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Übergangsmanagement zur besseren (Re-) Sozialisierung? Eine vergleichende Fallstudie am Beispiel erwachsener Klienten

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Beschreibung

Inhaltsangabe:Einleitung: In seinem Buch ‘Politik der Würde’ schreibt der israelische Philosoph Avishai Margalit über die Strafe: ‘Wie es um die Menschenwürde in einer Gesellschaft bestellt ist, läßt [sic] sich nirgendwo so deutlich ablesen wie an ihrer Strafpraxis: Sie ist die Feuerprobe für eine anständige Gesellschaft.’ Ich denke die Frage nach einer würdigen Bestrafung stellt sich nicht nur während des Strafvollzuges sondern auch bei der Entlassung verurteilter Straftäter. Nur wenn eine Entlassung so gestaltet wird, dass ein Straftäter auch nach einer langen Haft wieder die Möglichkeit bekommt in das gesellschaftliche Leben zurückzufinden kann meiner Überzeugung nach von einer würdigen Strafe gesprochen werden. Die Zeit nach der Haft ist für einen Großteil der Gefangenen sehr schwierig. Sie werden aus der Justizvollzugsanstalt entlassen und sind ab diesem Zeitpunkt wieder auf sich alleine gestellt. Häufig genießen sie zuerst die wieder gewonnen Freiheit, doch schnell stellen sich alte oder auch neue Problemlagen (wieder) ein. Lebensbereiche in denen Schwierigkeiten auftreten können sind die Wohnsituation, die Arbeit, die finanzielle Lage inklusive der Sicherung des Lebensunterhaltes oder eine mögliche Abhängigkeit von Suchtstoffen. All dies gilt es für den Entlassenen zu überwinden, umgangssprachlich als ‘Entlassungsloch’ bezeichnet. Hier können schnell die Orientierung und der Halt verloren gehen, und einige greifen, um wieder Stabilität zu erlangen, im ungünstigsten Fall auf ihre alte Lebensweise und ein eventuell bekanntes delinquentes Umfeld zurück. Die Rückfallwahrscheinlichkeit wird in dieser Zeit äußerst hoch eingeschätzt. Aus diesem Grund werden in den verschiedenen Bundesländern immer öfter Übergangsmanagements durchgeführt, um einen nahtlosen Übergang und somit auch eine nahtlose Betreuung von Justizvollzugsanstalt und Bewährungshilfe zu erreichen. Diese haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte. In Hamburg gibt es z. B. ein Konzept für Sexualstraftäter unter Führungsaufsicht, in Nordrhein-Westfalen wird mit dem MABiS-NeT ein Programm zur Arbeitsmarktorientierung angeboten. In Baden-Württemberg existiert seit 2005 das Projekt Chance, welches sich auf Gefangene spezialisiert hat, die nicht der Bewährungshilfe unterstellt sind. Bis Juli 2009 gab es in Baden-Württemberg im Bereich Entlassungsmanagement eine große Lücke hinsichtlich der Inhaftierten, die nach ihrer Entlassung der Bewährungshilfe unterstellt wurden. Diesem Problem [...]

