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Ferdinand Tönnies

  • Kartonierter Einband
  • 364 Seiten
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Die vorliegende Arbeit ist im Juni 1988 von der Philosophischen Fakultät der Chri stian-Albrechts-Universität zu Kiel als Disserta... Weiterlesen
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Beschreibung

Die vorliegende Arbeit ist im Juni 1988 von der Philosophischen Fakultät der Chri stian-Albrechts-Universität zu Kiel als Dissertation angenommen worden. Das Buch, wie es nun erscheint, hat eine längere Vorgeschichte. Der Grundgedanke stand mir schon früh fest und hatte sich aus Studien zu allgemeinen wissenschaftstheoretischen Fragen der Geisteswissenschaften ergeben. Es war die These, daß Tönnies' Orientie rung in der Historismus-Rationalismus-Frage den Ausblick auf die wissenschafts-und geistesgeschichtliche Situation im Deutschland der Jahrhundertwende öffnet, daß er ferner bei der Wahl seines methodologischen Rahmens in der damaligen Konstellation von wissenschafrspolitischen Gründen mitbestimmt worden war, und daß schließlich die inneren Widersprüche seiner programmatischen wissenschaftstheoretischen Orien tierung im positivistischen Sinne durch die Absicht bestimmt war, die Gesichtspunkte der Aufklärung gegen die Aufklärungskritik des späten 19. Jahrhunderts durchzu setzen. Daraus ergibt sich bei Tönnies eine in sich skeptisch reflektierte Aufklärungs programmmatik, die ihre Konsequenzen für seine Orientierung in der zeitgenössischen theoretischen Debatte zeigt, darüberhinaus aber auch, ungeachtet ihres zeitbedingten Vokabulars, anhaltende Aktualität hat. Tönnies' Beitrag zu einer Theorie der Rationali tät mit ihrer Berücksichtigung anthropologischer und historischer Faktoren macht ihn als den soziologischen Klassiker, der er ist, auch zu einem Gesprächspartner für die gegenwärtige Debatte um Probleme der Ratio. Die früheren Forschungen Karl Otto Apels zu theoretischen Fragen der Geisteswissenschaften (vgl.

Klappentext

Die vorliegende Arbeit ist im Juni 1988 von der Philosophischen Fakultät der Chri­ stian-Albrechts-Universität zu Kiel als Dissertation angenommen worden. Das Buch, wie es nun erscheint, hat eine längere Vorgeschichte. Der Grundgedanke stand mir schon früh fest und hatte sich aus Studien zu allgemeinen wissenschaftstheoretischen Fragen der Geisteswissenschaften ergeben. Es war die These, daß Tönnies' Orientie­ rung in der Historismus-Rationalismus-Frage den Ausblick auf die wissenschafts-und geistesgeschichtliche Situation im Deutschland der Jahrhundertwende öffnet, daß er ferner bei der Wahl seines methodologischen Rahmens in der damaligen Konstellation von wissenschafrspolitischen Gründen mitbestimmt worden war, und daß schließlich die inneren Widersprüche seiner programmatischen wissenschaftstheoretischen Orien­ tierung im positivistischen Sinne durch die Absicht bestimmt war, die Gesichtspunkte der Aufklärung gegen die Aufklärungskritik des späten 19. Jahrhunderts durchzu­ setzen. Daraus ergibt sich bei Tönnies eine in sich skeptisch reflektierte Aufklärungs­ programmmatik, die ihre Konsequenzen für seine Orientierung in der zeitgenössischen theoretischen Debatte zeigt, darüberhinaus aber auch, ungeachtet ihres zeitbedingten Vokabulars, anhaltende Aktualität hat. Tönnies' Beitrag zu einer Theorie der Rationali­ tät mit ihrer Berücksichtigung anthropologischer und historischer Faktoren macht ihn als den soziologischen Klassiker, der er ist, auch zu einem Gesprächspartner für die gegenwärtige Debatte um Probleme der Ratio. Die früheren Forschungen Karl Otto Apels zu theoretischen Fragen der Geisteswissenschaften (vgl.



