

Beschreibung
Eltern wünschen sich einen liebe- und respektvollen Umgang mit ihren Kindern ... Und immer wieder, ganz unwillkürlich und wie aus heiterem Himmel: Schreien und Schimpfen, weil Kinder und Eltern anders handeln als erwünscht. Die Emotionen kochen hoch, alle gute...Eltern wünschen sich einen liebe- und respektvollen Umgang mit ihren Kindern ... Und immer wieder, ganz unwillkürlich und wie aus heiterem Himmel: Schreien und Schimpfen, weil Kinder und Eltern anders handeln als erwünscht. Die Emotionen kochen hoch, alle guten Vorsätze sind vergessen. Die Eltern und auch außenstehende Beobachter sind empört über die Kinder die Kinder sind empört über ihre Eltern. Unwillkürliches Handeln und Fühlen begleiten den Menschen; die Vernunft hat da wenig zu melden. Die Autorin veranschaulicht, wie diese Mechanismen in uns zustande kommen. Sie zeigt auf, wie sich in ruhigen Minuten der Konzentration Wut in Gelassenheit verwandeln lässt. Erst wenn Eltern mit dem Unwillkürlichen kooperieren, statt es zu bekämpfen, kann gleichwertiges Zusammenleben gelingen.
Autorentext
Dr. med. Britta Hahn, Jahrgang 1957, hat vier Kinder und ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie. Sie arbeitet und lebt in Villingen-Schwenningen. Dort hat sie den Waldkindergarten und in Trossingen das Lebenshaus im Verein für soziale Integration mitgegründet. Sie hält Vorträge und leitet Seminare. Weitere Informationen unter www.brittahahn.com
Leseprobe
Das unerwünschte unwillkürliche Verhalten Sehnsucht nach wertschätzender Kommunikation Eltern wenden die Gewaltfreie Kommunikation an und haben Kontakt zu einer Haltung von Wertschätzung und Achtung vor dem Leben, wie es Albert Schweitzer ausdrückte: "Ich bin Leben inmitten von Leben, das auch leben will." Diese Eltern haben sich bewusst entschieden, einen wertschätzenden und achtsamen Umgang mit ihren Kindern pflegen zu wollen. Möglicherweise verstehen sie dies auch als einen Beitrag für den Frieden in dieser Welt. Trotzdem sagen sie: "Ich verstehe zwar die Gewaltfreie Kommunikation (GFK), aber ich bin viel zu impulsiv. Häufig kann ich die Erkenntnisse der GFK einfach nicht umsetzen." In der Vorstellungsrunde eines Elternkurses antworten die meisten Eltern, die die GFK kennenlernen wollen, auf die Frage, weshalb sie teilnehmen: "Ich bin unglücklich, wir schreien uns in unserer Familie an. Das entspricht nicht meinen Vorstellungen, wie ich mit meinen Kindern zusammenleben will. Ich weiß nicht, wie ich das ändern kann. Ich habe schon alles probiert und leide furchtbar darunter, da weder die Kinder noch ich uns wohl fühlen. Wegen der kleinsten Kleinigkeiten schreie ich sie an und sie zurück. Wieso können wir uns nicht normal miteinander verständigen?" Nach so einer Vorstellungsrunde breitet sich eine gewisse Erleichterung unter den Eltern aus: Sie sind nicht die einzigen mit dieser Erfahrung. Das Schreien scheint fast "normal" zu sein. Und trotzdem tragen Eltern weiterhin eine große Sehnsucht in sich, in einer wohlwollenden Atmosphäre mit ihren Kindern zusammenleben zu können. Schreien wollen sie nicht grundsätzlich ablehnen, eine gewisse Leidenschaft darf schon sein, aber Schreien bei jeder Gelegenheit und mit einem Inhalt, den sie ablehnen, das soll nicht mehr sein. Manche Eltern werden wütend und reagieren gegenüber ihren Kindern schreiend, sogar mit einem Klaps oder heftigen Schlägen, um kurze Zeit später zu bereuen, was sie ihnen angetan haben. Obwohl sie ihre Kinder lieben und sich nie im Traum hätten vorstellen können, dass so etwas passiert, ist ES da: "Ich liebe doch mein Kind, wieso habe ich es so angeschrien? Ich verstehe nicht, was in mich gefahren ist. Natürlich habe ich mich entschuldigt, aber am liebsten wäre mir, ich könnte vorher merken, dass ich etwas tue, was ich eigentlich nicht möchte. ES passiert einfach so." Und wenn ES geschah, verzweifeln diese Eltern. Noch infiziert von der bisherigen Logik unserer Kultur, es gäbe bessere und noch bessere Menschen, verfallen sie dann fast automatisch in eine Selbstabwertung und fangen sogar an zu zweifeln, ob sie die richtigen Eltern für ihre Kinder sein können. Welche Kraft ist ES, von der Eltern sagen: "Es ist einfach passiert, ich konnte ES nicht kontrollieren"? In der Hypnotherapie nach Milton Erickson wird diese ES-Kraft "unwillkürlich" genannt, bestehend aus Prozessen, die spontan, schnell und wie unkontrollierbar ablaufen. Es gibt unwillkürliche Prozesse, die erwünscht sind: Beim Autofahren trainiert der Schüler in den Fahrstunden, alle bewusst wahrgenommenen Begebenheiten gleichzeitig zu kontrollieren, mit dem Ziel, sich sicher im Auto fortzubewegen. Erst wenn er die Fußgänger sieht, im richtigen Augenblick in den Rückspiegel schaut und gleichzeitig die Schalt-, Brems- und Kuppelungsvorgänge so automatisch ablaufen, dass er nicht mehr darüber nachdenken muss, was er als nächstes tun wird, dann fährt ES sich wie von selbst. Es gibt unwillkürliche Prozesse, die unerwünscht sind: Wer Fahrradfahren mit einer Rücktrittbremse gelernt hat und auf ein Fahrrad mit Handbremse umsteigt, wird möglicherweise mehrfach aus Gewohnheit beim gewollten Bremsen unwillkürlich den Rücktritt betätigen, um zu bemerken, dass dieser an dem neuen Fahrrad nicht funktioniert. Wahrscheinlich wird er nach mehrfachen "Fehltritten" umlernen und bald unwillkürlich nur noch die Handbremse benutzen. Unwillkürliche Prozesse vereinfachen das Leben
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