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Bildung in den neuen Bundesländern

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Beschreibung

Inhaltsangabe:Einleitung: Das Bildungssystem der neuen Bundesländer erlebte nach der Wiedervereinigung Deutschlands innerhalb von vierzig Jahren einen zweiten Neuaufbau. Der erste Neuaufbau wurde nach Ende des zweiten Weltkrieges eingeleitet und mündete in der Entstehung eines sozialistischen Einheitsschulsystems unter zentralistischer staatlicher Verwaltung. Der zweite Neuaufbau wurde mit der Angliederung der ehemaligen DDR an die BRD eingeleitet und war mit der Übernahme der westdeutschen Bildungsgesetze verbunden. Die Bildungsstrukturen in den alten Bundesländern bildeten sich in einem Jahrzehnte umfassend Zeitraum heraus, wohingegen die neuen Bundesländer sich innerhalb kurzer Zeit auf die neu entstandenen Strukturen einstellen mussten. Die Bildungssysteme der neuen Länder wurden jedoch nicht einfach nach westdeutschem Vorbild kopiert, sondern bildeten sich in einem Anpassungsprozess heraus. Die zwischen den beiden Teilen Deutschlands bestehenden Unterschiede verlangten eine spezielle Anpassung der Bildungssysteme. Die vorangegangen Entwicklungen in der DDR und die sich abzeichnenden zukünftigen Entwicklungen bedingten dies. Die Gesellschaftsstruktur der DDR hatte sich seit der Teilung Deutschlands vierzig Jahren zuvor in eine andere Richtung als die der BRD entwickelt. Dementsprechend unterschieden sich die Ausgangsvoraussetzungen zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern von denen der alten Bundesländer. Der Bildungszugang in der DDR wurde vom Staat reglementiert, dadurch kam es ab 1965 zu einer Verlangsamung und schließlich ab Mitte der 1970er zu einer rückläufigen Bildungsexpansion in der DDR kam. In der BRD schritt die Bildungsexpansion hingegen weiter voran, was zum großen Teil auf die Nichtreglementierung des Bildungszuganges durch den Staat zurückgeführt werden kann. Beim Aufbau der Bildungssysteme in den neuen Bundesländern musste auch das neu hinzutretende Problem der demographischen Entwicklung, die von Abwanderung und Geburtenrückgang gekennzeichnet war, berücksichtigt werden. Problematischerweise erfolgte diese Trendwende jedoch erst nach einem kurzzeitigen Anstieg der Schülerzahlen Anfang der 1990er Jahre. In den Jahren nach der Wiedervereinigung mussten diese Entwicklungen bei der Schaffung der Bildungssysteme und der institutionellen Regelungen in den neuen Bundesländern bereits mit berücksichtigt werden. Trotz gleicher Ausgangslage und trotz über vierzig Jahre zentralstaatlich geprägter Bildungspolitik [...]

