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Sexuelle Gewalt in der Pflege: Ursachen, Auswirkungen und Folgen sowie Möglichkeiten der Prävention und Intervention

  • Kartonierter Einband
  • 96 Seiten
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Sexuelle Gewalt in der Pflege ruft Ungläubigkeit, Entsetzen, Ekel und Abscheu hervor. Opfer dieser speziellen Gewaltform müssen ih... Weiterlesen
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Beschreibung

Sexuelle Gewalt in der Pflege ruft Ungläubigkeit, Entsetzen, Ekel und Abscheu hervor. Opfer dieser speziellen Gewaltform müssen ihre Erfahrungen selbst als solche identifizieren und gegen Tabuisierung und Ignoranz ankämpfen, wenn sie sich hilfesuchend an Dritte wenden. Dass es sexuelle Gewalt im pflegerischen Kontext gibt, deren Täterinnen und Opfer auf der Seite der Patientinnen und Bewohnerinnen überwiegend ältere Menschen sind, unterliegt bisher einer gesellschaftlichen Wahrnehmungsbarriere: Zum einen bieten Krankenhäuser und Seniorinnenheime in gängigen Vorstellungen keinen Raum für Sexualität. Zum anderen besteht in vielen Teilen unserer Gesellschaft bis heute das Bild der Asexualität alter Menschen. In der vorliegenden Arbeit wird die Frage behandelt, ob es Fälle sexueller und sexualisierter Gewalt gibt, die von Patientinnen und Bewohnerinnen einerseits sowie von Pflegenden andererseits erlebt oder ausgeübt werden. Zudem wird betrachtet, in welchen Formen sie zur Ausübung kommen und in welchem Kontext sie an die Öffentlichkeit gelangen. Darüber hinaus werden Ursachen, Auswirkungen und längerfristigen Folgen für die Betroffenen sowie Möglichkeiten der Prävention und Intervention vorgestellt.

Klappentext

Sexuelle Gewalt in der Pflege ruft Ungläubigkeit, Entsetzen, Ekel und Abscheu hervor. Opfer dieser speziellen Gewaltform müssen ihre Erfahrungen selbst als solche identifizieren und gegen Tabuisierung und Ignoranz ankämpfen, wenn sie sich hilfesuchend an Dritte wenden. Dass es sexuelle Gewalt im pflegerischen Kontext gibt, deren Täterinnen und Opfer auf der Seite der Patientinnen und Bewohnerinnen überwiegend ältere Menschen sind, unterliegt bisher einer gesellschaftlichen Wahrnehmungsbarriere: Zum einen bieten Krankenhäuser und Seniorinnenheime in gängigen Vorstellungen keinen Raum für Sexualität. Zum anderen besteht in vielen Teilen unserer Gesellschaft bis heute das Bild der Asexualität alter Menschen. In der vorliegenden Arbeit wird die Frage behandelt, ob es Fälle sexueller und sexualisierter Gewalt gibt, die von Patientinnen und Bewohnerinnen einerseits sowie von Pflegenden andererseits erlebt oder ausgeübt werden. Zudem wird betrachtet, in welchen Formen sie zur Ausübung kommen und in welchem Kontext sie an die Öffentlichkeit gelangen. Darüber hinaus werden Ursachen, Auswirkungen und längerfristigen Folgen für die Betroffenen sowie Möglichkeiten der Prävention und Intervention vorgestellt.



