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Wirtschaftsideen

  • Fester Einband
  • 148 Seiten
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Das Buch vermittelt einen leicht verständlichen Überblick über die wichtigsten dogmenhistorischen Positionen des ökonomischen Denk... Weiterlesen
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Beschreibung

Das Buch vermittelt einen leicht verständlichen Überblick über die wichtigsten dogmenhistorischen Positionen des ökonomischen Denkens ("Aspekt der Ökonomie" in der Antike und im Mittelalter; Merkantilismus, Physiokratismus, Klassischer Liberalismus, Sozialismus, Historismus, Grenznutzenlehre, Neoklassik, Keynesianismus, Monetarismus, Evolutorische Wirtschaftstheorie und Neoliberalismus). Es geht dabei zugleich um die Vermittlung von Strukturwissen, um eine Art "roter Faden" durch die Volkswirtschaftslehre, nach dem die Studierenden bewusst oder unbewusst und oftmals vergebens suchen. Zur Zielgruppe gehören außer Studierenden der Wirtschaftswissenschaften auch Schülerinnen und Schüler der Fächer Ökonomie und Politik, z.B. in der gymnasialen Oberstufe oder in vergleichbaren Bildungsinstitutionen, auch in der Erwachsenenbildung (etwa in Volkshochschulen). Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass für die Bewältigung der gegenwärtigen regionalen, nationalen und globalen ökonomischen Probleme von der praktischen Politik, aber eben auch von seiten der volkswirtschaftlichen Disziplin die unterschiedlichsten Lösungsvorschläge kommen, erscheint eine Orientierung über die verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen Positionen nicht nur hilfreich, sondern geradezu unverzichtbar. Wer etwa als Wirtschaftsbürger und Wähler wirtschaftliche und politische Diskussionen wirklich verstehen will und schon gar, wer sich selbst in solche Diskussionen einbringen will, tut gut daran, sich einen Überlick über die unterschiedlichen Positionen des ökonomischen Denkens zu verschaffen. Insofern zählt die Geschichte der ökonomischen Ideen nicht nur zu den wirtschaftswissenschaftlichen Studieninhalten in den Fächern VWL, BWL, Politik, Geschichte, etc., sondern generell zur Allgemeinbildung. Deshalb kommt auch der ökonomisch und politisch interessiere Laie als Zielgruppe in Betracht.

Autorentext

Univ. Prof. Dr. rer. pol. Gerhard Kolb war zuletzt Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Wirtschaftslehre und ihre Didaktik an der Universität Hildesheim. Innerhalb der Wirtschaftslehre vertrat er (selbst Diplom-Volkswirt) schwerpunktmäßig das Fach Volkswirtschaftslehre. An der Universität Hildesheim war er über viele Jahre zugleich geschäftsführender Direktor des Instituts für Arbeit-Wirtschaft-Technik. Vorher lehrte er Wirtschafts- und Arbeitslehre (einschließlich ihrer Didaktik) an der Universität Bayreuth. In den 1970er Jahren war er langjähriger Lehrbeauftragter für Volkswirtschaftliche Dogmengeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.



