Willkommen, schön sind Sie da!
Logo Ex Libris

Einschränkungen beim Kauf und Abruf von E-Books Weitere Informationen

Zur Zeit ist mit Einschränkungen beim Kauf und Abruf von einigen E-Books zu rechnen. Wir bitten Sie um Entschuldigung.

schliessen

Der Mann, der nicht sterben wollte

  • Fester Einband
  • 116 Seiten
(0) Erste Bewertung abgeben
Bewertungen
(0)
(0)
(0)
(0)
(0)
Alle Bewertungen ansehen
(1) LovelyBooks.de Bewertung
LovelyBooks.de Bewertung
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)
powered by 
Der Mann, der nicht sterben wollte Wer könnte ihn nicht gut verstehen, den "Mann, der nicht sterben wollte"? Auf seiner ... Weiterlesen
20%
17.50 CHF 14.00
Auslieferung erfolgt in der Regel innert 3 bis 5 Werktagen.
Bestellung & Lieferung in eine Filiale möglich

Beschreibung

Der Mann, der nicht sterben wollte Wer könnte ihn nicht gut verstehen, den "Mann, der nicht sterben wollte"? Auf seiner Suche nach einem Ort, an dem es keine Friedhöfe gibt, trifft er auf viele Menschen, die ihm Geschichten erzählen: Vom Mädchen Habra zum Beispiel, die einen veritablen Löwen als Adoptivvater hat oder von der listigen Tochter des Kadis - und er lernt so Schneider, Sultane und Zauberlehrlinge kennen... Für die Leser liegt der Reiz der Geschichten unter anderem in der Exotik und den klugen Bemerkungen über das Leben, wie Deutschlands renommiertester empirischer Kulturwissenschaftler, Prof. Hermann Bausinger, in seinem Vorwort schreibt - und natürlich bleibt das Buch immer spannend: Ob der "Mann, der nicht sterben wollte" je ans Ziel seiner Träume gelangt? Naceur-Charles Aceval ist am Rande der algerischen Sahara groß geworden. Seine Abende hat er oft bei seiner Großmutter im Nomadenzelt verbracht, wo sie oder seine Mutter ihm die hier versammelten Märchen erzählt hat.

