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Der Zufallsfund im Medizin- und Gendiagnostikrecht

  • Kartonierter Einband
  • 260 Seiten
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Durch neue Technologien zur Gensequenzierung steigt die Anzahl genetischer Analysen. Dies führt zu einer erhöhten Wahrscheinlichke... Weiterlesen
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Beschreibung

Durch neue Technologien zur Gensequenzierung steigt die Anzahl genetischer Analysen. Dies führt zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit den Patienten betreffender Zufallsfunde. Aufgrund des Informationsgehalts genetischer Daten steigt jedoch gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit die Verwandten betreffender Zufallsfunde. Die Arbeit befasst sich im Kern mit der diskussionswürdigen Regelung des grundrechtlichen Konflikts zwischen dem jeweiligen Recht auf geninformationelle Selbstbestimmung in
10 Abs. 3 S. 4 GenDG.

Anhand der Regelung des
10 Abs. 3 Satz 4 GenDG wird das Problem des genetischen Zufallsfundes aufgegriffen und vor dem Hintergrund der zunehmenden Rezeption der Gendiagnostik kritisch beleuchtet. Hierbei wird dargelegt, dass Zufallsfunde in der bilateralen Beziehung von
10 Abs. 3 GenDG nicht erfasst werden. Zur Berücksichtigung des sog. Rechts auf geninformationelle Selbstbestimmung wird vorgeschlagen, dass keine generelle Aufklärungspflicht des Arztes über Zufallsfunde gelten, sondern der informed consent erweitert werden sollte. Im Gegensatz dazu enthält
10 Abs. 3 GenDG für das mehrpolige Verhältnis ein Modell der "Empfehlung der Empfehlung" des Arztes gegenüber seinem Klienten. Es wird dargelegt, dass die Regelung den Konflikt im Verhältnis zwischen Klient und Verwandtem privatisiert. Im Rahmen einer Bewertung des Rechts auf geninformationelle Selbstbestimmung wird herausgearbeitet, dass die Rechte des Verwandten in Teilen unberücksichtigt bleiben, und das Recht des Klienten auf Selbstbestimmung durch den Arzt in paternalistischer Weise beeinflusst wird. Dem Konflikt sollte u.a. durch eine Erweiterung des informed consent begegnet werden.

Autorentext

Judith Begemann, geboren 1983, studierte Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls Universität in Heidelberg und der Université Paul Cézanne in Aix-en-Provence. Nach Abschluss des Referendariats in Rheinland-Pfalz Ende 2011, arbeitete sie zeitweise als Anwältin bei Oppenländer Rechtsanwälte in München. Von 2012 bis 2014 promovierte sie sich, unterstützt durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes, bei Herrn Prof. Dr. Jens Kersten an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit August 2014 ist sie als Richterin am Verwaltungsgericht in Trier tätig.



Inhalt

Einleitung Das Zeitalter der Gendiagnostik - Neue Möglichkeiten. Neue Probleme - Zentrale Fragen und Gang der Untersuchung 1. Grundlagen der Gendiagnostik Zufallsfunde. Eine Einführung - Methoden und Möglichkeiten der Gendiagnostik - Arzt-Patienten-Beziehung unter dem Einfluss der modernen Medizin - Zusammenfassung 2. Zufallsfunde in der Arzt-Patienten-Beziehung Pflichten des Arztes, Rechte des Patienten - »Eindimensionale« Zufallsfunde in der »Normalmedizin« und Gendiagnostik - »Mehrdimensionale« Zufallsfunde in der »Normalmedizin« - Zusammenfassung 3. Arzt-Klienten-Verwandten-Beziehung in der Gendiagnostik Verfassungsrechtlicher Rahmen - Gendiagnostikgesetz: Einfachgesetzliche Regelung des Zufallsfundes - Bewertung der »Empfehlung zur Empfehlung« Lösung - Schutz des Rechts auf Nichtwissen in der Rechtsprechung - Zusammenfassung 4. Ethische Herausforderungen und gesellschaftliche Entwicklungen Vom Ausnahme- zum Regelfall: Normalisierung der Gendiagnostik - Gesundheit und »genetische Verantwortung« - Zusammenfassung 5. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung Zusammenfassung - Bewertung und Empfehlungen - Fazit Literatur- und Sachwortverzeichnis

Produktinformationen

Titel: Der Zufallsfund im Medizin- und Gendiagnostikrecht
Untertitel: Ein rechtliches, medizinisches und moralisches Problem
Autor:
EAN: 9783428145218
ISBN: 978-3-428-14521-8
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Duncker & Humblot GmbH
Genre: Handels- & Wirtschaftsrecht
Anzahl Seiten: 260
Gewicht: 399g
Größe: H236mm x B157mm x T20mm
Jahr: 2015
Auflage: 1. Auflage

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