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Strategie und Symbolik

  • Fester Einband
  • 543 Seiten
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Beschreibung

Die Studie untersucht am Beispiel des Friedenskongresses von Nimwegen (1676-79), welcher Logik diplomatisches Verhandeln und Entscheiden in der Frühen Neuzeit gehorchte. Gezeigt wird, wie die Handelnden ihre Ziele durchzusetzen suchten und dabei immer zugleich ihre wechselseitigen Beziehungen, die Normen richtigen Handelns und den Kreis der legitimen Akteure allmählich neu aushandelten. Das geschah etwa durch sachliches Argumentieren, durch Höflichkeit und Unhöflichkeit oder durch Praktiken des Gabentauschs. Indem die Arbeit die Wechselwirkungen zwischen symbolischem und instrumentellem Aspekt des Handelns untersucht, wirft sie ein neues Licht auf die diplomatische Kultur des Ancien Régime und das Verhältnis von Mikro- und Makropolitik.

Autorentext

Matthias Köhler war von 2005-2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Leibniz-Projekt 'Vormoderne Verfahren' an der Universität Münster.



Inhalt

Abkürzungen Vorwort 1 Einleitung 1.1 Kulturgeschichte und Entscheidungsfindungsprozesse? 1.2 Politikgeschichte und (Kultur-)Theorie? 1.3 Materialismus, Rationalismus, Konstruktivismus? 1.4 Was heißt hier instrumentell und symbolisch? 1.5 Methode 1.6 Aufbau der Arbeit 1.7 Forschungsüberblick 1.7.1 Historische Literatur 1.7.1.1 Der Kongress von Nimwegen und sein unmittelbares diplomatisches Umfeld 1.7.1.2 Frieden und Friedenskongresse 1.7.1.3 Frühneuzeitliche Diplomatie und internationale Politik im Zeitalter Ludwigs XIV 1.7.1.4 Neuansätze in der Diplomatiegeschichte der Frühen Neuzeit 1.7.1.5 Gegenwärtige Tendenzen der Forschung zu Frieden und Friedenskongressen in der Frühen Neuzeit 1.7.1.6 Zusammenfassung 1.7.2 Interdisziplinäre Perspektiven 1.8 Quellenlage 1.8.1 Allgemeine Quellengrundlage 1.8.2 Die Editionen der französischen Korrespondenzen 2 Der Kongress von Nimwegen 2.1 Rahmen 2.1.1 Vorgeschichte 2.1.2 Der Kongress im Rahmen der Diplomatie des späten 17. Jahrhunderts 2.2 Akteure 2.2.1 Botschafter in Nimwegen 2.2.2 Godefroi comte d'Estrades 2.3 Verlauf 2.4 Folgen 3 Rollenhandeln, Rollentrennung und Rollenkonflikte 3.1 Einführung. Gesandte zwischen honneste homme und ministre public 3.2 Estre honneste homme. Gesandter sein und / oder adelig sein? 3.2.1 Donner quelque chose pour la paix. Die Ökonomie der Ehre 3.2.1.1.que le ministre scait aussi bien vivre qu'il scait negocier. Standesgemäße Lebensführung, ökonomisches und symbolisches Kapital 3.2.1.2 La gloire de la paix. Symbolisches Kapital, Friedensverhandlungen und materielle Ressourcen. 3.2.1.3 C'est un si grand ouvrage que celuy de la paix qu'il fault hasarder quelque chose pour en voir la fin. Investition, Kredit und Konkurs. 