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Inästhetik und Mimesis

  • Paperback
  • 176 Seiten
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Der Grund ist klar: die Philosophie entsteht durch die Verwerfung der künstlerischen Mimesis. Legt Alain Badiou mit seinem Vorschl... Weiterlesen
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Beschreibung

Der Grund ist klar: die Philosophie entsteht durch die Verwerfung der künstlerischen Mimesis. Legt Alain Badiou mit seinem Vorschlag, die platonische Geste für unsere Zeit zu wiederholen, nahe, auch diese Verwerfung zu wiederholen? Was also bedeutet der Begriff Inästhetik, mit dem er sein SYSTEM an die Kunst seiner Zeit heftet und dessen anti-mimetische Hintergrundbedeutung klar ist? Überraschung: wenn man studiert, was Inästhetik bedeuten soll, bemerkt man, dass dieses SYSTEM vielleicht sogar vollständig, eine geistreiche Mimesis der ihm äußerlichen Bedingungen ist: Wissenschaft, Politik, Liebe und wohlgemerkt Kunst in Bezug auf ein Gedicht Mallarmés oder eine Partitur von Schönberg. Das Ursprungsschema einer von der Kunst separierten Vorbestimmung, die im Grunde die von Badiou ist, wurde von Aristoteles entworfen: die Ästhetik selbst, das heißt die Poetik.Andererseits legen wir Wert auf den Umstand, dass die zeitgenössische Kunst, die die Überschreitungen der Avantgardisten des 20. Jahrhunderts bindet, indem sie das Werk und das SUBJEKT abschafft, um direkt die Gemeinschafts-Verbindung zu produzieren, genau genommen ein sich selbst verkennender Platonismus ist. Platon erfindet die Philosophie, indem er entgegen der von Aristoteles restaurierten Trennung daran festhält, dass es die Politik ist, die die Kunst abschafft, indem sie sie bewahrt. Wir werden die Matrix der hegelschen Dialektik selbst wiedererkennen.Um diese komplexe Auseinandersetzung zu organisieren, rufen wir den in diesen Fragen bestgeschultesten Denker unserer Zeit in den Zeugenstand:Philippe Lacoue-Labarthe. Dieser zeigt durch eine geniale Lektüre Rousseaus, dass die hegelsche Aufhebung nichts anderes als eine Übersetzung der aristotelischen Katharsis ist. Es ist die Philosophie, die der Kunst stets ihre Funktionen klarmacht, um sich ihrer politischen Verwirklichung zu öffnen. Politische Verwirklichung, die schon immer auf sich warten lässt, präsentiert der Kunst die Spesenrechnung. Nunmehr ist es die Kunst was die Philosophie fast nie sieht ihrerseits und heute mehr denn je, die das Politische abschafft, indem sie es bewahrt.

Autorentext

Mehdi Belhaj Kacem (*1973), Philosoph, Schriftsteller und Schauspieler.



Klappentext

Der Grund ist klar: die Philosophie entsteht durch die Verwerfung der künstlerischen Mimesis. Legt Alain Badiou mit seinem Vorschlag, die platonische Geste für unsere Zeit zu wiederholen, nahe, auch diese Verwerfung zu wiederholen? Was also bedeutet der Begriff "Inästhetik", mit dem er sein SYSTEM an die Kunst seiner Zeit heftet und dessen anti-mimetische Hintergrundbedeutung klar ist? Überraschung: wenn man studiert, was "Inästhetik" bedeuten soll, bemerkt man, dass dieses SYSTEM vielleicht sogar vollständig, eine geistreiche Mimesis der ihm äußerlichen Bedingungen ist: Wissenschaft, Politik, Liebe und wohlgemerkt Kunst in Bezug auf ein Gedicht Mallarmés oder eine Partitur von Schönberg. Das Ursprungsschema einer von der Kunst separierten Vorbestimmung, die im Grunde die von Badiou ist, wurde von Aristoteles entworfen: die Ästhetik selbst, das heißt die Poetik.Andererseits legen wir Wert auf den Umstand, dass die "zeitgenössische Kunst", die die Überschreitungen der Avantgardisten des 20. Jahrhunderts bindet, indem sie das Werk und das SUBJEKT abschafft, um "direkt" die Gemeinschafts-Verbindung zu produzieren, genau genommen ein sich selbst verkennender Platonismus ist. Platon erfindet die Philosophie, indem er entgegen der von Aristoteles restaurierten Trennung daran festhält, dass es die Politik ist, die die Kunst abschafft, indem sie sie bewahrt. Wir werden die Matrix der hegelschen Dialektik selbst wiedererkennen.Um diese komplexe Auseinandersetzung zu organisieren, rufen wir den in diesen Fragen bestgeschultesten Denker unserer Zeit in den Zeugenstand:Philippe Lacoue-Labarthe. Dieser zeigt durch eine geniale Lektüre Rousseaus, dass die hegelsche Aufhebung nichts anderes als eine Übersetzung der aristotelischen Katharsis ist. Es ist die Philosophie, die der Kunst stets ihre Funktionen klarmacht, um sich ihrer politischen Verwirklichung zu öffnen. Politische Verwirklichung, die schon immer auf sich warten lässt, präsentiert der Kunst die Spesenrechnung. Nunmehr ist es die Kunst - was die Philosophie fast nie sieht - ihrerseits und heute mehr denn je, die das Politische abschafft, indem sie es bewahrt.



