

Beschreibung
"Wer Herr über die Zeit ist, Madame, wird die Welt beherrschen." In der Blütezeit des Uhrmacherhandwerks wird das ehemalige Findelkind Laurent zum Erfinder der verrücktesten Maschinen. Sein Ziel ist es, die Zeit - und damit die Welt - zu beherrschen...."Wer Herr über die Zeit ist, Madame, wird die Welt beherrschen."
In der Blütezeit des Uhrmacherhandwerks wird das ehemalige Findelkind Laurent zum Erfinder der verrücktesten Maschinen. Sein Ziel ist es, die Zeit - und damit die Welt - zu beherrschen. In einer furiosen Jagd ringt er um den Preis für die Konstruktion der ersten Dezimaluhr - und um die Liebe von Marie Grossholtz, die als Madame Tussaud in Paris ihr berühmtes Wachsfigurenkabinett eröffnet.
Frech, spannend und komisch: ein Roman ganz auf der Höhe der Zeit ... des 18. Jahrhunderts!
Ein mysteriöses Genie konstruiert in der Blüte des Uhrmacherhandwerks die erstaunlichsten Apparate. Die feinmechanischen Kunstwerke der reichen Bürger Genfs, der anspruchsvollen Hofschranzen in Madrid und Paris, ob Spieluhr oder erste Taschenuhren - sie alle stammen von einem genialen Erfinder, dessen Puls im immer selben Rhythmus schlägt, als gehorche sein Herz anderen Gesetzen als denen der Natur.
"'Unruh' ist eine äusserst kurzweilige Lektüre. Das Buch ergänzt das Repertoire von historischen Romanen über aussenseiterische Genies, wie sie Patrick Süskind in 'Das Parfüm' oder Robert Schneider in 'Schlafes Bruder' vorgeprägt haben, um eine helvetisch-humoristische Variante." Tages-Anzeiger
Autorentext
Hansjörg Betschart wurde 1955 in Basel geboren. Während des Studiums an der Schauspielakademie Zürich gründete und leitete er das Basler Jugendtheater. Danach arbeitete er als Theaterregisseur in Schweden und an namhaften Theatern im deutschsprachigen Raum. Betschart wohnt und schreibt in Basel und Fougerolles. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Luchs 87 von der Wochenzeitung 'Die Zeit'.
Klappentext
"Wer Herr über die Zeit ist, Madame, wird die Welt beherrschen." Ein mysteriöses Genie konstruiert in der Blüte des Uhrmacherhandwerks die erstaunlichsten Apparate. Die feinmechanischen Kunstwerke der reichen Bürger Genfs, der anspruchsvollen Hofschranzen in Madrid und Paris, ob Spieluhr oder erste Taschenuhren - sie alle stammen von einem genialen Erfinder, dessen Puls im immer selben Rhythmus schlägt, als gehorche sein Herz anderen Gesetzen als denen der Natur. "Hansjörg Betschart versteht es meisterhaft, die Balance zwischen Witz und Ernst, Satire und Leben, Trauer und Glück zu halten." DIE ZEIT
Leseprobe
"Jung?"Da er keine Antwort erhä;lt, klopft er noch einmal. "Jung? Was wohl der Herr in seinem Kä;stchen verbirgt? Eine Uhr?" Die Regentropfen klatschen dem Kutscher auf die Wangen. "Oder gar die Zeit selbst?"Als es in der Kiste stumm bleibt, mag sich der Kutscher die Zeit nicht mehr mit dem Jungen vertreiben und brü;llt gegen den Fahrtwind in die Kabine hinunter: "Vielleicht wü;rde der Herr dem Jungen gestatten, den Inhalt des Kä;stchens zu sehen? Wenn es Zeit enthielte, kä;me man schneller ans Ziel." Sogar die Gä;ule erschrecken, als Jacquet-Droz zurü;ckbrü;llt: "Jamais!" Der Kutscher flucht und hä;lt seinen Kopf schrä;g in den Wind wie seine Pferde, die an den Zü;geln zerren. "Die feinen Herren sind gern verschwenderisch, wenn's um unsere Zeit geht, aber mit der eigenen knausern sie!", knurrt er. "Der Weber weiß; genau, wieviel Leinenstoff er besitzt. Er kann Elle um Elle abmessen, wie er will, am Ende hat er doch immer den Stoff. Aber wenn wir eine Stunde messen, um sie zu sparen, dann ist sie vergangen, ehe sie uns gehö;rt." Damit lä;ß;t der Mann auf dem Bock seinen Lederriemen wü;tend auf die Rü;cken der Pferde niederfahren.