Klappentext

Inhaltsangabe:Einleitung: In seinem Buch Politik der Würde schreibt der israelische Philosoph Avishai Margalit über die Strafe: Wie es um die Menschenwürde in einer Gesellschaft bestellt ist, läßt [sic] sich nirgendwo so deutlich ablesen wie an ihrer Strafpraxis: Sie ist die Feuerprobe für eine anständige Gesellschaft. Ich denke die Frage nach einer würdigen Bestrafung stellt sich nicht nur während des Strafvollzuges sondern auch bei der Entlassung verurteilter Straftäter. Nur wenn eine Entlassung so gestaltet wird, dass ein Straftäter auch nach einer langen Haft wieder die Möglichkeit bekommt in das gesellschaftliche Leben zurückzufinden kann meiner Überzeugung nach von einer würdigen Strafe gesprochen werden. Die Zeit nach der Haft ist für einen Großteil der Gefangenen sehr schwierig. Sie werden aus der Justizvollzugsanstalt entlassen und sind ab diesem Zeitpunkt wieder auf sich alleine gestellt. Häufig genießen sie zuerst die wieder gewonnen Freiheit, doch schnell stellen sich alte oder auch neue Problemlagen (wieder) ein. Lebensbereiche in denen Schwierigkeiten auftreten können sind die Wohnsituation, die Arbeit, die finanzielle Lage inklusive der Sicherung des Lebensunterhaltes oder eine mögliche Abhängigkeit von Suchtstoffen. All dies gilt es für den Entlassenen zu überwinden, umgangssprachlich als Entlassungsloch bezeichnet. Hier können schnell die Orientierung und der Halt verloren gehen, und einige greifen, um wieder Stabilität zu erlangen, im ungünstigsten Fall auf ihre alte Lebensweise und ein eventuell bekanntes delinquentes Umfeld zurück. Die Rückfallwahrscheinlichkeit wird in dieser Zeit äußerst hoch eingeschätzt. Aus diesem Grund werden in den verschiedenen Bundesländern immer öfter Übergangsmanagements durchgeführt, um einen nahtlosen Übergang und somit auch eine nahtlose Betreuung von Justizvollzugsanstalt und Bewährungshilfe zu erreichen. Diese haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte. In Hamburg gibt es z. B. ein Konzept für Sexualstraftäter unter Führungsaufsicht, in Nordrhein-Westfalen wird mit dem MABiS-NeT ein Programm zur Arbeitsmarktorientierung angeboten. In Baden-Württemberg existiert seit 2005 das Projekt Chance, welches sich auf Gefangene spezialisiert hat, die nicht der Bewährungshilfe unterstellt sind. Bis Juli 2009 gab es in Baden-Württemberg im Bereich Entlassungsmanagement eine große Lücke hinsichtlich der Inhaftierten, die nach ihrer Entlassung der Bewährungshilfe unterstellt wurden. Diesem Problem haben sich das Justizministeriums Baden-Württemberg und die NEUSTART gemeinnützige GmbH angenommen und gemeinsam ein Übergangsmanagement für diese Klienten entwickelt. Durch den frühen Einstieg der Bewährungshilfe in den Betreuungsverlauf soll eine Stabilisierung eintreten. Denn die Nachsorge bildet einen unverzichtbaren Beitrag für die Resozialisierung. In dieser Arbeit soll untersucht werden, ob durch das Übergangsmanagement tatsächlich eine bessere Resozialisierung möglich ist. Inhaltlich wurde die Arbeit auf erwachsene, männliche Straftäter eingegrenzt. Gründe für die Einschränkung hinsichtlich der Volljährigkeit ergeben sich daraus, dass sich mit der Volljährigkeit in vielerlei Hinsicht neue Rechte und Pflichten ergeben, welche die Arbeit der Bewährungshilfe wesentlich beeinflussen. Die Eingrenzung auf ausschließlich männliche Klienten wurde im Hinblick auf den Umfang der Arbeit und