Vorwort von Prof. em. Dr. Hermann Bausinger, Tubingen Lange Zeit hielt man bei uns die Märchen fur eine deutsche Erfindung oder wenigstens fur ein besonderes Zeugnis nationaler Tradition. Bis man zur Kenntnis nahm, dass die Bruder Grimm viele ihrer Erzählungen protestantischen Fluchtlingen aus Frankreich verdankten und dass ähnliche Geschichten in ganz Europa verbreitet waren. Und der Horizont musste noch erweitert werden. Das Stichwort global, oft nur eine wichtigtuerische Vokabel, ist hier tatsächlich angebracht: Märchen gibt es fast uberall, und eine ganze Reihe der deutschen Märchen kommt aus dem Orient und aus dem arabischen Raum. Dass sie jetzt nicht mehr nur uber die Literatur vermittelt werden, sondern auch durch den lebendigen Auftritt von Märchenerzählern und -erzählerinnen, ist ein besonderes Geschenk. Ein Geschenk, das freilich den Konflikten und Spannungen in der Welt zu verdanken ist, denn auch diese Erzähler sind vielfach Fluchtlinge. Naceur-Charles Aceval gehört dazu. Er wuchs in Algerien auf, an den Rändern der städtischen Zivilisation und in der Nachbarschaft von Nomaden. Er erlebte seine Kindheit selbst im Nomadenzelt, in großer Armut; seine Mutter erzählte Märchen, um ihre Kinder den Hunger vergessen zu lassen. Wahrscheinlich hat es diese Funktion auch bei uns gegeben, und uberhaupt kann man von Aceval lernen, welche Rolle Märchen fruher allgemein gespielt haben. Er versetzt uns in eine Zeit, in der die Geschichten noch nicht in eine feste literarische Form gebracht waren, sondern ihre jeweilige Gestalt der Stimmung, dem Geschick und auch der Laune des Vortragenden verdankten. "Die Geschichten sind Lebewesen", sagte Aceval in einem Gespräch - deshalb waren sie nie gleich. Der Einwand liegt nahe, dass diese besondere Eigenheit ja doch zwangsläufig verloren geht, wenn einige Geschichten nun in einem kleinen Buch vorgestellt werden. Aber das stimmt höchstens halb. Erstens wird Aceval auch beim Vortrag seiner Texte ins Fabulieren und ins freie Erzählen geraten. Und zweitens hat er das Buch so angelegt, dass er nicht nur einzelne Geschichten präsentiert, sondern er erzählt auch vom Erzählen - von den besonderen Bedingungen (fruher durften die Frauen, die großenteils fur die Erzähltradition zuständig waren, ihre Geschichten nur bei Nacht vortragen), den verschiedenen Temperamenten der Erzähler (der eine ziert sich zuerst, ein anderer legt gleich los) und von der Verflechtung der Geschichten mit der Realität, der Lebenswelt des Erzählers und seiner Zuhörer. Dafur hat Aceval eine gute Voraussetzung geschaffen mit einer besonders eindringlichen Rahmenhandlung, die schon im Titel des Buchs angedeutet ist: "Der Mann, der nicht sterben wollte" erfährt und erlebt auf seiner Suche nach einem Ort ohne Friedhof ein gutes Dutzend Geschichten. Fur deutsche Leser haben diese Geschichten einen doppelten Reiz. Immer wieder stoßen sie auf Motive und Handlungszuge, die ihnen vertraut sind; aber es ist auch der Reiz der Exotik, des Fremden und Ungewöhnlichen, wie es etwa in der schnellen Abfolge verruckter Verwandlungen zum Ausdruck kommt, die ein beruhmter Zauberer bewerkstelligt. Aber gleich das nächste Märchen fuhrt zuruck in bekanntes Gelände: Das Rätsel, fur dessen Lösung eine große Belohnung ausgesetzt ist, taucht mit seinen komplizierten Fragen auch in den Kinder- und Hausmärchen der Bruder Grimm auf. Und wenn der alte Löwe das ihm zugelaufene kleine Mädchen als Habra bezeichnet, als Leckerbissen, und darauf wartet, dass es bald nicht mehr "nur Haut und Knochen" ist, erinnert das an Hänsel und Gretel. Aber die Eigenschaften einer bösen Hexe hat der Löwe dann doch nicht; er behandelt das Mädchen fursorglich und liebevoll. Darin liegt eine weitere Besonderheit der Geschichten. Sie munden öfter in eine Weisheit, in eine Moral.

Autorentext
Aceval, Naceur-Charles Naceur-Charles Aceval ist am Rande der algerischen Sahara groß geworden. Seine Abende hat er oft bei seiner Großmutter im Nomadenzelt verbracht, wo sie oder seine Mutter ihm Märchen erzählt haben.

