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Politik und Bild

  • Fester Einband
  • 680 Seiten
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Beschreibung

Das Politische steht heute vor dem Problem, die Verantwortung über die technischen Bedingungen der Gegenwartskultur notwendigerweise wiederzuerlangen. Politik und Bild wendet sich an Leserinnen und Leser, die erfahren möchten, in welchem Verhältnis Politik und Bildmedien zueinander stehen. Es handelt sich um eine Langzeitstudie zu den Wahrnehmungsumbrüchen der Gegenwart, die durch die Postmoderne einerseits und die Computerkultur andererseits eingeleitet wurden. Dabei legt der untersuchte Zeitraum ein Problem offen: Die Zukunft wurde immer im Voraus okkupiert. Die vorliegenden Texte - darunter viele bislang unveröffentlicht -, nehmen hierauf Bezug: Erstens liefern sie eigenständige Beiträge zu den Diskurswelten der Gegenwartskunst und der Medientheorie. Zweitens beziehen sie sich auf zwei sich ergänzende Praxisfelder, die durch den Ausstellungsraum und den digitalen Raum gekennzeichnet sind. Politik und Bild verschafft dem Leser einen Überblick über diese Veränderungen. Kritische Fragen zur Visualisierung von Daten und zum Verhältnis von alten und neuen Bildmedien stehen dabei im Vordergrund. Gestaltung und Inhalt von Politik und Bild ergänzen sich dabei wechselseitig: Den vier Dekaden stehen vier Gliederungsabschnitte gegenüber. Die Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten werden für Reflexionen genutzt, um die behandelten Zeiträume besser zu begreifen und einzuschätzen. Allesamt sind die Texte in einem flüssigen Argumentationsstil gehalten, aufgelockert mit verständlichen Übergängen und Zusammenfassungen zur Zeitgeschichte, zahlreichen Bildbeispielen sowie Tabellen und ergänzt durch vier Collagen, die die zurückliegenden Dekaden veranschaulichen.

Autorentext
Arthur Engelbert ist seit 1996 Professor für Medientheorie und Kunstwissenschaft an der FH Potsdam und habilitierte 1998 im Fach "Medientheorie und Kunstwissenschaft". Neben seiner Lehrtätigkeit leitete Arthur Engelbert über zehn Jahre hinweg ein Multimediaunternehmen (MIB) in Berlin, war viele Jahre im Vorstand des Werkbund-Archivs in Berlin und hat seit 1999 ein interdisziplinäres Forschungsprojekt (cultrans) aufgebaut, das Transfers zwischen den Kulturen und Künsten untersucht. Seit 2010 gehört er dem DFG-Graduiertenkolleg "Sichtbarkeit und Sichtbarmachung" an der Universität Potsdam an. In 2012 gründete er mit anderen das Institut für angewandte Realitätsveränderung.

Leseprobe
Nachwort Politik und Bild hat einen Zeitraum von 35 Jahren abgedeckt und ist mit den beiden Hauptlinien der Diskussion in der Jetztzeit angekommen. Die Auseinandersetzung zeigt, dass erstens die zeitgenössische Kunst mit der ökonomischen Entwicklung gleichgezogen hat und dass zweitens aus dem Übergang von industriell-technischen zu technologisch-bedingten Produktionsformen keine neue Epoche hervorgegangen ist, die Begriffe wie "globalisierte Postmoderne" oder "Siliziumzeitalter" nahelegten. Dennoch weisen viele Anzeichen darauf hin, dass in absehbarer Zeit eine Revolution aller Lebens- und Arbeitsbedingungen in einer Größenordnung ansteht, wie es zuletzt um 1800 in Europa mit dem sich ankündigenden Industriezeitalter der Fall war. Woher die Überzeugung für diese vorausblickende Einschätzung kommt, ist schnell gesagt. "Hinter" den Displays und Interfaces laufen zunehmend Programme, die beispielsweise jede Datenanfrage, jeden Link registrieren. Sehr wahrscheinlich lassen sich schon recht bald die persönlichen Gewohnheiten eines jeden Bürgers noch genauer erfassen. Das Spektrum der persönlichen Datenerfassung wird es ermöglichen, das Gesicht, die Körpereigenschaften, das Konsumverhalten, die Mobilität und möglicherweise auch die Denkbewegungen jedes einzelnen Bürgers zu identifizieren, auszuwerten und vorherzusagen, vielleicht noch etwas unscharf, aber weltumspannend und in Echtzeit. Wir werden also zunehmend mit unseren eigenen Daten und indirekt mit anderen, die darauf Zugriff haben, kommunizieren. Das Verhältnis von Mensch und Umwelt wird sich immer starker verändern. Dieses Verhältnis ist bereits regulierbar geworden. Die Bezugsgrößen Mensch und Umwelt werden durch technologische Parameter erfasst und manipulierbar. Während das "gute alte Wahrnehmungsmodell" von einem überschaubaren persönlichen Umfeld und einem kontrollierbaren Gesichtsfeld ausging, sind die kommunikationsfähigen Daten der intelligenten Dinge weitestgehend unsichtbar. Warum sollten sie auch sichtbar sein, wenn die Kommunikation auf der Ebene der Benutzeroberfläche erfolgreich abläuft? Es wird einfach noch eine weitere Ebene in das Verhältnis von Mensch und Umwelt eingefügt. Das ist letztlich nicht weiter bedenklich, sondern wird durchaus das Leben und Arbeiten angenehmer und einfacher gestalten. Wie verhält es sich mit der Frage der Quantifizierung? Im Prinzip ist auch die Vermassung und Einebnung nichts Neues. Das Industriezeitalter sowie die Einführung von Sozialsystemen haben bereits überaus deutlich gezeigt, dass die Quantität in qualitative Vorteile überführt werden kann. Das sich abzeichnende Problem liegt demzufolge woanders. Dazu muss man die Beziehung von Quantität, die nichts bedeutet, wenn sie nicht auch qualitativ bewertet wird, zur Qualität, die ebenfalls wenig aussagt, wenn sie sich nicht inhaltlich begründet, genauer betrachten. Die Kritik gegenüber der neuen Quantifizierung nimmt an Folgendem Anstoß: Sie gipfelt in der Forderung, dass der generellen Quantifizierung dort entschieden Einhalt geboten werden müsse, wo Recht und Unrecht gelten. Damit sind große gesellschaftspolitische Spannungen vorhersagbar. Vereinheitlichung, technologische Intelligenz und Quantifizierung haben dort ihre Grenze, wo die bereits bestehenden Grundrechte anfangen und demokratische Gesetze verletzt werden. Die Idee der Qualität war und ist eine Konstruktion, die entweder mit der Idee des 'Weniger ist mehr', gegen das Zuviel polemisiert oder die die Menge bzw. Masse bewertet, d.h. auf- und abwertet. In der europäischen Tradition ist die Qualität außerdem mit dem humanistischen Konzept des Individuums verbunden. Das quantitativ bestimmbare wird zu einem als qualitativ zu bewertenden Individuum, wenn es seine Freiheit und Einzigartigkeit selbst in die Hand nimmt, sprich, wenn es Qualität definiert, diese für sich behauptet und durchsetzt. Quantität ist also nicht per se negativ und Qualität nicht per se positiv. Das Verhältnis beider ist im Begriff, auf einer neuen ...