eine bessere Vergleichbarkeit vorgenommen. Der Grund hierfür ist, dass sich die verschiedenen Geschlechter auch unterschiedlichen sozialen Ungleichheiten gegenüber sehen, wenn man eine moderne Gesellschaft betrachtet. Die theoretischen Erläuterungen werden in der Regel auf die Einschränkungen abgestimmt sein und nur wenn nötig beispielsweise auf Jugendliche erweitert. Zu Beginn der Arbeit wird auf die Resozialisierung eingegangen. Woher ergibt sich die Aufgabe der Resozialisierung für den Strafvollzug und die Bewährungshilfe? Welche Resozialisierungsfaktoren können beeinflusst werden und welchen Zusammenhang haben diese mit einer erneuten Kriminalität? Auch hier wurde eine Eingrenzung auf eher objektive Faktoren vorgenommen. Die Faktoren Arbeit, Arbeitslosigkeit, Wohnen, Sucht und Schulden sind aber keine abschließende Aufzählung. Im Zuge dessen wird das Übergangsmanagement in Baden-Württemberg näher erläutert. Im Anschluss an den theoretischen Teil werden die behandelten Themen und somit auch das Übergangsmanagement in Baden-Württemberg evaluiert. Die befragten Klienten waren alle der Bewährungshilfe in der Außenstelle Pforzheim unterstellt. Zunächst wird die Evaluation beschrieben. Was ist Evaluation? Welche Methoden wurden in dieser Arbeit verwendet? Anschließend erfolgt eine Auswertung der Fragebögen und bezüglich der Erkenntnisse werden mögliche Interventionen und deren Grenzen vorgestellt. Die Arbeit im Gesamten soll aufzeigen, ob durch das Übergangsmanagement bezüglich erwachsener, männlicher Klienten eine bessere Resozialisierung ermöglicht wird. Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: I.Einleitung01 II.Theoretischer Teil03 1.Resozialisierung03 1.1Geschichte des Begriffs03 1.2Definition04 1.3Abgrenzung05 1.3.1Zum Begriff der Besserung05 1.3.2Zum Begriff der Erziehung06 1.3.3Zum Begriff der Sozialisierung06 1.3.4Zum Begriff der Behandlung07 1.3.5Zum Begriff der Integration08 1.3.6Zum Begriff der Rehabilitation08 1.3.7Fazit09 2.Voraussetzungen für das Übergangsmanagement09 2.1Bedingte Entlassung09 2.2Führungsaufsicht11 2.3Gesetzliche Vorschriften in Baden-Württemberg11 3.Entwicklung und Entstehung Übergangsmanagement12 4.Konzeption Übergangsmanagement13 4.1Zielgruppen13 4.2Ziele13 4.3Strukturkriterien14 4.4Ablauf14 4.5Qualitätssicherung15 4.6Fazit15 5.Entwicklung der praktischen Umsetzung bis heute15 6.Aufgaben der Bewährungshilfe in Baden-Württemberg16 7.Arbeit und Resozialisierung17 7.1Im Justizvollzug18 7.2Nach der Entlassung19 7.3Fazit20 8.Arbeitslosigkeit und Resozialisierung22 8.1Arbeitslosengeld I22 8.2Arbeitslosengeld II24 8.3Krankenversicherung25 8.4Fazit25 9.Wohnen und Resozialisierung26 9.1Finanzierungsarten27 9.2Wohnformen29 9.2.1Betreutes Wohnen29 9.2.2Notunterkunft für Wohnungslose30 9.3Fazit31 10.Sucht und Resozialisierung31 10.1Therapiearten34 10.2Fazit36 11.Schulden und Resozialisierung37 11.1Resozialisierungsfonds der Traugott Bender Stiftung38 11.2Fazit39 12.Rückfallgefahr und die bereits behandelten Themen40 12.1Arbeit40 12.2Arbeitslosigkeit41 12.3Wohnen41 12.4Sucht42 12.5Schulden42 13.Kritisches Fazit43 14.Fazit des theoretischen Teils43 II.Empirische Teil45 1.Evaluation 45 1.1Quantitative/qualitative Methode48 1.2Interne/externe Evaluation49 2.Vorbereitung auf die Befragung49 2.1Festlegung der zu befragenden Fallzahl49 2.2Fragebogen50 2.2.1Wahl der Erhebungstechnik50 2.2.2Fragearten52 2.2.2.1Inhaltliche