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Das Tarotbuch

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Leseprobe
Mit diesem Buch macht Hajo Banzhaf die unmittelbare Anwendung der 78 Tarotkarten kinderleicht. Die drei hier vorgestellten Legesys... Weiterlesen
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Beschreibung

Mit diesem Buch macht Hajo Banzhaf die unmittelbare Anwendung der 78 Tarotkarten kinderleicht. Die drei hier vorgestellten Legesysteme decken alle wichtigen Lebensbereiche ab. Das 'Liebesorakel' gibt Fragenden Ratschläge, wie sie ihre Beziehung entwickeln können. Der 'Kompass' bietet sich bei finanziellen und beruflichen Entscheidungen an, und der 'Blinde Fleck' dient der Selbsterkenntnis. Hajo Banzhaf hilft mit seinem Tarot-Orakel, die Weisheit des Unbewussten sichtbar zu machen.

"Das Tarot-Buch" setzt die Erfolgsstory von Hajo Banzhafs absolutem Bestseller "Das Arbeitsbuch zum Tarot" (22 Auflagen, ca. 250 000 verkaufte Exemplare) fort. Neu ist die kurze, knappe und doch überaus aussagekräftige Beschreibung aller Karten des Rider-Waite-Tarots. Neu ist aber auch, dass drei zentrale Legesysteme vorgestellt werden, mit denen Aussagen zu allen zentralen Lebensbereichen möglich sind. Das "Liebesorakel" ermöglicht Interpretationen zur Partnerschaft und ihrer Entwicklung: Ist er/sie der richtige Partner für mich? Was steht zwischen uns? Wie kann sich unsere Beziehung positiv weiterentwickeln? Wie sieht mich der/die andere? "Der Kompass" als ausgesprochen vielseitige Legemethode erlaubt Trendvorhersagen zu einer ganzen Reihe von Themen wie Geld, Beruf, Reisen. Die Kompassbefragung bietet sich an, wenn wir nicht wissen, in welche Richtung wir gehen sollen. Ist dieser oder jener Beruf für mich besser geeignet? Soll ich mein Geld momentan in Aktien oder Pfandbriefen anlegen? Welches der drei Last-Minute-Angebote verspricht den aufregendsten Urlaub? Der Kompass zeigt den richtigen Weg aus Verstrickungen und erhellt die Aussichten, wenn mehrere Möglichkeiten zur Wahl stehen. Das Legemuster "Blinder Fleck" ist angezeigt zur Vertiefung der Selbsterkenntnis und zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Der üppige Einsatz von Farbabbildungen macht das Buch besonders attraktiv und übersichtlich. Alle 78 Karten werden für jede Position im Rahmen der hier vorgestellten drei Legesysteme interpretiert. Daher eignet sich dieses Werk als Einführungsbuch par excellence; denn die für Anfänger schwierige deutungsmäßige Übertragung von Grundaussagen auf bestimmte Legepositionen übernimmt der Autor.

Autorentext
Hajo Banzhaf, geboren am 15.5.1949, war Astrologe und Deutschlands bekanntester Tarot-Experte. Nach einem Studium der Philosophie und einer zwölfjährigen Banklaufbahn arbeitete er seit 1985 freiberuflich als Buchautor, Seminarleiter und Astrologe. Hajo Banzhaf war Autor und Co-Autor von 17 Büchern über Astrologie und Tarot, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Im Februar 2009 starb Hajo Banzhaf an den Folgen einer Operation.

Zusammenfassung
Das Tarot-Buch setzt die Erfolgsstory von Hajo Banzhafs absolutem Bestseller Das Arbeitsbuch zum Tarot (22 Auflagen, ca. 250 000 verkaufte Exemplare) fort. Neu ist die kurze, knappe und doch überaus aussagekräftige Beschreibung aller Karten des Rider-Waite-Tarots. Neu ist aber auch, dass drei zentrale Legesysteme vorgestellt werden, mit denen Aussagen zu allen zentralen Lebensbereichen möglich sind.

