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Staat als Prozess

  • Kartonierter Einband
  • 190 Seiten
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Seit einigen Jahren beschäftigen sich Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaftler mit dem Wandel des Staates als Organisations- un... Weiterlesen
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Beschreibung

Seit einigen Jahren beschäftigen sich Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaftler mit dem Wandel des Staates als Organisations- und Herrschaftsform. Doch wie misst oder beschreibt man die Transformation eines so abstrakten Gegenstandes? Gunnar Folke Schuppert beschreibt anhand zahlreicher Beispiele den Wandel des Staates als einen vielschichtigen, keineswegs einheitlichen Prozess, in dem sich kontinuierlich Strukturen auflösen, Akteure an Einfluss verlieren, neue Akteure hinzukommen und jenseits des Nationalstaats neue Formen der Herrschaft entstehen.

Autorentext
Gunnar Folke Schuppert ist Inhaber der Forschungsprofessur »Neue Formen von Governance« am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Klappentext

Seit einigen Jahren beschäftigen sich Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaftler mit dem Wandel des Staates als Organisations- und Herrschaftsform. Doch wie misst oder beschreibt man die Transformation eines so abstrakten Gegenstandes? Gunnar Folke Schuppert beschreibt anhand zahlreicher Beispiele den Wandel des Staates als einen vielschichtigen, keineswegs einheitlichen Prozess, in dem sich kontinuierlich Strukturen auflösen, Akteure an Einfluss verlieren, neue Akteure hinzukommen und jenseits des Nationalstaats neue Formen der Herrschaft entstehen.



Leseprobe
Einleitung: Wozu eine Prozessperspektive auf den Staat? Der Staat - so könnte man angesichts seines schon vielstimmig konstatierten Ablebens meinen - sei eigentlich keines Blickes mehr würdig - auch nicht aus einer prozessorientierten Perspektive. Jedoch zeigt sich schon auf den zweiten Blick, dass gerade die besonders intensiv und mit dem Brustton der Überzeugung vorgetragenen Totsagungen auf ebenso intensiven Missverständnissen beruhen, weil sie nämlich nicht den Staat als Organisationsmodell politischer Herrschaft verabschieden, sondern einen ganz bestimmten Staatstyp, dessen Endzeit oder Erosion sie als gekommen ansehen. Hier sollen nicht noch einmal die bekannten "Neinsager der Bundesrepublik" (Stephan Schlak 2008) zitiert werden, die Galerie konservativer Staatsdenker, Carl Schmitt oder Ernst Forsthoff, und ihr Befund vom Untergang des Staates im Chaos der organisierten Interessen. Vielmehr sollen uns als Referenzautoren solche Personen dienen, die nicht von vornherein zum Kreis der üblichen Verdächtigen gehören, wenn es um das Beklagen vergangener Staatlichkeit geht. Der erste Autor ist Wolfgang Reinhard, der in seiner 2007 erschienenen "Geschichte des modernen Staates" folgendes zu Protokoll gibt (Reinhard 2007: 122/123): "Der moderne Staat, der sich in vielen hundert Jahren europäischer Geschichte entwickelt und durch die europäische Expansion über die Welt verbreitet hat, hat bereits aufgehört zu existieren. Vor allem das Kriterium von Modernität schlechthin, die einst dem Ancien Régime abgerungene Einheit von Staatsvolk und Staatsgewalt, Staatsgebiet und Staatshoheit (Souveränität) trifft kaum mehr zu. Das staatliche Machtmonopol hat sich zugunsten intermediärer Instanzen und substaatlicher Verbände aufgelöst. Auf der anderen Seite sind die Staaten übernational in einer Weise vernetzt und gebunden, die mit den alten Kategorien eines Völkerrechts zwischen souveränen Staaten nicht mehr angemessen erfasst werden kann." Was Reinhard ganz offensichtlich beklagt, ist nicht der Untergang des Staates als solchen, sondern eines bestimmten, mit unangefochtener innerer und äußerer Souveränität begabten Staatstyps, eines Staatstyps, den man mit einer weit verbreiteten angelsächsischen Redeweise als "The Westphalian State" bezeichnen könnte. Über diesen "allround" souveränen Staat sind die Zeitläufe in der Tat hinweggegangen, wie gerade am Beispiel des Prozesses der Europäisierung leicht veranschaulicht werden kann. Rainer Wahl (2006: 95) hat diesen Sachverhalt der Mutation des klassischen souveränen Nationalstaates zum Mitgliedsstaat einer supranationalen Gemeinschaft für die Bundesrepublik in einem einzigen Satz wie folgt auf den Punkt gebracht: "Deutschland ist weiterhin ein Staat, gewiß, aber in vielerlei Hinsicht ist es treffender, es als Mitglied-Staat zu charakterisieren." Noch deutlicher wird die Tatsache, dass der Abgesang auf den Staat eigentlich nur eine Verabschiedung eines bestimmten Staatstyps meint, am Beispiel der Zerfaserungssemantik des Bremer Sonderforschungsbereichs "Staatlichkeit im Wandel" (Genschel/Leibfried/Zangl 2008; Genschel/Zangl 2008). In den in jeder Hinsicht anregenden Publikationen dieses Sonderforschungsbereichs ist von der Zerfaserung des Staates die Rede (zuletzt Hurrelmann u.a. 2008), gemeint ist aber die Zerfaserung eines bestimmten Staatstyps, nämlich des "Demokratischen Rechts- und Interventionsstaates", den sie DRIS nennen und dessen "Goldenes Zeitalter" sie in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts verorten. In großer Klarheit heißt es dazu bei Genschel/Leibfried und Zangl wie folgt (2006: 1): "Die Zerfaserung von Staatlichkeit bedeutet also nicht das Ende des Staates. Sie bedeutet aber, daß die Organisation von Staatlichkeit komplexer und womöglich prekärer geworden ist, als sie es im goldenen Zeitalter des DRIS war." So mögen also bestimmte Staatstypen untergehen, erodieren oder ausfransen, der Staat als Ordn