Leseprobe
Textprobe: Kapitel 6.2, Ursachen für vom Pflegepersonal ausgehende sexuelle Gewalthandlungen: Im nächsten Abschnitt werden drei Erklärungsversuche der sexuellen Gewalt in der Pflege vor gestellt. Am Anfang stehen Theorien über sexuelle Gewalttaten, die sich direkt aus der pfle gerischen Beziehung ergeben. Anschließend werden Ursachen benannt, die nicht speziell aus der Pflegebeziehung resultieren, bei entsprechender Disposition der Pflegenden diese jedoch durch ihr Berufsfeld einen vereinfachten Zugang zu den potenziellen Opfern haben. Allen gemeinsam sind Aspekte der Macht, welche in jeder Tat Einfluss hat, um körperliche und seelische Ver änderungen bei den Opfern sowie Wahrnehmungs än de run gen bei den Täterinnen herbei zu führen. Deshalb kann in diesem Gefüge auch von se xu a li sierten Gewalt hand lun gen gesprochen werden. 6.2.1, Ursachen, die im Zusammenhang mit der pflegerischen Beziehung stehen: Die erste Möglichkeit ist eine sukzessiv entwickelte Abneigung gegen die pflege be dürf tigen und/oder kranken Personen. Den Täterinnen, die eigentlich in der Betreuungs- und Fürsorgepflicht für die Patientinnen und Bewohnerinnen stehen, gelingt es nach langer Zeit der liebevollen und idealistischen Pflege nicht mehr, den Pflege bedürftigen eine profes sionel le und ganzheitliche Pflege zukommen zu lassen. Die Berufung, Freude am Umgang mit den Menschen, der gesunde Altruismus sowie weitere Ideale und eigene Erwartungen des sozialen Handelns verblassen im Laufe der Berufsjahre durch Alltagsroutine, Än de run gen des Berufsbildes und Überdruss des steten Aufbaus und Haltens sozialer Beziehungen im beruflichen Kontext. Besonders destruktiv sind diesbezüglich akute organisatorische Veränderungen, wie bspw. Personalstellen- und Gehaltskürzungen, Personalwechsel im Ma nagement und Einführung eines anderen Leitungsstiles. Aber auch Ereignisse im Pri vat leben, wie z. B. Krankheit, Pflegebe dürf tig keit oder Tod eines nahestehenden Men schens oder die eigene Opferwerdung von Gewalt handlungen, können zur Absenkung des professionell-pflegerischen Engagements führen. Die ursprüngliche Zuneigung zu den pflegebedürftigen Patientinnen und Bewohnerin nen ver wandelt sich allmählich in Abneigung und im schlimmsten Fall zu Hass. In diesem Zustand wird eine explizite körperliche Abwesenheit, im Gegensatz zur körperlichen An wesen heit bei Liebe, gewünscht, dessen einzige Lösung die Trennung ist. Da dies meistens nicht möglich ist, steigert sich der Hass; die Pflegehandlungen werden auf das Nötigste und die Dauer der Verrichtungen auf das Minimalste reduziert, weil die Anwesenheit der "Hass objekte" nicht mehr ertragen wird. Die fortbestehende Zwangs präsenz der Patientinnen oder Bewohnerinnen, das weitere "In-Beziehung-treten-müssen" auf Grund der pfle ge ri schen Betreuungspflicht kann Auslöser für Gewalthandlungen durch die Pflege rinnen sein. Der besondere Konflikt liegt hierbei in den täglichen Pflegemaßnahmen, die intimer, körper berührender Art sind und einfühlsam verrichtet werden sollen, wegen des empfundenen Ekels und der Abscheu jedoch nicht mehr auf solche Weise von den Pflegerinnen zu lei s ten sind. Die körperliche Verletzung und Benutzung des verhassten Körpers mittels sexuell ent würdigender und schamverletzender Handlungen ist ein Modus der Konflikt ver ar beitung mittels Sexualisierung des Abwehrmechanismus und stellt auf Grund der Intention sowie der Ausnutzung des Machtverhältnisses eine sexualisierte Gewalthandlung dar [Dießenbacher, Schüller 1993]. Eine weitere, dem ersten Konzept ähnliche, Ursache, ist das Phänomen des Aus ge branntseins, das als Burnout-Syndrom Eingang in die Wissenschaft findet. Es tritt vor allem bei Per sonen auf, die in Pflege-, Betreuungs- und Beratungsverhältnissen tätig sind und deren Haupt aufgaben im intensiven und einfühlsamen Umgang mit Klientinnen, Patientinnen oder Bewohnerinnen liegen. Im Laufe ihrer Tätigkeit können sie sic

Produktinformationen

Titel: Sexuelle Gewalt in der Pflege: Ursachen, Auswirkungen und Folgen sowie Möglichkeiten der Prävention und Intervention
Untertitel: Ursachen, Auswirkungen und Folgen sowie Möglichkeiten der Prävention und Intervention
Autor:
EAN: 9783959346986
ISBN: 978-3-95934-698-6
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Diplomica Verlag GmbH
Genre: Medizinische Fachberufe
Anzahl Seiten: 96
Gewicht: 164g
Größe: H221mm x B154mm x T10mm
Jahr: 2015

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