Leseprobe
Der Mann, der nicht sterben wollte Ich erzähle euch etwas, aber ich erzähle euch nichts Neues. Mit diesem Satz haben die Alten ihre Erzählungen eingeleitet und sie wussten sicher, warum. Vor sehr langer Zeit, in einem sehr fernen Land, lebte ein Mann. Dieser furchtete sich mehr als alle anderen Menschen vor dem Tod. Man mag sich nun fragen, wer wohl keine Angst vor dem Sterben habe. Wir alle wollen nicht, dass unser Leben eines Tages endet. Die Angst dieses Mannes jedoch war so groß, dass ihm alleine der Anblick eines Friedhofes einen großen Schrecken einjagte. Sie war so groß, dass er nie auf Beerdigungen ging, selbst wenn ein Freund oder Familienangehöriger starb. Ja, sie war so groß, dass er nie uber Krankheiten sprach: Alles Endliche war kein Thema fur ihn. Und noch schlimmer: Seine Angst wurde von Tag zu Tag größer - es war nicht auszuhalten! Ständig dachte er uber Mittel und Wege nach, wie man dem Tod ausweichen, ihm ein Schnippchen schlagen und ewig leben könnte. Als er die Angst vor dem Tod eines Tages nicht mehr ertrug, hob er seine Hände zum Himmel und sprach: "Mächtiger Gott! Du hast Himmel und Erde erschaffen. Der Himmel ist weit und fern. Und die Erde ist so groß. Irgendwo musst du doch ein Land geschaffen haben, in welchem es keinen Friedhof gibt! Und ich muss dieses Land finden." So sprach er. Und schließlich hielt er es in seiner Heimatstadt am nördlichen Rand des Atlasgebirges nicht länger aus: Fort, fort, fort von daheim! Das war sein einziger Gedanke. Er verkaufte all sein Hab und Gut, nahm sein Pferd und begab sich auf die Suche nach einem Land ohne Friedhof. Dies ist die Geschichte seiner Reise, die in Wahrheit eine Suche war. Und ihr, liebe Zuhörer, sollt am Ende entscheiden, ob der Mann, der nicht sterben wollte, sein Ziel erreicht hat. Doch wie eine jede Reise, so beginnt auch diese Geschichte mit dem ersten Schritt. Er verließ also seine Heimatstadt und zog los. Sein Weg fuhrte ihn durch viele Städte und Dörfer und zu so manchem Beduinenstamm. Überall stellte er den Leuten die gleiche Frage: "Gibt es bei euch einen Friedhof?". Und jedes Mal bekam er die gleiche Antwort - mal spöttisch, mal verwundert: "Naturlich haben wir einen Friedhof! Was soll die Frage?", worauf er sich sogleich daran machte, auch diesen Ort schnellstmöglich wieder zu verlassen. Eines Tages, der Mann war schon viel geritten und sehnte sich nach etwas Erholung, kam er wieder einmal in eine größere Stadt. Und obwohl es auch dort einen Friedhof gab, beschloss er, sich etwas Rast zu gönnen. Der beste Ort hierfur war naturlich der Hammam, jener uberbaute Badeplatz, der tagsuber den Frauen, abends den Männern als Ort der Reinigung dient. Nachts wird aus dem Bad eine Schlafstätte fur die Reisenden und nicht zuletzt bietet sie ihnen die Möglichkeit Neuigkeiten auszutauschen. Traditionell sitzen die Männer dort des Nachts oft beisammen und verbringen viele Stunden damit, sich Geschichten zu erzählen. An diesem Abend, an dem der Mann, der nicht sterben wollte, sich unter ihnen befand, war es nicht anders: Kaum hatte sich ein kleiner Kreis bei Tee und Wasserpfeife gebildet, entstand eine lebhafte Unterhaltung. Im Licht der Karbidlampe wirkten die Gesichter der Männer schön, ihre Augen und Haare leuchteten, und wie sie so beisammen saßen, waren sie eins, wie Bruder. Es entstanden Gespräche, es wurden Witze erzählt, man lachte viel und es wurden Gedichte und Epen vorgetragen. Mitten in diese Gespräche hinein kam ein junger Mann mit seinem Diener. Letzterer ächzte unter der Last von Köstlichkeiten, die sein Herr ihm aufgeladen hatte: Couscous mit gekochtem Lamm und Gemuse, gebratene Huhner, Honigkuchen und Datteln. Unter den erwartungsvoll verwunderten Blicken aller Anwesenden wurden die Speisen in die Mitte des Kreises gestellt, und der junge Mann sprach: "Hier bringe ich euch eine Sadaka, eine Opfergabe, da ich mein Gluck mit euch teilen möchte - denn Gott der Allmächtige hat mich großzugig b

Produktinformationen

Titel: Der Mann, der nicht sterben wollte
Untertitel: Märchen aus dem Maghreb
Autor:
EAN: 9783981432480
ISBN: 978-3-9814324-8-0
Format: Fester Einband
Hersteller: Papermoon
Genre: Märchen, Sagen & Legenden
Anzahl Seiten: 116
Veröffentlichung: 01.10.2015
Jahr: 2015
Land: DE