Leseprobe
Das Thema ist 'Ästhetik und Politik'.Alain Badiou hat der einzigartigen Beziehung, der Verbindung seiner Philosophie mit der Kunst indessen den Titel eines scheinbar negativen Neologismus gegeben: Inästhetik.Warum Inästhetik? Hierzu zitiere ich ein unveröffentlichtes Seminar von 1992-1993, in dem er sich mit der von ihm so genannten 'Antiphilosophie von Nietzsche' beschäftigte, weil man in diesem Seminar (Badiou mag mir sagen, wenn ich mich irre) die Entstehung dieser, auf den ersten Blick verwirrenden Kategorie der In-Ästhetik miterleben konnte.'(.) ich glaube, dass die Frage der philosophischen Identifizierung der Kunst eine Frage ist, die reichlich durcheinander geraten ist. Sie ist wahrscheinlich seit dem Moment durcheinander geraten, in dem es offenkundig wurde, dass diese Identifizierung nicht im Register einer Ästhetik gemacht werden kann. Und man wird dabei unterstellen, dass die letzte Ästhetik tatsächlich die von Hegel ist. Was ist unter Ästhetik zu verstehen? Als Ästhetik wird man genau eine Funktionsweise des Namens Kunst in der Philosophie bezeichnen. ()Und dieses, sehr originäre Funktionieren, von dem man in diesem Sinne denken kann, dass Hegel seine letzte Figur ist, besteht darin, die Kunst in ihrer Beziehung zur Idee zu identifizieren. Wobei die Idee übrigens in dem Sinne zu verstehen ist, den dieser oder jener Philosoph ihr geben wird: die Idee [eben gerade] bei Platon, das Absolute bei Hegel (.) und die Philosophie in ganz allgemeiner Weise verbindet sich mit der Kunst, indem sie die Kunst als einzigartige Figur (.) der Präsentation der Idee untersucht.'Was allein diesen Zusammenhang angeht, so kann man als erstes anmerken, dass Badious Inästhetik nicht mit dieser traditionellen Auffassung der Ästhetik bricht. Die Kunst bleibt für Badiou nämlich eine sinnliche Präsentation der Idee. Insbesondere die einzigartige Kunst, die wir heute in Badious Dispositiv unter der Beziehung des Gedichts von Mallarmé und der Partitur von Schönberg untersuchen, ist im eigentlichen Sinne eine Präsentation der Idee. Wo interveniert also Badious geschichtlicher Bruch der Inästhetik mit der Ästhetik?

Produktinformationen

Titel: Inästhetik und Mimesis
Autor:
Editor:
Übersetzer:
EAN: 9783883962757
ISBN: 978-3-88396-275-7
Format: Paperback
Hersteller: Merve
Herausgeber: Merve Verlag GmbH
Genre: Philosophie
Veröffentlichung: 01.05.2011
Anzahl Seiten: 176
Gewicht: 150g
Größe: H173mm x B123mm x T15mm
Jahr: 2011
Untertitel: Deutsch
Auflage: 05.2011

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