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Beschreibung
Kugelschreiber, Giftschränke & gute Nachbarschaft Leben der Bücher ist eine Anthologie über das heutige Schreiben, Entstehen und Sammeln von Büchern und versucht sich an der Beantwortung u.a. der folgenden Fragen: Wo bin ich, wenn ich schreibe? Warum nur ...Kugelschreiber, Giftschränke & gute Nachbarschaft
Leben der Bücher ist eine Anthologie über das heutige Schreiben, Entstehen und Sammeln von Büchern und versucht sich an der Beantwortung u.a. der folgenden Fragen: Wo bin ich, wenn ich schreibe? Warum nur (oder nie) mit der Hand schreiben? Wer schreibt überhaupt, und für wen? Was genau tut ein schreibendes Gehirn? Wie eingreifend schreiben? Erschließt sich im Schreiben Freiheit? Warum nicht einfach die KI schreiben lassen? Und wie findet das Geschriebene seinen physischen Ausdruck in Typographie und Gestaltung?
In einem zweiten Teil geht es um das Sammeln, Ordnen, Bündeln, um die Geselligkeit von Büchern. Wer steht neben wem, wie sprechen die Bücher einer Bibliothek etwa der Bibliothek Suhrkamp miteinander, wie entsteht gute Nachbarschaft (Aby Warburg)? Wer denkt und konzipiert diese Nachbarschaften? Was sind labyrinthische Bibliotheken? Was wäre eine probate Reisebibliothek? Warum werden Bibliotheken zerstört? Welchen Nutzen und Nachteil haben digitale Bibliotheken?
Die Autorinnen und Autoren auf den Feldern der Kunst, Literatur, Philosophie, Soziologie, der Rechtswissenschaft und der Neurologie zu Hause beschäftigen sich mit den materiellen, politischen und anthropologischen Entstehungsbedingungen von Büchern und den vielfältigen Formen ihres womöglich unerschöpflichen Lebens.
Mit Beiträgen von:
Carolin Amlinger, Juri Andruchowytsch, Hannes Bajohr, Joanna Bator, Fritz Breithaupt, Sophie Calle, Ann Cotten, Philippe Descola, Friedrich Forssman, Rainald Goetz, Durs Grünbein, Maren Kames, Maylis de Kerangal, Ozan Zakariya Keskinkiliç, Susanne Lange, Ben Lerner, Steffen Mau, Steffen Martus, Kateryna Mishchenko, Christoph Möllers, Marion Poschmann, David van Reybrouck, Carlos Spoerhase, András Visky, Maxim Znak
Dieses Buch ist Teil der Reihe »75 Jahre Bibliothek Suhrkamp« : Willy Fleckhaus hatte für die Bibliothek Suhrkamp ein ikonisches Coverdesign und eine eigene visuelle Ordnung geschaffen. Mit »30 Farben für Willy Fleckhaus« (2026) greift Olaf Nicolai diese Gestaltung auf und aktualisiert die scheinbar zeitlose Gestaltungsgrammatik. Mit deren mathematisch berechneten Kombinationen bespielt er dieses Raster und verändert unseren Blick auf Fleckhaus' Arbeit: Was ursprünglich als funktionaler Entwurf gedacht war, wird jetzt als konzeptuelle Struktur sichtbar. Nicolai erzeugt so eine neue Aufmerksamkeit für die Reihe als Form, er konserviert sie nicht, er aktiviert sie, er zeigt die Bibliothek Suhrkamp als eine höchstlebendige Struktur.
Autorentext
Katharina Raabe ist Lektorin für osteuropäische Literaturen im Suhrkamp Verlag. Zuletzt erschienen u.a.: Gefährliche Nachbarschaften - Ukraine, Russland, Europäische Union (Hg.), Testfall Ukraine. Europa und seine Werte, hg. mit Manfred Sapper, beide 2015; Warum Lesen. Mindestens 24 Gründe, hg. mit Frank Wegner, 2020.
Frank Wegner ist Lektor und Programmleiter für Internationale Literatur und die Bibliothek Suhrkamp im Suhrkamp Verlag und übersetzt Belletristik aus dem Englischen, Französischen und Spanischen. Zuletzt erschienen: Jorge Barón Bizas Die Wüste und ihr Samen, aus dem Spanischen von Frank Wegner, 2025; Warum Lesen. Mindestens 24 Gründe, hg. mit Katharina Raabe, 2020; Verdammter Süden. Das andere Amerika, aus dem Spanischen und Englischen übersetzt von Frank Wegner, hg. mit Carmen Pinilla, 2014.
