

Beschreibung
Die Bedeutung der Physiognomik für die Entwicklung von Humanität, Kultur und Wissenschaft. Von der Antike bis zu Johann Caspar Lavater. Ohne Gefühlsphysiognomik gibt es keinen Kontakt zwischen Menschen, keine Kommunikation, kein Austausch von Gedanken und Gefü...Die Bedeutung der Physiognomik für die Entwicklung von Humanität, Kultur und Wissenschaft. Von der Antike bis zu Johann Caspar Lavater. Ohne Gefühlsphysiognomik gibt es keinen Kontakt zwischen Menschen, keine Kommunikation, kein Austausch von Gedanken und Gefühlen, kein Mitteilen von Bedürfnissen und Absichten. Ohne Physiognomik gibt es kein Verstehen von Mitmenschen. Physiognomisches Schließen ist eine notwendige und unvermeidliche Grundleistung des menschlichen Wahrnehmungsapparates. Deshalb hat Physiognomik im täglichen Leben wie auch beim Erbringen gewisser besonderer Leistungen eine besondere Bedeutung. In welcher Weise die allen Menschen eigene Gefühlsphysiognomik und die bewusst geübte Physiognomik sich auf die Entwicklung von Humanität, Kunst und Kultur im europäischen Raum auswirkten, wird in diesem Band dargestellt. Es eröffnet einen gänzlich neuen Blick auf die großen kulturellen Leistungen der Menschheit. Es ist dies eines der schönsten Physiognomik-Bücher. Der Inhalt ist wissenschaftlich fundiert und mit einem reichen Bildmaterial illustriert und dokumentiert.
Vorwort
Vorwort Es gehört zum Faszinierendsten, den Weg der Physiognomik aus dem Dunkel der Vorgeschichte zu den Hochkulturen und von diesen bis in die Neuzeit zu verfolgen. Die Früchte, die physiognomisches Wahrnehmen und Schließen zutage förderten sind zahlreich und wesentlich. In der gesamten näher bekannten Geschichte sehen wir, dass die wesentlichen kulturellen Leistungen stets unter der Leitung der Gefühlsphysiognomik standen. Man kann mit gutem Grund sagen: ohne Gefühlsphysiognomik keine Kultur, keine Humanität und keine Naturwissenschaft. Gefühlsphysiognomik war durch die ganze Kulturentwicklung hindurch ein ganz besonderer, zur geistigen Entwicklung und Entfaltung drängender Motor. Physiognomisches Wahrnehmen war, nicht nur beim Homo sapiens sapiens von besonderer Bedeutung, wie wir sehen werden. Physiognomisches Wahrnehmen und Schließen ist sinnes- und neurophysiologisch verankert und unvermeidlich. Selbst diejenigen, die sich als Antiphysiognomen gebärden, nehmen laufend gefühlsphysiognomisch wahr. Wenn also etwa ein Psychologieprofessor sagt, Physiognomik sei Humbug, dann kann man mit ihm und den Studentinnen und Studenten, die ihm glauben, sowie dem Steuerzahler, der ihn finanziert, nur Mitleid haben, denn er weiß nicht, was er sagt und tut. Ehrlicherweise müssten Antiphysiognomen auch darauf verzichten, gefühlsphysiognomisch zu schließen. Die Gefühlsphysiognomik hat ganz andere Grundlagen als die von einer Ideologie zur nächsten getriebene universitäre Psychologie. Gefühlsphysiognomik nimmt die Menschen und die anderen Lebewesen sinnlich wahr und fühlt sich durch die Vermittlung von deren Physiognomie in deren Innenleben ein. Die alten Griechen nannten dies Empathie. Gefühlsphysiognomisches Bemühen will verstehen und zwar auf realer Grundlage. Es ist die Grundlage jeder Wahrnehmung von Innerweltlichem, Psychischem bei anderen Menschen und Lebewesen. Diese können sich nur mitteilen, indem sie sich in der gesamten Daseinseigentümlichkeit, in ihrem Leben und Sein, in ihrem Empfinden, in ihren Gefühlen und in ihrem Wollen manifestieren. Ohne sich auszudrücken können sie weder wahrgenommen noch verstanden werden. Der gefühlsphysiognomisch verstehende Mensch macht in sich ein Bild, ein Abbild des anderen Menschen, den er verstehen will. In gewisser Weise lotet er dessen Innenwelt aus, indem er in sich ein Abbild von demselben macht und in dessen Haut schlüpft, ihn ausfühlt und nachahmt. Die alten Griechen nannten diese weitere Leistung Mimesis. Jedenfalls ist jeder normal begabte Mensch ausgestattet mit der gefühlsphysiognomischen Leistungsfähigkeit. Diese steuert sein gesamtes Leben und Verhalten. Dieses gefühlsphysiognomische Vermögen ist eine Grundleistungsfähigkeit