

Beschreibung
Wir leben in einer Welt der Wissenschaft und der Technik. Aber: Diese Welt kennt kein höheres Licht! Ihr Gesetz ist eine Bewegung ohne Zentrum, ihre Grenze ist die Materie und der Ruf der Materie. Diesen Zustand zu verstehen, ist der erste Schritt. Aber seine ...Wir leben in einer Welt der Wissenschaft und der Technik. Aber: Diese Welt kennt kein höheres Licht! Ihr Gesetz ist eine Bewegung ohne Zentrum, ihre Grenze ist die Materie und der Ruf der Materie. Diesen Zustand zu verstehen, ist der erste Schritt. Aber seine Entwicklung zu unterbrechen, wäre die Voraussetzung für eine zukünftige Heilung. Dieser Band umfasst folgende Bereiche: Erfahrungsberichte aus dem Spektrum der operativen Magie, phänomenologische Analysen verschiedener Bewusstseinszustände, die Präsentation esoterischer Quellentexte, Beiträge zur Symbolkunde, theoretische Abhandlungen zu traditionalen Themen, Beurteilungen moderner Ideologien, Tendenzen aus traditionaler Sicht. Der dritte Band der Reihe "UR" ist die Fortsetzung und Vollendung der in den beiden vorhergehenden Teilen begonnenen Darstellung traditionaler, esoterischer und magischer Lehren.
Autorentext
Julius Evola (18981974) wird als Kulturphilosoph, Künstler, politischer Autor, Esoteriker und Religionsphilosoph erforscht. Vor allem im italischen Forschungsumfeld sind die jährlich neu erscheinenden akademischen Arbeiten zu Julius Evola kaum überschaubar. Dichtwerke und theoretische Schriften machen ihn zum Mitbegründer des italienischen Dadaismus. Nach Beendigung seiner provokanten künstlerischen Tätigkeit Aufbau eines eigenen philosophischen Systems, das er nach Novalis "Magischen Idealismus" nennt. Intensives Studium westlicher (Magie, Alchemie) und östlicher (Taoismus, Tantrismus) esoterischer Systeme. Von der Idee der "Integralen Tradition" beeinflusst. Kennzeichnend für sein gesamtes Schaffen ist sein Drang nach Überhöhung der bloß menschlichen Existenzweise und seine radikale Ausrichtung nach transzendenten Prinzipien, die er auch "immanent" wahrnimmt. Die Gruppe von UR, die von 19271929 bestand, wurde im Wesentlichen vom italienischen Mathematiker, Neu-Pythagoreer und Hochgradfreimaurer Arturo Reghini sowie von Julius Evola begründet, der damals bereits seine dadaistische und philosophische Periode beendet und sich intensiv mit fernöstlicher Spiritualität beschäftigt hatte. Auf Grund ihres umfangreichen Lehrmaterials und wegen der hoch qualifizierten Mitglieder (darunter Altphilologen, der Begründer der Freudschen Psychoanalyse in Italien, Literaten, erfahrene Mitglieder anderer magischer Gruppierungen sowie die Spitze der Anthroposophie in Italien) muss die Gruppe von UR zu den interessantesten magischen Bünden des 20. Jahrhunderts gerechnet werden.
Leseprobe
Bei vorliegendem Werk handelt es sich um die deutsche Übersetzung des dritten und letzten Bandes der im italienischen Original unter dem Titel Introduzione alla magia erschienenen Sammlung von Texten der sogenannten Gruppe von UR, einer Ende der 1920er-Jahre aktiven Gruppierung, die sich unter der Leitung Julius Evolas dem praxisbezogenen Studium esoterischer Doktrinen und der operativen Magie widmete. Auch bei oberflächlicher Lektüre wird man ohne Weiteres bemerken, dass dieser Band wie schon seine Vorgängerbände sowohl in inhaltlicher als auch in literarischer Hinsicht eine recht große Bandbreite von Texten umfasst: Neben Erfahrungsberichten aus dem Spektrum der operativen Magie finden sich phänomenologisch angelegte Analysen verschiedener Bewusstseinszustände, die Präsentation esoterischer Quellentexte, Beiträge zur Symbolkunde, theoretische Abhandlungen zu traditionalen Themen, Beurteilungen moderner Ideologien bzw. Tendenzen aus traditionaler Sicht und noch manch anderes. Mehrere Beiträge greifen sehr explizit jüngere Entwicklungen in Biologie, Anthropologie, Ethnologie, Psychologie, Religionswissenschaft etc. auf, um sie in einen traditionalen Gesamtrahmen zu integrieren. In diesem Rahmen fällt die Interpretation bestimmter Fakten freilich oft anders aus als in den Schulwissenschaften, ja, es findet eine Art Perspektivenumkehr statt, die etwa