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Flaneure in Berlin und Frankfurt am Main. Urbane Müßiggänger in "Spazieren in Berlin" und "Tarzan am Main"

  • Kartonierter Einband
  • 94 Seiten
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In der Studie geht es um die literarische Flanerie in den Städten Berlin und Frankfurt am Main. Seit Mitte der achtziger Jahre ist... Weiterlesen
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Beschreibung

In der Studie geht es um die literarische Flanerie in den Städten Berlin und Frankfurt am Main. Seit Mitte der achtziger Jahre ist eine Textform wiederentdeckt worden, die den Spaziergang als Medium der Großstadterfahrung betrachtet. Zu finden war die literarische Flanerie als "Kleine Form" in den Feuilletons der überregionalen Presse. Viele Berlin-Flaneure werden heute wiederentdeckt, ihre Texte werden gesammelt und publiziert. In den achtziger Jahren erschienen erste Doktorarbeiten, die sich wissenschaftlich mit der Flanerie als literarischer Form einer Stadterfahrung auseinandersetzen. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, die Wahrnehmung des Flaneurs anhand der Werke "Spazieren in Berlin" von Franz Hessel und "Tarzan am Main" von Wilhelm Genazino zu vergleichen. Das Buch besteht aus einem Theorieteil zum Thema Flanerie und einer Untersuchung der Wahrnehmung der Flaneure anhand ausgewählter Episoden. Die Fragestellungen lauten: Was sehen die Flaneure während ihrer Müßiggänge? Und wie wird dies beschrieben? Welchen Zweck verfolgen die Flaneure? Was sind die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede der ausgesuchten Flaneure beim Anblick der Großstadt?

Autorentext

Nelly Bachmann, M.A., wurde 1987 geboren. Nach ihrem Bachelor-Studium im Fach Deutsch als Fremdsprache, nahm sie ein Masterstudium im Fach DaF und Germanistik auf. Ihr Studium hat sie 2016 erfolgreich abgeschlossen. Ihr Interesse gilt der Literatur, der Kultur und dem Film. Der Schwerpunkt ihres Studiums lag in der Germanistischen Literaturwissenschaft. Daher beschäftigte sie sich in dieser Untersuchung mit dem Phänomen des Flaneurs.



Klappentext

In der Studie geht es um die literarische Flanerie in den Städten Berlin und Frankfurt am Main. Seit Mitte der achtziger Jahre ist eine Textform wiederentdeckt worden, die den Spaziergang als Medium der Großstadterfahrung betrachtet. Zu finden war die literarische Flanerie als "Kleine Form" in den Feuilletons der überregionalen Presse. Viele Berlin-Flaneure werden heute wiederentdeckt, ihre Texte werden gesammelt und publiziert. In den achtziger Jahren erschienen erste Doktorarbeiten, die sich wissenschaftlich mit der Flanerie als literarischer Form einer Stadterfahrung auseinandersetzen. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, die Wahrnehmung des Flaneurs anhand der Werke "Spazieren in Berlin" von Franz Hessel und "Tarzan am Main" von Wilhelm Genazino zu vergleichen. Das Buch besteht aus einem Theorieteil zum Thema Flanerie und einer Untersuchung der Wahrnehmung der Flaneure anhand ausgewählter Episoden. Die Fragestellungen lauten: Was sehen die Flaneure während ihrer Müßiggänge? Und wie wird dies beschrieben? Welchen Zweck verfolgen die Flaneure? Was sind die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede der ausgesuchten Flaneure beim Anblick der Großstadt?



