

Beschreibung
Peter Bauer, Geschichtsdozent in New York, ist gelangweilt und unglücklich verliebt. Er sucht verzweifelt nach dem Sinn des Lebens. Mit seinem geliebten 57er Chevrolet Oldtimer, den er Peggy-Sue nennt, begibt er sich auf eine epische Reise quer durch die USA. ...Peter Bauer, Geschichtsdozent in New York, ist gelangweilt und unglücklich verliebt. Er sucht verzweifelt nach dem Sinn des Lebens. Mit seinem geliebten 57er Chevrolet Oldtimer, den er Peggy-Sue nennt, begibt er sich auf eine epische Reise quer durch die USA. Doch ein mysteriöser Unfall katapultiert ihn plötzlich ins Jahr 1951. Dort wird er sofort der Industriespionage verdächtigt, da sein Auto noch gar nicht existiert. Auf der Flucht vor dem FBI und anderen Verfolgern trifft Peter auf die Wissenschaftlerin Kate King. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Odyssee durch verschiedene Epochen und parallele Universen, immer auf der Suche nach einem Weg zurück in die Gegenwart. Inmitten dieses chaotischen Abenteuers bleibt der geheimnisvolle Busfahrer Charly eine konstante, rätselhafte Figur, die immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein scheint. Durch diese ungewöhnliche Reise lernt Peter Bauer mehr über das Leben und sich selbst, als er sich jemals hätte vorstellen können. Eine rasante Fahrt durch Zeit und Raum, ein spannendes Abenteuer voller unerwarteter Wendungen und Erkenntnisse. Peters Reise lehrt uns, dass der Sinn des Lebens oft an den unwahrscheinlichsten Orten zu finden ist.
Autorentext
Der Name Bruno Heter ist ein Pseudonym. Der Vorname wird seit vielen Jahren in Schulklassen verwendet. Bruno ist ein Schüler, der nie anwesend ist, aber dennoch immer alles weiss. Er schreibt Tagebuch für die Klasse und gibt den Schüler*Innen bei Schulaustritt einen humorvollen Rückblick ab. Der Nachname ist eine Kurzform des Maori-Wortes Hetiheti, was Igel bedeutet. Auf der zweimonatigen Reise durch Neuseeland hat Bruno den Übernamen Hetiheti erhalten, weil er seine Haare immer sehr kurz trug und damit einem Igel ähnlichsah. Geboren 1967, im Sommer der Liebe. Aufgewachsen ist Bruno Heter im Wynental, Kanton Aargau in der Schweiz. Er hat drei Schwestern, ist der zweitjüngste der Familie. Nach der Schule hat er die Ausbildung zum Oberstufenlehrer angetreten. Sein Studium führte ihn von Aarau bis nach Montpellier in Südfrankreich. Seit seiner Schulzeit liest und schreibt Christoph Hofer sehr gerne und viel.
Leseprobe
1 - Kandinsky My life sucks! Ich langweile mich zu Tode. Jeden Tag dieselbe Leier. Studierende, welche unvorbereitet zur Vorlesung kommen. Mädchen, die ohne BH zur Prüfung erscheinen, in der Hoffnung, dadurch ihre Noten zu verbessern. Jungs, deren Welt zwischen ihren Beinen und dem Ei des Footballs feststeckt. Automatenkaffee, den man nicht trinken kann. Und niemand interessiert sich für Geschichte. Demnächst schafft es die erste Spinne, zwischen meinem aufgestützten Gesicht und dem gebeugten Arm ihr Netz zu weben. Mir graut davor, denn ich hasse Spinnen. Im Südwesten soll es Spinnen geben, größer als meine Hand. Vielleicht sollte ich den Südwesten einfach auslassen. Dabei liebe ich den Südwesten, die Prärie, die Orte an denen meine weiße Spezies begonnen hat, die rechtmäßigen Bewohner dieses Kontinents auszurotten. Ich muss dorthin, das bin ich den Natives schuldig, denn schließlich bin ich Geschichtsprofessor. Hoffentlich sehe ich keine Spinnen. Ich hasse Biologie. Ich hasse auch Bob, den Frauenschwarm. Er doziert Biologie. Noch einen Monat durchhalten, dann ist hier Schluss. Was haben Sie mich gefragt? Die blonde Barbiepuppe nervt. Nein, Miss Carmell, nicht Trotzki hat Stalin ermordet, sondern umgekehrt. Bitte lesen Sie mein Manuskript. Die Vorlesung ist zu Ende, wir sehen uns nächste Woche wieder. Haben Sie vielen Dank. - Ich bin Peter Bauer, Professor für Geschichte, gebt mir bitte etwas Automatenkaffee, dringend. Am späteren Nachmittag, als die Kens und Kevins der New Yorker Snobiety bereits ihren unförmigen Lederbällen nachjagen und die wasserstoffblonden Barbies dazu hysterisch kreischend ihre Hüften schwingen, besteige ich den Bus an der Haltestelle