

Beschreibung
C urarsi con Dante [Selbstheilung durch Dante], so die Buchschleife um das Original, dessen Titel E d'ogni male mi guarisce un bel verso ein Zitat des Dichters Umberto Saba ist. Für den deutschen Titel hat der Autor den Refrain eines Songs von Franco Battiato...C urarsi con Dante [Selbstheilung durch Dante], so die Buchschleife um das Original, dessen Titel E d'ogni male mi guarisce un bel verso ein Zitat des Dichters Umberto Saba ist. Für den deutschen Titel hat der Autor den Refrain eines Songs von Franco Battiato gewählt, Io sì avrò cura di te (La cura). Ein Lifestyle-Buch? Nein, es ist ein Buch der Verführung! Die Kür von Fabio Stassis großer Kunst. Es soll uns in den richtigen Atemrhythmus der Dichtung bringen. Das Wort, auch unsere Worte, als erste Manifestation von Leben erfahren lassen. Mit jedem Wort, immer neu gesprochen und gesungen, die Wirklichkeit (wieder) »verdichten«. Denn »die Dichter«, um es mit Michael Krüger zu sagen, sind »die Ersten, die spüren, dass etwas fehlt, in unserer Welt«, der so viel bereits abhandengekommen ist.
»Gewiss hätte es uns während der langen Monate des Lockdowns viel gebracht, auch die Meinung der DichterInnen zu hören, nicht nur die der Wissenschaftler, der Politiker, der Journalisten. Und nicht ausschließlich die der zeitgenössischen oder noch lebenden auch die in besseres Leben Eingegangenen. Besser als alle anderen nämlich, sind sie imstande, uns zu lehren, dass just im Zustand erzwungener Isolation ein neuer Begriff von Freiheit hervorquellen kann. Und genau einer solchen Vorstellung und Vision hätten wir bedurft, damit aus dem Eingesperrtsein eine neue Konzeption von Welt, eine aufgeklärte und internationalistische Kulturrevolution entstehe.« (Kapitel »Der geschlossene Raum die geschlossene Stanze«)
Der Autor folgt dem Dichter im Exil und davon haben wir heute ja sehr viele, zum Leid und zugleich zum Glück für unsere Welt , wie er Wort für Wort, Reim für Reim auf seiner Wanderschaft in magischen Schritten und Bewegungen die Menschheit vermessen hat. Wie er dem Schmerz einen Namen gibt die erste dichterische Handlung. Mit der Dante sich selbst heilt. Am eindringlichsten bringt Stassi uns Dante als »Gebrauchslyriker« mit Primo Levis Worten nah: In der Hölle von Auschwitz versucht Levi, dem Elsässer Pikkolo, Kapo-Gehilfe und sein Freund, als Italienischübung zu erklären, wie das Dante'sche Inferno unterteilt, was der Contropasso ist. »Im Inferno lebend haben wir die heilige Pflicht, die Poesie zu erinnern, nicht zur Linderung des Schmerzes, aber um Mut zu schöpfen.«
Viele andere Dichter, auch sie überzeugt von der wundertätigen Macht von Dantes Versen Saba, Borges, Brodsky, Leopardi, Ungaretti, Mandelstam, T. S. Eliott , bezieht Stassi ein; verweist jedoch auch auf allerneueste Studien und Forschungen aktueller Human- und Naturwissenschaften.
