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Arbeitsstörungen und Persönlichkeit

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Beschreibung

Es gibt keine Therapie, die nicht früher oder später bei den Klienten, Klientinnen auf Schwierigkeiten im Arbeitsverhalten stößt. Die einen kommen wegen aufwendiger Zwangsrituale regelmäßig zu spät zur Arbeit, schleichen dann möglichst unauffällig an ihren Platz und ziehen sich zunehmend den Unmut der Vorgesetzen zu. Anderen gelingt es, alle Arbeitserfolge eines Teams für sich zu verbuchen, die Kollegen damit fortwährend zu Hilfsarbeitern zu "degradieren" und so für unterschwelligen "Sprengstoff" zu sorgen. Ob "stilles Mäuschen" oder "toller Hecht": Arbeitsstörungen aufgrund psychischer Beeinträchtigungen können existentielle Gefährdungen wie den Verlust des Arbeitsplatzes, soziale Isolation u.a. nach sich ziehen. Das Buch nimmt die komplexen Zusammenhänge von subjektivem Arbeitsverhalten und Persönlichkeitsstruktur in den Fokus.

Es gibt keine Therapie, die nicht früher oder später bei den Klienten, Klientinnen auf Schwierigkeiten im Arbeitsverhalten stößt. Die einen kommen wegen aufwendiger Zwangsrituale regelmäßig zu spät zur Arbeit, schleichen dann möglichst unauffällig an ihren Platz und ziehen sich zunehmend den Unmut der Vorgesetzen zu. Anderen gelingt es, alle Arbeitserfolge eines Teams für sich zu verbuchen, die Kollegen damit fortwährend zu Hilfsarbeitern zu »degradieren« und so für unterschwelligen »Sprengstoff« zu sorgen.
Ob »stilles Mäuschen« oder »toller Hecht«: Arbeitsstörungen aufgrund psychischer Beeinträchtigungen können existentielle Gefährdungen wie den Verlust des Arbeitsplatzes, soziale Isolation u.a. nach sich ziehen.
Das Buch nimmt die komplexen Zusammenhänge von subjektivem Arbeitsverhalten und Persönlichkeitsstruktur in den Fokus.

Autorentext
Karl König,
Jg. 31, Prof. Dr., Facharzt für Innere Medizin und Psychotherapeutische Medizin, Lehranalytiker und Supervisor am Lou-Andreas-Salomé-Institut in Göttingen. Autor von zahlreichen Büchern und Artikeln, Mitherausgeber von Fachzeitschriften.

Leseprobe
Anmerkungen zur Therapie (S. 145-146) Arbeitsstörungen spielen in den meisten psychoanalytischen Therapien eine Rolle: als Hauptsymptom oder als ein begleitendes Symptom neben einer anderen Symptomatik. Bei der Indikationsstellung ist es wichtig, zwischen primären und sekundären Arbeitsstörungen zu unterscheiden. Eine primäre Arbeitsstörung liegt vor, wenn die Arbeitsproduktivität eines Patienten schon immer beeinträchtigt war. Um eine sekundäre Arbeitsstörung handelt es sich, wenn der Betreffende gut arbeiten konnte, seine Arbeitsproduktivität sich aber im Rahmen einer neurotischen oder auch psychotischen Erkrankung gemindert hat. Die Unterscheidung zwischen einer primären und einer sekundären Arbeitsstörung ist nicht immer leicht zu treffen. So kann ein Patient, der in der Schule infolge hoher Begabung gut mitkam, ohne viel zu arbeiten, versagen, wenn er mit den höheren Anforderungen an der Universität konfrontiert wird. Dann kann er eine reaktive Depression entwickeln. Die Depression ist aber nicht Ursache der Arbeitsstörungen, sondern umgekehrt: Die Arbeitsstörungen sind Ursache der Depression. Natürlich verstärken sich Arbeitsstörungen und Depression gegenseitig. So kann es zu selbstverstärkenden Kreisprozessen kommen: Die Arbeitsstörungen rufen eine Depression hervor, die Depression verstärkt die Arbeitsstörungen, die verstärkten Arbeitsstörungen verstärken die Depression. Man muß dann unterscheiden, ob der betreffende Student – ich möchte im folgenden bei diesem Beispiel bleiben – einfach nur ungeübt ist oder ob eine neurotische Störung schon während der Schulzeit vorlag, etwa eine Störung mit Charaktersymptomen, zu denen Störungen im Arbeitsbereich gehört hätten, wenn die Arbeitsanforderungen höher gewesen wären. Begabte Schüler arbeiten oft wenig und lernen deshalb das Arbeiten nicht. Hier muß keine Charakterneurose vorliegen. Der Student wäre mit der Tatsache zu konfrontieren, daß er das Arbeiten nicht gelernt hat. Die damit verbundenen Kränkungen wären zu bearbeiten, und es wäre mit ihm zu besprechen, wie er das Versäumte nachholen könnte. Die meisten Studentenberatungsstellen bieten Kurse an, die den Studierenden dabei helfen, Arbeitstechniken zu erwerben, die sie auf der Schule nicht erworben haben. Dafür, daß latent vorhandene Arbeitsstörungen bei einer Änderung der Arbeitsanforderung manifest werden können, ist der Übergang von der Schule zur Universität ein besonders prägnantes Beispiel. Entsprechendes kommt natürlich auch in anderen Arbeitsbereichen vor, wenn sich die Anforderungen ändern; zum Beispiel durch die Einführung von elektronischer Datenverarbeitung in einem Betrieb. Hier spielt natürlich auch das Alter eine Rolle. Die Fähigkeit zum Umlernen nimmt bekanntlich mit dem Alter ab. Hier ist dann zwischen altersbedingten und charakterneurotisch bedingten Schwierigkeiten zu unterscheiden; bei einer solchen Umstellung kann sich aber auch ein Begabungsdefizit herausstellen. Die Arbeitsfähigkeit kann durch die Symptome einer sogenannten Symptomneurose (im Unterschied zur Charakterneurose) beeinträchtigt sein. Ein gutes Beispiel ist eine Zwangsneurose mit Kontrollzwängen. Die Arbeitsergebnisse müssen immer wieder kontrolliert werden, was die Arbeitsproduktivität oft drastisch einschränkt. Manche Zwangsneurosen bestehen seit der Kindheit, andere manifestieren sich erst im Erwachsenenalter.

Produktinformationen

Titel: Arbeitsstörungen und Persönlichkeit
Autor:
EAN: 9783884142226
Digitaler Kopierschutz: Wasserzeichen
Format: E-Book (pdf)
Hersteller: Psychiatrie-Verlag
Genre: Sonstiges
Anzahl Seiten: 170
Veröffentlichung: 10.08.2018
Dateigrösse: 2.9 MB

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