Das Liebesorakel ermöglicht Interpretationen zur Partnerschaft und ihrer Entwicklung: Ist er/sie der richtige Partner für mich? Was steht zwischen uns? Wie kann sich unsere Beziehung positiv weiterentwickeln? Wie sieht mich der/die andere?

Der Kompass als ausgesprochen vielseitige Legemethode erlaubt Trendvorhersagen zu einer ganzen Reihe von Themen wie Geld, Beruf, Reisen. Die Kompassbefragung bietet sich an, wenn wir nicht wissen, in welche Richtung wir gehen sollen. Ist dieser oder jener Beruf für mich besser geeignet? Soll ich mein Geld momentan in Aktien oder Pfandbriefen anlegen? Welches der drei Last-Minute-Angebote verspricht den aufregendsten Urlaub? Der Kompass zeigt den richtigen Weg aus Verstrickungen und erhellt die Aussichten, wenn mehrere Möglichkeiten zur Wahl stehen.

Das Legemuster Blinder Fleck ist angezeigt zur Vertiefung der Selbsterkenntnis und zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Der üppige Einsatz von Farbabbildungen macht das Buch besonders attraktiv und übersichtlich. Alle 78 Karten werden für jede Position im Rahmen der hier vorgestellten drei Legesysteme interpretiert. Daher eignet sich dieses Werk als Einführungsbuch par excellence; denn die für Anfänger schwierige deutungsmäßige Übertragung von Grundaussagen auf bestimmte Legepositionen übernimmt der Autor.



Leseprobe
Was ist Tarot?
Aufbau und Ursprung der Karten

Der oder das Tarot - beide Formen sind gebrhlich - ist ein Kartenorakel, das in seiner heutigen Struktur seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist. Es besteht aus 78 Karten, die sich in zwei Hauptgruppen unterteilen: in eine Gruppe von 22 Karten, die man die Gron Arkana (lat. arcanum = Geheimnis) nennt, und in die 56 Karten der Kleinen Arkana. Wend sich die Gron Arkana aus 22 Einzelmotiven zusammensetzen, die in sich keine Wiederholung kennen und aufgrund ihrer Nummerierung eine klare Reihenfolge bilden, sind die Kleinen Arkana die Vorler unserer heutigen Spielkarten, deren vier Serien oder Farbse einander wie folgt entsprechen:

Tarot - Franzsische Karten / Deutsche Karten
St: Kreuz oder Treff / Eichel
Schwerter: Pik / Blatt oder Grn
Kelche:Herz / Herz
Mnzen: Karo / Schellen

er den Hintergrund dieser vier Symbole ist viel spekuliert worden. Man hat sie mit den vier Sten des Mittelalters in Verbindung gebracht, mit den vier heiligen Insignien der Kelten, als Attribute indischer Gottheiten, vor allem aber auch als Entsprechungen der vier klassischen Elemente.

Tarot - Ste des Mittelalters / Insignien der Kelten / Vier Elemente
St - Bauern / Lanze / Feuer
Schwerter - Ritter / Schwert (Excalibur) / Luft
Kelche - Klerus/ Kelch (Gral) / Wasser
Mnzen - Kaufleute / Schale / Erde

