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Das Ineinander von formaler Inklusion und interner Exklusion: Wie das 'Trainingsraum'-Programm an deutschen Schulen die Disziplin im Klassenzimmer erhöhen will und dabei die Entwicklung eine...

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Seit 2003 hat sich das 'Trainingsraum'-Programm (TRP), ein Time-out Modell, das auf dem amerikanischen 'Responsible... Weiterlesen
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Beschreibung

Seit 2003 hat sich das 'Trainingsraum'-Programm (TRP), ein Time-out Modell, das auf dem amerikanischen 'Responsible Thinking Process' (RTP) basiert, an deutschen Schulen etabliert, als Antwort auf die zunehmenden Auffälligkeiten im Lern- und Sozialverhalten von Schülerinnen und Schülern. Im Zuge der Umsetzung der UN-Konvention empfehlen Schulverwaltungen und Wissenschaftler die Implementierung des TR, um insbesondere den Erfolg der inklusiven Beschulung bei Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung zu sichern. Formale Inklusion und schulinterne, temporäre, Exklusion werden somit verschränkt. Das Ergebnis der vorliegenden Programm-Evaluation ist, dass bisher kein überzeugender empirischer Nachweis für die Effektivität des TRP vorliegt. Die Daten sprechen eher dafür, dass sich durch die Anwendung des TRP eine negative Auswirkung auf das Lehr-Lern-Geschehen in den Klassen und auf die Kultur einer Schule insgesamt ergibt. Während das TRP das Ziel verfolgt, die Disziplin im Klassenzimmer zu erhöhen und die Lehrer zu entlasten, verhindert das Programm zugleich die Entwicklung einer stärkenorientierten und partizipativen Lernkultur. Diese wäre aber gerade für eine erfolgreiche Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung fundamental wichtig. Auch Menschenbild und Bildungsideal des TRP werfen erhebliche Bedenken auf. Abschließend werden alternative Möglichkeiten aufgezeigt, wie die inklusive Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung adäquater unterstützt werden kann.

Dr. habil. Joachim Bröcher forscht und lehrt als Professor an der Universität Flensburg. Zuvor war er im Schuldienst in Nordrhein-Westfalen tätig, als Sonderschullehrer, Inklusionspädagoge an Grund- und Hauptschulen, Konrektor und Schulleiter. Parallel zum Schuldienst lehrte er an den Universitäten Köln, Gießen, Halle, Hamburg und München. Seine derzeitigen Forschungsschwerpunkte sind Schule und Unterricht mit Kindern und Jugendlichen, die einen besonderen Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung haben, dies speziell in angloamerikanischer und transatlantischer Perspektive und in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Gesellschaften in den Vereinigten Staaten. Zwischen der Tätigkeit in Schleswig-Holstein und der Arbeit an den nordrhein-westfälischen Schulen lagen einige Jahre als Professor für kindliche Entwicklung, Bildung und Sozialisation an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Dr. Bröcher ist Autor zahlreicher pädagogischer Schriften. Detaillierte Informationen finden sich unter www.bröcher.de

Autorentext

Prof. Dr. habil. Joachim Bröcher lehrt und forscht an der Hochschule Magdeburg-Stendal sowie als Privatdozent an der Universität zu Köln. Zuvor war er als Schulleiter und Lehrer in der Integrations- und Sonderpädagogik tätig. Weitere Zwischenstationen waren: Leitung des internationalen SkyLight-Campus für lernmotivierte Kinder und Jugendliche sowie von deutsch-französisch-polnischen Jugendseminaren. Art Counseling für die High/Scope Educational Research Foundation, Michigan, USA. Ausbildungstätigkeit für künstlerische Therapien an der erew-Akademie. Lehrtätigkeiten an den Universitäten Giessen, München, Hamburg und Halle. Referent auf nationalen und internationalen Kongressen.



Klappentext

Die Disziplinierungsapparatur "Trainingsraum" sorgt für Diskussionen in den Schul-Communities, spaltet Lehrerkollegien und erhitzt die Gemüter von Eltern. Die Befürworter setzen auf Macht, die Durchsetzung von Regeln und Verhaltensanpassung. Doch was wäre, wenn seitens der Schule Erziehungspartnerschaften mit Eltern aufgebaut und den Lernenden mehr Partizipationsmöglichkeiten bei der Gestaltung von Unterricht und Schulleben eingeräumt würden? Was wäre, wenn eine persönlichkeitsfördernde Bindungspädagogik praktiziert würde? Was wäre, wenn die gesellschaftlichen Erfahrungen der Lernenden stärker einbezogen würden?

Produktinformationen

Titel: Das Ineinander von formaler Inklusion und interner Exklusion: Wie das 'Trainingsraum'-Programm an deutschen Schulen die Disziplin im Klassenzimmer erhöhen will und dabei die Entwicklung einer stärkenorientierten und partizipativen Lernkultur verhindert
Untertitel: Studien zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung in Schule und Unterricht, Band 1
Autor:
EAN: 9783844863741
ISBN: 978-3-8448-6374-1
Digitaler Kopierschutz: Adobe-DRM
Format: E-Book (epub)
Herausgeber: Books on Demand
Genre: Sonderpädagogik
Anzahl Seiten: 76
Veröffentlichung: 17.09.2014
Jahr: 2014
Auflage: 3. Auflage.
Dateigrösse: 0.2 MB

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