
Haben Sie noch nichts passendes gefunden? Stöbern Sie durch unser komplettes Sortiment.
Oder melden Sie sich an bzw. registrieren Sie sich.






Beschreibung
Ein Buch ist ein Gegenstand, eine Ware, ein ästhetisches Objekt und zugleich etwas, das sich in diesen Kategorien nicht erschöpft. Denn sein Leben beginnt lange vor dem Erscheinen und endet nicht, wenn es aus dem Handel verschwindet. Bücher entstehen aus Idee...
Ein Buch ist ein Gegenstand, eine Ware, ein ästhetisches Objekt und zugleich etwas, das sich in diesen Kategorien nicht erschöpft. Denn sein Leben beginnt lange vor dem Erscheinen und endet nicht, wenn es aus dem Handel verschwindet. Bücher entstehen aus Ideen und Entwürfen, werden geschrieben, übersetzt, lektoriert und gestaltet; sie gelangen in die Hände von Leserinnen und Lesern, in Regale und Bibliotheken, werden vergessen und wiederentdeckt.
Zum 75. Geburtstag der Bibliothek Suhrkamp nimmt Leben der Bücher diesen ganzen Weg in den Blick. Autorinnen und Autoren erzählen von Schreiborten und Schreibkrisen, von Handschrift und Typographie, von Übersetzen und Verlagsarbeit, von Materialität und Digitalität und davon, was es für die Literatur bedeutet, wenn Maschinen selbst Texte erzeugen.
Doch Bücher haben nicht nur eine Entstehungs-, sondern auch eine Wirkungsgeschichte. Sie treten miteinander in Beziehung, bilden überraschende Nachbarschaften, wandern durch private und öffentliche Bibliotheken und werden zu Trägern von Erinnerung. Sie können bewahrt und weitergegeben, zensiert, beschlagnahmt oder zerstört werden und gerade darin zeigt sich, wie eng ihr Schicksal mit Fragen von Wissen, Freiheit und gesellschaftlicher Öffentlichkeit verbunden ist.
Leben der Bücher ist weder Liebeserklärung noch Abgesang, sondern eine Bestandsaufnahme: ein Buch über Bücher als materielle Dinge, kulturelle Praxis und Erfahrungsraum und darüber, warum ihr Leben noch lange nicht vorbei ist.
Mit Beiträgen von:
Carolin Amlinger, Juri Andruchowytsch, Hannes Bajohr, Joanna Bator, Fritz Breithaupt, Ann Cotten, Philippe Descola, Friedrich Forssman, Durs Grünbein, Maren Kames, Maylis de Kerangal, Ozan Zakariya Keskinkiliç, Susanne Lange, Ben Lerner, Steffen Mau, Steffen Martus, Kateryna Mishchenko, Marion Poschmann, Carlos Spoerhase, András Visky, Maxim Znak
Dieses Buch ist Teil der Reihe »75 Jahre Bibliothek Suhrkamp«: Willy Fleckhaus hatte für die Bibliothek Suhrkamp ein ikonisches Coverdesign und eine eigene visuelle Ordnung geschaffen. Mit »30 Farben für Willy Fleckhaus« (2026) greift Olaf Nicolai diese Gestaltung auf und aktualisiert die scheinbar zeitlose Gestaltungsgrammatik. Mit deren mathematisch berechneten Kombinationen bespielt er dieses Raster und verändert unseren Blick auf Fleckhaus' Arbeit: Was ursprünglich als funktionaler Entwurf gedacht war, wird jetzt als konzeptuelle Struktur sichtbar. Nicolai erzeugt so eine neue Aufmerksamkeit für die Reihe als Form, er konserviert sie nicht, er aktiviert sie, er zeigt die Bibliothek Suhrkamp als eine höchstlebendige Struktur.
Autorentext
Katharina Raabe ist Lektorin für osteuropäische Literaturen im Suhrkamp Verlag. Zuletzt erschienen u.a.: Gefährliche Nachbarschaften - Ukraine, Russland, Europäische Union (Hg.), Testfall Ukraine. Europa und seine Werte, hg. mit Manfred Sapper, beide 2015; Warum Lesen. Mindestens 24 Gründe, hg. mit Frank Wegner, 2020.
Frank Wegner ist Lektor und Programmleiter für Internationale Literatur und die Bibliothek Suhrkamp im Suhrkamp Verlag und übersetzt Belletristik aus dem Englischen, Französischen und Spanischen. Zuletzt erschienen: Jorge Barón Bizas Die Wüste und ihr Samen, aus dem Spanischen von Frank Wegner, 2025; Warum Lesen. Mindestens 24 Gründe, hg. mit Katharina Raabe, 2020; Verdammter Süden. Das andere Amerika, aus dem Spanischen und Englischen übersetzt von Frank Wegner, hg. mit Carmen Pinilla, 2014.
