

Beschreibung
Thüringen war im 18. Jahrhundert eine Kernregion der Volksaufklärung. Männer wie Rudolph Zacharias Becker und Christian Gotthilf Salzmann wandten sich mit ihren Ideen zur praktisch-gemeinnützigen Aufklärung breiten Bevölkerungsschichten zu und strebten eine ve...Thüringen war im 18. Jahrhundert eine Kernregion der Volksaufklärung. Männer wie Rudolph Zacharias Becker und Christian Gotthilf Salzmann wandten sich mit ihren Ideen zur praktisch-gemeinnützigen Aufklärung breiten Bevölkerungsschichten zu und strebten eine vernunftorientierte Wirtschafts- und Lebensweise an. Das bestehende Gemeinwesen wurde zunehmend als reformbedürftig erachtet. Während die Forschung lange Zeit davon ausging, dass die Volksaufklärung nach ihrem Höhepunkt um 1800 rasch wieder abebbte, kann die Studie einen breiten Strom volksaufklärerischer Aktivitäten in Thüringen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts aufzeigen. Analysiert werden das soziale Milieu der Protagonisten, die Medien und Wege der Vermittlung volksaufklärerischer Ideen sowie die Schwerpunkte des Reformprogramms. Dabei wird deutlich, dass sich Persönlichkeiten wie Heinrich Schwerdt, Carl von Pfaffenrath oder Carl Joseph Meyer im Vormärz in weitaus stärkerem Maße als ihre Vorgänger auch der Politik und der sozialen Frage öffneten.
Autorentext
Alexander Krünes ist Stadthistoriker der Stadt Gotha.
Inhalt
VORWORT I. EINLEITUNG 1. Einführung in das Thema 2. Forschungsstand 3. Fragestellung und Methode II. ZUR BEGRIFFSBESTIMMUNG VOLKSAUFKLÄRERISCHER TERMINI 1. Aufklärung und Volksaufklärung Versuch einer Abgrenzung 2. Zum Volksbegriff der Volksaufklärung III. DIE GENESE DER VOLKSAUFKLÄRUNG BIS 1800 UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DES THÜRINGER RAUMES 1. Die Anfänge der Volksaufklärung in der Mitte des 18. Jahrhunderts Zur Entstehung der gemeinnützig-ökonomischen Aufklärung 2. Von der ökonomisch-landwirtschaftlichen Reformbewegung zur allumfassenden Erziehungsbewegung 3. Thüringen als ein Kernland der Volksaufklärung? IV. DAS PERSONAL DER VOLKSAUFKLÄRUNG 1. Das soziale Milieu der Volksaufklärer Zum Problem der Kategorisierung und Typologisierung der Trägerschicht der Volksaufklärung 2. Zur Typologie der thüringischen Volksaufklärer in der Vormärzzeit 2.1 Der Pfarrer Theodor Wohlfarth und Heinrich Schwerdt als mustergültige Prototypen eines volksaufklärerisch engagierten Landgeistlichen 2.2 Der Staatsdiener Ludwig Bechstein und Carl von Pfaffenrath als Volksaufklärer unterschiedlicher Couleur 2.3 Der Buchhändler Zwischen Tradition, Innovation, Gemeinnützigkeit und Profitstreben 2.3.1 Ludwig Storch als traditioneller Buchhändler Der Versuch der Etablierung des Thüringer Boten auf dem Pressemarkt 2.3.2 Bernhard Friedrich Voigt als gemeinnütziger Spekulationsbuchhhändler 2.3.3 Carl Joseph Meyer als Vorreiter einer politischen Volksaufklärung im Sinne des Liberalismus V. ZEITSCHRIFTEN UND ZEITUNGEN FÜR DEN GEMEINEN MANN ZUR TOPOGRAPHIE VOLKSAUFKLÄRERISCHER PERIODIKA IN THÜRINGEN IN DER ERSTEN HÄLFTE DES 19. JAHRHUNDERTS 1. Zur Struktur und Entwicklung des thüringischen Pressewesens nach 1800 2. Die thüringischen Nachrichts- und Kreisblätter als Medien der Volksaufklärung 3. Regierungs- und Intelligenzblätter als indirekte Vermittler aufklärerischen Gedankengutes 4. Desinteresse an aufklärerischem Gedankengut ? Zum Problem der Etablierung volksaufklärerischer Periodika auf dem thüringischen Pressemarkt VI. WANDEL UND KONTINUITÄT GESTALTUNG UND THEMENSPEKTRUM VOLKSAUFKLÄRERISCHER PERIODIKA IM ZEITRAUM VON 18151848 1. Dorfzeitung und Allgemeiner Anzeiger und Nationalzeitung der Deutschen als Leitmedien volksaufklärerischer Periodika in Thüringen 2. Der Thüringer Volksfreund (18291831) als Initiator einer neuen Gründungsphase universell ausgerichteter volksaufklärerischer Periodika 3. Das Allgemeine Volksblatt der Deutschen (18441846) Eine Fallstudie zur volksaufklärerischen Publizistik in Thüringen im späten Vormärz 3.1 Aufbau und Programmatik 3.2 Die traditionellen Themen der Volksaufklärung 3.3 Die soziale Frage 3.3.1 Die soziale Not in den 1840er Jahren Der Pauperismus als eine Existenzkrise des Volkes 3.3.2 Auswanderung als Bewältigungsstrategie des Pauperismusproblems 3.4 Die politische Aufklärung des Volkes 3.4.1 Vom Patriotismus zum Nationalismus Der Wunsch nach deutscher Einheit 3.4.2 Das Streben nach Presse- und Meinungsfreiheit VII. DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN OBRIGKEIT UND PRESSE ZUR VORAUSSETZUNG EINER POLITISCHEN AUFKLÄRUNG DES VOLKES MIT PUBLIZISTISCHEN MITTELN IN THÜRINGEN 1. Zur presserechtlichen Situation in den thüringischen Staaten im Vormärz 2. Pressepolitik und Zensurpraxis in Thüringen von 1830 bis 1848 unter besonderer Berücksichtigung des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha 3. Widerstand gegen die Presserestriktionen des Deutschen Bundes? Die Strategien der thüringischen Kleinstaaten zur Bewahrung einer eigenständigen Pressepolitik VIII. DIE VOLKSAUFKLÄRUNG ALS EIN WEGBEREITER DER BÜRGERLICHEN GESELLSCHAFT? IX. DER AUSKLANG DER VOLKSAUFKLÄRUNG NACH DER REVOLUTION VON 1848/49 1. Abruptes Ende oder sukzessiver Rückgang? Die Revolution von 1848/49 als Zäsur für die literarisch-publizistische Volksaufklärung 2. Ein Sieg der Reaktion? Unterdrückung oder Neukonzeption der politischen Volksaufklärung nach der Revolution X. SCHLUSSBETRACHTUNG ANHANG A Bibliographie der an das Volk adressierten Periodika in Thüringen von 1800 bis 1848 ANHANG B 1. ) Bericht der Herzoglichen Landesregierung über Gründung von Volksbibliotheken und ihrer Unterstützung aus Staatsmitteln 2. ) Bericht der Herzoglichen Landes=Regierung über Etatisirung der Volksbibliotheken für die nächste Finanzierungsperiode 3.) Politische Volksbildung ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS GRAFIK- UND KARTENVERZEICHNIS ORTSREGISTER PERSONENREGISTER
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