Fragearten52 a)Meinung und Einstellung52 b)Überzeugungen52 c)Verhalten52 d)Eigenschaften/Fakten52 e)Wissen52 2.2.2.2förmliche Fragearten53 a)Offene Fragen 53 b)Geschlossene Fragen 53 c)Halboffene Fragen 53 2.2.3Frage- und Antwortformulierung54 2.2.4Konstruktion des Fragebogens54 2.2.4.1Äußere Form54 2.2.4.2Einzelnen Themenkomplexe55 a)Entlassungssituation56 b)Wohnen57 c)Sucht57 d)Finanzen58 e)Arbeit59 f)Straffälligkeit60 g)Persönliche Einschätzung60 3.Durchführung der Befragung61 4.Auswertung der Ergebnisse63 4.1Zur Vergleichbarkeit der beiden Gruppen64 4.2Zur Terminvereinbarung und tatsächlich erstem Gesprächstermin65 4.3Zum Wohnen66 4.4Zur Sucht67 4.5Zu den Schulden68 4.6Zu den Leistungen69 4.7Zur Arbeit71 4.8Zur Schule73 4.9Zur Straffälligkeit73 4.10Zur persönlichen Einschätzung74 a)Hilfreich74 b)Problematisch74 4.11Fazit74 5.Mögliche Interventionen und weitere Forschungsansätze75 5.1Termine76 5.2Wohnen76 5.3Sucht77 5.4Schulden77 5.5Leistungen78 5.6Arbeit78 5.7Straffälligkeit78 5.8Allgemein79 5.9Fazit79 IVSchluss80 VLiteraturverzeichnis81 VIAnhang93 Textprobe:Textprobe: Kapitel 2, Voraussetzungen für das Übergangsmanagement: Es werden zwei Voraussetzungen für das Übergangsmanagement vorgestellt. Die bedingte Entlassung mit einer Unterstellung bei der Bewährungshilfe und die Führungsaufsicht gemäß § 68f StGB. Im Zuge dessen wird auf weitere gesetzliche Vorschriften eingegangen. 2.1, Bedingte Entlassung: Die Strafaussetzung zur Bewährung ist im Allgemeinen Teil, 3. Abschnitt, 4. Teil des Strafgesetzbuches geregelt. In § 56ff StGB ist die Aussetzung der gesamten Freiheitsstrafe zur Bewährung festgelegt; hierauf soll nicht weiter eingegangen werden, da es für das Übergangsmanagement nicht relevant ist. Die Grundlagen der bedingten Entlassung bei zeitigen Freiheitsstrafen finden sich in § 57 StGB. Gemäß Absatz 1 Satz 1 wird das Gericht die Freiheitsstrafe zur Bewährung aussetzten, wenn 1. zwei Drittel der verhängten Strafe, mindestens jedoch zwei Monate, verbüßt sind, 2. dies unter Berücksichtigung des Sicherheitsinteresses der Allgemeinheit verantwortet werden kann, und 3. die verurteilte Person einwilligt. In Satz 2 sind weitere Entlassungsvoraussetzungen geregelt. Absatz 2 des Paragrafen enthält seitens des Gesetzgebers noch die Möglichkeit der bedingten Entlassung bereits nach der Hälfte der Verbüßung der Freiheitsstrafe. Die Voraussetzungen aus Absatz 1 gelten hier entsprechend. Zudem muss es sich um eine erstmalige Inhaftierung mit nicht mehr als zwei Jahren Freiheitsstrafe handeln und für die Gesamtwürdigung des Falles müssen besondere Umstände vorliegen. Absatz 3 legt fest, dass die §§ 56a bis 56e StGB entsprechend gelten, in Absatz 5 entsprechend die §§ 56f und 56g StGB. § 57a StGB behandelt die bedingte Entlassung bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Es werden nun noch einige Vorschriften im Rahmen der Bewährung erläutert, da diese für die Unterstellungen bei einer bedingten Entlassung entsprechend gelten. Die Bewährungszeit darf gemäß § 56a StGB fünf Jahre nicht überschreiten und zwei Jahre nicht unterschreiten. Sie kann nachträglich bis auf das Mindestmaß verkürzt oder vor ihrem Ablauf bis auf das Höchstmaß verlängert werden. In § 56b StGB sind die Auflagen aufgeführt. Diese sollen der Genugtuung der verübten Tat dienen, dürfen aber nicht unzumutbar sein. Das Pendant dazu sind die Weisungen in § 56c StGB, sie sollen