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Diaspora und Identität in der Literatur des Postkolonialismus: Eine Analyse anhand des Romans La maravillosa vida breve de Óscar Wao von Junot Díaz

  • Kartonierter Einband
  • 84 Seiten
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Der Roman La maravillosa vida breve de Óscar Wao (2007) von Junot Díaz zeigt den großen Einfluss, den der koloniale Diskurs im mod... Weiterlesen
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Beschreibung

Der Roman La maravillosa vida breve de Óscar Wao (2007) von Junot Díaz zeigt den großen Einfluss, den der koloniale Diskurs im modernen Zeitalter des 20. und 21. Jahrhunderts auf die kulturelle Identität der Dominikanischen Republik hat. Dabei spiegelt der Roman die postkoloniale Kritik berühmter Theoretiker wie Fanon, Said, Bhabha, Hall oder Gilroy wider. Der theoretische Ausgangspunkt des Postkolonialismus, dass die kulturelle Identität ein diskursives Konstrukt ist, wird am Beispiel von Ernest Gellners und Benedict Andersons dekonstruktivistischen Theorieansätzen über die Idee der Nation gezeigt. Neben der Diaspora werden hybride Identitäten thematisiert, für die der Kulturraum der hispanischen Karibik ein besonderes Gebiet darstellt, da sie seit den Anfängen der Kolonialzeit als Migrationsraum fungiert. Die kulturelle Vielfältigkeit der Identität kann demzufolge nicht auf einen homogenen Ursprung reduziert werden. Im Rahmen der Literaturanalyse wird gezeigt, wie es der neuen Generation der ehemals Kolonialisierten gelingt, sich von ihrem kolonialen Erbe zu lösen.

Leseprobe
Textprobe: Kapitel: 2.2 Diaspora und Identität: Etymologisch stammt der Begriff "Diaspora" aus dem Griechischen und wurde ausschließlich für die im Exil lebende hellenistische - jüdische Gesellschaft angewandt. Seit dem 20. Jahrhundert erlebt der Begriff eine Art Hochkonjunktur und wurde im Zuge des postkolonialen Diskurses kontextualisiert. Diaspora bezieht sich heute auf ethnische Minderheiten, die aus politischen und wirtschaftlichen Gründen gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen und im Aufnahmeland eine ethnische Minderheit bilden. Das Interesse an der Diaspora innerhalb der postkolonialen Kultur- und Literaturwissenschaften, die sich vor allem mit der Repräsentation ethnischer Minderheiten auseinandersetzen, hängt eng mit der Massenmigration und den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen zusammen, die mit dem Prozess der Globalisierung einhergehen. So erarbeitet Robin Cohen in seinem Werk Global Diaspora (1997) eine Typologie, die die verschiedenen Arten von Diasporabewegungen nach bestimmten Merkmalen kategorisiert. Diese Herangehensweise läuft jedoch Gefahr, das Modell der Diaspora zu vereinfachen. Die Reduzierung der indischen Diaspora auf den Kontext der Arbeitsmigration schließt letztlich andere Faktoren, wie zum Beispiel Sprache und Religion, die ebenfalls ausschlaggebend für die Diaspora der indischen Bevölkerung sind, aus: "[...] to reduce an Indian diaspora to labour migration immediately anticipates that this is the key factor in shaping the contours, cultures and settlement of the entirety of that diaspora. This is, of course not true, as there are a myriad of other factors that got into such processes of creation. To talk of an Indian Diaspora in these terms loses sight of other aspects of Indian migration and settlement which constitute the diasporic form". Darüber hinaus besteht durch die Kategorisierung ebenfalls die Gefahr die Diasporaerfahrungen zu verallgemeinern, zumal ein großer Unterschied besteht zwischen den Indern, die im 19. Jahrhundert als Zwangsarbeiter gezwungen waren ihre Heimat zu verlassen und denen, die als gut ausgebildete IT-Spezialisten ins Ausland gingen um Karriere zu machen: "To collapse and conflate these different eras, reasons for migration and process of settlement into a single Indian diaspora renders the concept sterile" (Kalra/ Raminder/ Hutnyk 2005: 29). Desweiteren ignorieren Cohens Diaspora-Kategorien die wesentliche Problematik der Diasporagemeinde, die sich um die Frage der nationalen Zugehörigkeit dreht und im Kontext des kulturellen Wandels. In den USA wird mit der Einführung des Begriffes "Bindestrich-Identitäten" versucht, das Dilemma bezüglich der kulturellen Spannungen und der Frage der Zugehörigkeit zu lösen. Der Bindestrich (z.B. bei Cuban-Americans) soll auf die Möglichkeit verweisen, dass die ethnischen Minderheiten auch (bi)nationale und multikulturelle Identitäten besitzen können. Dieser kulturelle Nexus ermöglicht einen neuen Dialog, dass beide Kulturen miteinander synkretisieren. Im Zusammenhang der Bi-Kulturalität beleuchtet Paul Gilroys Werk The Black Atlantic: Modernity and Double Consciousness (1993) einen weiteren Aspekt. Im Kontext der kolonialen Erfahrung der schwarz-afrikanischen Bevölkerung, die vor allem durch gewaltsame Verschleppung und Entwurzelung gekennzeichnet ist, lässt sich im Zeitalter der heutigen Massenauswanderung ein neuer Diskurs verorten, der die kulturelle Homogenität destabilisiert. Metaphorisch stellt Black Atlantic einen transnationalen Raum dar, der zum einen die Vergangenheit und zum anderen die moderne Gegenwart der schwarzen Bevölkerung widerspiegelt.

Produktinformationen

Titel: Diaspora und Identität in der Literatur des Postkolonialismus: Eine Analyse anhand des Romans La maravillosa vida breve de Óscar Wao von Junot Díaz
Autor:
EAN: 9783959348980
ISBN: 978-3-95934-898-0
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Diplomica Verlag
Genre: Romanische Sprach- und Literaturwissenschaft
Anzahl Seiten: 84
Gewicht: 151g
Größe: H221mm x B156mm x T10mm
Jahr: 2016