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Doppelte Ungleichzeitigkeit

  • Kartonierter Einband
  • 298 Seiten
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Miriam K. Sarnecki beleuchtet das Verhältnis des Centralvereins, der größten deutsch-jüdischen Gruppe zur Zeit der Weimarer Republ... Weiterlesen
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Beschreibung

Miriam K. Sarnecki beleuchtet das Verhältnis des Centralvereins, der größten deutsch-jüdischen Gruppe zur Zeit der Weimarer Republik , zu den anderen Gemeinschaften (Orthodoxie, Ostjudentum, Zionismus, Verband nationaldeutscher Juden) und gibt Einblick in den Wandel des Vereins, dessen Vertreter sich zunehmend säkularisieren und alternative Identitätsgrundlagen diskutieren. Ziel ist eine differenzierte Wahrnehmung ihres Diskurses um die Behauptung subkultureller Identität.

Das deutsche Judentum der Weimarer Republik erlebte eine geistesgeschichtliche Verspätung, da es den nationalistisch und neoromantisch motivierten Wandel seiner Zeit größtenteils nicht mitvollzog. Statt an der zeitgenössischen Gesellschaft orientierten sich viele seiner VertreterInnen weiter an der deutschen Aufklärung. Gerade dieser Anspruch - ihre Gesellschaftskritik, verknüpft mit ausgeprägtem Minderheitenselbstbewusstsein - führte sie hinsichtlich ihrer Akkulturationsvorstellungen in eine Pionierrolle. Grundlage der Untersuchung ist eine Analyse der C.V.-Zeitung, Organ des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, die ein breites Spektrum von Meinungen abdruckt und sich als demokratisches Diskussionsforum bzw. als Zeugnis des Ringens um hierarchiefreie Pluralität lesen lässt. Miriam K. Sarnecki beleuchtet das Verhältnis des Centralvereins, der größten deutsch-jüdischen Gruppe dieser Zeit, zu den anderen Gemeinschaften (Orthodoxie, Ostjudentum, Zionismus, Verband nationaldeutscher Juden) und gibt Einblick in den Wandel des Vereins, dessen Vertreter sich zunehmend säkularisieren und alternative Identitätsgrundlagen diskutieren. Ziel ist eine differenzierte Wahrnehmung des Diskurses um die Behauptung subkultureller Identität. Als Verfechter eines Akkulturationskonzepts, das selbstbewusste, postkoloniale Züge trägt, die ihrer Zeit um Jahrzehnte voraus sind, kommen kritische Vertreter des Vereins dem Stand der heutigen Akkulturationsforschung bemerkenswert nahe.

Inhalt

Vorwort

Einleitung

1. Der Centralverein deutscher Staatsbu rger ju dischen Glaubens

1.1 Fu nfundvierzig Jahre deutsch-ju discher Abwehrund Bewusstseinsarbeit

1.2 Die C. V.-Zeitung: Organ und Diskussionsforum des Centralvereins

2. Aufklärungsarbeit und Antisemitismusabwehr

3. Auseinandersetzung mit Rassismus und Chauvinismus

3.1 Umgang mit Rassentheorien

3.2 Gesellschafts- und indirekte Kolonialismuskritik

4. Verhältnis zu anderen ju dischen Gemeinschaften in Deutschland

4.1 Identität mit jahrhundertealten Wurzeln: die Orthodoxie

4.2 Fremd und vertraut zugleich: das Ostjudentum

4.3 Separation als Ideal: der Zionismus

4.4 Kollektive Selbstverleugnung: der Verband nationaldeutscher Juden

5. Wandel des Selbstverständnisses und Entwicklung neuer Identitätsgrundlagen

6. Behauptung subkultureller Existenz durch Ablehnung von Taufe und Mischehe

7. Zusammenschau und Konklusion

Quellen und Literatur

Anhang

Begriffserklärungen

Leitende des Centralvereins und seiner Publikationsorgane

Biografien

Personenregister

Organisationenregister

Zeitschriftenregister

Dank

Die Autorin

Produktinformationen

Titel: Doppelte Ungleichzeitigkeit
Untertitel: Die C.V.-Zeitung von 1925 bis 1933 - Zeitzeugnis eines Pionierprojekts postkolonialer Akkulturation
Autor:
EAN: 9783837928167
ISBN: 978-3-8379-2816-7
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Psychosozial Verlag GbR
Genre: 20. Jahrhundert (bis 1945)
Anzahl Seiten: 298
Gewicht: 430g
Größe: H215mm x B151mm x T24mm
Veröffentlichung: 19.11.2018
Jahr: 2018