Klappentext

Inhaltsangabe:Einleitung: Das Bildungssystem der neuen Bundesländer erlebte nach der Wiedervereinigung Deutschlands innerhalb von vierzig Jahren einen zweiten Neuaufbau. Der erste Neuaufbau wurde nach Ende des zweiten Weltkrieges eingeleitet und mündete in der Entstehung eines sozialistischen Einheitsschulsystems unter zentralistischer staatlicher Verwaltung. Der zweite Neuaufbau wurde mit der Angliederung der ehemaligen DDR an die BRD eingeleitet und war mit der Übernahme der westdeutschen Bildungsgesetze verbunden. Die Bildungsstrukturen in den alten Bundesländern bildeten sich in einem Jahrzehnte umfassend Zeitraum heraus, wohingegen die neuen Bundesländer sich innerhalb kurzer Zeit auf die neu entstandenen Strukturen einstellen mussten. Die Bildungssysteme der neuen Länder wurden jedoch nicht einfach nach westdeutschem Vorbild kopiert, sondern bildeten sich in einem Anpassungsprozess heraus. Die zwischen den beiden Teilen Deutschlands bestehenden Unterschiede verlangten eine spezielle Anpassung der Bildungssysteme. Die vorangegangen Entwicklungen in der DDR und die sich abzeichnenden zukünftigen Entwicklungen bedingten dies. Die Gesellschaftsstruktur der DDR hatte sich seit der Teilung Deutschlands vierzig Jahren zuvor in eine andere Richtung als die der BRD entwickelt. Dementsprechend unterschieden sich die Ausgangsvoraussetzungen zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern von denen der alten Bundesländer. Der Bildungszugang in der DDR wurde vom Staat reglementiert, dadurch kam es ab 1965 zu einer Verlangsamung und schließlich ab Mitte der 1970er zu einer rückläufigen Bildungsexpansion in der DDR kam. In der BRD schritt die Bildungsexpansion hingegen weiter voran, was zum großen Teil auf die Nichtreglementierung des Bildungszuganges durch den Staat zurückgeführt werden kann. Beim Aufbau der Bildungssysteme in den neuen Bundesländern musste auch das neu hinzutretende Problem der demographischen Entwicklung, die von Abwanderung und Geburtenrückgang gekennzeichnet war, berücksichtigt werden. Problematischerweise erfolgte diese Trendwende jedoch erst nach einem kurzzeitigen Anstieg der Schülerzahlen Anfang der 1990er Jahre. In den Jahren nach der Wiedervereinigung mussten diese Entwicklungen bei der Schaffung der Bildungssysteme und der institutionellen Regelungen in den neuen Bundesländern bereits mit berücksichtigt werden. Trotz gleicher Ausgangslage und trotz über vierzig Jahre zentralstaatlich geprägter Bildungspolitik entwickelten sich die einzelnen Bildungssysteme in den ostdeutschen Ländern innerhalb von wenigen Jahren in stark unterschiedliche Richtungen. Als Reaktion auf die zu erwartenden Entwicklungen, entstanden länderspezifische Schulformen, wie die Regel-, Mittel-, oder Sekundarschule in denen mehrere Bildungsgänge vereint waren. Die Frage, die sich nach diesen Entwicklungen stellt, ist die nach der Wirkungsweise der Bildungssysteme in den einzelnen Bundesländern. Wie entwickeln sich die Bildungschancen und die Bildungsbeteiligungen innerhalb eines so kurzen Übergangszeitraums. Welche Unterschiede treten im Gegensatz zur DDR und auch zu den alten Bundesländern zu Tage. Aufgrund der Nachwirkungen der in der DDR herausgebildeten Sozialstruktur und Bildungstraditionen wirken die Einflussfaktoren auf die Bildungschancen in den neuen Bundesländern in anderer Weise als in den westdeutschen Bildungssystemen. Die Möglichkeiten der freien Schulwahl und der Wegfall der vorher bestehenden Zulassungsbeschränkungen führten zu einer neu einsetzenden Bildungsexpansion, die Bildungsbeteiligungen veränderten sich rapide und auch der Verbleib im Bildungssystem verlängerte sich in Ostdeutschland. Trotz der Veränderungen lassen sich noch Strukturmuster der DDR-Bildungstraditionen in den neuen Bundesländern erkennen. Bildung erhielt einen anderen Stellenwert, in den letzten Jahrzehnten der DDR nur für einige wenige Privilegierte