Olaf Nicolai (*1962) studierte Literatur- und Sprachwissenschaft und promovierte zur Poetik der 'Wiener Gruppe'. Seit Anfang der 1990er Jahre ist er regelmäßig in internationalen Ausstellungen vertreten. Er arbeitet multimedial und disziplinübergreifend. Seine künstlerischen Arbeiten und Projekte wurden in zahlreichen internationalen Einzelausstellungen und Präsentationen gezeigt, u. a. im Musée du Louvre in Paris, im Centre Pompidou in Paris, in der Pinakothek der Moderne München, im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam und im Watari-Um Museum Tokyo. Er wurde zur documenta X und zur documenta 14 eingeladen. 2015 bespielte Olaf Nicolai im Rahmen des Deutschen Pavillons auf der 56. Biennale von Venedig das Dach des Pavillons mit der siebenmonatigen performativen Installation Giro. Mit der Arbeit 30 Farben, die u. a. in der Sammlung des MoMA in New York vertreten ist, entwickelte er ein Designtool, das er hier - auf Einladung des Suhrkamp Verlags - zur Anwendung bringt.
Marion Poschmann wurde in Essen geboren und lebt heute in Berlin. Für ihre Lyrik und Prosa wurde sie mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bremer Literaturpreis 2021 für ihren Lyrikband Nimbus und im selben Jahr mit dem WORTMELDUNGEN-Literaturpreis. Zuletzt erhielt sie 2023 den Joseph-Breitbach-Preis für ihr Gesamtwerk.
Joanna Bator, 1968 geboren, publizierte in wichtigen polnischen Zeitungen und Zeitschriften und forschte mehrere Jahre lang in Japan. Die deutsche Übersetzung ihres Romans Sandberg durch Esther Kinsky war ein literarisches Ereignis. Seither gilt Joanna Bator als eine der wichtigsten neuen Stimmen der europäischen Literatur. Für Dunkel, fast Nacht (2012) wurde sie mit dem NIKE, dem wichtigsten Literaturpreis Polens, ausgezeichnet. Joanna Bator lebt in der Nähe von Warschau.
Maylis de Kerangal, geboren 1967 in Toulon, zählt zu den einflussreichsten Gegenwartsautorinnen Frankreichs. Sie hat zahlreiche Romane, Essays und Erzählungsbände veröffentlicht. Für ihren 2010 erschienenen Roman Die Brücke von Coca wurde sie mit dem Prix Médicis ausgezeichnet, Die Lebenden reparieren gewann zahlreiche Preise und wurde 2016 verfilmt. Kerangal lebt mit ihrer Familie in Paris.
Durs Grünbein wurde am 9. Oktober 1962 in Dresden geboren. Er ist einer der bedeutendsten und auch international wirkmächtigsten deutschen Dichter und Essayisten. Nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs führten ihn Reisen durch Europa, nach Südostasien und in die Vereinigten Staaten. Er war Gast des German Department der New York University und der Villa Aurora in Los Angeles. Für sein Werk erhielt er eine Vielzahl von Preisen, darunter den Georg-Büchner-Preis, den Friedrich-Nietzsche-Preis, den Friedrich-Hölderlin-Preis, den polnischen Zbigniew Herbert International Literary Award sowie den Premio Internazionale NordSud der Fondazione Pescarabruzzo. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Er lebt in Berlin und Rom.
Maren Kames, 1984 in Überlingen am Bodensee geboren, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in Berlin. Ihre Bücher Halb Taube Halb Pfau und Luna Luna wurden viel beachtet und mehrfach ausgezeichnet, Luna Luna war 2020 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde vom Schauspiel Leipzig für die Bühne adaptiert. Hasenprosa, ihr erster Roman, stand 2024 auf den Shortlists für den Deutschen Buchpreis und den Wilhelm Raabe-Literaturpreis.
Ozan Zakariya Keskink l ç, geboren 1989, studierte Politikwissenschaften in Wien, Berlin und Cambridge. 2022 erschien sein Lyrikdebüt Prinzenbad im Elif Verlag, 2023 das Sachbuch Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes im Verbrecher Verlag. Seine Texte wurden in Zeitschriften und Anthologien (u. a. anders bleiben, Rowohlt 2023) veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt. 2025 wurde er u.a. mit dem ZDF-'aspekte'-Literaturpreis und dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis ausgezeichnet. Hundesohn ist sein erster Roman.
Fritz Breithaupt ist Professor für Kognitionswissenschaften und Literaturwissenschaften an der University of Pennsylvania. Dort leitet er das in seiner Form einzigartige Experimental Humanities Lab, an dem er narrative Ereignisse, Empathie, moralisches Denken, Emotionen, Parteilichkeit, Ausreden, Gewalt und Überraschung mit seinem Team empirisch erforscht. Er schreibt regelmäßig für Der Spiegel, Die Zeit und das Philosophie Magazin.
Philippe Descola, geboren 1949, ist emeritierter Professor für Anthropologie a…