Inhalt

1. Fragestellungen und Probleme.- 2. Der Gang der Argumentation. Orientierendes Resümee und Resultate.- 3. Die Ausgangslage.- Erster Teil Die Entwicklung: Tönnies' Gedankenbewegung zur Soziologie.- I. Einleitende Betrachtungen.- 1. Entwicklungsrhythmen von Leben und Werk.- 2. Tönnies als Repräsentant für den Entstehungsprozeß der Soziologie.- 3. Lebensgeschichtliche und politische Rahmenbedingungen.- 4. Zur Chronologie der Entstehung von »Gemeinschaft und Gesellschaft«.- II. Entstehungsprozeß von »Gemeinschaft und Gesellschaft«.- 1. Erster Impuls: Die Hobbes'-Studien.- 2. Zweiter Impuls: Objektivierung von Ethik, Recht und Moral zum Gegenstand der Wissenschaft.- 3. Rezeption der zeitgenössischen Literatur als Voraussetzung der »Habilitationsschrift«.- 4. Das Problem von Begriff und Geschichte.- 5. Willenstheorie als Gedankenzentrum.- 6. Zwei Schlüsselsituationen in der Entstehung von »Gemeinschaft und Gesellschaft«.- 6.1 Die Kritik an Ihering.- 6.2 Die »Habilitationsschrift« mit ihrer Tendenz zu einer historischen Anthropologie.- 7. Abschluß und gültige Gestalt des Jugendwerkes.- III. Philosophische Voraussetzungen und Ziele.- 1. »Wissenschaftliche Philosophie« unter Rückgriff auf das 17. Jahrhundert.- 2. Schopenhauers Einfluß.- 2.1 Pessimismus nach 1848.- 2.2 Empirische Umdeutung des Willensbegriffs.- Zweiter Teil Der systematische Zusammenhang von Tönnies' philosophischen Positionen: theoretische und praktische Konsequenzen.- I. Die Historismus-Rationalismus-Problematik bei Tönnies.- 1. Tönnies' Programm einer Synthese.- 2. Aufklärungsrezeption.- 3. Tönnies' Szientismus, orientiert an Hobbes.- 4. Die inneren Widersprüche in Tönnies' positivistischem Programm.- 5. Schicksal des Aufklärungsdenkens im Deutschland des späten 19. Jahrhunderts unter dem Aspekt von Tönnies' geistesgeschichtlicher Stellung.- II. Die Kontroverse mit Rickert. Programmatische Gegensätze und verschwiegene Gemeinsamkeiten.- 1. Die Problemlage.- 2. Tönnies und Max Weber in ihrem unterschiedlichen Verhältnis zu Rickert.- 3. »Transzendental«-Philosophie der Kultur und soziologischer Positivismus bei Tönnies: Ein modellhafter Vorgriff auf die späteren »Vermittlungen« zwischen deutscher und amerikanischer Soziologie.- 4. Die Standpunkte in der Kontroverse: Gegensätzliche philosophische Zielsetzungen.- 4.1 Rickerts logische Theorie des Wissenschaftsdualismus.- 4.1.1 Die transzendentallogische Perspektive.- 4.1.2 Rickerts Zurückweisung der kritischen Einwände gegen seine Prinzipien der individualisierenden historischen Begriffsbildung.- 4.2 Tönnies' Kritik.- 4.3 Fazit der Auseinandersetzung.- 5. Analogien und Korrespondenzen zwischen Tönnies und Rickert: Unbeabsichtigte Gemeinsamkeiten.- 5.1 Analoges Verhältnis zwischen den soziologischen Grundbegriffen »Gemeinschaft« und »Gesellschaft« und Rickerts Dualismus von individualisierender kulturwissenschaftlicher und generalisierender naturwissenschaftlicher Begriffsbildung.- 5.2 Entsprechungen zwischen Rickerts Kulturwerten und Tönnies' »sozialen Wesenheiten«.- 6. Gründe für die Aufrechterhaltung des Selbstwiderspruchs von Tönnies.- 6.1 Wissenschaftspolitische Gesichtspunkte, die in der Zeitsituation lagen.- 6.2 Szientismus als wissenschaftiche Legitimation der Sozialethik. Berührungen mit der neukantischen Sozialethik.