3.2.1.4 Zusammenfassung 3.2.2 Traiter comme un particulier avec ses amis. Ressourcentausch und Netzwerke, makropolitisches Handeln und mikropolitische Motive 3.2.2.1 Makropolitische Ressourcen und mikropolitischer Tausch. Die Geschäfte der Familie Estrades 3.2.2.2 Legitimität und Grenzen des Tauschs. Abschiedsgeschenke und Korruption 3.2.2.3 Makropolitische Ressourcen und makropolitische Einschränkungen in mikropolitischen Konflikten. Die Auseinandersetzungen zwischen Colbert und Oxenstierna 3.2.2.4 Zusammenfassung 3.2.3.que cela ne regardoit que les parties de jeu, de chasse, et de divertissement. Möglichkeiten und Grenzen makropolitischer Instrumentalisierung der Unterschiede zwischen den Rollen 3.2.3.1 Eigenlogik und Zugang 3.2.3.2 Verantwortung und Vertrauen 3.2.3.3 Sur ce fondement d'une conversation familiere. Verhandeln im Wechsel von formalen und informellen Rollen 3.2.3.4 Kontrolle und Unterwanderung 3.2.3.5 Zusammenfassung 3.3 Jouer son rolle dans les fonctions de son caractere. Verhandeln als ministre public 3.4 Ausblick 4 Entscheidungsfindung 4.1 Einführung. Instrumenteller und symbolischer Aspekt der Entscheidungsfindung in Verhandlungen 4.1.1 Verhandlungen und Entscheidungsfindung 4.1.2 Symbolische Aspekte der Entscheidungsfindung in Verhandlungen 4.2 Höflichkeit, Unhöflichkeit und die Konstruktion und Dekonstruktion von Verhandlungssituationen 4.2.1 Einleitung 4.2.2 Callières und die instrumentalistische Vorstellung von Höflichkeit 4.2.3 Komplimente und Strategien 4.2.4 Unhöflichkeit und Konflikt 4.2.5 Konflikte um Höflichkeit 4.2.6 Ehrenhändel? 4.2.7 Zusammenfassung 4.3 Argumentieren und Verhandeln 4.3.1 Einleitung 4.3.2 Gründe für das Argumentieren - Theorie der Diplomatie und Perspektiven der Akteure 4.3.3 Überzeugen - 'sich die >Worte des Stammes< zu eigen machen'? 4.3.3.1 Geltungsansprüche und Informationen 4.3.3.2 Argumentieren, symbolische und instrumentelle Strategien 4.3.3.3 Instrumentelle Folgen des Argumentierens und Grenzen der Überzeugung 4.3.4 'Reale Wirkungen' der 'imaginären Anthropologie'. 4.3.4.1 Argumentation und Beziehungen 4.3.4.2 Friedenswille, bonne foi und Vernunft 4.3.4.3 Beziehungsabbruch und Bargaining 4.3.5 Argumentationen zwischen Beziehungsstabilisierung und Bargaining 4.3.6 Zusammenfassung, Schlussfolgerungen und Ausblick 4.4 Herstellung und Darstellung der Entscheidung aus der Perspektive der Verfahrenstheorie 4.4.1 Einleitung. Geltungsprobleme von Verträgen und Versprechen 4.4.2 Verhandlungen und Verfahren 4.4.3 Rollenspiel und Verstrickung I. Schriftliche oder mündliche Verhandlungen? 4.4.4 Rollenspiel und Verstrickung II. Das französische Ultimatum vom April 1678 4.4.5 Verhandeln mit Königen und Gesandten 4.4.6 Rollenspiel, Interessen und Legitimitätsprobleme 4.4.7 Herstellung und Darstellung von Ruhm und Entscheidung 4.4.8 Zusammenfassung. 5 Ergebnisse und Ausblick Literatur- und Quellenverzeichnis Archivalische Quellen Gedruckte Quellen Literatur Personenregister

Produktinformationen

Titel: Strategie und Symbolik
Untertitel: Verhandeln auf dem Kongress von Nimwegen
Autor:
EAN: 9783412207717
ISBN: 978-3-412-20771-7
Format: Fester Einband
Herausgeber: Böhlau, Köln
Genre: Neuzeit bis 1918
Anzahl Seiten: 543
Gewicht: 898g
Größe: H237mm x B164mm x T32mm
Veröffentlichung: 01.02.2012
Jahr: 2011
Land: DE

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