

Beschreibung
Mittelalterliche Überlieferung in neuer räumlicher und methodischer Perspektive. Der Band bietet eine wissenschaftshistorische Einführung und stellt textliche, bildliche und materielle Überlieferungsformen am Beispiel Mittel- und Südosteuropa vor. Es wird zude...Mittelalterliche Überlieferung in neuer räumlicher und methodischer Perspektive. Der Band bietet eine wissenschaftshistorische Einführung und stellt textliche, bildliche und materielle Überlieferungsformen am Beispiel Mittel- und Südosteuropa vor. Es wird zudem ein problemorientierter Einblick in Entstehungszusammenhänge, soziokulturelle und politische Hintergründe, Forschungstraditionen und Quellenkritik gegeben. Klassische Ordnungskriterien der Beschreibung von Quellen werden räumlich und zeitlich differenziert, methodische Zusammenhänge wissenschaftshistorisch und gesellschaftspolitisch kontextualisiert sowie räumliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet. Der Band erschließt mittelalterliche Überlieferung und ihre sozialen und kulturellen Funktionen somit aus einer neuen räumlichen und methodischen Perspektive.
Aus: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte Christina Antenhofer 30.6.2018
[] Rasche Orientierung bieten zehn Überblickskarten, ein Personen-, geographisch-ethnographisches und Quellenregister sowie durchgängige Randglossen, die Abschnitte kurz zusammenfassen [...] Durchgängig überzeugt der kluge Aufbau, der von historischen Einführungen über knappe hilfswissenschaftliche und quellenkundliche Abrisse der jeweiligen Quellentypen zur Betrachtung der Fallbeispiele in den Regionen des Untersuchungsraums führt. Dabei richtet sich das Buch eher an fortgeschrittene Studierende, die bereits eine Grundkenntnis mittelalterlicher Quellen und der Hilfswissenschaften besitzen. Sehr gut ist die interne Vernetzung über Verweise. []
Autorentext
Prof. Dr. Oliver Jens Schmitt ist Professor für Geschichte Südosteuropas an der Universität Wien. Seine mediävistischen Forschungsschwerpunkte liegen auf der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des venezianischen Südosteuropa sowie der Epoche der osmanischen Eroberung des Balkans.
Klappentext
Der Band bietet eine umfassende Einführung in die Geschichte der mittelalterlichen Überlieferung Mittel- und Südosteuropas in ihrem politischen und soziokulturellen Kontext. Problemorientiert wird Einblick in die Entstehungszusammenhänge des Quellenmaterials, in Forschungstraditionen und Quellenkritik geboten. Methodische Zugänge werden wissenschaftshistorisch und gesellschaftspolitisch vergleichend vorgestellt, räumliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet.
Inhalt
Vorwort 9 Erläuterungen zur Verwendung von Ortsnamen 12 Einleitung eine Annäherung 16 1.1 Moderne Wissenschaften und Nationen 33 1.2 Nationale Geschichtsbilder 37 1.3 Wiener Methodenausbildungen und ihre Ausstrahlung nach Südosteuropa 42 1.4 Ausblick: nach 1945 nach 1989 47 2.1 Überblick über die politischen Veränderungen 500 900 52 2.2 Forschungstraditionen und Methoden zur frühmittelalterlichen Geschichte Mittel- und Südosteuropas 56 2.2.1 Spätantike Karten: Die Tabula Peutingeriana 61 2.2.2 Spätantike Epigraphik und das Ende der Alten Welt (300 500) 65 2.2.3 Linguistische Quellen zum Frühmittelalter: Zur Aussagekraft der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft 71 2.3 Die Kirche als Trägerin frühmittelalterlicher Überlieferung 82 2.3.1 Differenzierung und Integration durch Glauben 82 2.3.2 Integration durch Schriftlichkeit 98 2.4 Die Materialität der Quellen: Archäologie und Architektur, dingliche und bildliche Überlieferung 110 2.4.1 Stratigraphie eines Burghügels das Beispiel von Alessio/Lissus/Lezha 112 2.4.2 Die Fundinterpretationen in der Mittelalterarchäologie der Provinz Vojvodina 116 2.4.3 Inschriften als Quelle für Herrschaftsgeschichte: Frühmittelalterliche kroatische Inschriften 120 2.4.4 Ein Steppenvolk erobert den östlichen Balkan: Bildkultur und Schriftlichkeit in proto-bulgarischen