- 6.3 Tönnies' sozialethische Grundsätze im Vergleich mit Max Weber.- 6.4. Wissenschaft als Voraussetzung für die sozialkritische Freisetzung der im Wesenwillen inkorporierten Vernunft. Das »gemeinschaftliche Naturrecht« als kritische Instanz.- III. Der Widerspruch zwischen Wissenschaftstheorie und wissenschaftlicher Praxis in Tönnies' soziologischer Geschichtsbetrachtung.- 1. Wissenschaftstheoretische Grundbestimmungen.- 2. Tönnies' Studien zu Grundstrukturen der europäischen Geschichte vom Mittelalter zur Neuzeit.- 2.1 Prozeß der Individualisierung.- 2.2 Das Paradigma der Generationenfolge und der Entgegensetzung von männlichem und weiblichem Prinzip.- 3. Kritik der Gegenwart: Zwischen geschichtsphilosophischem Pessimismus und sozialethischem Reformismus.- 4. Geschichtsphilosophische Prognosen: Menschheitsreligion.- 5. Wissenschaftsgeschichte.- 6. Das Verhältnis von Wissenschaftstheorie und Forschungspraxis in Tönnies' »angewandter Soziologie«.- IV. Tönnies' Kritik des Sozialdarwinismus in der Auseinandersetzung mit der Krupp-Preisfrage von 1900.- 1. Theorie als Hintergrund des praktischen Engagements bei Tönnies.- 2. Die Zeitsituation.- 3. Die Preisfrage und die Argumentation des Preisträgers Schallmayer. Konfrontation mit Tönnies' intellektueller Grundhaltung.- 4. Tönnies' positive Beziehungen zur Preisfrage. Sein Interesse an eugenischen Fragen.- 5. Das Zusammenwirken der theoretischen Komponenten in der Abwehr sozialdarwinistisch zugespitzter Gedankengänge.- 5.1 Begriffslogische und kulturtheoretische Argumente zur Undefinierbarkeit des eugenischen Ziels. Intelligenz versus »generative Gesundheit«.- 5.2 Kritik des Organizismus: Kulturen sind keine Organismen. Gegen die sozialdarwinistische Deutung von Kulturen.- 5.3 Degeneration contra Fortschritt durch Evolution. Kritik der Evolutionsannahmen des Sozialdarwinismus bei grundsätzlichen Sympathien für den Evolutionismus.- 5.4 Kritik der Evolutionstheorien des Rechts. Zweckrationalität im Interessenkampf und beim Anpassungsverhalten ist nicht der einzige Kausalfaktor.- 6. Tönnies und Schallmayer: Kritische Destruktion und bedingte Zustimmung bei kategorialer philosophisch-moralischer Differenz.- 7. Bezüge zur politischen Rolle des Sozialdarwinismus.- 8. Tönnies' Demonstration für die Sache der Wertfreiheit bei Gründung der Sektion für Sozialbiologie der DGS.- 9. Fazit: Tönnies' Gegenposition in ihren weiteren politischen Bezügen.- V. Tönnies' publizistische und wissenschaftliche Teilnahme am Streik der Hafenarbeiter in Hamburg 1896/97.- 1. Theorie und Praxis in Tönnies' Position: ein resümierender Überblick.- 2. Der biographische Hintergrund: Die Übersiedlung nach Hamburg.- 3. Tönnies' Verhältnis zur Großstadt.- 4. Tönnies' literarische Produktion in den Hamburger Jahren. Theoretische und politische Bezüge seiner Kultur- und Wissenschaftskritik.- 5. Politische Zusammenhänge.- 5.1 Tönnies' politische Orientierung und Kritik in den neunziger Jahren als Voraussetzung für sein Engagement im Hamburger Streik.- 5.2 Tönnies und Max Weber: Praktisch-politische Bündnisse bei wesentlichen theoretischen Differenzen.- 5.3 Tönnies' politische Haltung im Briefwechsel mit Harald Höffding und mit Friedrich Paulsen.