

Beschreibung
Bekanntes und unbekanntes OSTANATOLIEN ANATOLIEN ist das Land, das durch eine große in das Mittelmeer ragende Halbinsel, auch Kleinasien genannt, gebildet wird. Das von zwei großen Gebirgen (pontisches Gebirge und Taurus) umschlossene Inneranatolien ist ein 80...Bekanntes und unbekanntes OSTANATOLIEN ANATOLIEN ist das Land, das durch eine große in das Mittelmeer ragende Halbinsel, auch Kleinasien genannt, gebildet wird. Das von zwei großen Gebirgen (pontisches Gebirge und Taurus) umschlossene Inneranatolien ist ein 800 bis 1000 Meter hoher Binnenraum, an den Ostanatolien grenzt. Im anatolischen Osten findet man zwei klimatisch sehr unterschiedliche Regionen: Für den gebirgigen Norden sind reichlich Niederschläge und sehr tiefe Wintertemperaturen typisch, während im Süden Trockenheit und sehr hohe Sommer- temperaturen zu verzeichnen sind. Die Landschaftsform ist ausgesprochen vielfältig. Auf relativ engem Raum begrenzt sind Steppengebiete, Hochgebirge, Vulkane, große Flusstäler und Seen. Im Südosten hat der Mensch das Land durch ausgedehnte Stauseen verändert. Seit Jahrtausenden ist der Osten Anatoliens Siedlungs- und Wohngebiet vieler Völker. Er war Herrschaftsgebiet von Hethitern, Assyrern, Urartäern, Persern, Römern, Byzantinern, Arabern, Mongolen, Seldschuken und Osmanen. Während West- anatolien eine große Anzahl gut besuchter Sehenswürdigkeiten besitzt, sind es im Osten eigentlich nur drei Orte, die allgemeine Bekanntheit erlangt haben. Es handelt sich um die imposanten Götterstatuen auf dem Berg Nemrut, um die armenische Heiligkreuzkirche mit ihrem Reliefschmuck auf der Vansee-Insel Akdamar und um den Palast Ihak Paas, eines lokalen Fürsten nahe der Ostgrenze. Viele weitere Kunstschätze und auch Naturschönheit in Ostanatolien warten darauf entdeckt zu werden. Es ist einen Versuch wert, dies, ohne Rangfolge, zu beweisen. Dass im Verlauf archäologischer Ausgrabungen am neolithischen Göbekli Tepe und im römischen Zeugma sensationelle Entdeckungen gemacht wurden, dürften nur die ent- sprechenden Fachleute wissen. Was die Herrscher der relativ kurzen Seldschukenzeit (11. bis 13.Jh.n.Chr.) an wunderbaren Bauwerken wie Moscheen, Medresen, Krankenhäusern, Karawansereien und Grabbauten geschaffen haben, hätte mehr Beachtung verdient. Beispiele liefern die Städte Kayseri, Sivas, Erzurum und besonders Divrigi. Überall lässt die Steinornamentik nur staunen. Eine Art Dornröschenschlaf ist wegen der Abgelegenheit und wegen mangelnder Bekanntheit den großartigen georgischen Kirchenruinen in der Bergeinsamkeit des Nordens beschieden. Die besonderen Kunstschätze und die Schönheit der Landschaft Ostanato1iens, sei es im Fa11 der beiden Nemrut Berge, sei es die Vansee-Region, sei es das Ambiente von Amasya oder nur eine einsame Thermalquelle, hätten wesentlich mehr Interesse und Bekanntheit verdient. Es soll hiermit nachgeholfen werden.