Autorentext
Fabio Stassi ist in Rom geboren, die Stadt, wohin viele Sizilianer nach dem Krieg emigriert sind. Seine Wurzeln aber reichen in mehrere Weltregionen, Buenos Aires, Albanien, Karthago, Mittlerer Orient. Im Mittelpunkt seiner literarischen Suche stehen die Themen: mehrfache Identitäten, die Sprache und das Sprechen (von der Aphasie bis zur Zensur), das Gedächtnis und das Erinnern, die Bibliotheken als demokratischer Ort der Freiheit und ihre Zerstörungen; die Heilkraft der Dichtung und Literatur. Seine Vorbilder sind Leonardo Sciascia, Gesualdo Bufalino, Vincenzo Consolo.Seinen Durchbruch als Schriftsteller hatte er mit dem Roman Fumisteria, (Neuauflage 2015) über das Massaker Portella della Ginestra, 1. Mai 1947, bei Piana degli Albanesi, die Stadt (Arberesh-Gründung), woher seine Familie stammt. Mit den Detektivromanen über den Bibliotherapeuten Vince Corso, einem arbeitslosen Gymnasiallehrer, der in einer kleinen Behausung in der Via Merulana in Rom zusammen mit seinem stummen Hund Django lebt und seine Patienten empfängt, hat er sich in die Herzen seiner Leser geschrieben: La lettrice scomparsa (2016); Die Seele aller Zufälle (2024) (Ogni coincidenza ha un'anima) HOTLIST 2024; Ich töte wen ich will (2022) (Uccido chi voglio); "Das Ausmaß von Liebe" (2025) (Notturno francese); alle Ü Annette Kopetzki.Zur Buchmesse 2024 ist sein Dante-Essay erschienen: Ich, ja ich werd' Sorge tragen für dich Kurze Abhandlung über Dante, die Dichtung und den Schmerz (Ü Monika Lustig), in dem er uns Dante als einen fragilen, alle Leiden unserer Zeit vorwegnehmenden, sehr irdischen Dichter zeigt: Die Notwendigkeit, die (poetische) Stimme zu erheben, um dem Geschrei der Diktatoren keinen Raum zu geben. Sein politischstes Werk Bebelplatz. La Notte dei Libri bruciati, das just von den Bücherverbrennungen der Nazis ausgeht und eine Reise auf der Suche nach einer neuen Identität als Leser darstellt, ist Anfang Oktober 2024 bei Sellerio editore erschienen, wo sein ganzes Werk erscheint. Im September 2025 hat er hauchdünn (3 Stimmen) den Premio Campiello verpasst.Er wurde mit sämtlichen Literaturpreisen, benannt nach italienischen Schriftstellern - Vittorini, Sciascia, Scerbanenco, Arpino, Dessì, Croce -, aber auch mit den renommierten Premio Stresa und Premio Alassio ausgezeichnet.In Deutschland erhielt er den Hermann-Kesten-Preis 2024 (PEN Deutschland/Land Hessen), mit dem Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und somit für verfolgte, verbotene, zensierte Literaturen einsetzen.
Klappentext
C urarsi con Dante [Selbstheilung durch Dante], so die Buchschleife um das Original, dessen Titel E d'ogni male mi guarisce un bel verso ein Zitat des Dichters Umberto Saba ist. Für den deutschen Titel hat der Autor den Refrain eines Songs von Franco Battiato gewählt, Io sì avrò cura di te (La cura). Ein Lifestyle-Buch? Nein, es ist ein Buch der Verführung! Die Kür von Fabio Stassis großer Kunst. Es soll uns in den richtigen Atemrhythmus der Dichtung bringen. Das Wort, auch unsere Worte, als erste Manifestation von Leben erfahren lassen. Mit jedem Wort, immer neu gesprochen und gesungen, die Wirklichkeit (wieder) 'verdichten'. Denn 'die Dichter', um es mit Michael Krüger zu sagen, sind 'die Ersten, die spüren, dass etwas fehlt, in unserer Welt', der so viel bereits abhandengekommen ist.
'Gewiss hätte es uns während der langen Monate des Lockdowns viel gebracht, auch die Meinung der DichterInnen zu hören, nicht nur die der Wissenschaftler, der Politiker, der Journalisten. Und nicht ausschließlich die der zeitgenössischen oder noch lebenden - auch die in besseres Leben Eingegangenen . Besser als alle anderen nämlich, sind sie imstande, uns zu lehren, dass just im Zustand erzwungener Isolation ein neuer Begriff von Freiheit hervorquellen kann. Und genau einer solchen Vorstellung und Vision hätten wir bedurft, damit aus dem Eingesperrtsein eine neue Konzeption von Welt, eine aufgeklärte und internationalistische Kulturrevolution entstehe.' (Kapitel 'Der geschlossene Raum - die geschlossene Stanze')
Der Autor folgt dem Dichter im Exil - und davon haben wir heute ja sehr viele, zum Leid und zugleich zum Glück für unsere Welt -, wie er Wort für Wort, Reim für Reim auf seiner Wanderschaft in magischen Schritten und Bewegungen die Menschheit vermessen hat. Wie er dem Schmerz einen Namen gibt - die erste dichterische Handlung. Mit der Dante sich selbst heilt. Am eindringlichsten bringt Stassi uns Dante als 'Gebrauchslyriker' mit Primo Levis Worten nah: In der Hölle von Auschwitz versucht Levi, dem Elsässer Pikkolo, Kapo-Gehilfe und sein Freund, als Italienischübung zu erklären, wie das Dante'sche Inferno unterteilt, was der Contropasso ist. 'Im Inferno lebend haben wir die heilige Pflicht, die Poesie zu erinnern, nicht zur Linderung des Schmerzes, aber um Mut zu schöpfen.'
Viele andere Dichter, auch sie überzeugt von der wundertätigen Macht von Dantes Versen - Saba, Borges, Brodsky, Leopardi, Ungaretti, Mandelstam, T. S. Eliott -, bezieht Stassi ein; verweist jedoch auch auf allerneueste Studien und Forschungen aktueller Human- und Naturwissenschaften.