hinsichtlich der Evolutionstheorie zu überraschenden Einsichten führen kann. Die innere Einheit in dieser Vielfalt von Themen bleibt dabei stets erkennbar: Alles kreist mehr oder minder eng um jene Wissenschaft vom Ich, als die die Magie hier begriffen wird eine Art göttliche Technik, die, auch wenn sie nichts mit äusseren Dingen und Erscheinungen zu tun hat, sondern sich auf die tiefsten Kräfte des inneren Menschen konzentriert, doch experimentell vorwärtsschreitet und mit denselben Kriterien der Objektivität und Unpersönlichkeit wie die exakten Wissenschaften arbeitet (UR I, 26). Das magische Weltverständnis ist ein in sich kohärentes und auf seiner Ebene überaus reales Weltverständnis, das dem modernen Durchschnittsmenschen indes verschlossen bleiben muss, weil ihm dafür schlicht das Sensorium fehlt. In diesem Weltverständnis erscheint die manifestierte Welt als ein von subtilen Kräften durchzogenes Kraftkontinuum, das der Magier sich zunutze machen kann. Ziel des magischen Weges ist die Erlangung eines im wörtlichen Sinne über-menschlichen Seins- und Erkenntniszustandes. In der Einführung zu Band I wird dies prägnant formuliert: Jenseits des vernunftgebundenen Intellekts, jenseits der Glaubensrichtungen, jenseits von all dem, was im allgemeinen als Kultur oder Wissenschaft Geltung hat, gibt es ein höheres Wissen. In ihm erlischt die Angst des Individuums. In ihm wird das Dunkel erhellt, und die Zufälligkeit des menschlichen Daseins nimmt ein Ende; in ihm wird das Problem des Seins gelöst. Dieses Wissen ist transzendent auch in dem Sinne, dass es einen völligen Zustandswechsel voraussetzt. Man kann dieses Wissen nur erlangen, wenn man den eigenen Seinszustand in einen anderen Seinszustand überführt, indem man also das eigene Bewusstsein völlig umwandelt (UR I, 25). Was die Gruppe von UR in ihrem praktischen Wirken auszuloten versucht hat und in Form dieser Beiträge ihrer Leserschaft es wird verschiedentlich betont, dass ein qualifizierter und damit quantitativ eher begrenzter Adressatenkreis anvisiert ist letztlich anbietet, ist also nicht weniger als Folgendes: für einen modernen westlichen Menschen grundsätzlich gangbare Wege zur Transzendierung der conditio humana. Ausgangspunkt ihrer Bestrebungen ist die illusionslose Anerkenntnis des radikalen Traditionsbruches der Moderne, der im Grunde kaum mehr Anknüpfungspunkte an orthodoxe bzw. reguläre Formen von Spiritualität biete. In einem in jeglicher Hinsicht irregulären Zeitalter, so die Botschaft, sei der spirituelle Sucher weitgehend auf sich selbst gestellt und müsse unter Umständen zu recht unorthodoxen und teils auch gefährlichen Mitteln greifen. Es ist, als würde man sich in ein unbekanntes wildes Land wagen, ohne über Referenzen' oder eine genaue Landkarte zu verfügen (UR III, 208), wie es in einem der Texte heißt. Dabei ist nicht zu vergessen, dass der hiermit markierte Pfad dem Geist der Überlieferung nicht entgegengesetzt sein muss, sondern innerhalb mancher Traditionen als grundsätzlich legitim erachtet wird. Dass es der Gruppe von UR in ihren Instruktionen nicht darum ging, einen Generalschlüssel für alle zu liefern, versteht sich von selbst. Man muss die von ihnen erschlossenen Quellen und Wege als Einladung für Einzelne begreifen. So heißt es denn auch in den abschließenden Bemerkungen: Von dem, was wir hier angeboten haben, mag ein jeder seiner Befähigung und seinem Interesse entsprechend den Gebrauch machen, der ihm angemessen erscheint: hinreichende Bezugspunkte, um selbst ein gutes Stück voranzukommen sei es im Studium oder in der Praxis , wurden hier geliefert, jedenfalls für denjenigen, der die geistigen Verständniskapazitäten besitzt: geliefert in einer gewissen Vielfalt, die der Vielzahl individueller Neigungen entspricht. Wenn jemand noch mehr wissen will, so wird es schwierig sein, dies in einer schriftlichen Darstellung zu finden (UR III, 476). Letzteres scheint mir auch heute noch gültig zu sein und hierin liegt die Stärke und ungebrochene Aktualität der Texte. Denn diese sind nicht nur ein faszinierendes in der Geschichte der modernen Esoterik einzigartiges Zeugnis magisc…