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Das weiße Schweigen

  • Fester Einband
  • 261 Seiten
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"Gold! Gold in rauhen Mengen!" - wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht von den sagenhaften Goldfunden in den eisigen Wei... Weiterlesen
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Beschreibung

"Gold! Gold in rauhen Mengen!" - wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht von den sagenhaften Goldfunden in den eisigen Weiten Alaskas. Tausende Männer verlassen ihre Heimat, um ihr Glück zu suchen - einer von ihnen ist Jack London... Ein ungemein spannender dokumentarischer Roman, der von der Euphorie des Aufbruchs und der Suche nach dem Glück, vom großen amerikanischen Mythos und seinem raschen, vollständigen Scheitern erzählt.

Autorentext

Michael Klein, geboren 1960 in Gifhorn, Niedersachsen. Er studierte Philosophie, Germanistik und Publizistik in Münster. Seit 1995 Redakteur des Literaturjournals Lesart. Mehrere Rundfunkfeatures, u.a. über Jack London, Michelangelo Antonioni und Alfred Hitchcock.



Klappentext

"Gold! Gold in rauen Mengen!" - wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht von den sagenhaften Goldfunden in den eisigen Weiten Alaskas. Tausende Männer verlassen ihre Heimat, um ihr Glück zu suchen - einer von ihnen ist Jack London... Ein ungemein spannender dokumentarischer Roman, der von der Euphorie des Aufbruchs und der Suche nach dem Glück, vom großen amerikanischen Mythos und seinem raschen, vollständigen Scheitern erzählt.



Leseprobe
Am Strand von Dyea, wo Zelt an Zelt, Proviantstapel an Proviantstapel, Ausrü;stungsberg an Ausrü;stungsberg, aufgetü;rmte Kisten an aufgetü;rmten Kisten, Sä;cke an Sä;cken, Ballenhaufen an Ballenhaufen liegen, ist der Teufel los. Der Strand von Dyea war ein kreischendes Irrenhaus. Zehntausend Tonnen Ausrü;stung lagen aufgehä;uft und verstreut, und zweimal zehntausend Mann rangen damit herum und machten Geschrei. Jeder war jedem im Wege, und keiner verfehlte, das der Welt mit aller Kraft seiner Lungen zu verkü;nden. Manchmal identifizierten zwei oder drei Leute ein und denselben Gegenstand als zu ihrer Ausrü;stung gehö;rig, und schon gab es handgreiflichen Streit. Urplö;tzlich sah man sich mitten aus der Zivilisation gerissen und mitten in urzeitliche Verhä;ltnisse hineingeschleudert. Und die Dü;sternis des subarktischen Winters kam mit jedem Tag nä;her. Alle wuß;ten es, und alle wuß;ten, daß; von den zwanzigtausend von ihnen nur wenige ü;ber die Pä;sse kommen sollten, wä;hrend die ü;brigen hier ü;berwintern und auf das Tauwetter des spä;ten Frü;hlings warten muß;ten.Die Atmosphä;re von Dyea und des sechs Kilometer entfernten Skagway - auch hier hat vor wenigen Wochen nur ein einziges Haus gestanden, und auch hier drä;ngeln sich mittlerweile Menschenmassen, Pferde, Hunde auf immer enger werdendem Raum - ist erfü;llt von Hast, von hektischer, konfuser Betriebsamkeit. Alles muß; schnell, am liebsten noch schneller gehen, und weil alles schnell gehen muß;, steht jeder jedem im Weg. Auf den ü;berfü;llten Schiffen, an den mit Menschen vollgepackten Strä;nden ist noch dem letzten unausweichlich klargeworden, daß; der Weg zum Gold ein purer Wettlauf ist. Gewiß;, das Gold liegt in rauhen Mengen wie auf dem Prä;sentierteller am Klondike, man muß; es nur aufheben. Aber schon auf einem einzigen Schiff treiben sich Hunderte herum, die das gleiche Ziel haben und verwegen, vielleicht viel verwegener als man selbst, in die Gegend blicken; der Strand von Dyea ist hoffnungslos ü;berfü;llt, und wer ankommt, sieht als erstes unmittelbar diejenigen vor sich, die bereits weiterziehen, in Richtung der Pä;sse, viele mit Unterstü;tzung von Trä;gern und Pferden oder gar Pferdewagen. Was nü;tzt es, als tausendster oder fü;nftausendster an den Klondike zu kommen, wenn die 999 oder 4999 Schnelleren bereits das Gold in ihre Waschpfannen schaufeln und sich die besten Stellen unter den Nagel gerissen haben? Ja, der Weg zum Gold ist nichts anderes als ein Wettlauf, den man gewinnen muß;, und jede kleinste Zeitverzö;gerung kann entscheidend sein. Die Panik, es nicht frü;h genug zu schaffen, sitzt den Mä;nnern im Genick, und in dieser inneren Aufgewü;hltheit ist kein Platz fü;r Rü;cksicht oder kü;hles Rä;sonieren. Nur vorankommen! Weiter! Weiter! Schneller!

Mitten im Getü;mmel von Dyea stehend, blicken Jack London, Shepard und die Gefä;hrten hinauf zu den nebelverhü;llten Bergesgipfeln. Vierzig Kilometer gilt es zu ü;berwinden, dann haben sie den Paß; ü;berquert, und das Schlimmste, heiß;t es, liegt hinter ihnen. Und sie sehen die Mä;nner mit ihren Packen auf dem Rü;cken aufbrechen und sehen die vollbeladenen Pferde und Pferdewagen durch die schlammigen Wege Dyeas ihre Spur ziehen. Vierzig Kilometer im ganzen, und von diesen vierzig Kilometern, wenn man sie doch offenbar mit Pferden und Pferdewagen angehen kann, scheinen viele nicht besonders strapazenreich zu sein. Jeden hier in Dyea drä;ngt es zum Aufbruch - daß; nicht jeder sofort aufbrechen kann, hat andere Grü;nde als die des Zö;gerns oder Rastens. Manch einer hat seine Nahrungsvorrä;te oder Ausrü;stung noch nicht komplett beisammen und verdingt sich derweil als Lastenträ;ger, Packer oder Pferdefü;hrer, um das Geld dafü;r zu verdienen. Andere hatten das Anheuern indianischer Trä;ger fest auf ihrer Rechnung - und sehen, kaum daß; sie in Dyea angekommen sind, daß; sie in seliger Naivitä;t die Vor-Goldrausch-Preise in Anwendung gebracht haben. Denn die Chilkoot- und Chilkat-Indianer haben das Prinzip von Angebot und Nachfrage rasch begriffen. Sie boten - wie schon immer, seit die ersten Weiß;en ins La

Produktinformationen

Titel: Das weiße Schweigen
Untertitel: Jack Londons Weg durch das Eis
Autor:
EAN: 9783552051676
ISBN: 978-3-552-05167-6
Format: Fester Einband
Herausgeber: Zsolnay
Genre: Briefe & Biografien
Anzahl Seiten: 261
Gewicht: 335g
Größe: H193mm x B123mm x T28mm
Jahr: 2001
Land: DE

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