vor dem Universitätsgelände. Ich habe Glück, es ist Charly, mein Lieblingsfahrer. Hallo Charly! Alles klar? Ja, Mister Bauer, mir geht es gut, danke. Hatten Sie einen harten Tag? Sie sehen müde aus. Das nennt man Langeweile, Charly, nicht Müdigkeit. Meine Tage sind immer gleich langweilig, Charly. Manchmal würde ich auch lieber einen Bus fahren. Sie wissen zumindest, wohin Sie fahren und warum Sie das tun. Charly lacht. Der Bus bewegt sich kaum spürbar. Kein Ruckeln, kein Zittern, bloß entspannendes Gleiten. Mitten in der Rush Hour in Downtown New York. Charly ist ein Heiliger. Seit vielen Monaten plane ich nun die Reise mit meinem alten Chevrolet BelAir 57 Cabrio. Er steht bereit, ich habe die technische Prüfung durchführen lassen. Das Auto ist in tadellosem Zustand. Damals, als ich ihn in der Nähe von Spokane entdeckt habe, war er noch grau und schwarz - ein hässliches Entlein. Heute steht meine Peggy-Sue in rot-weißem Fifties-Look da, makellos, eine Augenweide. Ein rothaariger Arbeiter im blauen Overall ruft mir zu, dass ich den Wagen nun aus der Garage fahren könne. Die dunkle Einfahrt zur Tiefgarage erinnert mich an Dantes Tor zur Hölle, aber das interessiert den Overallmenschen wohl wenig. Wir steigen hinab in den Schlund der Finsternis und da steht sie: Meine Peggy-Sue! Sie haben da einen tollen Wagen. Alles perfekt, Sie können los. Danke für Ihr Vertrauen, hat Spaß gemacht. Der Mechaniker zieht Rotz hoch und lächelt etwas schief. Der Öllappen hängt aus seiner Gesäßtasche und ich hoffe, er hat sich damit nicht in meine Auto gesetzt. Danke. Mehr bringe ich nicht heraus, ich verzichte darauf, die ölverschmierte Hand zum Gruß zu schütteln. Zu Hause desinfiziere ich als erstes das Lenkrad und die Sitze. Beim Einsteigen denke ich an Stephen Kings Christine. Warum auch immer. Mir läuft ein Schauer über den Rücken, wenn beim Einschalten der Zündung Rock'n'Roll ertönt. Dann drehe ich den kleinen Schlüssel noch ein wenig weiter und Peggy beginnt zu schnurren. Sie läuft auf allen acht, neigt sich dezent zur Seite, wenn ich mit dem rechten Fuß auf das Gaspedal drücke. So muss es sein, mit einem V8. Wo soll's denn hingehen? - Stimmt, der Mechaniker steht noch da und kaut Tabak. Einmal querbeet. Ziel unbekannt, wahrscheinlich San Diego, denke ich. Mhmm. Na dann, viel Spaß! Er weiß wahrscheinlich nicht einmal, wo San Diego liegt. Das kann mir egal sein. Vorsichtig rolle ich aus der Tiefgarage auf die Straße und ärgere mich wieder einmal über die steile und tiefe Wasserrinne am Straßenrand. Warum kann unser Präsident nicht einmal dafür sorgen, dass wir Amerikaner vernünftige Bordsteinkanten bauen können? Das wäre zumindest sinnvoller, als in irgendeinem fernen Wüstenstaat einen dämlichen Krieg zu führen. Und billiger wäre es auch. Dabei habe ich ihn gewählt, da könnte er doch auch etwas für mich tun. Peggy macht Eindruck. Die Menschen drehen ihre Köpfe und lächeln sehnsüchtig. Außer an der Wall Street. Die engen Krawattenknoten verhindern wahrscheinlich das Drehen des Kopfes. Oder die Hirne berechnen die Treibstoffkosten schneller, als die Nackenmuskeln reagieren und dann wird Peggy uninteressant, was den Energieaufwand für die Kopfdrehung storniert. Ich hasse Mathematik. Aber ich mag Kate, die heiße Professorin für Mathematik. Leider steht sie auf Biologie-Bob, was ihre Sympathiepunkte schmälert. Das Garagentor schwenkt hoch. Vorsichtig parke ich Peggy-Sue in ihrem Bettchen. Bevor ich die Garage verlasse, schnappe ich mir den schwarzen Rollkoffer, der schon viel zu lange geduldig auf seinen nächsten Einsatz wartet. Angewidert schüttle ich die Hand, als ich in das Spinnennetz greife, das den Koffer mit der Werkbank verbindet. Ich hasse Bob's Spinnen. In einer Woche bin ich hier weg. Sie wollen uns wirklich verlassen? Sie sind schwer zu ersetzen, mein Lieber. Sie sind kompetent und zuverlässig. Wir werden Sie vermissen! Hinter seinem Sessel hängt ein Bild, das irgendwelche bunte Streifen, Kreise und seltsame Wolken zeigt. Kandinsky, Kleiner Traum in Rot, steht unten rechts auf einem kleinen, weißen Schild. Mein kleiner Traum fängt heute an! Wie bitte, Herr Direktor? En…