. Aneignungen der Piastentradition im habsburgischen und preußischen Schlesien (bis 1806) 1. Zum historischen Hintergrund. 2. Katholische und pro-habsburgische Erinnerungskultur - Hedwigsverehrung in der Diözese Breslau und im Trebnitzer Konvent - Erneuerung des Stiftergedächtnisses und Neufassungen von Fürstengräbern in den Klöstern - Die Piasten als Symbole der schlesischen Fürstentümer 3. Adelige Erinnerungskultur: Die Selbstdarstellung der Familie Schaffgotsch als Nachkommen der Piasten in weiblicher Linie 4. Die bürgerlich-städtische Erinnerungskultur . 5. Der Blick des Eroberers: Erbansprüche Friedrichs II. als Legitimation für den Erwerb Schlesiens . 6. Der Blick der Nachbarn: Die schlesischen Piasten im polnischen Geschichtsbild der Frühneuzeit. IV. Umdeutungen der Dynastietradition in der Erinnerungskultur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts 1. Zum historischen Hintergrund. - Politisch-soziale Rahmenbedingungen eines neuen Umgangs mit der Vergangenheit - Zeitgeschichte als konstitutives Element schlesischer Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts. 2. Thematischer Längsschnitt: Die Dynamik des Wahlstatt-Stoffs. 3. Voraussetzungen: Ausweitung der historischen Forschung und das deutsch-nationale Paradigma - Institutionelle Grundlagen und wichtige Vertreter der Landesgeschichtsschreibung - Gustav Freytag als Beispiel für die Popularisierung des neuen Geschichtsbildes 4. Piastenherzöge als Figuren des guten Herrschers. - Die Darstellung der Herzöge des 13. Jahrhunderts als Förderer der Germanisierung - Piastische Bezüge der dynastischen Erinnerungskultur im Umfeld König Friedrich Wilhelms IV. - Die Erneuerung des Kults der hl. Hedwig als Patronin der Katholiken in Schlesien und Preußen . - Evangelische Hedwigsdeutunge - Stilisierungen Dorothea Sibyllas von Brieg zur evangelischen Hedwig und schlesischen Königin Luise. Inhalt VII - Herzoginnen und Herzöge in der schönen Literatur: ein uneinheitliches Bild - Die schlesischen Piasten im Schulunterricht. Einige Befunde. 5. Piastenherzöge als ambivalente Gestalten - Negative Werturteile über das Fürstenhaus in Historiographie und Publizistik - Die Opposition der Stadt Liegnitz gegen die Herzöge als Vorbild bürgerlichen Emanzipationsstrebens. - Heinrich XI. von Liegnitz: E

Produktinformationen

Titel: Das Nachleben der schlesischen Piasten
Untertitel: Dynastische Tradition und moderne Erinnerungskultur vom 17. bis 20. Jahrhundert
Autor:
Editor:
EAN: 9783412206949
ISBN: 978-3-412-20694-9
Format: Fester Einband
Herausgeber: Böhlau, Köln
Genre: Regional- und Ländergeschichte
Anzahl Seiten: 460
Gewicht: 984g
Größe: H250mm x B179mm x T36mm
Veröffentlichung: 01.03.2012
Jahr: 2012
Land: DE
Zuletzt angesehen
Verlauf löschen