Inschriften 125 2.4.5 Die Siegel des mittelalterlichen Bulgarien 864 971 128 2.5 Ordnung ins Chaos? Das Handbuch De Administrando Imperio (948 952) des Konstantin Porphyrogénnetos 136 3.1 Neue Herrschaftsbildungen 1000 1300: Adels-, Hof- und Klosterkultur 142 3.2 Herstellung von Sicherheit: Recht setzen und gestalten 162 3.2.1 Urkundliche Überlieferung im mitteleuropäischen Kontext 162 3.2.2 Fälschungen und Herrschaftslegitimation 170 3.2.3 Urkunden der lateinischen Kaiserkanzlei der Romania (Lateinisches Kaiserreich von Konstantinopel) 179 3.2.4 Serbische Herrscherurkunden 184 3.2.5 Urkunden als Spiegel von Kultureinflüssen: Fallbeispiel Moldau 190 3.2.6 Rechtskodifikationen in Mitteleuropa 194 3.2.7 Das Gesetzbuch des Stefan Duan 201 3.2.8 Die fränkischen Assisen in Griechenland 204 3.2.9 Mittelalterliches Stadtrecht an der östlichen Adriaküste und in Mitteleuropa 208 3.3 Geschichte(n) erzählen: Historiographie, Hagiographie und Literatur 220 3.3.1 Geschichten erzählen: Geistliche und weltliche Überlieferung 220 3.3.2 Hagiographie und ihre politischen Funktionen: Böhmen und Mähren 234 3.3.3 Heilige Könige: Serbische Königsviten als balkanslawische Form der Herrscherrepräsentation 239 3.3.4 Klösterliche Annalistik 244 3.3.5 Chronistik des 12. und 13. Jahrhunderts 251 3.3.6 Deutschsprachige höfische Literatur: Ein Überblick 270 3.4 Visuelle und materielle Kultur 274 3.4.1 Materielle, bildliche und schriftliche Überlieferung als Medien von Repräsentation und Kommunikation 274 3.4.2 Burgen als Medien mittelalterlicher Herrschaftspraxis 281 3.4.3 Memoria multimedial: Inschriften und Wappen im Dienste von Erinnerung und Repräsentation 288 Übersichtskarten Mittel- und Südosteuropa 301 Karte 1 Physische Übersicht 302 Karte 2 Mittel- und Südosteuropa um 500 303 Karte 3 Mittel- und Südosteuropa um 800 304 Karte 4 Mittel- und Südosteuropa um 900 305 Karte 5 Mittel- und Südosteuropa um 1000 306 Karte 6 Mittel- und Südosteuropa um 1200 307 Karte 7 Mittel- und Südosteuropa um 1400 308 Karte 8 Mittel- und Südosteuropa um 1475 309 Karte 9 Wichtige Handelswege 310 Karte 10 Universitäten 311 4.1 Herrschaft und pragmatische Schriftlichkeit 1300 1500: Städtische Gemeinschaften 312 4.2 Verschriftlichung und Normierung: Bausteine institutioneller Überlieferung 328 4.2.1 Professionalisierung in der Territorialverwaltung: Südosteuropa 334 4.2.2 Sicherung der Stadtverfassung durch Rechtsbücher: Wien Prag Ofen 339 4.2.3 Die Archive sprechen: Notarsprotokolle und Prozessakten im Vergleich 343 4.3 Stadt als Raum 352 4.3.1 Ansichten der Stadt: Chroniken, Karten und Pläne 356 4.3.2 Himmel über Prag und Wien: Städteportraits im 15. Jahrhundert. 360 4.3.3 Die Stadt und ihr Umland: Umweltgeschichte, Donaustädte, Grundherrschaft 372 4.4 Soziale Gruppen und Gemeinschaften 375 4.4.1 Gebets- und Wirtschaftsgemeinschaften 379 4.4.2 Stadt und Fürsorge: Bettelorden, Spitäler und religiöse Stiftungen 382 4.4.3 Liturgie in der Stadt: Prozessionen, Altäre und Stiftungen 388 4.4.4 Ländliche Gemeinschaften in Dalmatien 397 4.5 Verflechtung spätmittelalterlicher Lebensräume 401 4.5.1 Quantifizierte Personen: Universitätsmatrikel 402 4.5.2 Bücherverzeichnisse als Abbild städtischer Beziehungsgeflechte 405 4.5.3 Zur christlich-jüdischen Koexistenz in der Stadt 411 4.5.4 Hof, Adel und Religion: Böhmische Buchmalerei zur Zeit der Luxemburger und der Hussitenkriege 415 4.5.5 Narrative der Herrschaftsrepräsentation und -praxis 424 4.6 Kommunikation und Korrespondenz: Politische und pragmatische Schriftlichkeit 438 4.6.1 Reform, Konzil und Korrespondenz: Böhmen und die Kirche 439 4.6.2 Endlich Zahlen: Osmanische Steuerregister 446 4.6.3 Handelsregister als quantitative Quelle: Dalmatien 454 4.6.4 Italienische Gesandtenberichte als Schlüsselquellen der politischen Geschichte Südosteuropas? 461 Ausblick 469 Abbildungsnachweis 472 Bibliographie 474 Personenregister 569 Geographisch-ethnographisches Register 582 Quellenregister 597 Verzeichnis der Beiträgerinnen und Beiträger 602