Madame, das Reisen in der Kutsche ist keine kommode Angelegenheit! Die Kabine wird derart in der Welt herumgeschaukelt, daß;, wer sich nicht festhä;lt, bald vom Sitz rutscht, bald den Boden, bald die Decke kennenlernt; es empfiehlt sich auch nicht, in voller Fahrt zu schlafen, wenn man sich nicht im Traum eine Beule holen will, die sich beim Erwachen als sehr wirklich erweist. Der Kutscher oben auf seinem Bock leidet selbst nur halb soviel wie die Kundschaft, denn er fü;hrt die Peitsche, und es gefä;llt ihm, wenn die Pferde ins Geschirr fliehen. Wer nun glaubt, er gewinne durch schnelles Reisen gute Zeit, der wird sie bald verlieren, indem er eine ü;ble Zeit in einem Kurhaus verbringen muß;, um all die blauen Flecken und Dellen und Verstimmungen der Magensä;fte behandeln zu lassen, die das heftige Rü;tteln verursacht. Mit dem Reisen verhä;lt es sich fast wie mit den neuesten Nachrichten: Wo einer hurtig reist, findet sich immer ein anderer, der noch schneller reisen mö;chte. Kommt ihm gar eine Kutsche entgegen und sollen zwei Wagen sich kreuzen, verringert sich die Geschwindigkeit der Beteiligten oft unerwü;nscht auf null. Da heiß;t es aussteigen und den Schuh im Morast verlieren und vor allem: warten! So steht man bald eingeklemmt nebeneinander sich gegenü;ber und versucht durch Hö;flichkeit einen Vorteil zu gewinnen. Aber auch wenn die Insassen sich zuvorkommend begrü;ß;en und erfreut tun, einander zu begegnen, die Kutscher auf ihren hochfahrenden Sitzen sind es nicht.
"Piß; dich voll, Hurensohn! Mein Herr ist Uhrmacher! Und die Zeit drä;ngt!" "Selber Piß;topf! Meiner ist Arzt. Das kostet Leben!" So geschieht es kurz vor La Chaux-de-Fonds in einem Hohlweg, wie sie in der Eidgenossenschaft berü;chtigt sind. "Dann setz zurü;ck! Sturkopf! Und geiz nicht mit deinem Leben!" "Und du stiehl mir hier nicht meine Zeit!" Wä;hrend Jacquet-Droz den Vicomte de l'Ille, der von sich behauptet, er sei Arzt, mit einem witzigen Zuruf empfä;ngt und herzliche Grü;ß;e an die Comtesse ausrichten lä;ß;t und der Vicomte sich seinerseits im sü;ß;esten Ton, den er durch seine kleine Nase blä;st, nach dem Befinden von Monsieur erkundigt, drischt ü;ber ihren Kö;pfen der schwarzhaarige Kutscher bereits mit seiner Rindslederpeitsche nach dem bä;rtigen, daß; die Kutschen wackeln. "Mein Pferd wü;rde sich schä;men, so etwas zu ziehen!" "Reiß; deinen Kiefer nicht zu weit auf, sonst hau ich dir die Zä;hne im Gä;nsemarsch zum hinteren Ende hinaus!" "Ich brauche bloß; zu warten, bis dir deine von selber ausfallen!" In der Zwischenzeit erkundigt sich ein Stockwerk tiefer, aus einem Fenster ins andere, Jacquet-Droz hö;flichst beim Vicomte, ob er an Uhren interessiert sei. Er hat Glü;ck. Vorzü;glich zeigt sich der Vicomte an jenen Zifferblä;ttern mit Pikanterien interessiert, die zur Zeit in Paris besonders en vogue sind. Bald sind sich der Vicomte und Jacquet-Droz ü;ber einen Handel einig, und es fehlt nur noch der Austaus