Dabei ft auf, dass die antike Elementelehre Feuer und Luft als mliche Elemente betrachtet, Wasser und Erde dagegen als weiblich. Eine entsprechende Unterscheidung findet sich bis heute in den franzsischen Spielkarten, wo die mlichen Karten Kreuz und Pik schwarz sind - im Unterschied zum Rot der Farben Herz und Karo, die den weiblichen Elementen entsprechen.
Ob die Karten der Gron und der Kleinen Arkana ursprnglich zusammengehrten oder einander erst im Laufe der Zeit gefunden haben, ist ebenso ungewiss wie der Ursprung der Karten. Man fand Spuren, die vermuten lassen, dass die Kleinen Arkana im 14. Jahrhundert aus der islamischen Welt nach Europa kamen. Was aber auf diesen Karten zu sehen war und was man mit ihnen tat, ob es sich um reine Spielkarten handelte oder ob sie auch als Orakel befragt wurden, ist unbekannt. Noch weniger wissen wir ber den Ursprung der fr jeden Tarotkenner so viel bedeutsameren Karten der Gron Arkana. Sie tauchen erstmals etwa 1430 in einem italienischen Deck auf, dem Visconti-Sforza-Tarot, und die Vermutungen ber ihre Herkunft gehen - wie so oft beim Tarot - extrem auseinander. Wend die einen aus der Tatsache, dass die Karten zum ersten Mal im frhen 15. Jahrhundert erschienen, recht pragmatisch folgern, dass sie wohl auch in dieser Zeit der italienischen Renaissance entstanden sind, gehen andere viel weiter zurck. Sie vermuten, mit den Gron Arkana nicht weniger als das Weisheitsbuch der altptischen Priesterkaste in den Hen zu halten, das mehrere tausend Jahre nur in allergeheimsten Kreisen weitergegeben wurde, bis es dann im 15. Jahrhundert erstmals ans Licht der fentlichkeit kam, ohne dass seine wahre Natur erkannt wurde. Denn die esoterische Bedeutung der Tarotsymbolik wurde erst 1781 von Court de Gebelin, einem franzsischen Gelehrten, beim Kartenspiel in einem Pariser Salon entdeckt.
Zu den vielen fantasievollen Geschichten, die sich um den geheimnisvollen Ursprung ranken, gehrt auch die Vermutung, dass die Tarotkarten durch Moses, der als Hoher Priester in die ptischen Mysterien eingeweiht war, mit dem Auszug des Volkes Israel nach Palina kamen. Dort sollen sie eine Verbindung mit der Kabbala eingegangen sein, jener jdischen Geheimlehre, die unter anderem in den 22 Buchstaben des hebrchen Alphabets einen tiefen Symbolwert erkennt. Die zahlenmge Entsprechung der 22 Buchstaben dieses Alphabets mit den 22 Karten der Gron Arkana zt zu den gewichtigsten Belegen dieser Ursprungsvermutung.
Auch die Deutungen des Wortes Tarot gehen weit auseinander und sind lich zahlreich wie die Geschichten ber die Herkunft der Karten. Tarot sei altptisch und bedeute der knigliche (Ro) Weg (Tar), sagte man. Aber das war noch zu einer Zeit, in der sich ptische Hieroglyphen nur mithilfe der Fantasie bersetzen lien. Als im frhen 19. Jahrhundert mit der Entdeckung des berhmten Steins von Rosette die wirkliche Bedeutung dieser Schriftzeichen offenbar wurde, erwiesen sich die alten ersetzungen als haltlos. Oftmals wird das Wort Tarot auch mit der Thora in Verbindung gebracht. So nennt man die fnf Bcher Moses, die den Beginn des Alten Testaments und das Gesetz des jdischen Volks bilden. In spirituellen Kreisen wird das Wort Thora deshalb auch als das gttliche Gesetz gedeutet. Insbesondere die Kreise, die ohnehin den Ursprung der Karten im alten ypten sehen und vermuten, dass sie durch Moses nach Israel kamen, sehen in dieser Namenslichkeit einen weiteren Beweis fr ihre These. Daneben gibt es natrlich auch ganz profane Deutungen dieses Wortes. So die Vermutung, die Karten kn aus der Gegend von Parma und hen ihren Namen vom Fluss Taro, der durch diese Stadt flie. Sicher scheint nur, dass es sich um ein franzsisches Wort handelt, das erstmals gegen Ende des 16. Jahrhunderts auftauchte. Damals nannten sich die Kartenmacher in Paris Tarotiers. Leider ist nicht berliefert, woher sie diesen Namen hatten und was er fr sie bedeutete. Aufgrund dieser franzsischen Wurzeln sprechen die meisten das Wort als Taro aus. Diejenigen, die dagegen Tarot sagen, wollen damit betonen, dass das erste und das letzte t zusammengehren, sich sozusagen berlagern, als w das Wort kreisfrmig auf ein Rad geschrieben, worin eine weitere Deutung des Namens liegt: rota (lat., das Rad). Nimmt man auch noch das lateinische Wort orat (= verkndet) hinzu und bedenkt, dass Ator eine ptische Einweihungsgttin war, dann versteht man den Satz, den Paul Foster Case (ein amerikanischer Tarotexperte des 20. Jahrhunderts) aus den vier ausgesprochenen Buchstaben des Namens kombinierte: ROTA TARO ORAT TORA ATOR (= Das Rad des Tarot verkndet das Gesetz der Einweihung).
Wie so oft, werden sicherlich auch die Wahrheit ber den Ursprung der Karten und die Bedeutung des Namens in der Mitte zwischen all den vielen Spekulationen liegen. Mir erscheint die Frage nach dem Alter der Karten ohnehin recht unbedeutend. Denn tatslich berliefert uns der Tarot eine Weisheit aus sehr alter Zeit, die in der Tiefe des kollektiven Unbewussten wurzelt und bis in die Urfrhe menschlicher Bewusstwerdung zurckreicht. Deshalb halte ich es fr unwichtig, ob die Karten, die dieses Wissen anschaulich machen, nun 500 oder 5000 Jahre alt sind. Die Bilder, um die es geht, sind allemal er als Papier und Buchdruckerkunst.
Dabei sind es nur die 22 Karten der Gron Arkana, in deren tiefgrndiger Symbolik sich dieses Wissen vom Lebensweg des Menschen verbirgt, wie ich es in dem Buch Tarot und die Reise des Helden beschrieben habe. Wie, wann, von wem und warum dieses alte Wissen in so unverfchter Weise im Bilderzyklus der 22 Karten festgehalten wurde, bleibt ein Geheimnis. Vielleicht spielten dabei die Triumphzge eine wichtige Rolle, die man in der Renaissance gern an Frstenhfen auffhrte und die vermutlich auf este Kulte im Mittelmeerraum zurckgehen. Zumindest legt der frhe Name der Karten - trionfi oder auch Spiel der Trmpfe - einen solchen Zusammenhang nahe. Die 56 Kleinen Arkana haben keine solche Tiefe. Sie sind nach allem, was wir wissen, niemals zu anderen Zwecken als zum Kartenlegen gebraucht worden.

