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Kommunikation und Verstehen

  • Kartonierter Einband
  • 548 Seiten
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Mit seiner Gedenkrede zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht löste der damalige Bundestagspräsident Philipp Jenninger im November... Weiterlesen
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Beschreibung

Mit seiner Gedenkrede zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht löste der damalige Bundestagspräsident Philipp Jenninger im November 1988 einen Skandal aus, da er mit seinem unerwarteten Redestil und dem Ansprechen gesellschaftlicher Tabus öffentliche Reaktionen hervorrief, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Zahlreiche Wissenschaftler haben sich an einer Erklärung des Phänomens versucht, konnten aber nicht darlegen, warum ein und derselbe Text unterschiedliche Auslegungen in der Öffentlichkeit erfahren hat. Anstatt die zentralen Probleme der multiplen Interpretation und der Wirkungsdivergenz zu thematisieren, wurde eine bestimmte Leseart als die allein richtige herausgestellt. Es gibt aber nicht eine "richtige" und mehrere "falsche" Lesearten, sondern nur verschiedene "teilweise richtige" Lesearten; dies gilt besonders in bezug auf die Jenninger-Rede. Diesem Problem begegnet der Autor in seiner Untersuchung, indem er neue Ansätze einer Kommunikations- und Verstehenstheorie auf der Basis des Zeichenbegriffs entwickelt, die zum einen auf der Semiotik von Peirce und Eco und zum anderen auf der Interpretationsphilosophie von Abel und Lenk beruht. Somit bietet er eine semiotische Kommunikationsanalyse des gesamten Diskurses über den Fall Jenninger. Die öffentliche Reaktion in der Bundesrepublik Deutschland wird zurückgeführt auf den Grundkonflikt zwischen erwarteten legitimen Verhaltensweisen und gesellschaftlichen Normverletzungen, so daß der Skandal um die Jenninger-Rede als Folge eines kombinierten Tabu- und Erwartungsbruchs anzusehen ist. An diesem Umgang mit der NS-Vergangenheit wird deutlich, daß sich die Deutschen - damals wie heute - in einer Identitätskrise befinden.

Autorentext
Der Autor: Holger Siever ist Diplom-Übersetzer für Spanisch und Portugiesisch. Von 1987 bis 2000 war er als wissenschaftlicher Angestellter bzw. Lehrbeauftragter für Interkulturelle Kommunikation am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim tätig. Seit 1999 unterrichtet er an der Fachhochschule Magdeburg Übersetzen technischer Fachtexte Spanisch - Deutsch.

Inhalt

Aus dem Inhalt: Kommunikationstheorie - Verstehenstheorie - Semiotik - Interpretationsphilosophie - Radikaler Konstruktivismus - Kognitionspsychologie - Rhetorik - Semiotische Kommunikationsanalyse - Kommunikation - Verstehen - Interpretation - Verhalten - Erwartung - Intention - Kognition - Sinn - Sinnkonstruktion - Sinnangleichung - Intersubjektive Verständigung - Zeichen - Semiose - Text - Textverstehensmodelle - Mentale Modelle - Jenninger-Rede - Multiple Interpretation - Wirkungsdivergenz - Historikerstreit - Shannon-Weaver-Modell - Abel - Bubis - Derrida - Habermas - Jenninger - Lenk - Luhmann - Mead - Peirce - Saussure - Watzlawick - Weizsäcker.

Produktinformationen

Titel: Kommunikation und Verstehen
Untertitel: Der Fall Jenninger als Beispiel einer semiotischen Kommunikationsanalyse
Autor:
EAN: 9783631458952
ISBN: 978-3-631-45895-2
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Lang, Peter GmbH
Genre: Politikwissenschaft
Anzahl Seiten: 548
Gewicht: 696g
Größe: H208mm x B146mm x T30mm
Jahr: 2001
Auflage: Neuausg.

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