zugänglich, stand sie nach der Wiedervereinigung der Mehrzahl der Bevölkerung frei zur Verfügung. Gang der Untersuchung: Der Rückblick auf die Entwicklung der beiden deutschen Bildungssysteme im zweiten Kapitel und der anschließende Vergleich bildet die Grundlage für die Kennzeichnung der Ausgangsmerkmale vor und nach der Wiedervereinigung. Nachkommend sollen die Entwicklungen in den neunziger Jahren und die Neubildung der Bildungssysteme in den einzelnen neuen Bundesländern aufgezeigt anhand zweier Betrachtungszeitpunkte skizziert werden. Die Struktur der direkt nach der Wiedervereinigung eingeführten Bildungssysteme zeigt die Besonderheiten jedes Bildungssystems der neuen Bundesländer auf. Der zweite gewählte Betrachtungszeitpunkt liegt fünfzehn Jahre später. Der Vergleich der beiden Betrachtungszeitpunkte bietet die Möglichkeit die Entwicklungen in den Bildungssystemen zu verdeutlichen. Das dritte Kapitel geht zu allererst auf die Bildungschancen in der BRD und DDR ein und verdeutlicht damit die unterschiedlichen Entwicklungen in beiden Staaten. Danach schließen sich Auswirkungen der Entwicklungen in den neuen Bundesländern an. Diese werden speziell anhand des Gymnasialbesuchs erläutert, da das Gymnasium die einzige Schulform in den neuen Bundesländern ist, die sich in jedem Bundesland finden lässt. Im vierten Kapitel erfolgt eine abschließende Darstellung der Bildungsentscheidungen in den neuen Bundesländern. Die Bildungskarrieren und Bildungschancen werden von den sozialselektiv wirkenden Bildungsentscheidungen beeinflusst. Die, im Gegensatz zu den alten Bundesländern unterschiedliche, Sozialstruktur hat eine andere soziale Selektion zur Folge. Schulwahlentscheidungen und Bildungsaspiration werden durch unterschiedlich starke Wirkung der Faktoren anders beeinflusst als in den alten Bundesländern. Die Entwicklungen der Bildungssysteme und Bildungschancen in den neuen Bundesländern werden in einer Gegenüberstellung mit den alten Bundesländern und der DDR aufgezeigt. Dies ermöglicht es, zum einen die speziellen Unterschiede und Entwicklungen in Ostdeutschland darzustellen, zum anderen eine Vergleichbarkeit mit anderen Entwicklungen herzustellen. Die Arbeit endet mit einer kurzen Zusammenfassung, in der die wichtigsten Resultate noch einmal wiedergegeben sind. Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis1 Abbildungsverzeichnis4 1.Einleitung6 2.Die Entwicklung des Bildungssystems im Osten Deutschlands9 2.1Die Entwicklung in Deutschland von 1945 bis 19899 2.1.1Neuaufbau des deutschen Bildungssystems nach dem zweiten Weltkrieg9 2.1.2Entwicklung des Bildungssystems der DDR12 2.1.3Entwicklung der Bildungssysteme in der BRD19 2.1.4Unterschiede beider Bildungssysteme22 2.2Entwicklung der neuen Bildungssysteme in Ostdeutschland24 2.2.1Die Ausgangslage24 2.2.2Die Übergangsphase27 2.2.3Gesamtentwicklung in den neuen Bundesländern29 2.2.3.1Übersicht über die Gesamtentwicklung29 2.2.3.2Entwicklung in Brandenburg32 2.2.3.3Entwicklung in Sachsen35 2.2.3.4Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern38 2.2.3.5Entwicklung in Sachsen-Anhalt42 2.2.3.6Entwicklung in Thüringen45 2.2.3.7Unterschiede zu den Bildungssystemen der westlichen Bundesländer47 3.Bildungschancen in Ostdeutschland52 3.1Bildungschancen52 3.1.1Theoretische Grundlagen52 3.1.2Rückblick auf die Bildungschancen in beiden deutschen Staaten56 3.1.2.1Bildungschancen in der DDR56 3.1.2.2Bildungschancen in der BRD61 3.1.2.3Gemeinsamkeiten der Bildungschancen in der DDR und BRD64 3.2Die ostdeutsche Situation nach der Wiedervereinigung65 3.2.1Die Ausgangslage in den neuen Bundesländern65 3.2.2Öffnung des Bildungssystems und damit verbundene Bildungschancen68 3.2.3Entwicklungen der Bildungschancen anhand des Gymnasialbesuchs73 3.2.4Unterschiede gegenüber den alten Bundesländern77 3.2.5Unterschiede gegenüber der DDR81 4.Bildungsentscheidungen in den neuen Bundesländern84 4.1Bildungsentscheidungen84 