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Die Leute von Seldwyla. Erzählungen

  • Kartonierter Einband
  • 701 Seiten
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Beschreibung

Die Novellen sind in zwei Gruppen zu je fünf Geschichten zusammengefasst. Ein Vorwort schildert Handel und Wandel im fiktiven Städtchen Seldwyla, einem >>wonnigen und sonnigen Ort... irgendwo in der Schweiz<<. Die scheinbare Idylle ist indes brüchig: Kleinbürgerliche Enge, Existenznöte und gestörte familiäre Verhältnisse - wiederkehrende Hauptmotive im OEuvre von Keller - bestimmen den Alltag der Seldwyler, die nichtsdestotrotz mit Sympathie und feiner Ironie als eine Ansammlung skurriler Außenseiter geschildert werden. Zu ihnen gehört etwa Pankraz, der Schmoller, der aus der Enge von Dorf und Elternhaus in die weite Welt flieht, wo ihn ein eitles Fräulein und ein wilder Löwe von seiner Verstocktheit heilen. Einen ernsten Erzählton schlägt die aus dem Rahmen fallende Erzählung Romeo und Julia auf dem Dorfe an, die das shakespearesche Drama in die Wirkungsvolle Naturkulisse der ländlichen Schweiz verlegt. Unerbittlich strebt das Geschehen zum tragischen Höhepunkt, den Doppelselbstmord des gesellschaftlich geächteten Liebespaars. Den Abschluss des ersten Bands bildet das an E. T. A. R Hoffmann gemahnende Märchen Spiegel, das Kätzchen. Zu den populärsten Erzählungen des zweiten Bands gehören Kleider machen Leute, die tragikomische Geschichte des gar nicht tapferen Schneiderleins Wenzel, das gesellschaftliche Anerkennung durch den Diebstahl eines kostbaren Gewands erringen will und kläglich scheitert, und Die missbrauchten Liebesbriefe. Gemildert wird der bisweilen grimmige Humor des Autors durch die starke Verankerung seiner Prosa in Brauchtum und Kultur seines Heimatlands, die den Erzählungen einen volkstümlichen Charakter verleiht.

Autorentext
Gottfried Keller (19.7.1819 Zürich 15.7.1890 Zürich) absolvierte eine Lehre als Vedutenmaler, studierte an der Münchner Kunstakademie, später Philosophie in Heidelberg. 1855 kehrte er in die Schweiz zurück und lebte zunächst ohne Einkommen bei seiner Mutter und seiner Schwester Regula, bis er 1861 Erster Stadtschreiber des Kantons Zürich wurde und ab 1876 als freier Schriftsteller lebte. Kellers Werke werden dem bürgerlichen Realismus zugeordnet, sein autobiographisch geprägter Roman »Der grüne Heinrich« führt die Tradition des Bildungsromans in skeptischer Weise weiter, sein bekanntester Novellen-Zyklus »Die Leute von Seldwyla« verbindet im »Keller-Ton« (den Ausdruck prägte Theodor Fontane) Realismus mit humorvoller Satire.

Leseprobe

Seldwyla bedeutet nach der älteren Sprache einen wonnigen und sonnigen Ort, und so ist auch in der Tat die kleine Stadt dieses Namens gelegen irgendwo in der Schweiz. Sie steckt noch in den gleichen alten Ringmauern und Türmen wie vor dreihundert Jahren und ist also immer das gleiche Nest; die ursprüngliche tiefe Absicht dieser Anlage wird durch den Umstand erhärtet, daß die Gründer der Stadt dieselbe eine gute halbe Stunde von einem schiffbaren Flusse angepflanzt, zum deutlichen Zeichen, daß nichts daraus werden solle. Aber schön ist sie gelegen, mitten in grünen Bergen, die nach der Mittagseite zu offen sind, so daß wohl die Sonne herein kann, aber kein rauhes Lüftchen. Deswegen gedeiht auch ein ziemlich guter Wein rings um die alte Stadtmauer, während höher hinauf an den Bergen unabsehbare Waldungen sich hinziehen, welche das Vermögen der Stadt ausmachen; denn dies ist das Wahrzeichen und sonderbare Schicksal derselben, daß die Gemeinde reich ist und die Bürgerschaft arm, und zwar so, daß kein Mensch zu Seldwyla etwas hat und niemand weiß, wovon sie seit Jahrhunderten eigentlich leben. Und sie leben sehr lustig und guter Dinge, halten die Gemütlichkeit für ihre besondere Kunst, und wenn sie irgendwo hinkommen, wo man anderes Holz brennt, so kritisieren sie zuerst die dortige Gemütlichkeit und meinen, ihnen tue es doch niemand zuvor in dieser Hantierung.

Der Kern und der Glanz des Volkes besteht aus den jungen Leuten von etwa zwanzig bis fünf-, sechsunddreißig Jahren, und diese sind es, welche den Ton angeben, die Stange halten und die Herrlichkeit von Seldwyla darstellen. Denn während dieses Alters üben sie das Geschäft, das Handwerk, den Vorteil oder was sie sonst gelernt haben, d.h. sie lassen, solange es geht, fremde Leute für sich arbeiten und benutzen ihre Profession zur Betre

Inhalt
Pankraz, der Schmoller - Romeo und Julia auf dem Dorfe - Frau Regel Amrain und ihr Jüngster - Die drei gerechten Kammacher - Spiegel, das Kätzchen - Kleider machen Leute - Der Schmied seines Glückes - Die mißbrauchten Liebesbriefe - Dietegen - Das verlorne Lachen

Produktinformationen

Titel: Die Leute von Seldwyla. Erzählungen
Untertitel: Textausgabe mit editorischer Notiz, Anmerkungen/Worterklärungen, Literaturhinweisen und Nachwort
Autor:
Editor:
EAN: 9783150061794
ISBN: 978-3-15-006179-4
Format: Kartonierter Einband
Hersteller: Reclam, Philipp
Herausgeber: Reclam
Genre: Romane & Erzählungen
Veröffentlichung: 27.07.2001
Anzahl Seiten: 701
Gewicht: 315g
Größe: H148mm x B96mm x T32mm
Jahr: 2018
Untertitel: Deutsch
Land: DE

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