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Die vaterlose Gesellschaft und ihre Folgen: Der Mangel an Vaterfiguren in der institutionellen Erziehung

  • Kartonierter Einband
  • 108 Seiten
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Beschreibung

Die Vaterrolle ist durch den Bedeutungsverlust des Patriarchats in der modernen Massengesellschaft einem starken Wandel ausgesetzt. Frei gewordene Autoritätsräume mussten und müssen weiterhin neu besetzt oder umdefiniert werden. Als Symptome für diesen Zustand gelten u. a. der gesellschaftliche Geschlechterkampf, fehlende Väter in Familien, Sozialisationsprobleme von Jugendlichen vor allem bei Jungen und eine Überfeminisierung bzw. ein Mangel männlicher Identifikationsfiguren besonders an Grundschulen und Kindergärten. Dieser Zustand wird oft als vaterlose Gesellschaft bezeichnet, ein vom großen deutschen Vordenker Alexander Mitscherlich populär gemachter Begriff. Dieses Buch verknüpft historische, sozialpsychologische, philosophische, pädagogische und psychoanalytische Quellen zu einer umfassenden Darstellung der Vaterfunktion in Familie und Gesellschaft. Es werden die Konsequenzen eines Mangels an Vaterfiguren aufgezeigt und untersucht, inwiefern soziale Väter eine Ersatzfunktion erfüllen können und müssen. Während der Recherche wurde deutlich, wie dürftig im Vergleich zur Frauenforschung die Datenlage im Bereich der Männer- und Väterforschung ist.

Leseprobe
Textprobe: Kapitel 5, Die Gegenwartsdiskussion über die vaterlose Gesellschaft : Seit ungefähr Beginn der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, ist eine neue Diskussion um die vaterlose Gesellschaft entbrannt, in der sich ein inhaltlicher Wandel vollzogen hat. Es geht nun nicht mehr um rein theoretische Abhandlungen sozialphilosophischer oder -psychologischer Natur, die die gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Zusammenbruch patriarchaler Herrschaftsstrukturen intellektuell aufarbeiten, sondern um das konkrete Fehlen des Vaters in der Familie und der Männer im Erziehungswesen überhaupt. Was führte zu dieser Entwicklung? 5.1, Der Aufstand gegen die Väter: Neben der schon beschriebenen allmählichen Entleerung der traditionellen väterlichen Autorität, der als unterschwellig wirksamer gesellschaftlicher Prozess unaufhörlich im Hintergrund ablief, muss die antiautoritäre Bewegung am Ende der 1960er Jahre als Ausgangspunkt der heutigen Väterdebatte angesehen werden. Die Studentenbewegung in Deutschland hatte ihren Ursprung in einer Rebellion gegen Väter in doppelter Ausprägung, d.h. sowohl im leiblichen Sinne, als auch abstrakt im Sinne von Vater Staat . Den eigenen Familienvätern wurden insbesondere die Verstrickungen mit dem Dritten Reich angelastet. Sicherlich hatten diese Anklagen ihre berechtigte Grundlage in einem häufig festgestellten Mangel an nicht geleisteter Sühne und einer zunehmenden Offenlegung von Kollaborationen der Väter mit dem NS-Regime und der bruchlosen Karrierefortsetzung einiger Altnazis, z.B. Richter, in den demokratischen Strukturen der neuen Bundesrepublik. Andererseits wurden damit sämtliche Väter unter Vernachlässigung der Neutralen oder Oppositionellen und unter Aussparung weiblicher Unterstützung und Begeisterung für den Führer (BDM, Mutterkreuz, -kult) in Sippenhaft genommen. Für diese Betrachtungsweise einseitiger männlicher Schuld spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Wie schon bei Paul Federn deutlich wurde, sahen Intellektuelle des linken Spektrums, woraus auch die Studentenbewegung hervorging, die Wurzel für autoritäre Herrschaft in den durch das Patriarchat geschaffenen Machtverhältnissen, die sich von der Familie ausgehend in die Gesellschaft fortpflanzten. Da der Mann das Oberhaupt mit sämtlicher Verantwortung, dem sich Frau und Kinder unterordnen hatte, darstellte, stand nun auch seine Alleinverantwortung für die Nazigräuel fest. Der deutsche Mann hatte in kurzer Zeit zwei Weltkriege angezettelt und beinahe die Weltherrschaft an sich gerissen. Durch die reeducation -Maßnahmen wollten die alliierten Siegermächte zukünftigen deutschen Totalitarismus ein für alle Mal unterbinden. Die Amerikaner erkannten in einer Studie über das deutsche Familienleben den deutschen Vater als Urheber allen Obrigkeitsstaatsdenkens: He is omnipotent, omniscient, and omnipresent, as far as this is possible for a human being. He is the source of all authority . ( ) The father serves also as a model for his children. He is a Vorbild (an ideal) for them to follow. ( ) The German father lays so much stress upon respect for his authority that he actually may sacrifice other familial values in order to maintain it (zit. n. Lenzen, S. 235). Wollte man diese Strukturen aufbrechen, musste mit der Schwächung des Vaters im Gegenzug eine Stärkung von Müttern und Kindern einhergehen. Wie in wohl keiner anderen vom 2. Weltkrieg betroffenen Nation wandelte sich das männliche Image ins fast ausschließlich Negative. Man(n) hatte den Krieg angefangen (= Schuld), man(n) hatte unendliche Gräueltaten begangen (= Verantwortung), man(n) hatte den Krieg verloren, war gefallen oder kam als Krüppel zurück (= Versager). Das millionenfache Fehlen von Männern in der Nachkriegszeit durch Kriegsgefangenschaft und Tod beschleunigte die deutsche vaterlose Gesellschaft zusätzlich. Fast alle deutschen Männer verließen wegen des Militärdienstes ihre Familien. Viele kehrten nie zurück. (Ra

Produktinformationen

Titel: Die vaterlose Gesellschaft und ihre Folgen: Der Mangel an Vaterfiguren in der institutionellen Erziehung
Autor:
EAN: 9783958506701
ISBN: 978-3-95850-670-1
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Diplomica Verlag
Genre: Politikwissenschaft
Anzahl Seiten: 108
Gewicht: 184g
Größe: H218mm x B156mm x T10mm
Jahr: 2014
Auflage: Erstauflage