Inhalt
EINLEITUNG DEKADE I PASTICCIO I 1980-1989 1980.01 Fritz Cremers Galileo Galilei 1982.02 Bald finden wir den Ausdruck unserer Zeit. Die Darstellung des Menschen bei Wilhelm Lehmbruck 1987.03 Nutzungsvorschläge für das Völklinger Hochofenensemble 1987.04 Drei japanische Künstler: Aki Kuroda - Hidetoshi Nagasawa - Keiji Uematsu 1987.05 Der vergessene Gebrauch . 1987.06 Industrie im Bild - Bild der Industrie 1987.07_A Rezension zu: Katalog Münster, Die deutschen, niederländischen und italienischen Tafelbilder bis um 1530 1987.07_B Gespräch in der Arena-Kapelle Padua 1988.08 Die Tastatur der Zeichnung 1988.09 Aktion Painting und Informel. Überlegungen zum Verständnis der Zeichnung bei Pollock und Wols 1989.10 Für eine Betriebskunde der Kunst 1989.11 Aufenthalte im Jetzt DEKADE II PASTICCIO II 1990-1999 . 1990.01 Variation - Serie - Simulation 1990.02_A Metamorphosen in Stein 1990.02_B Fußball im Lande Michelangelos 1990.02_C Detlef Günther. Der Tag Heute Davor und Dahinter und Mittendrin 1991.03_A Kunst als Medium der Botschaft? 1991.03_B Die Spannkraft des Sehens 1993.04 Bauanleitung des Sehens 1993.05 Technisches Sehen - ein Fragment 1995.06 Von Eleusis nach Las Vegas. Anmerkungen zur Phänomenologie des Sehens 1995.07 Freitag und Sonntag. Ein Brief an den Leser 1996.08 Der virtuelle Augenaufschlag 1996.09 Denn sie wissen nicht, was sie tun. Zur Vorgeschichte von Multimedia I. 1996- 2002.10 O. Winston Link. Zur Vorgeschichte von Multimedia II 1999.11 Die Grenzen der Reflexion im Spiegel des Bildes DEKADE III PASTICCIO III 2000 - 2009 2001.01 Verbundenheit. Netzwerke 2001.02 Content First. Ein Manifest für den Inhalt 2002.03 Es besteht kein Grund an Sichtbarkeiten festzuhalten - eine Polemik 2003.04 Bildanalyse und technologischer Standard - ein kritischer Rückblick auf Multimedia 2004.05 Die Kunst, nicht das Spiel entscheidet 2005.06 Die Unkultur der Einmischung 2005.07 Das Kunstwerk und die Rolle des Betrachters 2008.08 Die sprechende Stadt 2008.09 Über das Lachen 2009.10 Kleine Philosophie des Gehens 2008-2010.11 Zwölf Jahre "Digitale Galerie" in der Gemäldegalerie Berlin DEKADE IV PASTICCIO IV 2010 - 2015 2010.01 Schönheit und Vitalität 2011.02 Glossar zu Bildbegriffen 2012.03 Die Wahrnehmung der Katastrophe als Medienereignis 2012.04 Urbane Differenz - kreative Gemeinschaften im globalen Kontext 2013.05 Kunstvermittlung - zwei Ausstellungsformate in der Kritik 2014.06 Bildmigration 2013 - 2015.07 Briefe aus Havanna 2015.08 Meme, Gene und Codes NACHWORT Bildnachweis Index Anmerkungen

Produktinformationen

Titel: Politik und Bild
Untertitel: Eine Langzeitstudie zu Wahrnehmungsumbrüchen innerhalb der letzten dreieinhalb Jahrzehnte
Autor:
EAN: 9783828837416
ISBN: 978-3-8288-3741-6
Format: Fester Einband
Herausgeber: Tectum Verlag
Genre: Medien & Kommunikation
Anzahl Seiten: 680
Gewicht: 1390g
Größe: H246mm x B182mm x T53mm
Jahr: 2016
Land: DE
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