Leseprobe
" Frühsozialismus (S. 45-47) Die Gegenmodelle zu den bürgerlichen bzw. kapitalistischen Auffassungen, die auf Missstände der bestehenden Ordnung abheben und meist mit der Beschreibung eines Idealzustandes enden, bezeichnet man als Produkt frühsozialistischen Denkens, das während der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert begann. Häufig handelt es sich bei diesen Konzeptionen einer besseren Ordnung um weltverbessernde Utopien, die mit dem Appell an die Vernunft verbunden wurden. Deshalb wird auch gelegentlich vom utopischen Sozialismus gesprochen. Nach einer Definition von Zimmerman versteht man unter Utopisten Personen, die das gedankliche Modell einer besseren und idealen Gesellschaftsordnung entwerfen, die sie dann entweder in Büchern beschreiben oder in einer Musterkolonie zu verwirklichen versuchen, wobei sie weil sie ihre Argumentation für so überzeugend und das Beispiel, das sie geben, für so nachahmenswert halten in der Regel davon ausgehen, dass die Durchsetzung ihrer gesellschaftlichen Ideale keinerlei politischer Macht bedürfe"" (1961, S. 87). Dabei liegt die Bedeutung frühsozialistischer Ideen nicht so sehr darin, dass sie trotz des abschätzigen Urteils von Karl Marx zu einem gewissen Teil Eingang in marxistisches Denken gefunden haben. Wichtiger ist, dass diese Kritik an der kapitalistischen Ordnung zu ihrer allmählichen und sozialeren Umgestaltung beigetragen hat (vgl. Ramm 1968, S. IX f.). Kritiker im Vorfeld, bzw. zu Beginn der industriewirtschaftlichen Entwicklung, ist der Schweizer Jean Charles Leonard Simonde de Sismondi (1773 1842), der eher dem Präsozialismus zuzuordnen ist. Er forderte u.a. das Koalitionsrecht für die Arbeiter, ein Verbot der Kinder- und Sonntagsarbeit und eine Beschränkung der Arbeitszeit. In seinem 1819 erschienenen Hauptwerk Nouveaux principes d économie politique, ou de la richesse dans ses rapports avec la population"" stellte er fest, dass der freie Wettbewerb in Verbindung mit dem Bestreben nach Kostensenkung zwar zu einem Maximum an Produktion, aber eben auch zu wachsenden sozialen Problemen bei der Verteilung führt. Da die Arbeiter nur das zum Lebensunterhalt nötige Entgelt erhalten, komme es, auch im Zuge einer Konzentration zu Großbetrieben, zur Proletarisierung der Arbeiter, zu Absatzstockungen, Arbeitslosigkeit und immer wiederkehrenden Krisen. Die Disproportionalität zwischen dem zunehmenden Angebot und der zurückbleibenden Nachfrage Sismondis Krisentheorie ist eine Unterkonsumtionstheorie wird als ein Strukturfehler der kapitalistischen Wirtschaft angesehen, der eine Intervention des Staates nach sich ziehen müsse. Als wenig hilfreich beurteilte er dagegen eine sozialistische Änderung der Eigentumsordnung. Er sah vielmehr in der Existenz möglichst vieler selbständiger landwirtschaftlicher und gewerblicher Betriebe die ideale Eigentumsstruktur der Wirtschaftsordnung. Die soziale Verantwortung des Unternehmers gegenüber den von ihm als sociétaires"" bezeichneten Arbeitern betonte der bewusst auf seine Adelsprivilegien verzichtende Claude-Henri de Rouvray, Comte Saint-Simon- Sandricourt (1760 1825). Nicht die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erscheint ihm problematisch. Das soziale Problem liegt für ihn vielmehr in der Eingliederung der Unproduktiven in den Arbeitsprozess und in der Versorgung der Arbeitsunfähigen."" (Ramm 1968, S. XVII f.) Das Privateigentum an Produktionsmitteln und auch das individuelle Erbrecht sollten nach Saint-Simon nicht angetastet werden, es müsse aber dafür gesorgt werden, dass sich das Kapital der Nation stets in den Händen der besten Wirte"" befindet. Der Staat ist nach seiner und der Auffassung der Saint- Simonisten als Vereinigung der Werktätigen ( industriels"") zu organisieren. Dabei kommt bereits der kollektivistische Gesichtspunkt der Vergesellschaftung zumVorschein."

Inhalt
1;Vorwort;8 2;Inhaltsverzeichnis;10 3;Die Vorläufer der Volkswirtschaftslehre;12 4;Der Merkantilismus;22 5;Der Physiokratismus;32 6;Der klassische Liberalismus;42 7;Der Sozialismus;54 8;Der Historismus;64 9;Die Grenznutzenlehre;74 10;Die Neoklassik;86 11;Der Keynesianismus;96 12;Der Monetarismus;108 13;Der Neoliberalismus;118 14;Die Evolutorische Wirtschaftstheorie;128 15;Sachverzeichnis;140 16;Personenverzeichnis;146

Produktinformationen

Titel: Wirtschaftsideen
Untertitel: Von der Antike bis zum Neoliberalismus
Autor:
EAN: 9783486588521
ISBN: 978-3-486-58852-1
Format: Fester Einband
Herausgeber: De Gruyter Oldenbourg
Genre: Allgemeines & Lexika
Anzahl Seiten: 148
Gewicht: 310g
Größe: H210mm x B148mm x T13mm
Jahr: 2008