Die verschiedenen Tarotdecks
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren diese Zahlenkarten der Kleinen Arkana nicht aussagekriger illustriert als unsere Spielkarten. Solche alten Darstellungen findet man noch heute unter dem Namen Tarot von Marseille. Von einigen Ausschmckungen abgesehen, zeigen sie nicht mehr als die dem Wert der Karte entsprechende Anzahl des jeweiligen Farbsymbols. Auf der Karte Drei St sieht man eben drei St und auf den Acht Kelchen acht Kelche. Diese Karten lien sich eigentlich nur mithilfe eines bergeordneten Systems deuten, wie etwa die Kombination der Zahlensymbolik mit dem Element, das den Stn, Schwertern, Mnzen oder Kelchen entspricht. Diese traditionellen Deutungen finden Sie in diesem Buch bei allen vierzig Zahlenkarten. So war es schon eine kleine Revolution in der Welt des Tarot, als zum Jahreswechsel 1909/10 die von Arthur Edward Waite entworfenen und von Pamela Colman Smith gestalteten Karten des Rider-Waite-Tarot erschienen, bei denen erstmals auch die Kleinen Arkana illustriert waren. Seither fhren Bilder zur Bedeutung aller 78 Karten, was die gro Beliebtheit dieses Tarots erkl. Wenn man sich mit den Karten ernsthaft beschigt, merkt man bald, wie tiefgrndig ihre Symbolik ist. Dennoch sind Menschen auf ihrer Suche nach Tarotkarten oftmals von der Schlichtheit dieser naiven Bilder enttcht und suchen etwas Mystischeres, Magischeres, Geheimnisvolleres. Die meisten von ihnen ston dann frher oder spr auf den Tarot von Aleister Crowley, dessen Bilder tatslich neben ihrer magischen Faszination einen ungeheuren Reichtum an Symbolik haben. Aber genau hier liegt auch das Problem, denn natrlich muss man diese Symbolik erst verstehen, um die Bedeutung der Karten zu erfassen; und da in unserer Zeit kaum jemand mit der Deutung von Bildern und Symbolen vertraut ist, sind nicht nur Neulinge von der Vielschichtigkeit der Crowley-Karten schnell berfordert. Da im Crowley-Tarot aber alle Karten der Kleinen Arkana auch einen Namen haben, liegt die Versuchung nahe, statt der Symbolik der Karten einfach den Namen zu deuten. Doch damit trifft man oftmals nicht das Eigentliche.