des menschlichen Zentralnervensystems. Es ist vorhanden und nachweisbar in allen Kulturen und unter allen Menschen, über die man nähere Kenntnis hat. Es ist auch zu beobachten bei Tieren. Auch diese schätzen ihre Umwelt ein, verstehen die Ausdruckssprache ihrer eigenen Art und auch die anderer Arten. Wenn etwas dermaßen allgemein im Seelenleben, in den Sinnen und im Zentralnervensystem verankert ist, ist es auch nicht sehr verwunderlich, wenn sich dieses in den kulturellen und anderen Leistungen der Menschen ebenfalls in zentraler Weise spiegelt. Das vorliegende Werk zeigt die Wirkung gefühlsphysiognomischen Wahrnehmens und Schließens in Kunst, Philosophie, Kultur und Wissenschaft auf. Es entwickelt dabei eine eigene, bisher vernachlässigte Sicht auf die historischen Dinge auf der Basis der Huterschen Psychophysiognomik. Dieses Werk ist nicht denkbar, ohne die Leistungen von Carl Huter (1861-1912). Es ist vorgesehen, dessen Werk in einem zweiten Band im Rahmen der Entwicklung der Physiognomik im 19. und 20. Jahrhundert ausführlich darzustellen. Indem man einen anderen, einen neuen Blick auf die Geschichte wirft, verändert man zwar nicht die historischen Fakten, wohl aber verändert man deren Interpretation. Mit neuem Blick erschließt man neue, bisher zwar auch immer vorhanden gewesene, jedoch unbeachtet gebliebene Aspekte derselben. Es ist heute auch notwendig, will man nicht Gefangener einer verfahrenen und sterbenden Sache sein und bleiben, gewisse Dinge zu kritisieren. Es soll mit dem psychophysiognomischen Wissen von heute etwas aufgebrochen werden, das bisher weitgehend unbeachtet blieb, um es in den Diskurs zu bringen und um daraus Nutzen zu ziehen. Es soll mit dem psychophysiognomischen Wissen von heute aber auch, aus der Geschichte lernend, ein Aufbruch in der Gegenwart, wenn nicht ausgelöst, so doch gefördert werden. Wie das zu verstehen ist, das wird im Folgenden deutlich werden. Das vorliegende Werk ging aus meiner Lehrtätigkeit in der Carl-Huter-Akademie hervor. Der Inhalt entspricht ungefähr einem Teil des Lehrgangs «Geschichte der Physiognomik I». Zu Dank verpflichtet bin ich Konrad Aerni für die Lösung mancher Informatikprobleme und für die kompetente Herstellung der Druckdaten. Frau Dr. Barbara Peters-Kümmerly danke ich für das Lektorieren des Buches. Elisabeth Aerni, die mich bei der Bildbeschaffung unterstützte, und Maria Amsler, die mich in Archiv- und Bibliotheksarbeit unterstützte, waren immer auch meine Gesprächspartnerinnen, die sich im Laufe vieler Jahre sowohl eine mehr als professionelle Kompetenz in der Huterschen Psychophysiognomik wie auch in der Historie der Physiognomik angeeignet haben. Zürich, im März 2008 Fritz Aerni
Klappentext
Ohne Gefühlsphysiognomik gibt es keinen Kontakt zwischen Menschen, keine Kommunikation, keinen Austausch von Gedanken und Gefühlen, kein Mitteilen von Bedürfnissen und Absichten. Ohne Physiognomik gibt es kein Verstehen von Mitmenschen. Physiognomisches Schließen ist eine notwendige und unvermeidliche Grundleistung des menschlichen Wahrnehmungsapparates. Deshalb hat Physiognomik im täglichen Leben wie auch beim Erbringen gewisser besonderer Leistungen eine besondere Bedeutung. In welcher Weise die allen Menschen eigene Gefühlsphysiognomik und die bewusst geübte Physiognomik sich auf die Entwicklung von Humanität, Kunst und Kultur im europäischen Raum auswirkten, wird in diesem Band dargestellt. Es eröffnet einen gänzlich neuen Blick auf die großen kulturellen Leistungen der Menschheit. Es ist dies eines der schönsten Physiognomik-Bücher. Der Inhalt ist wissenschaftlich fundiert und mit einem reichen Bildmaterial illustriert und dokumentiert.
Leseprobe
2 Erkenne dich selbst! Die Anfänge bewussten physiognomischen Deutens, die Quelle von Religion, Philosophie, Humanität, Wissenschaft und Kultur. «Wär nicht das Auge sonnenhaft, Die Sonne könnt es nie erblicken; Läg nicht in uns des Gottes eigne Kraft, Wie könnt uns Göttliches entzücken?»18 Goethe sprach mit diesen Zeilen in poetischer Sprache aus, was die zünftige Wissenschaft erst weit später im …