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»Das Innere wird durch die äußeren Umstände nicht berührt«

  • Kartonierter Einband
  • 1074 Seiten
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Hanne Trautwein und Hermann Lenz lernten sich, beide Anfang zwanzig, 1937 im Kunsthistorischen Institut der Universität München ke... Weiterlesen
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Beschreibung

Hanne Trautwein und Hermann Lenz lernten sich, beide Anfang zwanzig, 1937 im Kunsthistorischen Institut der Universität München kennen: er angehender Schriftsteller, sie Studentin der Kunstgeschichte, Halbjüdin. Sie schrieben sich zunächst in den Semesterferienn, dann regelmäßig, als Hermann Lenz einberufen wurde und bis zum Ende des Krieges Soldat in der Wehrmacht blieb. Er, der sich fest vorgenommen hatte, im Krieg keinen Menschen zu erschießen, war in vorderster Front im Russlandfeldzug mit dabei. Hanne Trautwein entging der Verfolgung dank einer Anstellung als Sachverständige für Beutekunst bei einem einflussreichen Kunsthändler. Sie ermöglichen einander das Überleben, indem sie in utopischen Daseinsentwürfen sich eine Gegenwelt entwerfen zu den realen Schrecknissen um sie herum. Der Briefwechsel wird bis 1946 geführt, als Hermann Lenz aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, Hanne Trautwein zu ihm nach Stuttgart zieht und die beiden heiraten.

Die hier erstmals veröffentlichten 577 Briefe und Karten, die Hanne und Hermann Lenz ausgetauscht haben, sind nicht nur ein bedeutendes zeithistorisches Dokument, sondern zeigen auch in ganz besonderer Weise die Wirkungskraft der Dichtung. Die deutsche Literatur kennt aus dieser dramatischen Zeit an Zeugnissen einer deutsch-jüdischen Verbindung nichts Vergleichbares.


»Die Briefe sind [ein] Zeugnis menschlicher Selbstbehauptung in historischer Ausnahmezeit und von einer Bedeutung, die weit über die Stuttgarter Stadt- und Kulturgeschichte weist.«
Peter Steinbach, Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 23.07.2020

Autorentext

Hermann Lenz wurde am 26. Februar 1913 in Stuttgart geboren und starb am 12. Mai 1998 in München. Nach dem Abitur im Jahr 1931 studierte Lenz Theologie in Tübingen und anschließend von 1933 bis 1940 Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik in Heidelberg und München. Von 1940 bis 1946 war er als Soldat in Frankreich und Russland stationiert und kurze Zeit in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Seine schriftstellerische Arbeit begann Lenz 1946 in Stuttgart. Im selben Jahr heiratete er die Kunsthistorikerin Hanne Trautwein. Zu seinen Hauptwerken gehören die Romane Andere Tage und Neue Zeit um sein Alter Ego Eugen Rapp. Von 1951 bis 1971 war Lenz Sekretär des Süddeutschen Schriftstellerverbandes.1972 begegnete er zum erste Mal Peter Handke. Ab 1975 lebte Lenz in München. Er erhielt zahlreiche Preise für seine Werke.

Johanna (Hanne) Lenz, geb. Trautwein, wurde am 24. Juli 1915 in München geboren und starb am 26. Januar 2010 ebenda. Sie war Kunsthistorikerin und arbeitete als Verlagslektorin. 1946 veröffentlichte sie die Erzählungen Das Nachtkarussell.

Michael Schwidtal, geboren 1954, lebt in Frankfurt am Main. Er ist Literatur- und Kulturwissenschaftler.



Zusammenfassung
"[Ein] hervorragend editierter Briefwechsel ... "
Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel 11.01.2019

Produktinformationen

Titel: »Das Innere wird durch die äußeren Umstände nicht berührt«
Untertitel: Hanne Trautwein Hermann Lenz. Der Briefwechsel 1937-1946
Autor:
Editor:
EAN: 9783458177722
ISBN: 978-3-458-17772-2
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Insel
Genre: Briefe & Biografien
Anzahl Seiten: 1074
Gewicht: 1014g
Größe: H220mm x B138mm x T49mm
Jahr: 2018
Land: DE