Inzwischen gibt es Hunderte verschiedener Tarotdecks, zu denen sich immer wieder neue hinzugesellen. Deshalb stellt sich manchem Neuling die Frage, fr welches Deck er sich entscheiden soll. Viele lassen sich dabei verstlicherweise von ihrem Geschmack leiten und kaufen die Karten, von denen sie sich am meisten angesprochen fhlen. Ein Problem taucht oft erst auf, wenn es darum geht, diese Karten zu deuten. Denn natrlich haben die Tarotkarten in den verschiedenen Decks keine identische Bedeutung. Was w sonst das Wesen der Neugestaltung? Deshalb ist es wichtig, fr die jeweiligen Karten auch ein erklndes Buch zu finden. Die meiste Literatur gibt es zu den Rider-Waite-Karten und zum Crowley-Tarot. Wer sich fr andere Karten entscheidet, vor allem fr eher exotische Tarots, ist gut beraten, sich zunst zu vergewissern, ob und welche Deutungsbcher es dazu gibt.

Gibt es richtige und falsche Karten?
Die nahe liegende Frage, ob es denn unter den verschiedensten Tarotdecks auch richtige und falsche gibt, lt sich nicht pauschal beantworten, denn zunst kommt es darauf an, was man mit den Karten tut. Will man sie als das Weisheitsbuch studieren, das in den 22 Gron Arkana ein tiefgrndiges Wissen aus alter Zeit berliefert, dann wird man von manchen der neu gestalteten Tarots verwirrt oder enttcht sein und bei einigen gar nicht fndig. Denn auf dieser Ebene wird sofort ersichtlich, dass diese tiefe Dimension von manchem Neugestalter der Karten nicht erfasst, vielleicht auch gar nicht erkannt wurde und deshalb in diesen Decks natrlich auch vergeblich gesucht wrde.
Nimmt man Tarot dagegen als Zufallsorakel, um sich damit die Karten zu legen, dann gibt es keine falschen Karten. Dann geht es allein darum, in der gelegten Konstellation eine Aussage zu erkennen, sie zu lesen und richtig zu bersetzen. Entscheidend ist dabei nicht, ob ein bestimmtes Tarotdeck besser oder schlechter funktioniert als ein anderes, sondern welche Sprache man spricht, welche Tarotkarten man am besten versteht. Denn in dem Ma, wie sich die Bilder unterscheiden, hat jedes Deck seine eigene Sprache. Um sie zu deuten, muss man natrlich die Illustrationen und die Symbolik verstehen, um dann in der jeweils eigenen Bildersprache Antworten auf zuvor gestellte Fragen zu finden.