Inhalt
Inhalt Vorwort Vorbemerkung Einleitung: Wozu eine Prozessperspektive auf den Staat? Erster Aufzug: Zum Siegeszug des Staates als Organisationsmodell politischer Herrschaft 1. Der Staat als Lösung 2. Zur Verstaatlichung der Welt oder Der Staat als Exportartikel 3. Der Staat als Beute oder Zur spezifischen Rolle des Völkerrechts 4. Zwischenbilanz Zweiter Aufzug: Zum facettenreichen Prozesscharakter der Herausbildung moderner Staatlichkeit 1. Staatsbildung als Prozess des Kampfes um Schlüsselmonopole oder Der lange Weg zum Staat als Herrschaftsmonopolisten 2. Staatsbildung als Ergebnis des Prozesses der Säkularisation 3. Staatsbildung als Prozess der Verrechtlichung und der Entpersonalisierung der Macht 4. Staatsbildung durch Aushandlungsprozesse Dritter Aufzug: Fiktive Staatlichkeit oder Zur imaginären Fabrikation des Staates 1. Die klassischen Substanz- und Ordnungsmetaphern 2. Prozess-Metaphern Vierter Aufzug: Vom frühneuzeitlichen Territorialstaat zur Enträumlichung politischer Herrschaft? 1. Staatswerdung als Prozess der Territorialisierung von Herrschaft 2. Zum Denken in Staatlichkeitsräumen oder Zur Ambivalenz der Kategorie des Raumes 3. Von Staatlichkeits- zu Governanceräumen: eine postkoloniale Aufteilung der Welt? 4. Was sind und wie bestimmt man Governanceräume? 5. Einige zusammenfassende Bemerkungen Fünfter Aufzug: Momentaufnahmen von Staatlichkeit oder Der Staat als Beobachtungsobjekt 1. Der Staat unter Beobachtung: Zur Herausbildung institutionalisierter Beobachtungsstrukturen 2. Rating und Ranking von Staaten oder Staaten unter Beobachtungsstress 3. Riskante Staatlichkeit oder Staaten auf abschüssiger Bahn: von Strong, Weak, Failing and Collapsing States Sechster Aufzug: "Semantic Shifts" - modische Umetikettierungen oder Anzeichen tiefer liegender Wandlungsprozesse? 1. Wandel von Staatlichkeit im Spiegel von "semantic shifts" 2. "Semantic shifts" in staats- und verwaltungsrechtlichen Diskursen 3. Begriffsverstaatlichungen und Begriffs-Entstaatlichungen Siebter Aufzug: Metamorphosen des Staates 1. Was sind Metamorphosen? 2. Typisierung des Wandels: Staatstypen und Typen von Regelungsstrukturen 3. Den Wandel auf den Begriff bringen: Schlüsselbegriffe des Wandels von Staat und Verwaltung Schluss: Von "Schwarzen Schwänen" oder Zur Pflege der staatlichen Alleinstellungsmerkmale als Staatsaufgabe Literatur Tabellen und Abbildungen Sachregister

Produktinformationen

Titel: Staat als Prozess
Untertitel: Eine staatstheoretische Skizze in sieben Aufzügen
Autor:
EAN: 9783593391892
ISBN: 978-3-593-39189-2
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Campus Verlag GmbH
Genre: Medien & Kommunikation
Anzahl Seiten: 190
Gewicht: 272g
Größe: H213mm x B140mm x T12mm
Jahr: 2010
Auflage: 1. Aufl. 02.2010

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