Olaf Nicolai (*1962) studierte Literatur- und Sprachwissenschaft und promovierte zur Poetik der 'Wiener Gruppe'. Seit Anfang der 1990er Jahre ist er regelmäßig in internationalen Ausstellungen vertreten. Er arbeitet multimedial und disziplinübergreifend. Seine künstlerischen Arbeiten und Projekte wurden in zahlreichen internationalen Einzelausstellungen und Präsentationen gezeigt, u. a. im Musée du Louvre in Paris, im Centre Pompidou in Paris, in der Pinakothek der Moderne München, im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam und im Watari-Um Museum Tokyo. Er wurde zur documenta X und zur documenta 14 eingeladen. 2015 bespielte Olaf Nicolai im Rahmen des Deutschen Pavillons auf der 56. Biennale von Venedig das Dach des Pavillons mit der siebenmonatigen performativen Installation Giro. Mit der Arbeit 30 Farben, die u. a. in der Sammlung des MoMA in New York vertreten ist, entwickelte er ein Designtool, das er hier - auf Einladung des Suhrkamp Verlags - zur Anwendung bringt.
Marion Poschmann wurde in Essen geboren und lebt heute in Berlin. Für ihre Lyrik und Prosa wurde sie mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bremer Literaturpreis 2021 für ihren Lyrikband Nimbus und im selben Jahr mit dem WORTMELDUNGEN-Literaturpreis. Zuletzt erhielt sie 2023 den Joseph-Breitbach-Preis für ihr Gesamtwerk.
Joanna Bator, 1968 geboren, publizierte in wichtigen polnischen Zeitungen und Zeitschriften und forschte mehrere Jahre lang in Japan. Die deutsche Übersetzung ihres Romans Sandberg durch Esther Kinsky war ein literarisches Ereignis. Seither gilt Joanna Bator als eine der wichtigsten neuen Stimmen der europäischen Literatur. Für Dunkel, fast Nacht (2012) wurde sie mit dem NIKE, dem wichtigsten Literaturpreis Polens, ausgezeichnet. Joanna Bator lebt in der Nähe von Warschau.
Maylis de Kerangal, geboren 1967 in Toulon, zählt zu den einflussreichsten Gegenwartsautorinnen Frankreichs. Sie hat zahlreiche Romane, Essays und Erzählungsbände veröffentlicht. Für ihren 2010 erschienenen Roman Die Brücke von Coca wurde sie mit dem Prix Médicis ausgezeichnet, Die Lebenden reparieren gewann zahlreiche Preise und wurde 2016 verfilmt. Kerangal lebt mit ihrer Familie in Paris.
Durs Grünbein wurde am 9. Oktober 1962 in Dresden geboren. Er ist einer der bedeutendsten und auch international wirkmächtigsten deutschen Dichter und Essayisten. Nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs führten ihn Reisen durch Europa, nach Südostasien und in die Vereinigten Staaten. Er war Gast des German Department der New York University und der Villa Aurora in Los Angeles. Für sein Werk erhielt er eine Vielzahl von Preisen, darunter den Georg-Büchner-Preis, den Friedrich-Nietzsche-Preis, den Friedrich-Hölderlin-Preis, den polnischen Zbigniew Herbert International Literary Award sowie den Premio Internazionale NordSud der Fondazione Pescarabruzzo. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Er lebt in Berlin und Rom.
Maren Kames, 1984 in Überlingen am Bodensee geboren, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in Berlin. Ihre Bücher Halb Taube Halb Pfau und Luna Luna wurden viel beachtet und mehrfach ausgezeichnet, Luna Luna war 2020 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde vom Schauspiel Leipzig für die Bühne adaptiert. Hasenprosa, ihr erster Roman, stand 2024 auf den Shortlists für den Deutschen Buchpreis und den Wilhelm Raabe-Literaturpreis.
Ozan Zakariya Keskink l ç, geboren 1989, studierte Politikwissenschaften in Wien, Berlin und Cambridge. 2022 erschien sein Lyrikdebüt Prinzenbad im Elif Verlag, 2023 das Sachbuch Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes im Verbrecher Verlag. Seine Texte wurden in Zeitschriften und Anthologien (u. a. anders bleiben, Rowohlt 2023) veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt. 2025 wurde er u.a. mit dem ZDF-'aspekte'-Literaturpreis und dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis ausgezeichnet. Hundesohn ist sein erster Roman.
Fritz Breithaupt ist Professor für Kognitionswissenschaften und Literaturwissenschaften an der University of Pennsylvania. Dort leitet er das in seiner Form einzigartige Experimental Humanities Lab, an dem er narrative Ereignisse, Empathie, moralisches Denken, Emotionen, Parteilichkeit, Ausreden, Gewalt und Überraschung mit seinem Team empirisch erforscht. Er schreibt regelmäßig für Der Spiegel, Die Zeit und das Philosophie Magazin.
Philippe Descola, geboren 1949, ist emeritierter Professor für Anthropologie am Collège de France und gilt als der bedeut…