Leseprobe
'Textprobe: Kapitel 4, Flaneure ab 1980 in Deutschland: 4.1, Tendenzen des urbanen Müßiggangs: Die literarische Flanerie in Deutschland kam vermehrt in den 80er Jahren wieder auf, denn in den zerstörten Städten der Nachkriegszeit war es unmöglich gewesen, zu flanieren, und die Menschen waren mit der Sicherung ihrer Existenz beschäftigt. Schon in den 70er Jahren flanierten die deutschen Autoren in Metropolen wie Paris oder Rom. Auch die wissenschaftlichen Arbeiten handeln meistens von den Flaneuren bis 1933. Die von Matthias Keidel vorgestellten Flaneure beziehen sich auf die traditionelle literarische Flanerie, doch sind neuere Texte variationsreicher, verspielter und reflektierter geworden. Das Leben des Flaneurs wird oft in den Mittelpunkt gestellt, was den Texten eine autobiografische Note verleiht. Die typischen Phänomene wie Medien, Entfremdungserlebnisse in der Stadt und die dadurch entstehende Melancholie spielen auch heute eine wichtige Rolle. Des Weiteren erkennt man die Verfallserscheinungen, Verschlechterung und Verwahrlosung der Großstädte und Menschen in den gegenwärtigen Texten, wie Wilhelm Genazino es in seinen Texten exemplarisch aufzeigt (Keidel 2006: 101). Keidel betont in seinen Textanalysen, dass der Flaneur als Funktionsform begriffen wird, da es den Flaneur als Sozialfigur in Deutschland nie gegeben hat. Die Autoren der Flaneurtexte haben jeweils andere inhaltliche Schwerpunkte, doch alle haben eine ähnliche Fragestellung und Thematik. Keidel erkennt in seinen Analysen unterschiedliche emotionale Färbungen, die jedes Jahrzehnt (70er, 80er und 90er Jahre) aufweist. Im Folgenden werden einige Flaneurtexte, die Keidel analysiert, vorgestellt, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den traditionellen und den neueren Feuilletons aufzuzeigen. Die Texte aus den Flaneurbüchern von Botho Strauß, Bodo Morshäuser, Richard Wagner und Jochen Schimmang werden kurz vorgestellt (ebd.). 4.2, Urbane Müßiggänger in Berlin: Botho Strauß Paare, Passanten, das 1981 erschienen ist, gewinnt seine Erkenntnis vom besonderen Detail, um dann ins Allgemeine zu weisen. Er konzentriert sich auf die für ihn stärksten Herausforderungen der menschlichen Existenz. Dazu zählen die Liebe und der Tod (ebd.). In seinen Prosastücken übt Strauß Medienkritik und beschreibt ein grundlegendes Entfremdungsgefühl. Er beklagt sich über den Geschichtsverlust und Gegenwartshörigkeiten im Stadtraum Berlins, was ihn mit Kracauer und Benjamin verbindet. Seine Analyse der deutschen Gegenwart, die Entfremdungsgefühle auslöst, fällt pessimistisch aus (ebd. 102). Der Autor stellt die Gegenwartsanalysen der mechanisierten Welt der Remythisierung des Alltags gegenüber, was möglich macht, die in Paare, Passanten erscheinenden Figuren auf existenzielle Fragen zu beziehen (ebd. 103). Bodo Morshäusers Erzählung Die Berliner Simulation von 1983 kann man als ein Zeitdokument begreifen, das sich der Bewahrung des jüngst Vergangenen widmet, was eine klassische Aufgabe der Flanerie darstellt. Es werden Brücken in die Vergangenheit geschlagen. Genauso wie Botho Strauß kritisiert Morshäuser die inszenierten Geschichtsshows. Darüber hinaus gehören zu Morshäusers Themen die Ausländer, wobei sie das Fremde repräsentieren und den Eindruck von Internationalität vermitteln (ebd. 123). Der literarische Tonfall unterscheidet sich von dem der 70er Jahre, dennoch sind die Spuren der Entfremdung im Stadtbild vorhanden. Der Umgang mit dieser Fremde hat sich in den 80er Jahren verändert. An die Stelle der Klage ist die anarchische Selbstinszenierung getreten, wobei nicht um jeden Preis inszeniert wird, sodass es sich nicht um eine mediale Inszenierung geht. Der Umgang mit Entfremdungserscheinungen ist selbstbewusster und verspielter geworden und es gibt eine größere Variationsbreite an Erzählformen. Des Weiteren zeichnen sich die Texte durch eine ironische Herangehensweise und e

Produktinformationen

Titel: Flaneure in Berlin und Frankfurt am Main. Urbane Müßiggänger in "Spazieren in Berlin" und "Tarzan am Main"
Autor:
EAN: 9783959349734
ISBN: 978-3-95934-973-4
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Diplomica Verlag
Genre: Allgemeine und vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft
Anzahl Seiten: 94
Gewicht: 166g
Größe: H220mm x B155mm x T6mm
Veröffentlichung: 01.08.2016
Jahr: 2016