4.1.1Theoretische Grundlage84 4.1.2Bildungsentscheidungen in der DDR86 4.1.3Die Situation in den neuen Bundesländern87 4.2Veränderte Einflussfaktoren in den neuen Bundesländern89 4.2.1Bildungsaspiration89 4.2.2Schulwahlentscheidungen91 5.Fazit94 Literatur97 Textprobe:Textprobe: Kapitel 2.2.3.1, Übersicht über die Gesamtentwicklung: Die Pluralisierung der Bildungslandschaft war Ziel der Neugestaltung der ostdeutschen Bildungssysteme. Zum vormals bestehenden Einheitsschulsystem der DDR stellte dies einen Gegensatz dar. Jedem der neuen Bundesländer wurde ein Partnerbundesland aus Westdeutschland an die Seite gestellt, welche Anregungen geben und beim Aufbau des neuen Bildungssystems helfen sollten. Die Bildungssysteme der Partnerbundesländer wurden jedoch nicht einfach kopiert, sondern jedes neue Bundesland entwickelte eine für sich praktikable Lösung um die bevorstehenden Anforderungen, die an das Bildungswesen gerichtet waren, erfüllen zu können. Für die nahe Zukunft waren bereits Probleme absehbar geworden, die besondere Maßnahmen erforderten. Schon in der Wendezeit verkündeten demographische Prognosen eine grundlegende Veränderung der Bevölkerungsstruktur in den neuen Bundesländern. Aufgrund von Bevölkerungsabwanderungen und Geburtenrückgängen in den letzten Jahren des Bestehens der DDR und den Anfangsjahren nach der Wiedervereinigung, erwartete man ein drastischer Rückgang in den Schülerzahlen. Der Rückgang sollte sich in verschiedenen Stufen äußern. Ab 1995 brach aufgrund des Geburtenrückgangs Ende der achtziger Jahre in der DDR, die Zahl der Grundschüler ein. Eine zweite Welle des Rückgangs wurde für das Jahr 2000 prognostiziert. Dort sollten sich die noch extremer gefallenen Geburtenzahlen der Nachwendezeit bemerkbar machen. Anlass dafür waren die aufgrund der unsicheren finanziellen und gesellschaftlichen Lage nach dem Zusammenbruch der DDR gesunkenen Geburtenzahlen in Ostdeutschland. Vor dem Einbruch der Schülerzahlen kam es jedoch kurz nach der Wende, aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge der DDR in den Jahren 1975-1980, zu einem vorübergehenden Anstieg der Schülerzahlen in der Sekundarstufe I. Dabei handelte es sich aber nur um ein kurzes Strohfeuer, denn bereits ab 1995 stagnierten sie wieder und begannen aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge der achtziger Jahre und der Wendezeit zu sinken. Dies führte letztlich zu einem gewaltigen Einbruch der Schülerzahlen und einem Verlust von mehr als eindrittel der vorhandenen Schülerschaft in den neuen Bundesländern. Die sinkenden Schülerzahlen, und die damit verbundenen Verringerungen der Klassenstärke bedrohten den Erhalt vieler Schulstandorte in Ostdeutschland. Besonders betroffen davon waren Flächenstaaten wie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo aufgrund der sinkenden Schülerzahlen eine flächendeckende Schulversorgung nicht mehr überall gewährleistet werden konnte. Obwohl jedes ostdeutsche Bundesland spezielle Wege beim Aufbau seines Bildungssystems ging, bestanden dennoch einige Parallelen innerhalb der ostdeutschen Bildungssysteme, die als Übernahme bildungshistorischer Traditionen aus der DDR angesehen werden können. So wurde zum Beispiel in allen Bildungsgesetzen die Möglichkeit einer ganztätigen Versorgung von Kindern verankert. Dieser Punkt wurde bereits in den Bildungsgesetzen der DDR festgeschrieben, da aufgrund der hohen Frauenerwerbsquoten in der DDR, eine Ganztagsversorgung für die Kinder angeboten werden musste. Die Möglichkeit der ganztägigen Versorgung hielt sich damit jedes neue Bundesland offen, wobei eine Umsetzung dieser nicht zwingend erforderlich war. Das Abitur konnte mit Ausnahme von Brandenburg und Ostberlin in allen neuen Bundesländern nach zwölf Schuljahren erworben werden. Diese Regelungen wurden jedoch in den einzelnen Bundesländern von den jeweiligen Kultusministerien in den vergangenen Jahren mehrfach