den Betroffenen dabei unterstützen, zukünftig keine Straftaten mehr zu begehen. Auch diese dürfen nicht unzumutbar sein. Die Bewährungshilfe ist in § 56d StGB geregelt. Hierin ist die Dauer der Unterstellungszeit festgelegt, sowie die Aufgaben und Pflichten des Bewährungshelfers. Hierzu gehört die Kontrolle der Auflagen und Weisungen, aber auch die Unterstützung des Probanden während des Bewährungsverlaufs. in den §§ 56f und 56g StGB ist zum einen der Widerruf der Bewährung und zum anderen der Straferlass festgehalten. In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2009 6.275 Personen der Bewährungshilfe aufgrund einer Aussetzung des Strafrestes unterstellt. Hiervon waren 5.199 nach dem Allgemeinen Strafrecht verurteilt, 1.076 nach dem Jugendstrafrecht. 2.2, Führungsaufsicht: Die Führungsaufsicht ist gem. § 61 Nr. 4 StGB eine Maßregel der Besserung und Sicherung. Die Maßregeln der Besserung und Sicherung wurden 1933 eingeführt. Sie dienen nicht zur Strafe, sondern zur Resozialisierung gefährlicher Täter und als Schutz der Allgemeinheit vor selbigen. Noch mehr als bei der Bewährungshilfe ist bei der Führungsaufsicht das Element der justizförmigen Sozialkontrolle beabsichtigt, da durch sie die Lebensführung der Probanden mit schlechter Sozialprognose noch stärker reglementiert und beaufsichtigt werden soll. § 68 Abs. 1 StGB formuliert die Voraussetzungen für die Führungsaufsicht wie folgt: Hat jemand wegen einer Straftat, bei der das Gesetz Führungsaufsicht besonders vorsieht, zeitige Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten verwirkt, so kann das Gericht neben der Strafe Führungsaufsicht anordnen, wenn die Gefahr besteht, daß [sic!] er weitere Straftaten begehen wird. Im darauf folgenden Paragrafen ist das Verhältnis der verschiedenen zuständigen Stellen erläutert. Mit der Bewährungshilfe ist die soziale Hilfe definiert und mit der Aufsichtsstelle die justizförmige Kontrolle. Beide sollen dem Klienten in helfender und betreuender Weise zur Seite stehen. Hieran schließen sich weitere Vorschriften zur Führungsaufsicht an, wie z. B. Weisungen, Dauer, Beendigung. Für die Bewährungshilfe ergeben sich die gleichen Aufgaben wie bei einer bedingten Entlassung. Bei schwierigen Fällen , häufig dann, wenn ein Insasse aus dem Maßregelvollzug entlassen wurde, soll die Bewährungshilfe auf ein Netzwerk aus Therapeuten, Nachsorgeeinrichtungen und vor allem den forensischen Ambulanzen zurückgreifen. Obwohl es in den vergangenen Jahrzenten viel Kritik an der Führungsaufsicht gab, teilweise sogar deren Abschaffung gefordert wurde, sind die Fallzahlen angestiegen. Die Kritik bezüglich einer mangelnden Entlassungshilfe hinsichtlich Qualität und Organisation wurde immer wieder geübt. Diesem Faktor könnte mit dem anschließend vorgestellten Übergangsmanagement entgegengewirkt werden. Eine bundesweite Statistik bezüglich der Unterstellungen bei einer Führungsaufsicht wurde noch nicht erhoben. Schätzungen ergeben Zahlen von 15.000 bis 25.000. 