Leseprobe
VORWORT Buchmessen ziehen nach wie vor große Besucherströme an, was beweist, dass Gedrucktes immer noch gefragt ist. Dadurch fühlt man sich ermutigt, ein schon länger schlummerndes, Buchprojekt zu verwirklichen. Auf die Entstehungsgeschichte des vorliegenden Werkes soll kurz eingegangen werden: Da stößt man eines Tages auf Bilder einer Moschee im tiefsten Anatolien und ist fasziniert Das spontane da muss ich hin ließ sich verwirklichen, und es hat sich gelohnt. Es blieb natürlich nicht nur beim Besuch des genannten Gebäudes in Divrii. Ein weiterer Ort mit magischer Anziehungskraft, ausgelöst durch den Besuch einer Ausstellung in Karlsruhe über die ältesten Monumente der Menschheit, war der Göbekli Tepe, weit im Osten Anatoliens. Es ist ein besonderes Erlebnis ein Ausgrabungsgelände mit Funden aus der Jungsteinzeit (also vor 11 Tausend Jahren) besichtigen zu können; mutterseelenallein, nur geführt vom Bekci (Aufseher). Diese beiden Orte, und viele weitere im Osten Anatoliens, hatten eine Menge Bilder zur Folge, den Grundstock für diesen Bildband. Das Buch soll weder eine wissenschaftliche Abhandlung, noch ein Reiseführer sein. Aber es möchte schon als Anregung für einen interessierten Personenkreis dienen, selbst auf Forschungsreise zu gehen. In alten Reiseführern wird davor gewarnt, allein nach Ostanatolien zu fahren, oder zumindest angeraten, bestimmte Regionen zu meiden. Das hat sich längst geändert. Aber es gibt militärische Sperrgebiete, die unbedingt zu respektieren sind. Die in Anatolien beheimateten Volksgruppen sind bekanntlich untereinander verfeindet und in umschriebenen Gegenden sind Konflikte nicht auszuschließen. Aber das ist Politik, und dafür sind andere zuständig. Es wird allgemein bekannt sein, dass Kleinasien zu den Erdbeben reichsten Zonen dieser Erde gehört. Eine reale Gefahr für Reisende dürfte nicht bestehen. Die Beben fordern vor allem Opfer unter den Bewohnern mangelhafter Quartiere. Was in diesem Buch die Auswahl der Stationen betrifft, so muss ich um Verständnis bitten, wenn diese sehr subjektiv ausgefallen ist. Die Fülle an Schönem und Interessantem ist einfach zu groß. Daher war es auch sinnvoll, sich nur auf das Binnenland zu beschränken, wobei die Küstenregion ebenfalls viel zu bieten hat. Wenn die Abgrenzung zu Zentralanatolien nicht ganz korrekt ist, so aus dem einfachen Grund, die alte Stadt Kayseri und die bedeutenden Ausgrabungsstätten Hattuscha und Alaca Höyük nicht zu übergehen. In großen Bereichen Südostanatoliens ist die Landschaft durch die, zweifellos nützlichen, Staudammprojekte erheblich verändert worden. Wer eher unberührte Landschaft und Kulturgeschichtliches sucht, der wird diese Landstriche wohl meiden. In Ostanatolien gibt es noch große Gebiete, die erfreulicherweise von den Segnungen der Zivilisation und vom Massentourismus weitgehend verschont geblieben sind Wer suchet, der findet. Dank: Es war sicher keine leichte Herausforderung aus einem Manuskript mit ungwohnter Materie und einem schwierigen Wortschatz etwas Druckreifes zu machen. Frau Stefanie Friedl vom Ohetaler Verlag ist das gelungen. Dafür hat sie größte Anerkennung und besonderen Dank verdient. Abschließend sei noch ein kompetenter Reiseschriftsteller zitiert: Anatolien ist das großartigste, vielfältigste, geschichtsträchtigste Land der Welt. Dem ist nichts hinzuzufügen. Grafenau 2024
Inhalt
Inhalt Bekanntes und unbekanntes 1 Ostanatolien 1 Ein Bilderbuch 1 Ostanatolien 6 VORWORT 7 OSTANATOLIEN 9 Land und Leute 9 ANATOLIEN 10 Geologie, Klima und Landschaft 10 OSTANATOLIEN 10 Tierwelt 10 VEGETATION 11 ERDBEBEN und VULKANISMUS 12 GESCHICHTE OSTANATOLIENS 13 DIE SELDSCHUKEN 15 KAYSER 16 ARKÖY 21 KOMANA KUMANI 21 SULTANHANI 25 BOAZKALE 27 HATTUSCHA 27 ALACAHÖYÜK 33 AMASYA 39 SVAS 43 DVR 51 ERZURUM 65 GEORGISCHE TÄLER 71 GAZANTEP MUSEUM 80 ZEUGMA 80 BATTALGAZ 87 ESKI (ALT-) MALATYA 87 KOMMAGENE 90 NEMRUT Da1 90 ELF 103 HSAR 103 HASANOGLU 103 ANLIURFA 108 GÖBEKL TEPE 115 DYARBAKIR 119 VANSEE 122 NEMRUT DA 125 KRATER 125 AHLAT 128 AKDAMAR 134 DYADN THERMALQUELLE 143 DOUBAYAZIT 146 SHAK PAA SARAYI 146 ARARAT 154 OSTANATOLIEN 156 BIBLIOGRAPHIE 156 Ostanatolien 158 Empfehlung des Verlages: 160 Osmanische Fliesen in Istanbul 160
