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Aufarbeitung als psychoanalytisches Korrektiv
Conrad Mattli

Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Philosophie - Sonstiges, Note: 1.7, Universität Zürich, Veranstaltung: Et... Weiterlesen
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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Philosophie - Sonstiges, Note: 1.7, Universität Zürich, Veranstaltung: Ethik des Vergessens, Sprache: Deutsch, Abstract: Die aufrüttelnde Dringlichkeit, die Theodor W. Adornos Rede 'Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit' auszeichnet, wird von der Einsicht genährt, dass die Aufarbeitung der Verbrechen im Dritten Reich bis zum Zeitpunkt dieses Vortrags gar nicht oder wenn überhaupt, dann nur ungenügend und unter groben Missverständnissen vollzogen worden war. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die erwähnte Frage im Titel von Adornos Vortrag fruchtbar zu verdoppeln. Ich werde versuchen, die theoretische Dimension der Frage, was Aufarbeitung bedeute - beziehungsweise, was sie nach Adorno zu bedeuten habe - darzulegen. Ich frage also: Was sind die Bedingungen des Verstehens und die spezifische Denk- und Redeweise, welche Adornos aufarbeitende Auslegung der Vergangenheit kennzeichnen? Es wäre sinnvoll, die antwortenden Ausführungen dahingehend auszudifferenzieren, ob und inwieweit sich ein reflektierendes Verhältnis zum Vergangenen von einem Überzeitlichkeitsanspruch zu lösen hätte - ein Problem, das bei der umstrittenen Singularität der hier betroffenen Vergangenheit besonders schwer wiegt. Denn wenn die Thematik durch die hermeneutische Herangehensweise in die philosophische Sprache und damit ins Reich des 'Allgemeingültigen' verlagert wird, so geschieht dies im bewussten Widerspruch zu einer allfälligen Unvergleichbarkeit der Gräueltaten, die hier zur Diskussion stehen. Diesen Widerspruch sehe ich allerdings gerade in Adornos Ansatz insofern selbst vorgezeichnet, als auch er die Dinge im soziologisch-analytischen Blick zu erfassen sucht, sie also zum Problem einer überzeitlichen Wahrheit macht, die sich gerade nicht im momentanen, kollektiven Selbstverständnis und somit nicht in einer historischen Situiertheit erschöpfen darf. Das Transzendieren des unmittelbaren, zeitgebundenen Diskurses schafft so erst den Raum für das historische Korrektiv, welches uns in Adornos Kritik an die Hand gegeben wird.

Produktinformationen

Titel: Aufarbeitung als psychoanalytisches Korrektiv
Untertitel: Theodor W. Adornos Rede "Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit" im Horizont der Freudschen Psychoanalyse
Autor: Conrad Mattli
EAN: 9783668468559
ISBN: 978-3-668-46855-9
Format: PDF
Herausgeber: Grin Publishing
Genre: Sonstiges
Anzahl Seiten: 17
Veröffentlichung: 21.06.2017
Jahr: 2017
Dateigrösse: 0.5 MB
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