

Beschreibung
Die bekannte Autorin erzählt in ihrer lebendigen Art, wie das Wunder von Weihnachten in den Herzen der Menschen einzieht: Da ist die alte Dame, die von der Weihnachtsbotschaft so bewegt ist, dass sie ihre Adresse vergisst und nicht mehr nach Hause findet. Oder...Die bekannte Autorin erzählt in ihrer lebendigen Art, wie das Wunder von Weihnachten in den Herzen der Menschen einzieht: Da ist die alte Dame, die von der Weihnachtsbotschaft so bewegt ist, dass sie ihre Adresse vergisst und nicht mehr nach Hause findet. Oder da sind die völlig verarmten Flüchtlinge, die doch noch zu einem Festessen eingeladen werden. Oder der Tippelbruder, der sein Glück nicht fassen kann, als ihm völlig überraschend ein nagelneues Portemonnaie geschenkt wird. Wahre Weihnachtsgeschichten, die zu Herzen gehen.
Autorentext
Lotte Bormuth ist einen der erfolgreichsten Autorinnen Deutschlands. In bald 100 Titeln hat sie mit Lebensbildern und eigenen Erlebnissen vielen Menschen Trost, Freude und Glaubensmut vermittelt. 1945 als Flüchtlingskind nach Deutschland gekommen, engagiert sie sich heute für syrische Flüchtlinge in ihrem Umfeld.
Klappentext
Die bekannte Autorin erzählt in ihrer lebendigen Art, wie das Wunder von Weihnachten in den Herzen der Menschen einzieht: Da ist die alte Dame, die von der Weihnachtsbotschaft so bewegt ist, dass sie ihre Adresse vergisst und nicht mehr nach Hause findet. Oder da sind die völlig verarmten Flüchtlinge, die doch noch zu einem Festessen eingeladen werden. Oder der Tippelbruder, der sein Glück nicht fassen kann, als ihm völlig überraschend ein nagelneues Portemonnaie geschenkt wird. Wahre Weihnachtsgeschichten, die zu Herzen gehen.
Leseprobe
Eine besondere Ehrung Vor ein paar Tagen erhielten wir Post von unserem Herrn Oberbürgermeister. Mich hat es schon verwundert, von solch einer hohen Persönlichkeit eine Einladung zu erhalten. In diesem Brief teilte er uns mit, dass mein Mann und ich wegen unseres ehrenamtlichen Einsatzes für Obdachlose, Flüchtlinge, Asylanten und Einsame geehrt werden sollten; denn zu Weihnachten veranstalten wir immer ein Fest für sie. Seit fünfzig Jahren freuen wir uns darüber, mit über hundertfünfzig Gästen diesen Abend zu feiern. Nun fand im großen Saal des Rathauses eine Ehrung für freiwillig arbeitende Menschen statt. Viele Leute waren anwesend, sodass manche Besucher im hinteren Teil des Saales sogar dicht gedrängt an den Wänden stehen mussten. Sechs Marburger Bürger wurden mit dem Brief des Landes Hessen und dem historischen Stadtsiegel ausgezeichnet. Außerdem wurden wir alle mit einem herrlichen Blumenstrauß bedacht. Die Rede hielt Oberbürgermeister Vaupel und er begann damit, dass er dieser Feierstunde den Satz vorausstellte: Die Qualität des Lebens in unserer Stadt machen die Ehrenamtlichen aus. Mein Mann und ich wurden den Anwesenden mit folgenden Worten vorgestellt: Seit einem halben Jahrhundert richtet das Ehepaar Lotte und Karl-Heinz Bormuth an Heiligabend eine Weihnachtsfeier für Einsame, sozial Schwache und Obdachlose aus Marburg und dem Landkreis aus. Schon seit fünfzig Jahren verzichten sie an diesem Tag auf ihre Privatsphäre. Mit kulturellen Beiträgen, einer Ansprache zur Bedeutung des Geschehens in Bethlehem, dem Geburtsort von Jesus Christus, mit Liedern und anderen musikalischen Beiträgen, lustigen und ernsten Geschichten sorgen sie an diesem Abend für eine wohltuende, liebevolle Atmosphäre. Sogar mit einem guten Essen werden die Gäste erfreut. Keiner soll wieder hungrig nach Hause gehen. Frau Bormuth bereitet selbst fünf Eimer Kartoffelsalat zu und kauft über 200 Würstchen. Außerdem werden die Gäste mit Torten und anderem Gebäck beglückt. Café Vetter und Café Klingelhöfer spenden diese herrlichen Gaben. Jeder Gast wird auch mit einem größeren Lebensmittelpaket bedacht und nach Schluss der Veranstaltung durch einen organisierten Fahrdienst wieder in seine Wohnung gebracht. Er selbst besuche seit vielen Jahren diese Feier, und seine Heiligabende hätten an Qualität gewonnen. Diese Besuche relativierten vieles im eigenen Leben, so der Oberbürgermeister. Das Lob des Redners war mir peinlich, denn ich hatte nie den Eindruck, für dieses Engagement ein großes Opfer gebracht zu haben. Mir bereitet diese Feier selbst viel Freude; denn Weihnachten ist ja eines der wichtigsten Feste in der Christenheit. Mir war es immer ein Anliegen, dass keiner dieses wundervolle Ereignis entbehren sollte: Christus ist im Stall in erbärmlicher Niedrigkeit geboren. In herzlicher Liebe zu uns Menschen hat Gott seinen Sohn in unsere Welt geschickt, damit wir einen Freund und Heiland an unserer Seite hätten. Über unser Elend hat sich unser Herr im Himmel erbarmt, damit jeder die Chance erhält, durch Jesus Befreiung von Schuld, Heilung für seine Leiden, Freude in seiner Einsamkeit und Trost in seiner Verzweiflung zu erfahren. Gerne nehmen mein Mann und ich diese Ehrung in Dankbarkeit an alle anderen Mitarbeiter, die uns in den fünfzig Jahren helfend zur Seite standen, an. Und doch will ich sagen, dass ich dieses Lob nicht verdient habe, da ich selbst über diesem Geschehen an Weihnachten glücklich geworden bin. So bin ich zutiefst dankbar, dass Gott uns Anteil an seiner Rettungsaktion für unsere Stadt gibt. Jedes Jahr beschließen wir den Abend mit dem Vaterunser, das uns Jesus selbst gelehrt hat, und mit Worten des Segens: Der Herr segne dich und behüte dich. Er lasse sein Angesicht freundlich über dir leuchten und sei dir gnädig. Erst danach teilen die Mitarbeiter die Lebensmittelpakete an unsere Gäste aus. Am Schluss dieses Nachmittags im Rathaus standen wir noch in kleinen Gruppen zusammen und unterhielten uns bei einem Glas Sekt oder Orangensaft über dieses schöne Ereignis. Viele Fragen wurden uns noch gestellt. Mehrere Frauen kamen auf mich zu und erklärten sich auch bereit, Kekse zu backen und an dem Abend mitzuarbeiten. Eine Frau wollte sogar mit ihrem Kleinbus Gäste nach Hause bringen. Denn an Heiligabend fährt zu solch später Stunde kein Bus mehr. Es war uns ein besonderes Zeichen der Ermutigung, dass auch andere Anteil nahmen an unserer Arbeit und es begrüßten, dass dieses Fest weitergehen soll, selbst dann noch, wenn unsere Kräfte weniger werden und wir einmal die Verantwortung in jüngere Hände legen werden.
