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Das institutionelle Scheitern der Kommunikation

  • Kartonierter Einband
  • 140 Seiten
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Magisterarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Soziologie - Medien, Kunst, Musik, Note: 1,0, Rheinisch-Westfälische Technische Ho... Weiterlesen
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Beschreibung

Magisterarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Soziologie - Medien, Kunst, Musik, Note: 1,0, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Philosophische Fakultät, Sprach- und Kommunikationswissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: Inhaltsangabe:Einleitung: Während einer TV-Sendung ist zwar noch nie ein Mord geschehen, wohl aber schon einige Male nach einer Sendung Weil etwa ein Homosexueller in den USA bei Jenny Jones geoutet wurde, hatte dieser den Verräter später erschossen. Jetzt ist in New York abermals aufgrund einer Aufzeichnung von Forgive and Forget mit Robin Gives kurz vor der Live-Ausstrahlung ein weiblicher schwangerer Gast umgebracht worden. Der Titel des Daily Talks lautete You re 17, Quit having babies . Das Format des Daily Talks, das in den neunziger Jahren von den USA nach Deutschland importiert wurde, bringt teilweise Aggressionen in den beteiligten Akteuren hervor, die schlimmstenfalls sogar letale Folgen haben können. Zwar sind in Deutschland Mordfälle dieser Art nicht bekannt. Doch so manch verbaler Vernichtungszug endet auch hier in physischer Gewalt. Woher stammen diese Aggressionen? Werden sie von diesem Format gefördert? Das Zusammenspiel der kommunikativen Spezifika des Daily Talks trägt zu derlei kommunikationsfeindlichen emotionalen Zuständen bei. Sie resultieren in der Äußerung typischer Sprechakte, die weitreichende Konsequenzen für die beteiligten haben können. Da der Daily Talk in den neunziger Jahren seinen Höhepunkt erlebte und danach das Interesse wieder abebbte, beschäftigen sich die meisten Forschungsarbeiten mit den großen Gesprächsrunden der sogenannten Bekenntnisshows . Mittlerweile werden diese jedoch immer mehr vom Typ des Konfro-Talks abgelöst, wo zwei Streitparteien ihren Konflikt vor Publikum austragen (vgl. Kap. 2.1). Dabei werden sensible Themen aus dem Privat- und Intimbereich gewählt (vgl. Kap. 2.2), die möglichst unterhaltsam dargeboten werden. In Kapitel 2.3 wird auf die möglichen Gefahren einer solchen Vorgehensweise hingewiesen. Die Banalität der Themen sowie die Selbstentblößung der Gäste hat viele Autoren zur Frage nach der Motivation von Gast und Zuschauer veranlasst. Doch bisher fehlt eine befriedigende Analyse, denn die Motive der Gäste auf Exhibitionismus und die Motive der Zuschauer auf Voyeurismus zu reduzieren, erscheint zu simplifizierend. Vielmehr spielen kollektive und individuelle Identitätsbildungsprozesse eine Rolle, wie in Kapitel 2.4 näher erläutert wird. Daraus resultiert die Frage, ob Talkshows einen Beitrag zur soziopolitischen Meinungsbildung leisten können (vgl. Kap. 2.5). Durch ihre Redundanz wirken die Themen trotz ihrer Intimität und Affektbeladenheit längst nicht mehr sensationell. Um dennoch eine akzeptable Einschaltquote sichern zu können, greifen die Produzenten der Daily Talks zu dramaturgischen, teils theatralischen Mitteln. Dies ist besonders bei den privaten Anbietern RTL und Sat.1 zu beobachten, während die öffentlich-rechtliche ARD sich mit Fliege. Die Talkshow weiterhin am Typ der Bekenntnisshow orientiert. Der Umfang dieser Arbeit lässt nur die detaillierte Untersuchung eines Typs zu, weshalb ausschließlich solche Formate berücksichtigt werden, die den Typ des Konfro-Talks integriert haben. Als institutionelle Form der Kommunikation hat der Daily Talk einen festen Ablauf, insbesondere einen festen Gesprächsverlauf und festgelegte Rollen für die Teilnehmer (vgl. Kap. 3). Indem Gäste an einer Talkshow teilnehmen, lassen sie sich auf deren Spielregeln ein. Doch gerade diese Spielregeln verhindern eine fruchtbare Diskussion. Verschiedene Standpunkte, die sich in der Gesellschaft finden, sollen in einer Talkshow präsentiert werden. Deshalb werden den Gästen pointierte Rollen zugewiesen. Gestaltet sich der Gesprächsverlauf in den meisten Alltagsgesprächen kompromissorientiert, äußern die T...