- 6. Tönnies' Engagement im Hamburger Hafenarbeiterstreik von 1896/97.- 6.1 Biographische Voraussetzungen und Folgen.- 6.2 Darstellungsart und -ziel von Tönnies' Aufsätzen zum Streik.- 7. Der Verlauf des Streiks.- 8. Spuren des »Gemeinschafts-Gesellschafts«-Theorems in Tönnies' Einzelanalysen.- 8.1 Aufschlüsse zur Rolle der Macht in Tönnies' theoretischem Denken.- 8.2 Tönnies' politische Gesichtspunkte bei der Betrachtung des Streiks.- 8.3 Sozialpolitische Aktivität als Konsequenz der theoretischen Grundlagen.- Dritter Teil Die theoretische Essenz und beherrschende Grundtendenz von Tönnies' Gedankenbewegung: Seine Theorie der Rationalität.- I. Besondere philosophische Akzente von Tönnies' soziologischem Denken.- 1. Berührungspunkte der Willenstheorie mit Fragen der philosophischen Anthropologie und einer Theorie der Rationalität (Darin ein Exkurs: Tönnies' Voluntarismus und die Handlungstheorie - S. 257-258).- 2. Tönnies' Nähe zu Dilthey als wissenschaftsgeschichtliches Symptom.- II. Tönnies' Willenstheorie unter anthropologischen und erkenntnistheoretischen Gesichtspunkten.- 1. Ihre beiden Wurzeln in Rechtstheorie und philosophischer Anthropologie.- 2. »Realismus« und Wissenschaftlichkeit durch Psychologie: Berührung mit dem Rechtsrealismus und »Prozessualisierung« der sozialen Wirklichkeit.- 3. Tönnies' Zugang zum Bereich der Symbole und Zeichen auf konventionalistischem und auf psychologisch-anthropologischem Wege.- 4. Evolutionstheorie als Basis des kulturanthropologischen Denkens von Tönnies. Das Degenerationsproblem. Grenzen zwischen Geist und Natur.- 5. Nähe zur späteren Wissenssoziologie. Auf dem Wege zu einer materialen Erkenntnistheorie.- 6. Tönnies und Schopenhauer.- III. Das Charakteristische an Tönnies' Betrachtung des Rationalisierungsprozesses: Die Dichotomie der Rationalität.- 1. Tönnies' Problem: Auf welche Art ist die Ratio außerhalb des zweckrationalen Bereiches tätig?.- 2. Der »Wesenwille« als kritische Instanz gegenüber dem »Kürwillen«.- 3. Der Aufklärungsprozeß als »Verneinung« im auflösenden und im befreienden Sinne. Glücklose Moderne.- 4. Tönnies' und Spengler: partielle Analogie und kategoriale Differenz. Ein geistesgeschichtlicher Test.- 5. Tönnies und Plessner: Ist gesellschaftliche Distanz auch ein Seelenbedürfnis? Soziologische Aufklärung im späten 19. und im frühen 20. Jahrhundert: Gemeinsamkeiten und Differenzen.- IV. Historischer Gehalt der formalen Begriffe. Ihr kritisches Potential.- V. Tönnies' Tendenzen zu einer Historischen Anthropologie.- 1. Tönnies' psychologisch-anthropologischer Blick auf die Geschichte.- 2. Gesichtspunkte für eine Historische Anthropologie.- 2.1 Analyse des gesellschaftlichen Abstraktionsprozesses.- 2.2 Der Mensch der »Gesellschaft« und der Mensch der »Gemeinschaft«.- 3. Tönnies' Distanz zur Zivilisationskritik des Neukonservativismus der Weimarer Zeit.- Schlußbetrachtung.

Produktinformationen

Titel: Ferdinand Tönnies
Untertitel: Soziologie als skeptische Aufklärung zwischen Historismus und Rationalismus
Autor:
EAN: 9783531121109
ISBN: 978-3-531-12110-9
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Genre: Politikwissenschaft
Anzahl Seiten: 364
Gewicht: 570g
Größe: H226mm x B156mm x T21mm
Jahr: 1991
Auflage: 1991

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