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Die preußische Kriegstheorie um 1800 und ihre Suche nach dynamischen Gleichgewichten

  • Fester Einband
  • 419 Seiten
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Beschreibung

Die Anfänge der preußischen Kriegstheorie gehen auf eine pazifistische Tradition zurück, die sich an Kant orientierte und ein Modell schuf, das Krieg aus dynamischen Vermeidungs-Bewegungen erklärt. Der Pazifist Dietrich von Bülow lieferte Carl von Clausewitz die entscheidenden Ideen. Anders als die Forschung bisher meinte, war Clausewitz kein origineller Denker. Stattdessen entkernte er Bülows Theorie und deutete sie im Sinne seines Vernichtungsgedankens um - mit fatalen Folgen.

Bei Kriegstheorie denkt man heute an Carl von Clausewitz. Vielen gilt er als Visionär, der zu Unrecht auf seinen Vernichtungsgedanken reduziert wurde. Durch seine historische Kontextualisierung wird jedoch deutlich, dass er es war, der die Erinnerung an die pazifistischen Ursprünge der preußischen Kriegstheorie vergessen machte. Ende der 1790er Jahre hatte Dietrich von Bülow mit seinem Prinzip der Subsistenz den Krieg vom Begriff der Vernichtung gelöst und als Gleichgewichtsmodell dynamischer Vermeidungs-Bewegungen interpretiert. Clausewitz war Bülows schärfster Kritiker, übernahm seine Ideen und verkehrte sie in ihr Gegenteil. Der Autor "stellt die gängige Clausewitz Interpretation mit seiner Studie quasi vom Kopf auf die Füße" (Sönke Neitzel). Selbst die Formel vom Krieg als "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" stammt nicht von Clausewitz. Er unterdrückte die ursprüngliche Tradition einer pazifistischen Kriegstheorie, und mit ihr ein Modell, das heute hoch aktuell ist.

Autorentext

Arthur Kuhle studierte seit 2006 Geschichte sowie Kunst- und Bildgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Queen's University Belfast. Auf seinen Bachelor folgte ein Master in Geschichte, den er 2012 abschloss. Als Stipendiat des Elsa-Neumann-Stipendiums wurde er 2017 promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Ideengeschichte und Konfliktforschung zur Frühen Neuzeit. Seit 2017 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung (ZMF) der Georg-August-Universität Göttingen.



Klappentext

»Prussian War Theory around 1800 and Its Search for Dynamic Equilibria« This book titled investigates Prussia's discourse on military conflict during the Coalition Wars. Dietrich von Bülow was the first to develop a dynamic war theory which initiated a departure from the primacy of battle. It was the famous war theorist Clausewitz who misused Bülow's ideas for his own dogmas. This book offers new insights into a philosophy of war and proves how much it owed to an originally pacifistic theory of war.



Inhalt

Einleitung A. Georg Heinrich von Berenhorst: Kritische Anfänge Berenhorst: eine biographische Annäherung - Die Bedingungen einer Wissenschaft vom Krieg - Vom Gedanken einer >vis inertiae< als dem »festen Standpunkt« einer Friedenstheorie B. Adam Heinrich Dietrich von Bülow: Die Dynamik des Krieges Ein vergessener Denker - Dietrich von Bülow: eine biographische Skizze - Von Berenhorst zu Bülow - Lloyd und Tempelhof: Bülows Vordenker - Bülows »Geist des neuern Kriegssystems« - die Vermessung sozialer Fernkräfte - Der ewige Friede - Bülows Wirken im preußischen Militärstaat C. Der Scharnhorst-Kreis: Die romantische Wende Gerhard von Scharnhorst und das Forum einer Kritik an Bülow - Scharnhorsts Bildungsreform - Eine >Schule< der Bülow-Kritik - Clausewitz und die Friedensforschung D. Warum wurde Bülow vergessen? »A Crisis in the History of Modern Thought« - Der »Hochverräther« Zusammenfassung Literaturverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis, Personenverzeichnis

Produktinformationen

Titel: Die preußische Kriegstheorie um 1800 und ihre Suche nach dynamischen Gleichgewichten
Untertitel: Dissertationsschrift
Autor:
EAN: 9783428153428
ISBN: 978-3-428-15342-8
Format: Fester Einband
Herausgeber: Duncker & Humblot GmbH
Genre: Zeigeschichte (1946 bis 1989)
Anzahl Seiten: 419
Gewicht: 745g
Größe: H242mm x B167mm x T28mm
Veröffentlichung: 30.07.2018
Jahr: 2018