Autorentext
Deborah Weinbuch (Jahrgang 1979), M.A. studierte Kommunikationswissenschaften mit den Nebenfächern Psychologie und Politische Wissenschaften an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Abschluss: Magister Artium mit Auszeichnung. Als Freie Autorin schreibt sie für ein allgemeines Publikum über psychologische, soziologische und gesundheitliche Themen.

Klappentext

Inhaltsangabe:Einleitung: Während einer TV-Sendung ist zwar noch nie ein Mord geschehen, wohl aber schon einige Male nach einer Sendung Weil etwa ein Homosexueller in den USA bei Jenny Jones geoutet wurde, hatte dieser den Verräter später erschossen. Jetzt ist in New York abermals aufgrund einer Aufzeichnung von Forgive and Forget mit Robin Gives kurz vor der Live-Ausstrahlung ein weiblicher schwangerer Gast umgebracht worden. Der Titel des Daily Talks lautete You re 17, Quit having babies . Das Format des Daily Talks, das in den neunziger Jahren von den USA nach Deutschland importiert wurde, bringt teilweise Aggressionen in den beteiligten Akteuren hervor, die schlimmstenfalls sogar letale Folgen haben können. Zwar sind in Deutschland Mordfälle dieser Art nicht bekannt. Doch so manch verbaler Vernichtungszug endet auch hier in physischer Gewalt. Woher stammen diese Aggressionen? Werden sie von diesem Format gefördert? Das Zusammenspiel der kommunikativen Spezifika des Daily Talks trägt zu derlei kommunikationsfeindlichen emotionalen Zuständen bei. Sie resultieren in der Äußerung typischer Sprechakte, die weitreichende Konsequenzen für die beteiligten haben können. Da der Daily Talk in den neunziger Jahren seinen Höhepunkt erlebte und danach das Interesse wieder abebbte, beschäftigen sich die meisten Forschungsarbeiten mit den großen Gesprächsrunden der sogenannten Bekenntnisshows . Mittlerweile werden diese jedoch immer mehr vom Typ des Konfro-Talks abgelöst, wo zwei Streitparteien ihren Konflikt vor Publikum austragen (vgl. Kap. 2.1). Dabei werden sensible Themen aus dem Privat- und Intimbereich gewählt (vgl. Kap. 2.2), die möglichst unterhaltsam dargeboten werden. In Kapitel 2.3 wird auf die möglichen Gefahren einer solchen Vorgehensweise hingewiesen. Die Banalität der Themen sowie die Selbstentblößung der Gäste hat viele Autoren zur Frage nach der Motivation von Gast und Zuschauer veranlasst. Doch bisher fehlt eine befriedigende Analyse, denn die Motive der Gäste auf Exhibitionismus und die Motive der Zuschauer auf Voyeurismus zu reduzieren, erscheint zu simplifizierend. Vielmehr spielen kollektive und individuelle Identitätsbildungsprozesse eine Rolle, wie in Kapitel 2.4 näher erläutert wird. Daraus resultiert die Frage, ob Talkshows einen Beitrag zur soziopolitischen Meinungsbildung leisten können (vgl. Kap. 2.5). Durch ihre Redundanz wirken die Themen trotz ihrer Intimität und Affektbeladenheit längst nicht mehr sensationell. [...]

Produktinformationen

Titel: Das institutionelle Scheitern der Kommunikation
Untertitel: Zum Unterhaltungswert des Daily Talk
Autor:
EAN: 9783838696119
ISBN: 978-3-8386-9611-9
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: diplom.de
Genre: Politikwissenschaft
Anzahl Seiten: 140
Gewicht: 212g
Größe: H210mm x B148mm x T9mm
Jahr: 2006