überarbeitet.67 Des Weiteren wurden westliche Problembereiche beim Aufbau der neuen Bildungssysteme berücksichtigt. Die Hauptschule wurde beispielsweise in den neuen Bildungssystemen aufgrund mangelnder Akzeptanz weitestgehend nicht übernommen. Sie wurde vielmehr in den Schularten mit mehreren Bildungsgängen in Ostdeutschland integriert (Sekundarschule, Regelschule; Mittelschule). Übernommen wurde hingegen die Differenzierung der Bildungsgänge ab der Grundschule, womit sich die neuen Bundesländer (Ausnahme Brandenburg mit einer Grundschuldauer von sechs Jahren) für eine frühe Selektion entschieden. Dies stand im Gegensatz zum Bildungssystem der DDR, in dem erst eine relativ späte Differenzierung der Bildungsgänge nach der achten Klasse stattfand. Die Regelungen, die für die Schulwahlentscheidungen in den neuen Bundesländern übernommen wurden stellten ebenso einen Bruch mit den Traditionen des DDR-Bildungssystems dar. So wurde die Entscheidung über den Besuch der Schulart in der Sekundarstufe I nicht mehr zentral von den Schulen und dem Bildungsministerium geregelt, sondern weitestgehend in der Hand der Eltern und Schüler belassen. In Sachsen- Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist daher der Elternwille der entscheidende Faktor bei der Wahl des Bildungsganges. In Sachsen und Thüringen muss, wenn keine gymnasiale Empfehlung vorhanden ist, eine Prüfung vom Schüler absolviert werden. In der DDR wurde Zugang zur Abiturstufe beschränkt, so dass nur ein kleiner Teil der Schüler das Abitur erwerben konnte. Die Bildungssysteme der neuen Länder wurden hingegen so konzipiert, dass eine weitestgehende Öffnung der Bildungsgänge bestand. Die speziellen Entwicklungen in den neuen Bundesländern sollen nachfolgend anhand von zwei Beispielen exemplarisch dargestellt werden. Da die vielen Veränderungen, die an den Bildungssystemen in Ostdeutschland aufgrund politischer oder struktureller Entwicklungen vorgenommen wurden, eine detaillierte Auflistung in kurzer Form unmöglich machen, wird sich hierbei auf den Zustand der Bildungssysteme in zwei Zeitpunkten beschränkt. Der erste Betrachtungszeitpunkt befindet sich direkt nach der Wiedervereinigung. Dies ermöglicht den Blick auf die Bildungssysteme, für die sich die einzelnen neuen Bundesländer entschieden haben und ermöglicht das Betrachten etwaiger regionaler Besonderheiten. Als zweiter Betrachtungszeitpunkt wurde das Jahr 2005 gewählt. Zwischen beiden Zeitpunkten liegt damit ein Zeitraum von 15 Jahren in denen die Bildungssysteme der neuen Bundesländer verschiedenen Strukturreformen unterzogen wurden. Die Bildungssysteme der einzelnen neuen Bundesländer werden dabei im Hinblick auf ihre Strukturen und auf die Entwicklung der Schülerzahlen betrachtet. Ein genereller Vergleich zwischen allen neuen Bundesländern ist nicht möglich, da die Strukturen der Bildungssysteme sich zu sehr unterscheiden. Die einzige Konstante, die in allen Bundesländern vorhanden sind, ist die Grundschule (dies jedoch nur mit Einschränkungen, da in Brandenburg beispielsweise die Grundschule einen längeren Zeitraum umfasst) und das Gymnasium. Außer diesen beiden Schulformen existieren in den einzelnen Bundesländern Schulformen, die den speziellen länderspezifischen Entwicklungen entsprechen, wie zum Beispiel die Regionalschule in Mecklenburg-Vorpommern, die Mittelschule in Sachsen, oder die Sekundarschule in Sachsen-Anhalt. Eine spezielle Betrachtung Ost-Berlins wird nicht vorgenommen, da es nach der Wiedervereinigung an West-Berlin angegliedert wurde und somit auch die gesetzlichen Regelungen übernommen hat.71 Des Weiteren werden im Folgenden nur die allgemein bildenden Bildungsgänge betrachtet, da zum einen auch nur diese bei der später folgenden Untersuchung der Bildungschancen berücksichtigt werden, zum anderen eine ausreichende Datenlage für alle neuen Bundesländer nur für die allgemein bildenden Bildungsgänge vorhandenen war.



