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Die Welt der Parasiten
G. Osche

Wenn es Tiere gibt, mit denen der Mensch nichts zu tun haben will, ja bei deren bloßen Erwähnung er schon die Nase rümpft, dann si... Weiterlesen
Kartonierter Einband (Kt), 168 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Wenn es Tiere gibt, mit denen der Mensch nichts zu tun haben will, ja bei deren bloßen Erwähnung er schon die Nase rümpft, dann sind es die Schmarotzer, die Parasiten. Er sieht in ihnen ver ständlicherweise Feinde und Krankheitserreger, die ihn selbst, seine Haustiere und seine Kulturpflanzen befallen, Seuchen her vorrufen, ja den Tod bringen können. Seine eigenen Moral begriffe auf sie anwendend, verachtet er diese Organismen, die sich "heimtückisch" und "auf Kosten" anderer ernähren und vermehren und bezeichnet sie als "Un-tiere", eben als "Un geziefer". Da die Schmarotzer obendrein meist nicht gerade schön sind, ja all dieses "Gewürm" vielfach degeneriert wirkt, scheint es wenig Gründe dafür zu geben, sich mit Parasiten zu befassen, es sei denn, um Methoden und Mittel zu finden, sich vor diesen Plagegeistern zu schützen oder sie zu vernichten. In der Tat ist es eine große Aufgabe der medizinischen Parasitologie und Schäd lingsbekämpfung, dieser Forderung gerecht zu werden. Der Zoologe freilich, den die Lebewesen in all ihren Erschei nungsformen interessieren und der weiß, daß uns eine unschein bare Fliege unter Umständen mehr über grundlegende Fragen der Biologie verraten kann, als der bunteste Schmetterling, betrachtet auch die Schmarotzer mit anderen Augen. Er sieht in ihnen Organis men mit einer meist hochspezialisierten Lebensweise, mit einer Fülle bewundernswerter Anpassungen, die in einer langen stammes geschichtlichen Entwicklung erworben worden sind, und er ver sucht auf den verschiedensten Wegen Einblicke in diese eigene " Welt der Schmarotzer" zu gewinnen.

Inhalt

I. Was ist ein Parasit.- a) Der Unterschied zum Räuber.- b) Es geht um die Nahrung.- 1. Hilfe bei der Nahrungssuche.- 2. Mitesser und Beuteschmarotzer.- 3. Der Wirt stellt die Nahrung.- c) Es geht um die Wohnung.- d) Der Wirt ist die Welt des Schmarotzers.- e) Parasitismus, Krankheit und Koexistenz.- II. Welche Stadien schmarotzen?.- III. Die Rolle der Wirte im Leben der Schmarotzer.- 1. Die Entwicklung des Fischbandwurmes.- 2. Der Entwicklungsgang der Saugwürmer.- IV. Die Verbreitung des Parasitismus im Tierreich.- 1. Die Einzeller.- 2. Wirbellose Mehrzeller.- 3. Die Wirbeltiere.- V. Besondere Fälle von "Parasitismus".- 1. Fremdes Sperma zur Entwicklungsanregung der Eier.- 2. Der Artgenosse als "Wirt".- VI. Anpassungen an den Parasitismus.- a) Besonderheiten im Körperbau.- 1. Rückbildungserscheinungen.- 2. Organe zum Festhalten.- 3. Die Körpergestalt der Parasiten.- b) Die Färbung der Parasiten.- c) Zwerge und Riesen.- d) Eiermillionäre.- e) Sicherung der Fortpflanzung.- VII. Aus dem Lebenslauf der Schmarotzer.- a) Es gilt einen Wirt zu finden.- 1. Aktive Wirtssuche.- 2. Passive Übertragung.- 3. Der Zwischenwirt als Überträger.- b) Das Leben im Wirt.- 1. Schlüpfstoffe und andere Auslöser.- 2. Sauerstoffmangel und Verdauungsfermente - Warum der Schmarotzer nicht erstickt und nicht verdaut wird.- c) Der Nachwuchs verläßt den Wirt.- d) Synchronisation der Entwicklung.- 1. Der Parasit "laicht" mit dem Wirt ab.- 2. Der Kaninchenfloh braucht ein Nest.- 3. Der Medinawurm braucht Wasser.- 4. Tag und Nacht im Leben der Filarien.- VIII. Wechselwirkungen zwischen Parasit und Wirt.- a) Resistenz und Immunität.- b) Läusekämme und chemische Waffen.- c) Fremddienliche Zweckmäßigkeit oder vom "Sinn" der Symptome.- IX. Die Lebensgemeinschaft der Parasiten.- 1. Der Pärchenegel und seine Entwicklung.- 2. Der Ento- und der Ektoparasit.- 3. Konkurrenz und wie sie umgangen wird.- X. Feinde der Parasiten.- a) Freilebende Stadien sind in Gefahr.- b) Die "Putzsymbiosen" der Fische.- c) Der Feind auf dem Wirt.- XI. Aus der Stammesgeschichte der Parasiten.- a) Versteinerte Parasiten.- b) Entstehung des Parasitismus.- 1. Die Voraussetzungen.- 2. Der Weg zum Parasitismus am Beispiel der Fadenwürmer.- 3. Reminiszenzen.- 4. Andere Wege.- c) Die Rolle der Umwelt für die stammesgeschichtliche Entwicklung.- 1. Etwas Allgemeines.- 2. Verwandte Wirte - verwandte Parasiten.- 3. Der Parasit hinkt in der Entwicklung nach.- 4. Parasiten als Indizienbeweise für die Verwandtschaft ihrer Wirte.- Sind die Flamingos Störche oder Enten?.- Sind Strauß und Nandu verwandt?.- Der Kuckuck und das Hausgeflügel als Testfall.- 5. Wechselnde Umweltsbedingungen und ihr Einfluß auf die Schmarotzer.- Wanderfische und Winterschläfer.- Die Bisamratte und das Meerschweinchen in Europa.- 6. Wirte wechseln den Lebensraum.- Vom Wasser ans Land.- Mit den Robben ins Meer.- Krebse als Stellvertreter der Läuse bei den Walen.- Binnenschmarotzer in Meeressäugern.- Schluß.- Literaturhinweise.

Produktinformationen

Titel: Die Welt der Parasiten
Untertitel: Zur Naturgeschichte des Schmarotzertums
Autor: G. Osche
EAN: 9783540036913
ISBN: 978-3-540-03691-3
Format: Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber: Springer Berlin Heidelberg
Genre: Biologie
Anzahl Seiten: 168
Gewicht: 165g
Größe: H190mm x B120mm x T9mm
Jahr: 1966
Auflage: Softcover reprint of the original 1st ed. 1966

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