Wie zufig ist der Zufall?
Tarot gehrt mit vielen anderen Orakeln aus alter Zeit zu den Systemen, die dem Zufall eine Bedeutung beimessen. Das erscheint vielen Menschen so absurd, dass sie sich gar nicht erst die Mhe machen, diesem Phmen weiter nachzugehen. Wer sich nicht nur in Kreisen bewegt, die stets und gern betonen, dass es keinen Zufall gibt, der hrt oft, wie vom blinden, puren oder dummen Zufall gesprochen wird, der einfach absurd, belanglos und bar jeder Bedeutung sei. Und dort ist man fassungslos, dass erwachsene Menschen einer so beliebigen Konstellation, die sich aus einigen zufig gezogenen Karten ergibt, ernsthaft eine Bedeutung beimessen.
Das Wort Zufall ist noch relativ jung und in alten Sprachen nicht in unserem heutigen Sinne bekannt. Es wurde im 14. Jahrhundert als ein Kunstwort geschaffen, um dem Unberechenbaren einen Namen zu geben. Zuvor hatte man darin selbstverstlich das Wirken Gottes gesehen, das sich im Unterschied zum berechenbaren menschlichen Handeln stets im Unvorhersehbaren zeigte. Zufall war zunst kein abschiger Begriff, sondern bekam seinen schlechten Ruf erst im 17. Jahrhundert, im Zeitalter der Aufklng, in der viele alte Vorstellungen und Denkmodelle als vorwissenschaftliche Irrtmer und als Unfug abgestempelt wurden. Seither galt der Zufall als ein unberechenbarer Strenfried, aber auch als eine eher zu verachtende Ausnahme von der Regel. Erst in den letzten Jahrzehnten beginnen sich Menschen wieder mehr mit dem Phmen Zufall auseinander zu setzen und erkennen darin etwas Bedeutsames. Was ist davon zu halten?
Aus einer spirituellen Sicht betrachtet, ist Zeit nicht nur eine Quantit die bedeutungslos dahinflie. Zeit hat vielmehr auch eine Qualit die jedem Augenblick seine eigene Bedeutung verleiht. Das ist die Anschauung, die den meisten Orakeln zugrunde liegt. Wend uns der Zeiger der Uhr die Zeitmenge anzeigt, knnen wir aus dem Stand der Gestirne oder der Symbolik einer Zufallskonstellation ablesen, was der Augenblick bedeutet. Nimmt man hinzu, dass in einer ganzheitlichen Sicht der Welt Frage und Antwort eine Einheit, ein Ganzes bilden, dann liegt es nahe, dass im Augenblick der Frage auch die Antwort auf die Frage liegt. Wem es also gelingt, die Augenblicksqualitzu erkennen, der kann aus dieser Symbolik die Antwort ablesen. Darin aber liegt gerade das Wesen des Zufalls, dass er uns in der zufigen Konstellation die Qualitdes Augenblicks bildhaft vor Augen fhrt. Und ebendas ist das typische Wesen vieler Orakel, die in ihrer Weise die Deutung dieser Symbolik ermglichen.
Der Astrologe schaut dazu an den Himmel - zumindest frher, heute blickt er zumeist auf den Computerbildschirm -, um
aus dem Stand der Planeten die Qualitdes Ortes zu ermitteln, von dem aus sie betrachtet werden. Die alten Chinesen warfen Schafgarbenstel und schauten dann im I Ging, einem der esten Weisheitsbcher der Menschheit, die Bedeutung des so ermittelten Hexagramms nach. Der Tarotkundige legt sich die Karten, die Druiden befragen die Runen, und der Kaffeesatzleser erkennt die Bedeutung des Augenblicks aus der Symbolik des Kaffeesatzes. Die Zeitqualitkommt auf allen Ebenen zum Ausdruck.
Insofern stellt sich weniger die Frage, ob das eine Orakel dem anderen berlegen ist, als vielmehr die, welche Symbolik der Deuter am besten versteht, die der Sterne, der Karten, der Runen usw.

Produktinformationen

Titel: Das Tarotbuch
Untertitel: Mit Interpretationen zu allen Karten in den verschiedenen Legepositionen - Kompass. Liebesorakel. Blinder Fleck
Autor:
EAN: 9783442336463
ISBN: 978-3-442-33646-3
Format: Fester Einband
Herausgeber: Arkana HC
Genre: Lebensdeutung
Anzahl Seiten: 216
Gewicht: 898g
Größe: H268mm x B187mm x T24mm
Jahr: 2001
Auflage: 7. A.
Land: DE