2.3, Gesetzliche Vorschriften in Baden-Württemberg: Das JVollzGB schreibt im 1. Buch in § 6 Abs. 3 vor, dass an die geschlossenen Vollzugsanstalten zur Vorbereitung auf die Entlassung ein offener Vollzug angegliedert werden soll. Auf die Auswirkungen von Vollzugslockerungen soll in dieser Arbeit aber nicht näher eingegangen werden, da das Übergangsmanagement seitens der Bewährungshilfe untersucht werden soll. Die Möglichkeit der Vollzugslockerung obliegt ausschließlich dem Justizvollzug. Im 3. Buch § 87 JVollzGB wurde seitens des Gesetzgebers festgelegt, dass die Justizvollzugsanstalt frühzeitig vor der Entlassung mit Dritten hinsichtlich der Resozialisierung zusammenarbeiten soll. Namentlich wird die Bewährungshilfe genannt. Alle weiteren Vorschriften betreffs der Entlassvorbereitung finden sich ebenfalls im 3. Buch in Abschnitt 13. 3, Entwicklung und Entstehung Übergangsmanagement: Die Geschichte des Übergangsmanagements hängt eng mit jener der Resozialisierung und der bedingten Entlassung zusammen, welche die Voraussetzungen dafür bilden. In den letzten Jahren sind diese beiden Aspekte immer mehr in die Diskussion geraten. Einer der Gründe ist sicherlich die mediale Aufarbeitung von erneuten Straftaten Haftentlassener, die vor allem in der Bevölkerung für großes Aufsehen sorgen. Die Gefahr, den leichteren Weg zu nehmen, welchen die Öffentlichkeit auch eher akzeptiert, ist die Strafpraxis zu verschärfen und finanzielle Mittel hierfür auszugeben, die am Ende im Bereich der Resozialisierung fehlen. Die Maßnahmen zur Resozialisierung sind aber hinsichtlich einer Verringerung der Rückfallwahrscheinlichkeit oft erfolgreicher oder zumindest ebenbürtig zum reinen Verwahrvollzug. Bereits vor 10 Jahren zeigten Studien, dass multimodale Behandlungsansätze erforderlich sind, wenn eine Nachsorge stattfindet. Auch spätere Meta-Analysen ergaben, dass Nachsorgeprogramme eine Erfolgssteigerung erzielen. Das Vollzugsgesetz in Baden-Württemberg hat mit dem eigenständigen Abschnitt für die Entlassung und Nachsorge eine gesetzliche Grundlage für das Übergangsmanagement geschaffen. Mit der Übertragung der Aufgaben der Bewährungshilfe, des Täter-Opfer-Ausgleichs und der Gerichtshilfe auf die NEUSTART gGmbH wurde auch eine Neukonzeption der Entlassungsvorbereitung vorgesehen. Dies wurde bereits im Grundlagenkonzept des Generalvertrages mit dem Justizministerium im Jahr 2006 festgehalten. Hierbei wurde neben dem Ziel, dass jeder Haftentlassene bei seiner Entlassung einen Gesprächstermin erhalten soll, auch festgelegt, dass Betreuungslücken bei der Entlassung geschlossen werden sollen. Im Juli 2007 fand ein erster Termin mit dem Sozialdienst des Justizvollzuges und der NEUSTART gGmbH statt, bei welchem über erste Ideen und Vorschläge gesprochen wurde. Bei einem weiteren Treffen im September 2007 wurde beschlossen, dass man ein Koordinatorenmodell einrichten möchte. Die Koordinatoren sollten in jeder Einrichtung der NEUSTART gGmbH und in jeder Justizvollzugsanstalt benannt werden. Durch direkte Ansprechpartner sollten zwischen den jeweiligen Beteiligten des Übergangsmanagements Schnittstellen dahingehend abgesichert werden, dass keine Informationen verloren gehen, indem Verantwortlichkeiten klar definiert werden. Hierzu wurde noch im selben Jahr eine Steuerungsgruppe gebildet, welche in Arbeitsgruppen aufgeteilt wurde, die sich mit verschiedenen Kernthemen näher befassten. Die hieraus entstandenen Ergebnisse und Erkenntnisse wurden 2008 schlussendlich zusammengeführt. 2009 wurde die Leistungsbeschreibung mit definierten Qualitätsstandards festgelegt und ein entsprechender Sideletter zum Generalvertrag gefertigt. Zum 01.07.2009 wurde mit dem Übergangsmanagement in Baden-Württemberg begonnen. Auf die Konzeption und die Arbeitsabläufe soll im Folgenden genauer eingegangen werden.