Zusammenfassung
Inhaltsangabe:Einleitung:Das Bildungssystem der neuen Bundesländer erlebte nach der Wiedervereinigung Deutschlands innerhalb von vierzig Jahren einen zweiten Neuaufbau. Der erste Neuaufbau wurde nach Ende des zweiten Weltkrieges eingeleitet und mündete in der Entstehung eines sozialistischen Einheitsschulsystems unter zentralistischer staatlicher Verwaltung.Der zweite Neuaufbau wurde mit der Angliederung der ehemaligen DDR an die BRD eingeleitet und war mit der Übernahme der westdeutschen Bildungsgesetze verbunden.Die Bildungsstrukturen in den alten Bundesländern bildeten sich in einem Jahrzehnte umfassend Zeitraum heraus, wohingegen die neuen Bundesländer sich innerhalb kurzer Zeit auf die neu entstandenen Strukturen einstellen mussten. Die Bildungssysteme der neuen Länder wurden jedoch nicht einfach nach westdeutschem Vorbild kopiert, sondern bildeten sich in einem Anpassungsprozess heraus. Die zwischen den beiden Teilen Deutschlands bestehenden Unterschiede verlangten eine spezielle Anpassung der Bildungssysteme. Die vorangegangen Entwicklungen in der DDR und die sich abzeichnenden zukünftigen Entwicklungen bedingten dies. Die Gesellschaftsstruktur der DDR hatte sich seit der Teilung Deutschlands vierzig Jahren zuvor in eine andere Richtung als die der BRD entwickelt. Dementsprechend unterschieden sich die Ausgangsvoraussetzungen zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern von denen der alten Bundesländer. Der Bildungszugang in der DDR wurde vom Staat reglementiert, dadurch kam es ab 1965 zu einer Verlangsamung und schließlich ab Mitte der 1970er zu einer rückläufigen Bildungsexpansion in der DDR kam. In der BRD schritt die Bildungsexpansion hingegen weiter voran, was zum großen Teil auf die Nichtreglementierung des Bildungszuganges durch den Staat zurückgeführt werden kann.Beim Aufbau der Bildungssysteme in den neuen Bundesländern musste auch das neu hinzutretende Problem der demographischen Entwicklung, die von Abwanderung und Geburtenrückgang gekennzeichnet war, berücksichtigt werden. Problematischerweise erfolgte diese Trendwende jedoch erst nach einem kurzzeitigen Anstieg der Schülerzahlen Anfang der 1990er Jahre.In den Jahren nach der Wiedervereinigung mussten diese Entwicklungen bei der Schaffung der Bildungssysteme und der institutionellen Regelungen in den neuen Bundesländern bereits mit berücksichtigt werden. Trotz gleicher Ausgangslage und trotz über vierzig Jahre zentralstaatlich geprägter Bildungspolitik []

Produktinformationen

Titel: Bildung in den neuen Bundesländern
Untertitel: Entwicklungen des Bildungssystems und der Bildungschancen nach der deutschen Wiedervereinigung
Autor:
EAN: 9783836613729
ISBN: 978-3-8366-1372-9
Digitaler Kopierschutz: frei
Format: E-Book (pdf)
Herausgeber: Diplom.de
Genre: Allgemeines, Lexika
Anzahl Seiten: 105
Veröffentlichung: 29.05.2008
Jahr: 2008
Dateigrösse: 0.9 MB

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