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Der Wörterseh Verlag hautnah

Verlegerin Gabriella Baumann-von Arx im Interview

Gabriella Baumann-von Arx gründete den Wörterseh Verlag vor über zehn Jahren. © Bruno Torricelli

Frau Baumann-von Arx, der Wörterseh Verlag ist bekannt dafür, Menschen und deren Lebensgeschichten in den Mittelpunkt zu stellen, und feiert mit diesem Konzept seit seiner Gründung grossen Erfolg. Sie haben den Verlag 2004 ins Leben gerufen, wie kam es dazu?
Ganz einfach – indem mir ein Spatz auf den Kopf schiss. (lacht) Ich hatte 2003 für den Werd Verlag das Buch «Lotti, La Blanche» über Lotti Latrous, die in den Elendsvierteln Abidjans ein Hilfswerk gegründet hatte, geschrieben. Es wurde zu einem grossen Erfolg und die Menschen wollten wissen, wie es weitergeht, also schrieb ich ein zweites Buch über Lotti. Dieses wollte der damalige Verleger aber erst in «ein paar Jahren» herausbringen. Also sagte ich meiner damaligen Lektorin, dann würde ich es halt selbst verlegen und den eigenen Verlag gründen. Wir sassen in einem Strassencafé und das Zeichen von oben fiel exakt in dem Moment auf mich herunter als sie sagte: «Tu das!» In Japan bedeutet dieses Malheur übrigens Glück.

Wie sieht Ihr Tagesablauf als Verlegerin aus?
Immer anders. Mal kümmere ich mich den ganzen Tag um Manuskripte, mal telefoniere ich nur und gleise neue Projekte auf, mal lösche ich Feuer, wo's grad brennt. Ganz wichtig – ohne mein Team, das neben zwei Festangestellten aus eine Reihe Freier besteht, hätte ich keine Chance die hohe Qualität aufrecht zu erhalten, die wir uns auf die Fahne geschrieben haben.

Worauf achten Sie beim Lesen neuer Manuskripte und was zeichnet für Sie ein gutes Manuskript aus?
Es ist bei uns ziemlich einfach: Die Geschichte muss in der Schweiz spielen. Mit der Schweiz zu tun haben. Von Schweizern handeln und am besten noch von Schweizerinnen geschrieben sein. Und dann muss sie mich natürlich packen und für ein breites Publikum von Interesse sein.

Vor Wörterseh waren Sie selbst als Autorin tätig und standen mit «Lotti, La Blanche» und dem Nachfolger «Madame Lotti» sogar wochenlang an der Spitze der Schweizer Bestsellerliste. Inwiefern hilft Ihnen die Erfahrung als Schriftstellerin bei Ihrer Arbeit als Verlegerin?Dass ich weiss, wie man ein Buch konzipiert, wie man einen roten Faden spinnt, wie man die Leserschaft so packt, dass man sie quasi durch das Buch führen kann, das hilft schon.

Welche Bücher stehen auf Ihrer Weihnachtswunschliste?
Ich habe keine Wunschliste, weiss aber ganz genau wie ich Weihnachten verbringen werde – lesend! Es ist die einzige Zeit in der ich mich in »fremden« Büchern so verlieren kann, wie ich es liebe: Ein gutes Buch ist besser als jede Wellness. Ich mag dieses süsssaure Gefühl, ganz schnell weiterlesen zu wollen, sich aber gleichzeitig zu bremsen, weil die Geschichte nicht enden soll.

Was war. Was ist. Was zählt.