Zusammenfassung
Inhaltsangabe:Einleitung:In seinem Buch ?Politik der Würde? schreibt der israelische Philosoph Avishai Margalit über die Strafe: ?Wie es um die Menschenwürde in einer Gesellschaft bestellt ist, läßt [sic] sich nirgendwo so deutlich ablesen wie an ihrer Strafpraxis: Sie ist die Feuerprobe für eine anständige Gesellschaft.? Ich denke die Frage nach einer würdigen Bestrafung stellt sich nicht nur während des Strafvollzuges sondern auch bei der Entlassung verurteilter Straftäter. Nur wenn eine Entlassung so gestaltet wird, dass ein Straftäter auch nach einer langen Haft wieder die Möglichkeit bekommt in das gesellschaftliche Leben zurückzufinden kann meiner Überzeugung nach von einer würdigen Strafe gesprochen werden.Die Zeit nach der Haft ist für einen Großteil der Gefangenen sehr schwierig. Sie werden aus der Justizvollzugsanstalt entlassen und sind ab diesem Zeitpunkt wieder auf sich alleine gestellt. Häufig genießen sie zuerst die wieder gewonnen Freiheit, doch schnell stellen sich alte oder auch neue Problemlagen (wieder) ein. Lebensbereiche in denen Schwierigkeiten auftreten können sind die Wohnsituation, die Arbeit, die finanzielle Lage inklusive der Sicherung des Lebensunterhaltes oder eine mögliche Abhängigkeit von Suchtstoffen. All dies gilt es für den Entlassenen zu überwinden, umgangssprachlich als ?Entlassungsloch? bezeichnet. Hier können schnell die Orientierung und der Halt verloren gehen, und einige greifen, um wieder Stabilität zu erlangen, im ungünstigsten Fall auf ihre alte Lebensweise und ein eventuell bekanntes delinquentes Umfeld zurück. Die Rückfallwahrscheinlichkeit wird in dieser Zeit äußerst hoch eingeschätzt. Aus diesem Grund werden in den verschiedenen Bundesländern immer öfter Übergangsmanagements durchgeführt, um einen nahtlosen Übergang und somit auch eine nahtlose Betreuung von Justizvollzugsanstalt und Bewährungshilfe zu erreichen. Diese haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte. In Hamburg gibt es z. B. ein Konzept für Sexualstraftäter unter Führungsaufsicht, in Nordrhein-Westfalen wird mit dem MABiS-NeT ein Programm zur Arbeitsmarktorientierung angeboten. In Baden-Württemberg existiert seit 2005 das Projekt Chance, welches sich auf Gefangene spezialisiert hat, die nicht der Bewährungshilfe unterstellt sind. Bis Juli 2009 gab es in Baden-Württemberg im Bereich Entlassungsmanagement eine große Lücke hinsichtlich der Inhaftierten, die nach ihrer Entlassung der Bewährungshilfe unterstellt wurden. Diesem Problem []

Produktinformationen

Titel: Übergangsmanagement zur besseren (Re-) Sozialisierung? Eine vergleichende Fallstudie am Beispiel erwachsener Klienten
Autor:
EAN: 9783842828971
ISBN: 978-3-8428-2897-1
Digitaler Kopierschutz: frei
Format: E-Book (pdf)
Herausgeber: Diplom.de
Genre: Sozialpädagogik, Soziale Arbeit
Anzahl Seiten: 157
Veröffentlichung: 16.02.2012
Jahr: 2012
Dateigrösse: 1.0 MB

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